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Koscher und Stylish
von Chajm Guski

Es gibt sie nicht - DIE jüdische Küche. Die jüdische Küche Deutschlands ist anders als die jüdische Küche Osteuropas oder gar die Chinas (es gibt auch Städte in Europa, in denen man koschere chinesische Restaurants finden kann).
Der einzige Schnittpunkt aller jüdischen Küchen ist die koschere Küche. Hier existieren zahlreiche Kochbücher, die meist um das Thema "osteuropäische-koschere-Küche" herum aufgebaut sind, oder sie thematisch berühren. In Deutschland ist dies meist der Themenkomplex Israel-Osteuropa. Zusätzlich gibt es die ausgefallenen Bücher "Die sefardische Küche" oder "Polnische Jüdische Küche" etc. etc..
Manchmal wird darauf hingewiesen, dass die israelische Küche, verschiedene Kulturen in sich vereint. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass es sich hierbei um eine koschere jüdische Küche handelt. In Deutschland gibt es nicht unübersichtlich viele "jüdische" Kochbücher, darunter nur wenig gute mit handfesten Hintergrundinformationen Die Zielgruppe ist meist unzweifelhaft nichtjüdisch.

Erst im Jahre 2003 durchbrach Susie Fishbein jegliche Konvention mit ihrem Buch "kosher by design" (wenig später erschien ein deutschsprachiges Buch von Rachel Heuberger mit dem Titel "koscher style" - das aber keine deutsche Übersetzung von "kosher by design" ist).
In den USA wurden innerhalb kürzester Zeit 70 000 Exemplare dieses ungewöhnlichen Kochbuches verkauft. Der orthodoxe ArtScroll-Mesorah Verlag hatte die erste Auflage von 24000 Exemplaren innerhalb einer Woche ausverkauft und weitere Auflagen folgten.
Das Rezept für diesen Erfolg ist die Verbindung von moderner Küche mit Elementen jüdischer Tradition und Kaschrut. Nicht nur die fertigen Gerichte wurden von Fotograf John Uher "fotografiert", sondern auch eine reich gedeckte Schabbat-Tafel, oder ein Tisch für Chanukkah. Meist in sehr aufwendigem Dekor, jedoch lassen sich viele Elemente durchaus abschauen und nachmachen. Zum ersten Mal ist koschere Küche nicht nur gut in Szene gesetzt worden, sondern "stylish". Aus der Notwendigkeit ist eine Freude geworden.
Der Erfolg brachte Susie Fishbein auch Popularität. Nach dem Erfolg von "kosher by design" bereistsie die USA und präsentiert ihr Buch bei jüdischen Gemeinden, Organisationen und Veranstaltungen, aber auch in verschiedenen Lifestyle-Sendungen vieler amerikanischer Networks.

Nach einer kurzen Einleitung in die Prinzipien von Kaschrut hält sich das Buch thematisch an die jüdischen Feiertage, beginnend mit dem Schabbat. In die Besonderheiten der jeweiligen "Zeiten und Feste" wird ebenfalls eingeführt und die schon genannten Dekorationshinweise umrahmen den Text.
Das Buch bietet neben den Rezepten (zu denen natürlich vermerkt ist, ob sie milchig, parve oder fleischig sind) eine Weinliste (die sich natürlich auf die USA bezieht), eine Tabelle aller Rezepte getrennt nach milchig, fleischig und parve, eine Liste aller Rezepte die man auch an Pessach kochen kann. Außerdem noch einige Hinweise zum "koschermachen" anderer Rezepte.

Ein Rezept für dreifarbigen "gefillter Fish", der aussieht wie ein Stück Kuchen, aber auch ein Rezept für Hähnchen-Wan-Tans finden sich unter den 250 Rezepten. Der Aufwand für die Zubereitung ist "gemischt"; einige Gerichte eignen sich für die tägliche Küche, andere sind aufwendiger und sind so den Feiertagen oder besonderen Gelegenheiten vorbehalten.

Ist das Buch auch für den deutschen Markt interessant? Wenn man über ein einigermassen gutes Englisch verfügt, kann man das Buch mit Gewinn lesen und es auch anwenden.

Link: Koscher by Design

 

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