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Heute ist der

Purim - das jüdische Volk schläft



von Chajm Guski

„Jeschno am echad” (Meg. Esther Kap.3 Vers 8)

- spricht Haman als einleitende Worte zu Achaschwerosch - „Es gibt ein Volk” . Die Gemarah lehrt uns aber, das „Jeschno” auch „Schlafen” bedeuten kann. Haman spielt also auf den spirituellen Zustand des jüdischen Volkes an: „Diese Nation schläft und tut keine Mitzvot” (Megilla 13a).

Haman sah also einen guten Zeitpunkt für die Zerstörung des jüdischen Volkes, da er davon ausgehen konnte, das es für das „spirituell schlafende” Israel, keinen g'ttlichen Schutz mehr geben konnte. Der Midrasch verfolgt diesen Gedanken weiter und erklärt, daß HaSchem Israel mit gleichem Maß behandelte und seine Anwesenheit vor ihnen verbarg - es erschien so, als schliefe HaSchem. Als Beweis dafür, daß HaSchem schläft, statt die Kinder Israels zu schützen, wird der 44. Psalm zitiert:

 

„Wach auf! Warum schläfst Du, HaSchem?”

(Tehillim 44,24) (nach Esther Rabba 10,1).

 

Jetzt klärt sich der erste Satz des sechsten Kapitels von selbst auf:

 

„In dieser Nacht, wurde der Schlaf des Königs gestört.”

 

der schlafende König ist hier „HaSchem” - wie auch der 78. Psalm sagt:

„Da erwachte HaSchem wie aus dem Schlaf”.

Erst durch die Hilfe HaSchems ist die Katastrophe abwendbar und der Nachfahre Amaleks, nämlich Haman unschädlich zu machen. Allerdings mußte das jüdische Volk den ersten Schritt machen und aus dem "geistigen Schlaf" erwachen. Die Halachah bestimmt deshalb auch, daß man an Purim etwas trinken und dann direkt ins Bett gehen sollte (Orach Chajim 695:2). Man soll sich also auf diese Weise an die Vorgänge zu Purim erinnern und sich daran erinnern, daß die Juden zur Torah und den Mitzvot zurückgekehrt sind aus ihrem „Schlaf”.

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