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Heute ist der

Zum Tode von Paul Spiegel




Paul Spiegel verstarb am Sonntag (30. April 2006) im Alter von 68 nach langer Krankheit in Düsseldof. 1993 wurde er Mitglied der Exekutive des Zentralrats der Juden in Deutschland, zunächst als Vizepräsident, seit  dem 9. Januar 2000 dann als Präsident. Paul Spiegel erhielt am 11. Februar 2004 die Ehrendoktorwürde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Warendorf. Paul Spiegel starb am 30. April 2006 in Düsseldorf, nachdem er bereits im Februar des Jahres einen Herzinfarkt erlitten und sich eine Lungenentzündung zugezogen hatte.
Auf einer zentralen Gedenkfeier in Düsseldorf am  Sonntag, den 28. Mai 2006 würdigt der Zentralrat der Juden in Deutschland seinen am 30. April verstorbenen Präsidenten, Dr. h.c. Paul Spiegel sel. A. und nimmt Abschied.

Am Donnerstag, den 4. Mai 2006 wurde Paul Spiegel in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf beigesetzt. Die Trauerfeier fand im Familien- und Freundeskreis statt.
Zum Tod von Paul Spiegel sel. A. liegt am Berliner Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland ein Kondolenzbuch aus. Im Leo-Baeck-Haus, Tucholskystraße 9 in Berlin/Mitte, können Besucher bis zum 15. Mai, Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und Freitag von 9 bis 14 Uhr, ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen.

Paul Spiegels Rede vom 9. November 2005

 

Eine kleine persönliche Anmerkung zum Tode von Paul Spiegel

von Mirjam Lübke

Ich kann nicht behaupten eine gute Bekannte von Paul Spiegel gewesen zu sein, bin ihm aber in den letzten Jahren ein paar Mal in der Düsseldorfer Gemeinde begegnet und habe ihn jedesmal als sympathischen Menschen erleben dürfen.

Meine erste Begenung fand statt, als ich noch eine verschüchterte Proselytin war und gemeinsam mit einer Bekannten etwas unsicher in der großen Düsseldorfer Synagoge stand, als die Gemeinde zum Kiddusch ging. Mitgehen oder nicht? Es war für Paul Spiegel selbstverständlich, dass er zu uns hinüberkam und uns einlud, mit in den Bibliothekssaal zu kommen - eine kurze Begegnung nur, aber dieses gastfreundliche Verhalten ist mir immer in Erinnerung geblieben.

Im letzten Sommer dann ergab es sich durch Zufall, dass ich mit einer Freundin, die vorher jahrelanges Mitglied in der Düsseldorfer Gemeinde war, in eine große Hochzeitsfeier hineingeriet. Zu diesem Zeitpunkt gestaltete ich schon bei Etz Ami die G`ttesdienste mit  - und ich war erstaunt, dass Paul Spiegel schon von uns gehört hatte. Da ich einige Vorurteile in Bezug auf weibliche Vorbeter gewöhnt bin, war ich erstaunt über seine Offenheit und Vorurteilsfreiheit, auch über seine aufrichtigen Worte der Anerkennung für die Arbeit von Rabbinerin Gesa Ederberg, die erkennen ließen, dass seine offiziellen Stellungnahmen zum Thema "Offenheit der Einheitsgemeinde" keine leeren Worte waren.

Sein plötzlicher Tod läßt bei mir auch die Frage offen, wie es nun weitergeht mit der Gemeindepolitik des Zentralrats. Ich hoffe, dass sein Nachfolger (oder seine Nachfolgerin) diese Offenheit beibehalten wird...

 

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