Autor: Mirjam Lea Lübke

Leben und Umfeld des Meir ben Baruch von Rothenburg

Der Maharam (מאיר בן ברוך מרוטנבורג) wurde wahrscheinlich um 1215 in eine Wormser Gelehrten-familie hineingeboren, deren männliche Mitglieder zum größten Teil den Ehrentitel Raw trugen. Einige von ihnen leiteten wahrscheinlich selbst Jeschiwot Schulen zu Studium des Talmud. Viele von ihnen waren Gelehrte mit großem Einfluß in ihren Gemeinden, Meirs Vater selbst gehörte dem Rabbinerkollegium von Worms an und übte des Öfteren das Richteramt aus.In diesem Kreis genossen er und sein Bruder Abraham die Grundlagen seiner religiösen Erziehung, er blieb auch später prägend für seinen Umgang mit dem jüdischen Recht.

Meir von Rothenburg – des Kaisers Kammerknechte

Liebe Jüdisches-Leben-Leser, dies ist ein weiterer Auszug aus meiner Arbeit über den Maharam, den ich für unsere Seite überarbeitet habe. Ich versuche, meinen Stil Ihren Bedürfnissen anzupassen und hoffe sehr, dass der Text nicht zu kompliziert geschrieben ist – Reaktionen sind erwünscht! Leider kann ich Ihnen einige lateinische Zitate nicht ersparen, um die Nähe zu den Quellen nicht zu gefährden …

Durften Frauen im Mittelalter zur Thora gerufen werden?

oder: Die Stellung der Frau in der Welt des Maharam von Rothenburg Gedanken zu R. Meir von Rothenburgs Prag 108 „Wenn in einer Stadt nur Kohanim leben und kein einziger Israel, so soll man zweimal von ihnen zur Thora aufrufen, aber nicht ein drittes Mal anstelle eines Israel. Statt dessen rufe man Frauen auf…auch um den Minjan zu vervollständigen, vor einem Knecht, einer Magd oder einem Minderjährigen (nach Megilla 23a).“ –aus Prag 108

Die Werke des Maharam innerhalb der jüdischen Rechtstradition

Meir ben Baruch machte sich schon während seiner Lebenszeit einen Namen als Rechtsgelehrter, denn dies schien in der Tat sein Spezialgebiet gewesen zu sein. In seinen Werken stellte sich der Maharam vor allem in die Tradition zweier Gelehrter: Zum einen war das Jehuda haLevy, dessen Zionslieder gerade in der Lebenssituation der Juden des ausgehenden 13. Jahrhunderts Anklang fanden. Als Nachwirkung der Kreuzzüge begannen sich bereits im 1 2jahrhundert zwei Wege jüdischer Frömmigkeit herauszubilden: Einmal entwickelte sich die jenseitig orientierte Mystik. Sie gestattete den Juden in ihre sich zunehmend verschlechternden Lebenslage eine Möglichkeit, der Realität in mystische Vorstellungen zu entfliehen.

Raschi von Troyes und die Thora als Spaten

Biographisches Rabbi Schlomo ben Jitzchak , bekannt als Raschi, wurde im Jahre 1040 in einer Gegend geboren, die damals weniger für ihre Gelehrten als für ihre Schaumweine bekannt war: In Troyes in der Champagne. Dort besaß auch seine Familie einen großen Weinberg, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestritt.

Das Judentum und die Gilden: Wirtschaft und Konkurrenz im Mittelalter

Landflucht Auch die Juden im mittelalterlichen Deutschland, so wie in Frankreich, standen vor einer vollkommen neuen Orientierung ihres Wirtschaftslebens als das elfte Jahrhundert anbrach. Dies betraf vor allem die jüdischen Bauern. Wie die wenigen freien christlichen Landbesitzer fanden sie sich von bedeutenden Klostergütern oder königlichen Landbesitzungen umgeben, die ebenfalls die neu entstandenen Städte mit Lebensmitteln versorgten.

Das jüdische Gericht im Mittelalter

Der folgende Text war Teil meiner Magisterarbeit über Meir von Rothenburg (1998) und ist nicht in allen Teilen unumstritten. Besonders der Abschnitt über die Todesstrafe für Denunzianten stieß auf heftigen Widerstand beim deutschen „Responsenpapst“ Prof. Hans-Georg von Mutius, der auf der Basis des babylonischen Talmuds argumentiert, im jüdischen Recht gäbe es nur „todeswürdige“ Vergehen,