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Am Motzej Schabbat
des 1. Dezember kamen mindestens 44 Menschen bei heimtückischen
Sprengstoffanschlägen in Haifa und Jeruschalajim ums Leben.
Tragisch genug - die Friedensbemühungen aller Parteien wurden
damit weit hinter die Ausgangsbasis zurückgebombt. Die "Meinungsbildenden"
einiger deutscher Zeitungen sehen sich veranlasst, daraufhin noch
ein wenig gegen den isralischen Staat und das Judentum Stimmung
zu machen. Selbst vor alten - eigentlich schon längst abgegriffenen
- Stereotypen wird nicht mehr halt gemacht: So konnte man in einem
Beitrag in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" kurz
WAZ, am Montag (3.Dezember 2001) nach den Attentaten schon auf der
zweiten Seite nachlesen was die eigentlich Lehre des Judentums wohl
ist:
"Man
muss erneut befürchten, dass Israel zurückschlagen wird.
Auge um Auge"
Einige Zeilen
weiter heisst es dann wieder im Bezug auf die israelische Regierung:
"(...)
da ahnt man was die Stunde geschlagen hat. Und wem sie schlagen
soll. Auge um Auge..."
Die Methode
ist klar und der Vorwurf so alt wie die Geschichte des westlichen
Antisemitismus - das Judentum ist die Religion des zornigen strafenden
G-ttes - ganz im Gegensatz zur christlichen Religion der Nächstenliebe...
Ich muss hier nicht zum millionsten Mal wiederholen wie unsinnig
das ist, den Satz "Auge um Auge" isoliert und ohne Wissen
über die jüdische Religion zu betrachten. Man kann daraus
auf jeden Fall nicht schliessen, das Judentum sei eine Religion
der Gewalt, denn es geht im jüdischen Recht um Ausgleichszahlungen
und nicht um die Anwendung körperlicher Gewalt. Die Verwendung
dieser Schlagwörter ist deshalb wohl kein Ausdruck momentaner
Erregung oder Unbedachtheit - der Autor Alfons Pieper geht es wohl
darum, die "wahren" Methoden der israelischen Regierung
darstellen zu wollen, eben mit Hilfe der alten anti-judaistischen
Vorurteile und gewollte Missverständnissen.
Wo waren die ebenso verurteilenden Glossen als die Angriffe auf
zivile Ziele in Afghanistan begannen? Dort war alles erlaubt - es
war und ist ein "Krieg gegen den Terrorismus", den man
auch gegen ein ganzen Land führen darf. Wenn Israel sich dagegen
gegen den Terrorismus zur Wehr setzt , dann wird das von Jürgen
Möllemann dem FDP-Politiker Staatsterrorismus genannt und von
Alfons Pieper dem WAZ-Schreiber als "Auge um Auge - Zahn um
Zahn"-Methode gegeisselt...
Wie weit soll
das führen?
Zum Abschluß
ein Zitat aus dem Buch "Judentum heute" von Dennis Prager
und Joseph Telushkin:
"Diejenigen,
die glauben, daß sie die jüdische Nationalität
verleugnen und die Eliminierung des jüdischen Staates befürworten
können, ohne antisemitisch zu sein, tun das in vorsätzlicher
Ignoranz gegenüber Juden, Judentum, jüdischer Geschichte,
dem Nahen Osten und der arabischen und moslemischen Welt.
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