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Jüdisches Leben > Jüdischer Alltag> Krankheit, Sterben und Tod
Der Sterbende

Eine Artikelreihe von
Juliane Sunderbrink und Susanne Weber

Dem Todkranken darf die Wahrheit über seinen Zustand nicht verheimlicht werden, ansonsten beraubt man ihn der Möglichkeit einer Vorbereitung auf den Tod, sowie der Regelung notwendiger Angelegenheiten, wozu auch die Versöhnung mit einem Mitmenschen gehört. (Falls die Umstände das zulassen, also genügend Zeit verbleibt.) Eine Begleitung hierbei wäre wün-schenswert, z. B: von einem Rabbiner, einem Angehörigen oder einer anderen Person. Auf jeden Fall gelten Erfahrung, Takt und Feingefühl als Kriterien.

Einen Sterbenden sollte man gar nicht berühren, denn in seiner Todesstunde gleicht er einer Kerze, die durch Bewegung eventuell schon eher erlischt. Um ihm nun einen würdevollen Ab-schied zu bereiten, begleitet man ihn und lässt ihn nicht allein. Es wird versucht, seinen viel-leicht vorhandenen Schmerz vor dem Abschied zu lindern, ebenso, seine Ängste zu verringern. All' dies geschieht durch eine Abfolge von Gebeten, welche, wenn möglich, mit dem Sterbenden gemeinsam gesprochen werden. Hinsichtlich der Auswahl gibt es verschiedene Versionen, aber immer steht das "Sch'ma" im Mittelpunkt:

(nach de Vries) (nach Lau)
Widui Widui

Psalmen, z. B. 121, 130, 91

Sch'ma
Sch'ma
Jigdal
Adon olam 3x "Baruch schem kewod malchuto"
Sch'ma 7x "Der Ewige ist unser G-tt"
3x "Baruch schem kewod malchuto" 1x " Der Ewige, unser König, der Ewige,
unser König, der Ewige, der König der Welt
für immer und ewig."
"Der Herr ist G-tt" 1. Kön. 18,39
Gebet "G-tt regiert in Ewigkeit"

Alle Gebete werden ggf. unterbrochen, damit das Wort "ECHAD" aus dem "Sch'ma" den letzten Atemzug begleitet. (vergl. Martyrium des Rabbi Akiba. Berachot 61b)

Dem Verstorbenen werden die Augen geschlossen, da der Tod dem Schlaf entspricht. In An-lehnung an 1. Mose 46,4 (Josef = 1. Sohn Rahels) führt diese Handlung oftmals der älteste Sohn durch.


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