{"id":4557,"date":"2019-06-03T10:08:41","date_gmt":"2019-06-03T08:08:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?page_id=4557"},"modified":"2020-05-15T16:06:36","modified_gmt":"2020-05-15T14:06:36","slug":"schir-haschirim-hoheslied","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/schir-haschirim-hoheslied\/","title":{"rendered":"Schir haSchirim \u2013 Hoheslied"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In der (angepassten) \u00dcbertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld<\/em><br><br>Das Hohelied, Schir haSchirim (w\u00f6rtlich \u00bbdas Lied der Lieder&#8220; \u2014 das poetischste Lied).<br>Die Treue der Geliebten zu ihrem Liebhaber, ihr Widerstand gegen jede Versuchung und die Vereinigung aller ihrer Gedanken f\u00fcr das Wohlergehen ihres Geliebten bilden das Thema des Buches. Das Verh\u00e4ltnis der Geliebten zum Liebhaber ist allegorisch erkl\u00e4rt worden als Darstellung der Beziehung Israels zu Gott. Letzteres bleibt seinem Gotte treu durch alle wechselnden Gl\u00fccksumst\u00e4nde. \u00bbIch geh\u00f6re meinem Geliebten, und mein Geliebter ist mein\u00ab bildet den Mittelpunkt dieses Gef\u00fchls der Treue. Nach der \u00dcberschrift und nach der Tradition ist der K\u00f6nig Salomo der Verfasser des Buches.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em><strong>Kapitel<\/strong><\/em><br><a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel1\">1<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel2\">2<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel3\">3<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel4\">4<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel5\">5<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel6\">6<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel7\">7<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel8\">8<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel1\"><\/a>1. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Das Lied der Lieder von Schlomoh.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Er k\u00fcsse mich mit seines Mundes K\u00fcssen, denn k\u00f6stlicher sind deine Liebkosungen als Wein.<br>3. Lieblich an Geruch sind deine Salben, wie \u00d6l von Turak dein Duft; darum lieben dich die Jungfrauen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Ziehe mich dir nach, la\u00df uns eilen! Als ob mich der K\u00f6nig in seine Gem\u00e4cher brachte, wollen wir jubeln und froh sein mit dir, von deinen Liebkosungen berauschter sein als von Wein. Mit Recht liebt man dich!<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Schwarz bin ich, doch anmutig, o T\u00f6chter Jerusalems, gleich den Zelten Kedars, gleich den Teppichen Schlomohs.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Sehet mich nicht an, denn ich bin geschw\u00e4rzt denn gebr\u00e4unt hat mich die Sonne. Meiner Mutter S\u00f6hne grollten mir und machten mich zur H\u00fcterin der Weinberge, meinen Weinberg hab ich nicht geh\u00fctet.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> O sage mir, du mein Herzensliebster, wo du weidest, wo du deine Heerde lagern l\u00e4\u00dft am Mittage? Denn warum soll ich sein gleich einer Herumirrenden bei den Heerden deiner Genossen? \u2014<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Wenn du es nicht wei\u00dft, du Sch\u00f6nste unter den Frauen, ziehe hinaus den Spuren der Schafe nach, und weide deine B\u00f6cklein an den Wohnungen der Hirten.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Der Stute an Pharaos Gespann vergleich ich dich, meine Geliebte.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Anmutig sind deine Wangen in den Geh\u00e4ngen, dein Hals in Schn\u00fcren.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Goldene Geh\u00e4nge wollen wir dir machen mit silbernen P\u00fcnktchen.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> W\u00e4hrend der K\u00f6nig auf seinem Ruhelager weilte, gab meine Narde ihren Duft.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Ein Myrrhenb\u00fcndel ist mir mein Geliebter, der an meinem Busen ruht.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Ein Hennastrauch ist mir mein Geliebter in den Weinbergen von En Gedi.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Du bist schon, meine Geliebte, du bist sch\u00f6n; deine Augen sind wie die der Tauben.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Du bist sch\u00f6n, mein Geliebter, und lieblich, unser Lager o wie gr\u00fcn.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Unseres Hauses Balken sind aus Zedern, unser Get\u00e4fel aus Tannen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel1\"><\/a><a id=\"Kapitel2\"><\/a>2. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Ich bin eine Lilie Scharons, eine Rose der T\u00e4ler.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Gleich der Rose unter den Dornen, so meine Geliebte unter den Jungfrauen.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Wie der Apfelbaum unter den B\u00e4umen des Waldes ist mein Geliebter unter den J\u00fcnglingen. In seinem Schatten weilte ich mit Lust, und seine Frucht w\u00e4re s\u00fc\u00df meinem Gaumen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Er f\u00fchre mich nach dem Hause des Weines und blicke mich liebevoll an.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> St\u00e4rket mich mit Kr\u00fcgen Wein, labet mich mit \u00c4pfeln, denn liebeskrank bin ich.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Seine Linke st\u00fctzt mein Haupt und seine Rechte umfa\u00dft mich.<br><sup class=\"Vers\">7<\/sup> Ich beschw\u00f6re euch, o T\u00f6chter Jerusalems, bei den Gazellen oder den Hindinnen der Flur, dass ihr die Liebe nicht wecket noch aufreget, bis es ihr gef\u00e4llt!<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> [Ich h\u00f6re] die Stimme meines Geliebten! Da kommt er! Er h\u00fcpft \u00fcber die Berge und springt \u00fcber die H\u00fcgel.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Mein Geliebter gleicht dem Hirsche oder dem Jungen der Rehe. Da steht er hinter unserer Wand, schauend durch die Fenster, lugend durch die Gitter.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Mein Geliebter hebt an und spricht zu mir: Auf, meine Geliebte, meine Sch\u00f6ne, komm!<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Denn der Winter ist vor\u00fcber, der Regen enteilt, er ist dahin;<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Die Bl\u00fcten sind sichtbar am Boden, die Zeit des Sanges ist gekommen, und die Stimme der Turteltaube l\u00e4\u00dft sich h\u00f6ren auf dem Lande.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Die Feige w\u00fcrzt ihre Fruchtkeime, die Weinreben bl\u00fchen und duften. Auf, meine Geliebte, meine Sch\u00f6ne, komm!<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Meine Taube an Felsenriffen, an heimlicher Stiege, la\u00df mich deine Gestalt schauen, deine Stimme h\u00f6ren; denn deine Stimme ist lieb und deine Gestalt anmutig. \u2014<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Fangt F\u00fcchse, die kleinen F\u00fcchse, welche die Weinberge verderben, da unsere Weinberge bl\u00fchen.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, der unter Rosen weidet.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Bis der Tag heranbricht und die Schatten fliehen, dann wende dich um, sei, mein Geliebter, gleich dem Hirsche oder dem Jungen der Rehe auf den zerkl\u00fcfteten Bergen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel2\"><\/a><a id=\"Kapitel3\"><\/a>3. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Auf meinem Lager in den N\u00e4chten dachte ich an ihn, den ich so sehr liebe;<br>ich suchte ihn und fand ihn nicht.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Nun mu\u00dfte ich aufstehen und umherlaufen in der Stadt, auf Pl\u00e4tzen und Stra\u00dfen suchen, den ich so sehr liebe \u2014 ich suchte ihn und fand ihn nicht.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Es trafen mich die W\u00e4chter, die in der Stadt herumgehen. [Ich fragte sie:] Habt ihr den gesehen, den ich so sehr liebe?<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Kaum war ich fort von ihnen, da fand ich den, den ich von ganzer Seele liebe, \u2014 ich hielt ihn fest und lie\u00df ihn nicht; ich brachte ihn in das Haus meiner Mutter, in das Gemach meiner Geb\u00e4rerin.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Ich beschw\u00f6re euch, o T\u00f6chter Jerusalems, bei den Gazellen oder den Hindinnen der Flur, dass ihr die Liebe nicht wecket noch aufreget, bis es ihr gef\u00e4llt. \u2014<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Wer ist, die da heraufkommt von der W\u00fcste, [schlank] wie eine Rauchs\u00e4ule? durchw\u00fcrzt mit Myrrhe und Weihrauch mehr als aller W\u00fcrzstaub des Kr\u00e4mers?<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Da ist Schlomohs Ruhebett; sechzig Helden rings darum von den Helden Israels.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Sie alle schwertumg\u00fcrtet, kampfge\u00fcbt; ein jeder sein Schwert an seiner H\u00fcfte gegen Schrecken der Nacht [ihn sch\u00fctzend].<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Ein Ruhebett machte sich der K\u00f6nig Schlomoh aus Geh\u00f6lz des Libanon.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Seine S\u00e4ulen machte er aus Silber, seine Decke aus Gold, seinen Sitz von<br>Purpur, sein Inneres aber [enth\u00e4lt] die Liebe von einer der T\u00f6chter Jerusalems.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Gehet hinaus und schauet, o T\u00f6chter Zijons, den K\u00f6nig Schlomoh in dem Kranze, mit dem ihn bekr\u00e4nzt seine Mutter an seinem Hochzeitstage, am Tage seiner Herzensfreude.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel3\"><\/a><a id=\"Kapitel4\"><\/a>4. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Du bist sch\u00f6n, meine Geliebte, du bist sch\u00f6n; deine Augen wie Tauben hinter deinem Schleier, dein Haar wie eine Heerde Ziegen, die von dem Berge Gilead herabkommen.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Deine Z\u00e4hne wie eine Heerde ausgew\u00e4hlter [Schafe] die aus dem Bade steigen, die alle gleichartig sind und keine fehlgeb\u00e4rende unter ihnen.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Wie ein Purpurfaden sind deine Lippen und dein Mund lieblich; wie die H\u00e4lfte eines Granatapfels ist deine Schl\u00e4fe hinter deinem Schleier.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Wie der Turm Davids ist dein Hals, gebauet zur Waffenburg, tausend Schilde h\u00e4ngen daran, lauter Heldenharnische.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Deine Br\u00fcste wie zwei junge Rehe, der Hirschkuh Zwillinge, die unter Rosen weiden.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Bis der Tag heranbricht und die Schatten fliehen, will ich gehen auf den Berg der Myrrhen und zum Weihrauchh\u00fcgel.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Vollkommen sch\u00f6n bist du, meine Geliebte, und kein Fehl an dir.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Mit mir vom Libanon, o Braut! mit mir komm vom Libanon, blicke vom Gipfel Amanas, vom Gipfel Senirs und Hermons, von der L\u00f6wen Lagerst\u00e4tten, von Bergen der Pardel.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Du nahmst mir die Sinne gefangen, meine Schwester! o Braut, nahmst mir die Sinne gefangen mit deiner Augen einem, mit einem Schmucke von deinem Halse.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Wie sind deine Liebkosungen s\u00fc\u00df, meine Schwester, o Braut, wie sind k\u00f6stlich deine Liebkosungen, mehr als Wein, und deiner Salben Duft vor allen Gew\u00fcrzen!<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Honigseim tr\u00e4ufeln deine Lippen, o Braut, Honig und Milch unter deiner Zunge, und deiner Gew\u00e4nder Duft wie der Duft des Libanon.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Ein verschlossener Garten ist meiner Schwester Braut, ein geschlossener Quell, ein versiegelter [keuscher] Brunnen.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Deine Spr\u00f6\u00dflinge \u2014 wie ein Lustgarten aus Granat\u00e4pfeln, mit s\u00fc\u00df schmeckender Frucht, Cypernbl\u00fcte und Narde.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Narde und Krokus, Rohr und Kinnamon, samt allem Weihrauchholze, Myrrhe und Aloe, mit allen edeln Gew\u00fcrzen.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Eine Gartenquelle, ein Brunnen lebendigen Wassers, der vom Libanon rieselt.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Erwache, Nordwind, komm, o S\u00fcdwind! durchwehe meinen Garten, dass seine D\u00fcfte str\u00f6men. Es komme mein Geliebter in seinen Garten und genie\u00dfe die s\u00fc\u00df schmeckende Frucht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel4\"><\/a><a id=\"Kapitel5\"><\/a>5. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, o Braut! ich pfl\u00fccke meine Myrrhe mit meinem W\u00fcrze, esse meine Scheibe mit meinem Honig und trinke meinen Wein mit meiner Milch. Esset, Genossen, trinket und berauschet euch, meine Freunde! \u2014<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Ich schlief, aber mein Herz wachte. Da horch! die Stimme meines Geliebten, er klopft: Tue mir auf, meine Schwester meine Geliebte, meine Taube, meine Holde Denn mein Haupt ist voll von Tau, meine Locken voll n\u00e4chtlicher Tropfen. \u2014<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Ich habe mein Gewand ausgezogen \u2014 wie soll ich es anziehen? meine F\u00fc\u00dfe gebadet \u2014 wie sie besudeln?<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Da langte mein Geliebter mit der Hand durch die \u00d6ffnung, und meine Liebe wurde rege f\u00fcr ihn.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Ich stand auf, meinem Geliebten aufzumachen; meine H\u00e4nde troffen von Myrrhe und meine Finger von flie\u00dfender Myrrhe auf dem Griffe des Riegels.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Ich that meinem Geliebten auf; doch mein Geliebter war verschwunden, fort. Fast verging ich, da er sprach. Ich suchte ihn und fand ihn nicht, ich rief ihn, und er gab keine Antwort.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Mich trafen die W\u00e4chter, die in der Stadt herumgehen; sie schlugen mich und verwundeten mich, sie nahmen mir meinen Schleier ab, die W\u00e4chter der Mauern.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Ich beschw\u00f6re euch, o T\u00f6chter Jerusalems, wenn ihr meinen Geliebten findet, was werdet ihr ihm sagen? \u2014 Da\u00df ich liebeskrank bin! \u2014<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Wie sieht dein Geliebter aus unter den anderen J\u00fcnglingen, du Sch\u00f6nste der Frauen? Was ist dein Geliebter unter andern J\u00fcnglingen, dass du uns also beschworen? \u2014<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Mein Geliebter ist wei\u00df und rotwangig, der Angesehenste unter Myriaden.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Sein Haupt ist wie feinstes Gold, seine Locken herabrollend, rabenschwarz.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Seine Augen wie Tauben an Wasser quellen, in Milch sich badend in ihre Fassung passend.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Seine Wangen wie ein w\u00fcrziges Beet, wie T\u00fcrme von Wohlger\u00fcchen, seine Lippen wie Rosen, wie flie\u00dfende Myrrhe traufelnd.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Seine H\u00e4nde wie goldene Ringe mit Chrisolith besetzt, sein Leib ein Schaft von Elfenbein, umh\u00fcllt von Saphiren,<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Seine Schenkel wie Marmors\u00e4ulen, gegr\u00fcndet auf goldenem Fu\u00dfgestell, seine Gestalt wie des Libanon [Baum], ein J\u00fcngling, Zedern gleich.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Seinem Gaumen entflie\u00dfen s\u00fc\u00dfe Reden, alles an ihm ist Anmut. Das ist mein Geliebter, das ist mein Geliebter, o ihr T\u00f6chter Jernsalems!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel5\"><\/a><a id=\"Kapitel6\"><\/a>6. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Wohin ist dein Geliebter gegangen, o du Sch\u00f6nste unter den Frauen? Wo hat sich dein Geliebter hingewandt, dass wir ihn dir suchen helfen?<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Mein Geliebter ist hinabgegangen nach seinem Garten, zu den w\u00fcrzigen Beeten, zu weilen in den G\u00e4rten und Rosen zu suchen.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Ich geh\u00f6re meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein, der unter Rosen weilt.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Sch\u00f6n bist du, meine Geliebte, wie Tirza, stattlich wie Jerusalem, drohend gleich gewappneten Scharen.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Kehre von mir ab deine Augen, denn sie reizen meinen Mut! Dein Haar gleicht einer Heerde Ziegen, die von Gilead herabkommen.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Deine Z\u00e4hne sind wie eine Heerde L\u00e4mmer, die aus dem Bade steigen; die alle gleichartig sind, keine fehlgeb\u00e4renden unter ihnen.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Wie eine Granatapfelh\u00e4lfte ist deine Schl\u00e4fe hinter deinem Schleier.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Sechzig sind K\u00f6niginnen und achtzig Konkubinen und Jungfrauen sonder Zahl.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Eine aber ist meine Taube, meine Holde; einzig ist sie ihrer Mutter, auserw\u00e4hlt ihrer Geb\u00e4rerin. Es sahen sie Jungfrauen und priesen sie, K\u00f6niginnen und Konkubinen r\u00fchmten sie.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Wer ist sie, die erscheint wie das Morgenrot, sch\u00f6n wie der Mond, hell wie die Sonne, herrlich wie die gl\u00e4nzenden [Sterne]?<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Zum Nu\u00dfgarten ging ich hinab, zu schauen das bl\u00fchende Tal, zu schauen, ob der Weinstock gr\u00fcnt, ob die Granat\u00e4pfel knospen.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Ich wu\u00dfte nicht wie, meine Lust<br>versetzte mich unter die Wagen meines edlen Volkes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel6\"><\/a><a id=\"Kapitel7\"><\/a>7. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Kehr um, kehr um, o Sulammit! Kehr um, kehr um, dass wir dich<br>anschauen! Was schaut ihr an Sulammit? Wie der Reigen von Machanajim!<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Wie sch\u00f6n sind deine F\u00fc\u00dfe in Schuhen, du herrliche Maid! Deiner H\u00fcften W\u00f6lbung wie Geschmeide, das Werk von K\u00fcnstlerhand.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Dein Nabel wie eine runde Schale, nicht fehlt darin der Wein; dein Leib eine Weizengarbe, umh\u00e4ngt von Rosen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Deine Br\u00fcste wie zwei junge Rehe, Zwillinge der Hirschkuh.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Dein Hals wie ein Turm von Elfenbein, deine Augen wie die Teiche zu Cheschbon am Tore von Bat Rabbim, deine Nase wie ein Turm auf Libanon, ragend nach Damaskus hin.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Dein Haupt auf dir ist wie der Karmel, und die Locken deines Hauptes wie Purpur; ein K\u00f6nig gefesselt in den Locken.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Wie so sch\u00f6n, wie so lieblich bist du, Liebe, in Wonnen!<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Dieser dein Wuchs, der Palme gleich, und deine Br\u00fcste wie Trauben.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Ich dachte den Palmbaum zu erklimmen, seine Zweige zu ergreifen, dass deine Br\u00fcste wie des Weinstocks Trauben seien und dein Odemsduft wie von \u00c4pfeln,<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Und dein Gaumen wie k\u00f6stlicher Wein, \u2014 der meinem Geliebten grade hinuntergleitet, die Lippen der Schlafenden anfeuchtend.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Ich geh\u00f6re meinem Geliebten, und nach mir ist sein Verlangen.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Auf, mein Geliebter, gehen wir hinaus aufs Feld und weilen wir in D\u00f6rfern.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Lass uns fr\u00fch nach den Weinbergen gehen, lass uns schauen, ob der Weinstock gr\u00fcnt, ob die Bl\u00fcte sich erschlie\u00dft, ob die Granat\u00e4pfel knospen; dort will ich dir meine Liebkosungen gew\u00e4hren.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Die Alraunen duften, und an unsern T\u00fcren sind alle s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte, neue und alte, mein Geliebter, die ich dir aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"Kapitel7\"><\/a><a id=\"Kapitel8\"><\/a>8. Kapitel.<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> O w\u00e4rst du mein Bruder, der meiner<br>Mutter Brust gesogen! F\u00e4nde ich dich auf der Stra\u00dfe, so k\u00fcsste ich dich, und keiner w\u00fcrde mich darum schm\u00e4hen.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Ich f\u00fchrte dich und br\u00e4chte dich in meiner Mutter Haus, die mich erzogen hat, dich zu tr\u00e4nken mit w\u00fcrzigem Wein, mit dem Most von meinen Granat\u00e4pfeln.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Seine Linke st\u00fctzt mein Haupt und seine Rechte umfasst mich.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Ich beschw\u00f6re euch, o T\u00f6chter Jerusalems, dass ihr nicht weckt und nicht aufregt die Liebe, ehe sie es begehrt. \u2014<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Wer ist, die da heraufkommt von der W\u00fcste, hangend an ihrem Geliebten? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich; dort gebar dich deine Mutter unter Schmerzen, dort entwand sich [deiner], die dich gebar.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> O lege mich wie einen Siegelring auf dein Herz, wie einen Siegelring an deinen Arm! Denn gewaltig wie der Tod ist die Liebe, hart wie das Grab ist die Eifersucht, ihre Gluten \u2014 Feuergluten, m\u00e4chtige Flammen!<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Str\u00f6me von Wasser verm\u00f6gen nicht zu l\u00f6schen die Liebe und Fl\u00fcsse \u00fcberfluten sie nicht. G\u00e4be ein Mann seines Hauses ganzes Gut um Liebe \u2014 man w\u00fcrde ihn nur verachten.\u2014<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Wir haben eine kleine Schwester, noch hat sie keine Br\u00fcste. Was thun wir mit unserer Schwester am Tage, wo um sie geworben wird?<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Ist sie eine Mauer [keusch], bauen wir auf ihr einen silbernen Palast. Ist sie aber eine T\u00fcr, so schlie\u00dfen wir sie mit Zederget\u00e4fel.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Ich bin eine Mauer und meine Br\u00fcste gleich T\u00fcrmen. Da war ich in seinen Augen wie eine, die Gunst findet.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Einen Weinberg hatte Schlomoh in Baal Hamon; er gab den Weinberg den H\u00fctern. Jeder sollte bringen f\u00fcr dessen Frucht tausend Silberst\u00fccke.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Meinen Weinberg h\u00fcte ich selber: die tausend seien dein, Schlomoh, und zweihundert den H\u00fctern seiner Frucht. \u2014<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Die du in G\u00e4rten weilst, Genossen. horchen deiner Stimme, la\u00df sie mich h\u00f6ren!<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Fliehe mein Geliebter, und sei gleich einem Hirsch oder dem Jungen der Rehe auf Gew\u00fcrzbergen.<\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;tanach&#8220;]<\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;bernfeld&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der (angepassten) \u00dcbertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld Das Hohelied, Schir haSchirim (w\u00f6rtlich \u00bbdas Lied der Lieder&#8220; \u2014 das poetischste Lied).Die Treue der Geliebten zu ihrem Liebhaber, ihr Widerstand gegen jede Versuchung und die Vereinigung aller ihrer Gedanken f\u00fcr das Wohlergehen ihres Geliebten bilden das Thema des Buches. Das Verh\u00e4ltnis der Geliebten zum Liebhaber ist allegorisch erkl\u00e4rt worden als Darstellung der Beziehung Israels zu Gott. Letzteres bleibt seinem Gotte treu durch alle wechselnden Gl\u00fccksumst\u00e4nde. \u00bbIch geh\u00f6re meinem Geliebten, und mein Geliebter ist mein\u00ab bildet den Mittelpunkt dieses Gef\u00fchls der Treue. Nach der \u00dcberschrift und nach der Tradition ist der K\u00f6nig Salomo der Verfasser des Buches. Kapitel1 2 3 4 5 6 7 8 1. Kapitel. 1. Das Lied der Lieder von Schlomoh.2. Er k\u00fcsse mich mit seines Mundes K\u00fcssen, denn k\u00f6stlicher sind deine Liebkosungen als Wein.3. Lieblich an Geruch sind deine Salben, wie \u00d6l von Turak dein Duft; darum lieben dich die Jungfrauen.4. Ziehe mich dir nach, la\u00df uns eilen! Als ob mich der K\u00f6nig in seine Gem\u00e4cher brachte, wollen wir jubeln und froh &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3661,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"class_list":["post-4557","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4557"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4557\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5758,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4557\/revisions\/5758"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}