{"id":4537,"date":"2019-05-28T13:56:11","date_gmt":"2019-05-28T11:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?page_id=4537"},"modified":"2023-05-16T14:55:49","modified_gmt":"2023-05-16T12:55:49","slug":"megillat-ruth","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/megillat-ruth\/","title":{"rendered":"Megillat Ruth"},"content":{"rendered":"\n<p>Ruth&nbsp; \u2014 Das Buch enth\u00e4lt die Geschichte Ruths, einer moabitischen Frau, die durch ihre Heirat mit Boas die Begr\u00fcnderin des Davidischen Hauses wurde. Elimelech aus Bethlehem=Juda verlie\u00df mit seiner Frau Naomi und seinen Beiden S\u00f6hnen sein Land zur Zeit der Hungersnot, um im Lande Moab zu wohnen. Dort heiraten die beiden S\u00f6hne moabitische Frauen, Orpa und Ruth. Elimelech und die beiden S\u00f6hne starben. Naomi kehrt nach Juda zur\u00fcck; Orpa bleibt auf Naomis Wunsch in Moab bei ihrer Familie, aber Ruth besteht darauf, Naomi zu begleiten, indem sie sagt: \u00bbWohin du gehst, will ich gehen, und wo du wohnest, will ich wohnen; dein Volk soll mein Volk sein, und dein Gott mein Gott: wo du stirbst, will ich sterben, und dort will ich begraben werden: so tue der Ewige mir, und noch mehr, \u2014 nur der Tod soll dich und mich scheiden\u00ab (1,16,17).<\/p>\n\n\n\n<p>Da Naomi ihren Besitz verloren hatte, war Ruth gezwungen, Korn\u00e4hren auf den Feldern zu sammeln, um sich und ihre Schwiegermutter zu erhalten. Sie sammelte zuf\u00e4llig auf dem Felde des Boas, eines nahen Verwandten des Elimelech. Nachdem Boas sie bemerkt und von ihrem Verhalten gegen Naomi vernommen hatte, heiratete er sie; sein Sohn war Obed; dessen Sohn Jischai, der Vater Davids. So wurden die Tugenden der Ruth, ihre Bescheidenheit, ihre Treue und ihr Flei\u00df belohnt; dies ist eine der Lehren des Buches. Der Hauptzweck des Buches ist, \u00fcber die Abstammung des Hauses David zu berichten.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Kapitel<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\"><sup class=\"Vers\">1.<\/sup><\/sup> In der Zeit, in der die Richter [in Israel] regierten, herrschte einst Hungersnot im Lande. Ein Mann aus Betlehem in Jud\u00e4a wanderte aus, um im Gefilde Moab zu wohnen, er und seine Frau und seine beiden S\u00f6hne.<br><sup class=\"Vers\"><sup class=\"Vers\">2.<\/sup><\/sup> Der Mann hie\u00df Elimelech, seine Frau hie\u00df Naomi, und seine S\u00f6hne hie\u00dfen Machlon und Kiljon; sie waren Efrater, das ist aus Betlehem in Jud\u00e4a. Also kamen sie in das Gebiet Moab und blieben dort.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Elimelech, der Ehegatte der Naomi, starb bald, so dass sie allein mit ihren S\u00f6hnen zur\u00fcckblieb.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Sie f\u00fchrten Frauen nachhause, Moabiterinnen, die eine hie\u00df Orpa und die andere Ruth. So blieben sie dort etwa zehn Jahre.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Aber auch die beiden, Machlon und Kiljon, starben dann, so dass die Frau allein zur\u00fcckblieb ohne ihren Mann und ohne ihre S\u00f6hne.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Darauf machte sie sich auf mit ihren Schwiegert\u00f6chtern, um von dem Gefilde Moab zur\u00fcckzukehren, denn daselbst, im Gefilde Moab, hatte sie geh\u00f6rt, dass der Herr sein Volk bedacht und ihm Brot gegeben habe.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Sie verlie\u00df also den Ort, wo sie bisher gewohnt hatte, sie und ihre beiden Schwiegert\u00f6chter; sie wanderten, um nach Jud\u00e4a zur\u00fcckzukehren.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Da sprach Naomi zu ihren beiden Schwiegert\u00f6chtern: Geht doch, kehrt um, eine jede in das Haus ihrer Mutter; m\u00f6ge der Herr euch Liebe erweisen, wie ihr den Verstorbenen und mir Liebe erwiesen habt.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Gebe der Herr, dass ihr Ruhe [gute Versorgung] findet, eine jede im Hause ihres Mannes. Sie k\u00fcsste sie darauf, und diese erhoben ihre Stimme und weinten.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Sie sprachen darauf zu ihr: Doch! mit dir wollen wir zu deinem Volke gehen.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Naomi sprach aber nochmals: Kehret doch um, meine T\u00f6chter, wozu wollt ihr mit mir gehen? Hab&#8216; ich denn noch S\u00f6hne in meinem Leibe, dass sie eure M\u00e4nner werden k\u00f6nnten?<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Kehret um, meine T\u00f6chter, gehet, denn ich bin zu alt, um noch eines Mannes Frau zu werden. Und selbst wenn ich sagen d\u00fcrfte: Ich habe Hoffnung, ja ich wurde diese Nacht eines Mannes Frau und geb\u00e4re auch S\u00f6hne,<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Wolltet ihr auf sie warten, bis sie gro\u00df sind? Wolltet ihr euch an sie binden, dass ihr keine anderen M\u00e4nner heiratet? Nicht doch, meine T\u00f6chter, mir ist bitterer zumute als euch; denn ergangen ist \u00fcber mich die Hand des Herrn.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Sie erhoben ihre Stimme und weinten lange. Orpa k\u00fcsste darauf ihre Schwiegermutter, Ruth aber schloss sich an sie.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> [Naomi] sprach zu ihr: Deine Schw\u00e4gerin ist nun heimgekehrt zu ihrem Volke und zu ihren G\u00f6ttern, kehre auch du heim deiner Schw\u00e4gerin nach.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Ruth jedoch erwiderte: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, mich von dir abzuwenden; denn wohin du gehest, gehe auch ich, wo du weilest, will auch ich weilen; dein Volk sei mein Volk und dein Gott sei mein Gott.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Wo du stirbst, sterbe ich; dort will ich auch begraben werden. So tue mir der Herr und so fahre er fort, nur der Tod wird scheiden zwischen dir und mir.<br><sup class=\"Vers\">18.<\/sup> Da [Naomi] sah, dass sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, so lie\u00df sie ab, ihr abzureden.<br><sup class=\"Vers\">19.<\/sup> Also gingen sie beide, bis sie nach Betlehem kamen. Als sie in Betlehem anlangten, liefen alle Leute der Stadt zusammen und fragten: Ist das Naomi?<br><sup class=\"Vers\">20.<\/sup> Sie antwortete ihnen. Nennet mich nicht Naomi [die Liebliche], nennet mich Mara [die Verbitterte), denn der Allm\u00e4chtige hat mir sehr bitteres Leid zugef\u00fcgt.<br><sup class=\"Vers\">21.<\/sup> Ich bin voll weggegangen und leer hat mich der Herr heimgef\u00fchrt. Warum nennet ihr mich Naomi, da der Herr mich gebeugt und der Allm\u00e4chtige mir Leid zugef\u00fcgt hat?<br><sup class=\"Vers\">22.<\/sup> So war die Heimkehr der Naomi und ihrer Schnur, der Moabiterin Ruth, welche heimgekehrt waren von den Gefilden Moab. Sie kamen nach Betlehem beim Anfang der Gerstenernte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Kapitel<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Naomi hatte aber einen Verwandten ihres Mannes, einen mutigen Mann aus dem Geschlechte Elimelech, mit Namen Boas.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> [Eines Tages] sprach die Moabiterin Ruth zu Naomi: Lasse mich aufs Feld gehen und von den \u00c4hren auflesen hinter dem her, in dessen Augen ich Gunst finde. [Naomi] erwiderte ihr: Geh, meine Tochter.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Sie ging nun hin, und las \u00c4hren auf dem Felde hinter den Schnittern, und es f\u00fchrte sie der Zufall in ein Ackerfeld des Boas, der aus dem Geschlechte des Elimelech war.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Boas war gerade aus Betlehem gekommen und begr\u00fc\u00dfte die Schnitter: Der Herr sei mit euch! Sie erwiderten ihm: Es segne dich der Herr!<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Boas fragte seinen Knecht, der \u00fcber die Schnitter bestellt war: Wem geh\u00f6rt diese junge Frau?<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Der Knecht, der \u00fcber die Schnitter bestellt war, antwortete: Eine moabitische junge Frau ist es, die mit Naomi von den Gefilden Moab heimgekehrt ist.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Und sie bat: La\u00df mich doch auflesen, dass ich sammle von den Garben hinter den Schnittern! So kam sie und blieb seit dem Morgen bis jetzt; nur wenig hat sie daheim geruht.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Da sprach Boas zu Ruth: H\u00f6re doch, meine Tochter, gehe nicht auflesen in ein anderes Feld, gehe nicht fort von hier und halte dich hier zu meinen M\u00e4gden.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Richte deinen Blick auf das Feld, wo sie ernten, dass du hinter ihnen hergehst. Ich habe den Knechten befohlen, dass man dich nicht anr\u00fchre. Und d\u00fcrstest du, so gehe zu den Ger\u00e4ten und trinke von dem, was die Knechte sch\u00f6pfen.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Da fiel sie auf ihr Angesicht und beugte sich zur Erde und sprach zu ihm: Weshalb habe ich Gunst gefunden in deinen Augen, dass du mich beachtest, da ich eine Ausl\u00e4nderin bin?<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Boas antwortete ihr: Wohl ist mir alles berichtet worden, was du an deiner Schwiegermutter getan nach dem Tode deines Mannes, dass du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Geburtsland und zu einem Volke gegangen bist, das du nicht gekannt gestern und ehegestern.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> M\u00f6ge dir der Herr deine Tat vergelten und dein Lohn voll sein von dem Herrn, dem Gott Israels, unter dessen Fl\u00fcgeln dich zu bergen du gekommen bist.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Sie sprach: Ich habe Gunst gefunden in deinen Augen, mein Herr, denn du hast mich getr\u00f6stet und zum Herzen deiner Magd geredet, und doch bin ich nicht einmal wie eine deiner M\u00e4gde.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Als die Essenszeit herankam, sprach Boas zu ihr: Tritt her und iss von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig. Sie setzte sich darauf neben die Schnitter und er reichte ihr ger\u00f6stete \u00c4hren; sie a\u00df davon und wurde satt und lie\u00df noch davon.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Dann erhob sie sich um aufzulesen. Da befahl Boas seinen Knechten also: Auch zwischen den Garben mag sie auflesen und ihr sollt sie nicht einsch\u00fcchtern.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Auch aus den Bunden spendet ihr, es liegen zu lassen, dass sie es aufhebe; fahret sie nicht an.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Also las sie auf dem Felde bis zum Abend und schlug aus, was sie aufgelesen hatte; es war an ein Efa Gerste.<br><sup class=\"Vers\">18.<\/sup> Sie nahm es auf und ging in die Stadt, dass ihre Schwiegermutter sehe, was sie aufgelesen hatte. Sie zog hervor und gab ihr, was sie \u00fcbrig gelassen hatte nach ihrer S\u00e4ttigung.<br><sup class=\"Vers\">19.<\/sup> Da fragte sie ihre Schwiegermutter: Wo hast du heute aufgelesen? Wo hast du geschafft? Gesegnet sei, der dich beachtet hat. [Ruth] nannte ihrer Schwiegermutter den, bei welchem sie geschafft, und sprach: Der Mann, bei dem ich heute geschafft, hei\u00dft Boas.<br><sup class=\"Vers\">20.<\/sup> Da sprach Naomi zu ihrer Schnur: Gesegnet sei er vom Herrn, der nicht seine Huld l\u00e4\u00dft gegen die Lebenden wie gegen die Toten! Naomi sprach zu ihr: Verwandt ist uns der Mann, er geh\u00f6rt zu unseren Blutsfreunden (L\u00f6sern).<br><sup class=\"Vers\">21.<\/sup> Die Moabiterin Ruth berichtete weiter: Auch sprach er zu mir Zu meinen Knechten sollst du dich halten, bis dass sie fertig sind mit meiner ganzen Ernte.<br><sup class=\"Vers\">22.<\/sup> Da sprach Naomi zu ihrer Schnur Ruth: Es ist gut, meine Tochter, dass du mit seinen M\u00e4gden ausgehst, man k\u00f6nnte dir \u00fcbel begegnen in einem anderen Feld.<br><sup class=\"Vers\">23.<\/sup> Also hielt sie sich zu den M\u00e4gden des Boas, um aufzulesen bis zum Ende der Gersten- und der Weizenernte. Sonst wohnte sie aber bei ihrer Schwiegermutter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Kapitel<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Eines Tages sprach ihre Schwiegermutter Naomi zu ihr: Meine<br>Tochter, ich m\u00f6chte dir eine Ruhestatt suchen, wo es dir gutgehe.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Und nun ist doch Boas unser Verwandter, mit dessen M\u00e4gden du zusammen warst. Er worfelt in der Gerstentenne diese Nacht.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> So bade dich und salbe dich und lege [gute] Kleider an; dann gehe zur Tenne, dass du von niemandem bemerkt werdest, bis er fertig ist mit Essen und Trinken.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Wenn er sich dann hinlegt, so merke dir den Ort, wohin er sich gelegt, und gehe und decke auf zu seinen F\u00fc\u00dfen und lege dich; er wird dir dann sagen, was du tun sollst.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> (Ruth) erwiderte: Alles, was du mir r\u00e4tst, will ich tun.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Sie ging zur Tenne und tat alles, wie ihr ihre Schwiegermutter geraten hatte.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Boas a\u00df und trank und war fr\u00f6hlichen Herzens; dann ging er, um sich zu legen an das Ende eines Garbenhaufens. Da kam sie leise und deckte auf zu seinen F\u00fc\u00dfen und legte sich.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Um Mitternacht erschrak der Mann und fuhr zusammen, denn eine Frau lag zu seinen F\u00fc\u00dfen.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Er fragte: Wer bist du? Sie sprach: Ich bin deine Magd Ruth! Breite deine Fl\u00fcgel \u00fcber deine Magd, denn du bist ein Blutsfreund.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Er antwortete ihr: Gesegnet seist du vom Herrn, meine Tochter! Sch\u00f6ner noch hast du deine letzte Liebe gezeigt, als die erste, dass du nicht nachgegangen bist den J\u00fcnglingen, armen und reichen.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Und nun, meine Tochter, f\u00fcrchte nichts. Alles, was du sprichst, werde ich tun, denn die ganze Einwohnerschaft dieser Stadt wei\u00df, dass du eine starke Frau bist.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Es ist auch richtig, dass ich ein Blutsfreund bin, aber es gibt noch einen Blutsfreund, der n\u00e4her ist als ich.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Bleibe diese Nacht, und am Morgen, wenn er dich l\u00f6set [heiratet], wohl, mag er dich l\u00f6sen! Wenn er dich aber nicht zu l\u00f6sen begehrt, so l\u00f6se ich dich, so wahr der Herr lebt! Liege bis zum Morgen.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Sie lag zu seinen F\u00fc\u00dfen bis zum Morgen und erhob sich, bevor einer den andern erkennen konnte. Denn er sprach: Es soll nicht bemerkt werden, dass eine Frau in die Tenne gekommen ist.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Dann sprach er: Gib her den Mantel, den du anhast, und fasse daran! Sie fasste daran, und er ma\u00df sechs [Ma\u00df] Gerste und legte es ihr auf; und sie ging in die Stadt.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Sie kam zu ihrer Schwiegermutter, die sie fragte: Wie ist es mit dir, meine Tochter? [Ruth] berichtete ihr alles, was ihr der Mann gesagt hatte.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Und sie sprach: Diese sechs [Ma\u00df Gerste gab er mir; denn, sprach er zu mir, du sollst nicht leer heimkommen zu deiner Schwiegermutter.<br><sup class=\"Vers\">18.<\/sup> [Naomi sagte darauf: Bleibe, meine Tochter, bis du erf\u00e4hrst wie die Sache ausf\u00e4llt; denn der Mann wird nicht rasten, er habe denn die Sache heute beendet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Kapitel<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Boas aber ging hinauf an das Tor und setzte sich dort; da ging der Blutsfreund (L\u00f6ser) vor\u00fcber, von dem Boas geredet hatte. [Boas] sprach zu ihm: Komm her, setze dich hierher, du der und der! Er kam herzu und setzte sich.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> [Boas] berief zehn M\u00e4nner von den \u00c4ltesten der Stadt und sprach zu ihnen: Setzet euch hierher. Sie setzten sich.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Er sprach nun zu dem Blutsfreund: Das Ackerfeld, das unserm Bruder Elimelech geh\u00f6rt, will Naomi, die heimgekehrt ist von dem Gefilde Moab, verkaufen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Und ich meinte, ich will es dir mitteilen. Kaufe es in Gegenwart der hier Sitzenden und in Gegenwart der \u00c4ltesten meines Volkes. Wenn du es einl\u00f6sen willst, l\u00f6se; wenn du es aber nicht einl\u00f6sen willst, sage es mir, dass ich es wisse; denn da ist keiner au\u00dfer dir zu l\u00f6sen, ich komme nach dir. Jener erwiderte: Ich will l\u00f6sen.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Boas sprach weiter: Am Tage, da du das Feld kaufst aus der Hand Naomis und von der Moabiterin Ruth, der Frau des Verstorbenen, hast du es [mit der Verpflichtung gekauft, den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbe zu erhalten, [du musst also die Ruth heiraten].<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Da sprach der Blutsfreund: Dann kann ich es nicht l\u00f6sen, dass ich nicht mein Erbe gef\u00e4hrde. L\u00f6se du es f\u00fcr dich, was ich l\u00f6sen sollte, denn ich kann nicht l\u00f6sen.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Vordem war es n\u00e4mlich so in Israel: Bei einer L\u00f6sung und bei einem Tausch, um irgendetwas zu best\u00e4tigen, zog einer den Schuh ab und gab ihn dem anderen; das galt als Zeugnis in Israel.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Der Blutsfreund sprach nun zu Boas: Erwirb also! Und zog seinen Schuh ab.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Boas sprach darauf zu den \u00c4ltesten und allem Volke: Ihr seid heute Zeugen, dass ich gekauft habe alles, was Elimelech geh\u00f6rt, und alles, was Kiljon und Machlon geh\u00f6rt, von der Naomi.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Und auch die Moabiterin Ruth, die Frau Machlons, habe ich mir zur Frau erkauft, zu erhalten den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbe, dass der Name des Verstorbenen nicht ausgerottet werde unter seinen Br\u00fcdern und aus dem Tor seines Ortes. Zeugen seid ihr heute!<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Da sprach alles Volk im Tor und die \u00c4ltesten: Zeugen sind wir! Der Herr mache die Frau, das in dein Haus kommt, wie Rahel und wie Lea, welche beide erbaut haben das Haus Israels, schaffe Macht in Efrata und habe einen Namen in Betlehem.<br>12 Dein Haus sei wie das Haus des Perez, den Tamar geboren dem Jud\u00e4a, durch die Nachkommen, die der Herr dir geben wird von dieser jungen Frau.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Boas nahm die Ruth und sie wurde seine Frau; er kam zu ihr und der Herr verlieh ihr Schwangerschaft; sie gebar dann einen Sohn.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Die Frauen sprachen zu Naomi: Gepriesen sei der Herr, der dir nicht hat ermangeln lassen einen Blutsfreund heute Ber\u00fchmt werde sein Name in Israel!<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Er sei dir zur Seelenerquickung und dein Alter zu versorgen: Denn deine Schnur, die dich liebt, hat ihn geboren; sie ist dir besser als sieben S\u00f6hne.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Naomi nahm das Kind und legte es in ihren Scho\u00df; sie wurde seine Pflegerin.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Die Nachbarinnen gaben ihm einen Namen, der sagen sollte: Es wurde ein Sohn geboren der Naomi. Und so nannten sie ihn Obed, das wurde der Vater Isais, des Vaters Davids.<br><sup class=\"Vers\">18.<\/sup> Das ist die Geschlechtsreihe des Perez: Perez zeugte Hezron,<br><sup class=\"Vers\">19.<\/sup> Hezron zeugte Ram, und Ram zeugte Amminadab;<br><sup class=\"Vers\">29.<\/sup> Amminadab zeugte Nachson, und Nachson zeugte Salmon,<br><sup class=\"Vers\">21.<\/sup> Salmon zeugte Boas, und Boas zeugte Obed;<br><sup class=\"Vers\">22.<\/sup> Obed zeugte Isai, und Isai zeugte David.<\/p>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">Der Tanach<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der vollst\u00e4ndige Tanach in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary is-style-fill\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruth&nbsp; \u2014 Das Buch enth\u00e4lt die Geschichte Ruths, einer moabitischen Frau, die durch ihre Heirat mit Boas die Begr\u00fcnderin des Davidischen Hauses wurde. Elimelech aus Bethlehem=Juda verlie\u00df mit seiner Frau Naomi und seinen Beiden S\u00f6hnen sein Land zur Zeit der Hungersnot, um im Lande Moab zu wohnen. Dort heiraten die beiden S\u00f6hne moabitische Frauen, Orpa und Ruth. Elimelech und die beiden S\u00f6hne starben. Naomi kehrt nach Juda zur\u00fcck; Orpa bleibt auf Naomis Wunsch in Moab bei ihrer Familie, aber Ruth besteht darauf, Naomi zu begleiten, indem sie sagt: \u00bbWohin du gehst, will ich gehen, und wo du wohnest, will ich wohnen; dein Volk soll mein Volk sein, und dein Gott mein Gott: wo du stirbst, will ich sterben, und dort will ich begraben werden: so tue der Ewige mir, und noch mehr, \u2014 nur der Tod soll dich und mich scheiden\u00ab (1,16,17). Da Naomi ihren Besitz verloren hatte, war Ruth gezwungen, Korn\u00e4hren auf den Feldern zu sammeln, um sich und ihre Schwiegermutter zu erhalten. 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