Heute ist der
Jüdische Liberale Vereinigung EtzAmi»Liberales Judentum?

Etz Ami und das liberale Judentum



Längst hat es sich herumgesprochen, daß Judentum mehr ist, als ein monolithischer Block.
Jüdinnen und Juden haben begonnen auf den Wegen der Tradition und der Halachah das Judentum auf die heutige Zeit anzuwenden.
Wir sprechen absichtlich nicht von 'anpassen', denn eigentlich wird nichts neues erschaffen, sondern nur altes auf anderem Wege 'genutzt'.
Einer dieser traditionellen Wege, ist die Durchführung des Gebets auf 'egalitärer' Basis. Dies bedeutet, Frauen und Männern fällt beim gemeinsamen Gebet die gleiche Rolle zu. Auch Frauen werden zur Torah gerufen und tragen Tallit.

Schon die Mischna und der Talmud kennen den Fakt, daß Frauen alle Mitzvot ausführen und auch zur Torah gerufen werden. Im Traktat Megilla (Megilla 23a) wird erwähnt, daß eine Frau zur Torahlesung zur Bima gerufen werden kann, aber aus Respekt vor der Gemeinde könne dies auch unterlassen werden. Aus den Erleichterungen der Mischna wurden im Laufe der Zeit Verbote.
Zum Beispiel Sota 3,4, dort heißt es, daß Frauen das Studium der Torah erlaubt ist, aber sie seien nicht dazu verpflichtet. Aus diesem Gründen sprechen wir nicht von 'Anpassung' des Judentums.

Aus diesem Grund suchen wir interessierte Jüdinnen und Juden aus dem Ruhrgebiet, die an einem egalitären Gebet teilnehmen möchten und bereit sind, sich selber einzubringen. Es soll keine neue Gemeinde formiert werden, dazu sind die Gemeinden nämlich zu klein, sondern es soll eine Umgebung geschaffen werden, altes auf anderem Wege kennenzulernen und zu erkunden um es dann in die eigene Gemeinde einbringen zu können.
Auch soll die Atmosphäre etwas familiärer sein, als die Atmosphäre die manchmal herrscht, wenn die Synagoge voll ist, aber nur eine Hand voll Menschen dem Gebet folgt.

Besonderheiten im liberalen Judentum



Das liberale Judentum hat die traditionelle jüdische Liturgie größtenteils beibehalten, hat sie aber an wenigen Stellen durch Auslassungen, Abänderungen und Erläuterungen angepaßt. Obwohl das liberale Judentum die Verwendung des Hebräischen als einende Sprache im G-ttesdienst fördert, verwendet es auch die Landessprache, um allen Jüdinnen und Juden die aktive Teilnahme am G-ttesdienst zu ermöglichen. Die Verwendung der Landessprache erfolgt im Einklang mit der halachischen Tradition (Mischna Sota 7,1; Maimonides, Mischne Thora Hilchot Berachot 1,6; Schulchan Aruch Orach Chajjim 101,4)