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Am Mittwoch
den 20. Februar 2002 entschied der oberste israelische Gerichtshof,
dass übergetretene Juden der Reform und konservativen Strömungen
in ihren Ausweisen als Juden anerkannt werden müssen. Diese
sollen in jeder Hinsicht vom israelischen Staat als jüdisch
anerkannt werden. Wie die israelische Tageszeitung Ha'aretz berichtete,
betrifft dies eine große Zahl von Einwanderern aus der ehemaligen
Sowjetunion. Ha'aretz spricht gar von Zehn- bis Hunderttausenden.
Natürlich
reagierte der ultra-orthodoxe Innenminister Eli Jischai, der auch
verantwortlich ist für die Ausgabe von Ausweisen, auf seine
eigene Art: Er plant diejenigen Personen die nicht orthhodox übergeteten
sind, nicht nur als "jüdisch" zu bezeichnen, sondern
in diesen Fällen als "Reformjüdisch" und "Konservativjüdisch".
Diese Regelung
betrifft aber nicht nur den israelischen Staat, sondern kann auch
Auswirkungen auf die gesamte jüdische Welt ausserhalb Israels
haben. Die sich auftuende Kluft zwischen Israel und den jüdischen
Gemeinden im Ausland kann ein wenig überbrückt werden,
denn der Einfluss des orthodoxen Oberrabbinats wird etwas zurückgeschnitten.
Orthodoxe und nationalreligiöse Rabbiner und Einrichtungen
werden jedoch fortfahren Jüdinnen und Juden peinlichst genau
zu untersuchen bezüglich ihrer Herkunft und ihrer familiären
Hintergründe, vielleicht jetzt noch intensiver als zuvor. Noch
immer kontrollieren Rabbiner dieser Anhänger Hochzeiten und
Beerdigungen jedes israelischen Bürgers und sekuläre Israelis
werden weiterhin Wege finden, sich dieser Kontrolle zu entziehen.
Konflikte dieser Art sind damit nicht aufgehoben worden und warten
noch immer auf Lösung.
Rabbiner Uri
Regev, Direktor der Weltunion für Progressives Judentum nannte
das Urteil "historisch" denn es stärke den jüdischen
Pluralismus in Israel und weist die Position des israelischen-orthdoxen
Judentums zurück, die Reformübertritte für unwesentlich
hält. Er fügte hinzu, dass die Tore des Judentums sich
nun für eine große Anzahl von russischen Immigranten
geöffneten haben. Es habe schon Anfragen an das "Israel
Religious Action Center" gegeben.
Die tatsächlichen
Auswirkungen dieser wichtigen Entscheidung ist noch längst
nicht abzusehen in religiöser wie auch in politischer Hinsicht.

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©2002
Jüdisches Leben / talmud.de
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