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Seit Jahren
löst sich eine Schreckensmeldung über Speise-untaugliches Fleisch
mit der nächsten ab. Alle Tiere, deren Fleisch uns zur Nahrung dient,
waren in der jüngsten Vergangenheit bereits Gegenstand von Schlagzeilen,
sodass vielen Menschen inzwischen der Appetit auf Fleisch vergangen
ist, und viele sich fragen, was man denn überhaupt noch essen könne.
In der Thorah lesen wir, dass bis Noach G-tt dem Menschen nur die
Pflanzen als Nahrung gegeben hatte. Erst nach der Sintflut gestattete
Er dem Menschen auch das Fleisch von Tieren als Speise. Aber wenn
es uns Menschen auch schwer fallt uns nur von Pflanzen zu ernähren,
und wir schon zur Ergänzung unserer Nahrung Tiere um ihr Leben bringen
müssen, so dürfen wir dies dennoch nicht leichtfertig tun.
Die Thorah schreibt uns deshalb vor ein Tier nur am Eingang des
Stiftszeltes, das heißt des Heiligtums, zu schlachten und sein Blut
und das Fett als Opfer darzubringen. In der wörtlichen Form war
diese Vorschrift sicherlich nur während der Wüstenwanderung der
Israeliten erfüllbar gewesen. Der Sinn der Aussage ist allerdings
zeitlos gültig und gerade heute aktuell : Das Tier ist dem menschlichen
Willen unterworfen, er kann sich des Tieres bedienen. Das bedeutet
aber auch, dass das Tier ihm anbefohlen ist, er für das Tier auch
Verantwortung trägt. Wie alle anderen von G-tt erschaffenen Lebewesen
hat auch das Tier ein Recht zu leben, hat seinen berechtigten Platz
in der Lebensgemeinschaft der Erde. Wenn es schon dem Menschen als
Nahrung dienen muss, so ist dies gleichsam ein Opfer des Tieres
an die Bedürfnisse des Menschen, das der Mensch nur mit Demut und
in Dankbarkeit dafür dem Tier gegenüber annehmen sollte.
Wenn wir das Tier mit der inneren Haltung schlachten als ob wir
es vor das Heiligtum gebracht hätten um mit seinem Blut uns zu entsühnen,
dann bezeugt dies Achtung vor dem Opfer des Tieres, und wir machen
uns nicht des ungerechtfertigten Blutvergießens schuldig.
Wir wissen, dass alle Fleischskandale der letzten Jahre entweder
Folge von Umweltverseuchungen durch uns waren oder Folge übermäßiger
Profitgier, wodurch das Tier zur reinen Gewinnquelle für uns herabgewürdigt
wurde. Wenn wir aber uns verdeutlichen, dass Tiere in erster Linie
ein Recht haben ihr Leben in artgerechter Weise zu leben und nur
uns zur Hilfe ihr Leben hingeben, dann werden wir nicht nur die
Tiere in würdiger Weise leben lassen, sondern sie auch nur in verantwortungsbewusstem
Maß töten um von ihnen zu leben.
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