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Nach langer Zeit tut sich etwas
Der oberste israelische Gerichtshof hat entschieden

Nachdem der oberste Gerichtshof Israels fast sieben Jahre keine Verlautbarung zu dem Thema Konversion machte, überrascht er nun mit einer bahnbrechenden Entscheidung
Chajm Guski

Am Mittwoch den 20. Februar 2002 entschied der oberste israelische Gerichtshof, dass übergetretene Juden der Reform und konservativen Strömungen in ihren Ausweisen als Juden anerkannt werden müssen. Diese sollen in jeder Hinsicht vom israelischen Staat als jüdisch anerkannt werden. Wie die israelische Tageszeitung Ha'aretz berichtete, betrifft dies eine große Zahl von Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. Ha'aretz spricht gar von Zehn- bis Hunderttausenden.

Natürlich reagierte der ultra-orthodoxe Innenminister Eli Jischai, der auch verantwortlich ist für die Ausgabe von Ausweisen, auf seine eigene Art: Er plant diejenigen Personen die nicht orthhodox übergeteten sind, nicht nur als "jüdisch" zu bezeichnen, sondern in diesen Fällen als "Reformjüdisch" und "Konservativjüdisch".

Diese Regelung betrifft aber nicht nur den israelischen Staat, sondern kann auch Auswirkungen auf die gesamte jüdische Welt ausserhalb Israels haben. Die sich auftuende Kluft zwischen Israel und den jüdischen Gemeinden im Ausland kann ein wenig überbrückt werden, denn der Einfluss des orthodoxen Oberrabbinats wird etwas zurückgeschnitten. Orthodoxe und nationalreligiöse Rabbiner und Einrichtungen werden jedoch fortfahren Jüdinnen und Juden peinlichst genau zu untersuchen bezüglich ihrer Herkunft und ihrer familiären Hintergründe, vielleicht jetzt noch intensiver als zuvor. Noch immer kontrollieren Rabbiner dieser Anhänger Hochzeiten und Beerdigungen jedes israelischen Bürgers und sekuläre Israelis werden weiterhin Wege finden, sich dieser Kontrolle zu entziehen. Konflikte dieser Art sind damit nicht aufgehoben worden und warten noch immer auf Lösung.

Rabbiner Uri Regev, Direktor der Weltunion für Progressives Judentum nannte das Urteil "historisch" denn es stärke den jüdischen Pluralismus in Israel und weist die Position des israelischen-orthdoxen Judentums zurück, die Reformübertritte für unwesentlich hält. Er fügte hinzu, dass die Tore des Judentums sich nun für eine große Anzahl von russischen Immigranten geöffneten haben. Es habe schon Anfragen an das "Israel Religious Action Center" gegeben.

Die tatsächlichen Auswirkungen dieser wichtigen Entscheidung ist noch längst nicht abzusehen in religiöser wie auch in politischer Hinsicht.

 

 

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