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Verlassen - die Union verliert die Liberale Jüdische Gemeinde Hildesheim
von Chajm Guski
Schwere Zeiten für das liberale Judentum? Ist das Ausscheiden der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hildesheim wegweisend?

Viel ist auf talmud.de schon über die Situation der großen Strömungen des Judentums geschrieben worden. Vor allem aber über die Streitigkeiten zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und den liberalen Gemeinden in Deutschland (unter anderem hier). Nun erreichte die Öffentlichkeit eine zweite Nachricht innerhalb zweier Wochen aus der hervorgeht, dass der Zentralrat (oder ein dem Zentralrat angeschlossener Landesverband) einem liberalen Gesuch stattgibt.

Vor kurzem war über die Einrichtung eines liberalen Bejt Din zu lesen und nun wechselt eine liberale Gemeinde in den, dem Zentralrat angeschlossenen, Landesverband. Wie der Vorstand der liberalen Gemeinde schon am 09.11.2004 beschloss, verlässt sie den liberalen Landesverband (unter der Ägide der liberalen Gemeinde Hannover) und die Union Progressiver Juden zum 31.12.2004. Zeitgleich wechselt sie in den Landesverband Jüdischer Gemeinden und schafft damit die interessante Situation, dass es in einer Stadt zwei jüdische Gemeinden gibt, die dem gleichen Landesverband angehören. Von Dauer wird diese Konstruktion sicherlich nicht sein. Eine mögliche Fusion der beiden Gemeinden hätte sogar Vorbildfunktion und siganlisiert nach außen, dass es auch ohne Zores ein Miteinander der verschienenen Strömungen geben kann. Auf der anderen Seite ist die Jüdische Gemeinde Bielefeld, Mitglied des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Westfalen-Lippe erst kürzlich der Union beigetreten und ist nun in beiden Organisationen Mitglied (wie übrigens die Jüdische Gemeinde Berlin auch Mitglied der Weltunion für Progressives Judentum ist). Somit gibt es in diesem Landesverband zwei Organisationen die sich dem liberalen Judentum zurechnen lassen, die Jüdische Liberale Vereinigung Etz Ami und die Jüdische Gemeinde Bielefeld, die auch noch vom ehemaligen Landesrabbiner Dr. Henry Brandt betreut wird (siehe auch den Artikel über das Bejt Din). Eine gewisse Dynamik mag man den Geschehnissen nicht absprechen. Die Zeit wird zeigen, welches der beiden neuen Modelle funktionieren wird.

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© Dezember 2004

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