talmud.de > Der Talmud > Ordnung Seraim > Traktat Berachot > 4 b

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sie "bis Mitternacht" - um den Menschen von der Übertretung fern zu halten. Denn es wird gelehrt: Die Weisen machten eine Umzäunung für ihre Worte, damit nicht ein Mensch Abends von der Arbeit komme und spreche: ich gehe nach Hause, esse ein wenig, trinke ein wenig und schlafe ein wenig, nachher erst werde ich das Schma lesen und beten; denn wenn ihn der Schlaf überwältigt, könnte er die ganze Nacht hindurch schlafen. Vielmehr, wenn ein Mensch von der Arbeit kommt, gehe er in das Bethaus; ist er gewöhnt zu lesen, so lese er, ist er gewohnt zu studieren. so studiere er, dann lese er das Schma und bete, erst nachher esse er sein Brot und spreche den Segen. Jeder aber, der die Worte der Weisen übertritt, verdient den Tod. - Was ist der Unterschied zwischen allen [anderen] Stellen, wo er nicht lehrt "er verdient den Tod", und der Unterschied zu dieser Stelle, wo er lehrt "er verdient den Tod"? - Wenn du willst, sage ich: weil die Macht des Schlafs ist; wenn du aber willst, sage ich: um die Ansicht desjenigen auszuschließen, welcher sagt: das Abendgebet ist ein Freigestelltes; er lässt uns aber hören, dass es Pflicht ist. Der Meister sagte: "Man lese das Schma und bete". Dies ist eine Stütze für R. Johanan; denn R. Johanan sagte: Wer ist ein Kind der zukünftigen Welt? - derjenige, welcher die Brachah der Erlösung an das Abendgebet anschließt. R. Jehosua b. Levi sagt: die Gebete sind in die Mitte eingereiht. Worauf [stützt sich] ihre Meinungsverschiedenheit?- Wenn du willst, sage ich: auf einen Schriftvers; wenn du aber willst, sage ich: auf einen Vernunftgrund. (Wenn du willst, sage ich) auf einen Vernunftgrund: R. Johanan ist der Ansicht, die Erlösung habe schon am Abend begonnen, die vollständige Erlösung geschah aber erst am Morgen. R. Jehosua. b. Levi hingegen ist der Ansicht, da sie erst am Morgen geschah, so ist die vorherige Erlösung keine wirkliche; (wenn du aber willst, sage ich:) auf einen Schriftvers, und zwar folgern beide aus einem Vers; denn es heißt: Bei deinem Schlafengehen und deinem Aufstehen. - R. Johanan ist der Ansicht, man vergleiche das Schlafengehen mit dem Aufstehen darin: wie man beim Aufstehen zuerst das Schma liest und dann das Gebet verrichtet, so lese man beim Schlafengehen ebenfalls zuerst das Schma und verrichte dann das Gebet. R. Jehosua b. Levi aber ist der Ansicht, man vergleiche darin das Schlafengehen mit dem Aufstehen: wie man beim Aufstehen das Schma in der Nähe des Betts liest. so lese man das Schma beim Schlafengehen ebenfalls in der Nähe des Betts. Mar b. Rabina fragte: "Am Abend sagt er zwei Segensprüche vorher und zwei nachher", wie kannst du nun sagen, dass man die Brachah von der Erlösung an das Gebet anschließe - man kann ja nicht anschließen (die Brachah von der Erlösung an das Gebet), da man doch "Lass uns niederlegen" hersagen muss?! - Sie erwiderten: Da die Rabbanan ,,Lass uns niederlegen" einmal angeordnet haben, so wird es als verlängerte Brachah von der Erlösung betrachtet; denn wolltest du nicht so sagen, wie könnte man dann Morgens anschließen, es sagt ja R. Johanan, dass man beim Beginn Herr öffne meine Lippe und beim Schluss Es mögen die Worte meines Mundes zum Wohlgefallen sei sagen soll?! Allein ebenso wie dort ,,Herr öffne meine Lippen" als verlängertes Gebet betrachtet wird, weil die Rabbanan sie angeordnet haben, so wird auch hier ,,Lass uns niederlegen" als verlängerte Brachah von der Elösung betrachtet, weil die Rabbanan es angeordnet haben. R. Eleazar sagte im Namen des R. Abina: Jeder der dreimal täglich "Loblied Davids" liest, sei dessen sicher, dass er ein Kind der zukünftigen Welt ist. - Aus welchem Grund? Wollte man sagen, weil dies alphabetisch ist [talmud.de: Der Psalm "Loblied Davids" ist alphabetisch angeordnet], so lese man doch lieber ,,Heil den Vollkommnen im Wandel", der achtfach alphabetisch ist; falls aber, weil es darin heißt: Er öffnet seine (deine) Hand, so lese man doch lieber den großen Lobpsalm, in welchem es heißt: Allem Fleische gibt er Nahrung! - Vielmehr deshalb, weil darin Beides ist. R. Johanan sagte: Weshalb fehlt das Nun in "Heil denen"? - weil mit demselben die Niederlage der Feinde Jisraels beginnt; denn es heißt: Gefallen, ist sie, nicht wird sie mehr aufstehen, die Jungfrau Jisrael. Im Westen erklären sie diesen Vers so: Gefallen ist sie, aber nicht wird sie mehr fallen; aufstehen sollst du, Jungfrau Jisrael. R. Nahman b. Jichak sagte: Dennoch deutete David darauf hin, indem er sie im heiligen Geist stützte; denn es heißt: Es stützt der Herr die Fallenden. R. Eleazar b. Abina sagte: Größer ist das, was von Michael gesagt wird, als das, was von Gabriel gesagt wird; denn von Michael heißt es: Es flog zu mir einer der Seraphim, während es von Gabriel heißt: "Der Mann Gabriel, den ich im Traumgesicht gesehen, flog in Flügen" - Wieso aber ist es erwiesen, dass der Eine Michael war? - Darauf erwiderte R. Johanan: dies zeigt die Bezeichnung "Einer" hier heißt es: Es flog zu mir einer der Seraphim, und ebenso heißt es dort: Siehe, Michael, einer der ersten Fürsten, kam, mir beizustehen. Es wird gelehrt: Michael in einem, Gabriel in zweien, Elijahu in vieren und der Todesengel in achten, zur Zeit der Seuche aber in einem. R. Jehosua b. Levi sagte: Obgleich man das Schma im Bethause gelesen, so ist es dennoch Gebot, es im Bett wieder zu lesen. Darauf sagte R. Jose: welcher Schriftvers sagt das? -
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Chajm Guski

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