Das genaue Baujahr der Synagoge von Selm-Bork ist nicht bekannt, sie taucht jedoch in einem Häuserverzeichnis aus dem Jahr 1818 schon auf. Die Zahl der in Bork lebenden Juden ist für diesen Zeitpunkt schlecht zu bestimmen. Im Jahre 1847 lebten 68 Juden in Selm-Bork.
Ein früheres Dokument, nämlich aus dem Jahr 1766, weist auf mindestens zwei jüdische Familien hin. Dort wird von einer Zahlung für „Gartenpacht“ durch „Melchior Jude“ und „Moses Jude“ berichtet.
Bis zum Novemberpogrom von 1938 wurde die Synagoge durchgehend für das Gebet genutzt. Während des Pogroms wurde die Synagoge geplündert und die Inneneinrichtung teilweise zerstört. Anschließend wurde die jüdische Gemeinde gezwungen, das Gebäude zu verkaufen. Ein Kohlenhändler erwarb das Gebäude und nutzte es als Lager. Dieser Zustand änderte sich erst 1983 als die Synagoge, als eine der wenigen erhaltenen Landsynagogen, in die Denkmalliste aufgenommen wurde. Dadurch konnte ein Abriss der Synagoge für ein Neubaugebiet verhindert werden. Im Jahre 1991 begann man dann auch mit der Renovierung der Synagoge und übergab sie 1994 wieder der Öffentlichkeit.
Ein ehemaliges Gemeindemitglied der Gemeinde Bork beschreibt die Synagoge vor dem Novemberpogrom so:
„Es war ein schlichtes G-tteshaus … Das gewölbte Synagogendach war einem Himmel gleich blau ausgemalt, auf dem goldene Sterne glänzten. Eine hölzerne Treppe führte rauf zur Frauenempore. An der östlichen Wand war der Toraschrein untergebracht.“ Westfälische Rundschau vom 9. April 1994
Heute nutzt sie auch EtzAmi für G-ttesdienste, sie gehört jedoch dem Kulturbetrieb der Stadt Selm, FoKuS Selm AöR. An diesen können auch Anfragen für Besichtigungen der Synagoge gerichtet werden (Tel. 02592/92214). Anfragen bezüglich der G-ttesdienstteilnahme sind natürlich an EtzAmi richtig adressiert.
Die besondere Atmosphäre innerhalb der Synagoge entsteht durch die blaue Deckenbemalung auf der goldene Sterne glänzen und die Einfachheit des ländlichen Stiles. Die glänzenden Sterne erinnern uns an die Verheissung Abrahams:
„Schau doch empor gen Himmel und zähle die Sterne, ob du sie zählen kannst! so sprach er [G-tt] so zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“ Genesis 15:5