Alte Synagoge: Neue Thora-Rolle eingeführt
Alte Synagoge: Neue Thora-Rolle eingeführt
Bork. (mm) Eine neue Thora-Rolle führte am Samstag die "Vereinigung Progressiver Juden im Ruhrgebiet und Münsterland" in ihre Gemeinde ein. Ein anonymer Spender hatte es ermöglicht, die Schriftrolle aus israelischem Privatbesitz zu erwerben.
Mit einem feierlichen Gottesdienst nahmen die rund 20 festen Gemeindemitglieder und einige Gäste die Thorarolle in der Alten Synagoge in Bork in Empfang. Die Thora, zentrale Schrift des Judentums, besteht aus Pergament, auf das die fünf Bücher Mose aufgetragen sind. Sie muss darüber hinaus zahlreichen religiösen Anforderungen genügen.
Die neue Schrift der Vereinigung stammt aus Israel. Dorthin hatte man sie während der Schoah, dem Holocaust, gerettet. Nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde sie zunächst vom Landesrabbiner Dr. Brandt in Dortmund auf ihre rechtmäßige Verwertbarkeit nach dem jüdischen Gesetz geprüft. Mirjam Lübke ist Kantorin der Vereinigung. Das heißt, sie liest am Sabbat aus der Thora. Nicht ohne Stolz erzählt sie: "Bislang nutzten wir eine Dauerleihgabe aus Bielefeld. Wir sind froh, nun eine eigene Rolle zu haben."
Auch an die Aufbewahrung der Thora werden spezielle Anforderungen gestellt. In der Regel besitzen Synagogen einen eigenen Thoraschrank. Bei der Plünderung und Schändung der Alten Synagoge während der Reichsprogromnacht 1938 ist deren Thoraschrank jedoch zerstört worden. Die Thora wird deshalb nun von der Gruppe untergebracht.
Die "Vereinigung Progressiver Juden im Ruhrgebiet und Münsterland" trifft sich seit vier Jahren regelmäßig zu Gottesdiensten in der Alten Synagoge. An den Gebeten können auch Nichtjuden teilnehmen. Nähere Informationen gibt es im Internet unter ruhrminjan.talmud.de.
07.03.2004