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Fleisch als Nahrung für den Menschen

Die Skandale und Schreckensmeldungen über speise-untaugliches Fleisch haben kurz aufmerken lassen, dass es offenbar Probleme mit der "Industrialisierung" der Fleischbeschaffung gibt...
von Dr.Michael Rosenkranz

Seit Jahren löst sich eine Schreckensmeldung über Speise-untaugliches Fleisch mit der nächsten ab. Alle Tiere, deren Fleisch uns zur Nahrung dient, waren in der jüngsten Vergangenheit bereits Gegenstand von Schlagzeilen, sodass vielen Menschen inzwischen der Appetit auf Fleisch vergangen ist, und viele sich fragen, was man denn überhaupt noch essen könne. In der Thorah lesen wir, dass bis Noach G-tt dem Menschen nur die Pflanzen als Nahrung gegeben hatte. Erst nach der Sintflut gestattete Er dem Menschen auch das Fleisch von Tieren als Speise. Aber wenn es uns Menschen auch schwer fallt uns nur von Pflanzen zu ernähren, und wir schon zur Ergänzung unserer Nahrung Tiere um ihr Leben bringen müssen, so dürfen wir dies dennoch nicht leichtfertig tun.


Die Thorah schreibt uns deshalb vor ein Tier nur am Eingang des Stiftszeltes, das heißt des Heiligtums, zu schlachten und sein Blut und das Fett als Opfer darzubringen. In der wörtlichen Form war diese Vorschrift sicherlich nur während der Wüstenwanderung der Israeliten erfüllbar gewesen. Der Sinn der Aussage ist allerdings zeitlos gültig und gerade heute aktuell : Das Tier ist dem menschlichen Willen unterworfen, er kann sich des Tieres bedienen. Das bedeutet aber auch, dass das Tier ihm anbefohlen ist, er für das Tier auch Verantwortung trägt. Wie alle anderen von G-tt erschaffenen Lebewesen hat auch das Tier ein Recht zu leben, hat seinen berechtigten Platz in der Lebensgemeinschaft der Erde. Wenn es schon dem Menschen als Nahrung dienen muss, so ist dies gleichsam ein Opfer des Tieres an die Bedürfnisse des Menschen, das der Mensch nur mit Demut und in Dankbarkeit dafür dem Tier gegenüber annehmen sollte.
Wenn wir das Tier mit der inneren Haltung schlachten als ob wir es vor das Heiligtum gebracht hätten um mit seinem Blut uns zu entsühnen, dann bezeugt dies Achtung vor dem Opfer des Tieres, und wir machen uns nicht des ungerechtfertigten Blutvergießens schuldig.
Wir wissen, dass alle Fleischskandale der letzten Jahre entweder Folge von Umweltverseuchungen durch uns waren oder Folge übermäßiger Profitgier, wodurch das Tier zur reinen Gewinnquelle für uns herabgewürdigt wurde. Wenn wir aber uns verdeutlichen, dass Tiere in erster Linie ein Recht haben ihr Leben in artgerechter Weise zu leben und nur uns zur Hilfe ihr Leben hingeben, dann werden wir nicht nur die Tiere in würdiger Weise leben lassen, sondern sie auch nur in verantwortungsbewusstem Maß töten um von ihnen zu leben.

 

 


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