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Adon Olam Das Adon Olam ist der klassische "Rausschmeißer" in einem traditionellen deutschen jüdischen G'ttesdienst und hat ungefähr den gleichen Effekt wie der Abspann eines Kinofilms. Während einige Besucher noch das Geschehen auf sich wirken lassen und in der Melodie der Schlussmusik schwelgen, packt der Rest der "Zuschauer" schon seine Utensilien zusammen (Tallit, Bonbonpapierchen, Sidur etc.) oder zieht den Mantel an um sich rechtzeitig einen Platz beim Kiddusch zu sichern oder schnell noch das letzte offene Geschäft zu erwischen. Adon Olam hat den Vorteil, dass es multikulturell und unabhängig von politischen Gesinnungen angewendet werden kann, da beinahe jede Melodie zum Text gesungen werden kann. Es passt zur Internationale, zu diversen Nationalhymnen, zum Jedi-Thema aus Star Wars und an Chanukka auch zu Maos-Zur. Der Schluss lädt dazu ein, noch einmal alle gesanglichen Reserven zu aktivieren und zu einem innergemeindlichen Gesangswettbewerb anzutreten. Es empfiehlt sich, vor Beginn der letzten Zeile noch einmal tief Luft zu holen, die Brustmuskulatur anzuspannen und in voller Inbrunst das "lo ira" so in die Länge zu ziehen, dass man garantiert derjenige ist, der am längsten auf Opernniveau den Ton halten und das Geraschel der Mäntel übertönen kann. Adon Olam gilt als deutsche Eigenart, es soll schon Vorbeter im Ausland gegeben haben, die jüdische Besucher aus Deutschland nur mühsam unter Aufbietung ihres gesanglichen Könnens davon abhalten konnten, Adon Olam mit aller Gewalt anzustimmen... |
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