{"id":4650,"date":"2019-06-12T14:15:33","date_gmt":"2019-06-12T12:15:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?page_id=4650"},"modified":"2020-05-18T08:11:25","modified_gmt":"2020-05-18T06:11:25","slug":"nachum-das-buch-nachum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/nachum-das-buch-nachum\/","title":{"rendered":"Nachum &#8211; Das Buch Nachum"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Buch Nachum in der (angepassten) j\u00fcdischen \u00dcbertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachum.<\/strong> Ninives Fall wird vorausgesagt. Die Macht des gewaltigen assyrischen Reiches, bisher ein Schrecken f\u00fcr Jehuda und andere Staaten, wird ein Ende finden; kein Mittel kann es mehr retten.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em><strong>Kapitel<\/strong><\/em><br><a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel1\">1<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel2\">2<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#Kapitel3\">3<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Kapitel1\">Kapitel 1<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber Ninive und Assyrien<\/strong><br><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Vortrag \u00fcber Ninive. Das Buch der Weissagung Nachums, des Elkoschiten.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Ein eifervoller und rachender Gott ist der Herr; der Herr \u00fcbt Rache und ist voller Grimm. Der Herr wird Rache \u00fcben an seinen Widersachern und tr\u00e4gt seinen Feinden [ihre S\u00fcnde] nach.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Der Herr ist langm\u00fctig und von gro\u00dfer Kraft, doch straflos l\u00e4\u00dft er es nicht hingehen. Der Herr kommt seines Weges in Sturm und Wetter; Gew\u00f6lk ist der Staub unter seinen F\u00fc\u00dfen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Er schreit das Meer an und macht es trocken und alle Str\u00f6me macht er versiegen; es welkt Baschan und Karmel, und die Bl\u00fcte des Libanon welkt.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Berge erbeben vor ihm, und die H\u00fcgel zerflie\u00dfen. Die Erde f\u00e4hrt in die H\u00f6he vor seinem Antlitz, der Erdenball und alle seine Bewohner.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Wer kann seinem Groll widerstehn, und wer bestehen vor seiner Zornesglut? Sein Grimm ergie\u00dft sich wie Feuer, und die Felsen zerspringen vor ihm.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Aber gut ist auch der Herr und eine Schutzwehr am Tage der Not; er kennt [alle], die sich bei ihm bergen.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Doch mit \u00fcberstr\u00f6mender Flut wird er [Ninive] vernichten an ihrer St\u00e4tte, und seine Feinde wird er in Finsternis jagen.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Was sinnt ihr wider den Herrn? Er \u00fcbt Vernichtung, damit die Not [Israels] nicht zum zweiten Male erstehe.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Denn wenn auch die Fleischt\u00f6pfe dicht gef\u00fcllt und die Zecher vollgetrunken sind, werden sie doch verzehrt, wie d\u00fcrres Stroh, ganz und gar.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Aus dir ging der hervor der wider den Herrn B\u00f6ses sann, ein Ruchloser.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> So spricht der Herr: Ob sie auch kr\u00e4ftig und ihrer viele sind, sie werden doch weggeschnitten, es ist vorbei. Ich habe dich leiden lassen, aber nun lasse ich dich nicht mehr leiden.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Bald breche ich sein Joch von dir und zerrei\u00dfe seine Bande.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> \u00dcber dich [Ninive] hat der Herr verh\u00e4ngt, da\u00df dein Name nicht mehr fortgef\u00fchrt werde; aus dem Hause deines Gottes tilg&#8216; ich gehauene und gegossene Bilder; ich bereite dir ein Grab, denn du bist verabscheut.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Kapitel2\">Kapitel 2<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> Auf den Bergen sind die Tritte des Heilboten, der [Israel] Frieden verk\u00fcndet. Feiere, Jehuda, deine Feste, erf\u00fclle deine Gel\u00fcbde, denn der Ruchlose soll dich nicht mehr \u00fcberziehen, er ist g\u00e4nzlich ausgerottet.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Der Zerst\u00f6rer ziehet wider dich heran und r\u00fcstet die Belagerungswerke. Schau aber auf den Weg hinaus und sei r\u00fcstig und kr\u00e4ftig.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Denn der Herr will Jakobs Herrlichkeit und die Herrlichkeit Israels wiederherstellen, obwohl R\u00e4uber sie ausgepl\u00fcndert haben und ihre Reben zerst\u00f6rt.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> Der Schild seiner Helden ist ger\u00f6tet, die Kriegsm\u00e4nner prangen in Purpur; vom Feuer des Stahls [funkeln] die Wagen am Tage seines R\u00fcstens, und die Lanzen werden geschwungen.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Auf den Gassen rasen die Wagen dahin, sie rasseln durch die Stra\u00dfen, sie sehen wie Fackeln aus, wie Blitze rennen sie.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Er hofft auf seine Feldherren, [dass sie ihm zu Hilfe kommen]; aber sie straucheln auf ihrem Zuge \u2014 da besteigen [die Feinde] eilends die Mauer, auf der die Standarte gehisst wird.<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Die Schleusentore der Kan\u00e4le werden ge\u00f6ffnet, und der Palast zerflie\u00dfet.<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Huzzab [die K\u00f6nigin] wird entbl\u00f6\u00dft hinaufgef\u00fchrt, w\u00e4hrend ihre M\u00e4gde st\u00f6hnen wie die Stimmen der Tauben und sich auf die Brust schlagen.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Ninive liegt wie in einem Wasserteich, seitdem es besteht, und doch fliehen sie. Haltet! Haltet! Aber keiner kehrt um.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Raubet [ihr Feinde] Silber, raubet Gold! Endlos ist der Vorrat, vollbeladen mit allerlei k\u00f6stlichen Dingen.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Nun ist es leer und ausgepl\u00fcndert und verw\u00fcstet. Alle Herzen sind verzagt, alle Knie schlottern, in allen H\u00fcften ist Zittern, alle Gesichter sind verd\u00fcstert.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Wo ist nun die Wohnst\u00e4tte der L\u00f6wen und der Weideort f\u00fcr junge L\u00f6wen? Wo L\u00f6we, L\u00f6win und das Junge der L\u00f6wen zu gehen pflegten und niemand sie scheuchte?<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Der L\u00f6we zerriss zur S\u00e4ttigung seiner Jungen und w\u00fcrgte f\u00fcr seine L\u00f6winnen; er f\u00fcllte mit Beute seine H\u00f6hlen und seine Wohnst\u00e4tte mit Zerrissenem.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Ich will an dich, spricht der Herr Zebaot; ich lasse in Rauch aufgehen ihre Wagen, und deine jungen L\u00f6wen sollen das Schwert fressen; ich tilge von der Erde deine Beute, dass nicht mehr geh\u00f6rt werde die Stimme deiner Boten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Kapitel3\">Kapitel 3<\/h2>\n\n\n\n<p><sup class=\"Vers\">1.<\/sup> O du Stadt des Blutes! Voller Lug und Gewalttat! das Rauben h\u00f6rt nicht auf.<br><sup class=\"Vers\">2.<\/sup> Peitschenknall und R\u00e4dergerassel, trabende Rosse und rollende Wagen.<br><sup class=\"Vers\">3.<\/sup> Anst\u00fcrmende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen und eine Menge Erschlagener und Haufen Entseelter, endlos die Leichen; sie st\u00fcrzen \u00fcber ihre Leichen.<br><sup class=\"Vers\">4.<\/sup> [Dieses geschieht] wegen der vielen Buhlereien der anmutigen Zauberk\u00fcnstlerin, die V\u00f6lker verkauft hat mit ihren Buhlereien und Geschlechter durch ihre Zaubereien.<br><sup class=\"Vers\">5.<\/sup> Ich will an dich, spricht der Herr Zebaot, und ich decke auf deine Schleppe \u00fcber dein Angesicht. Ich lasse V\u00f6lker deine Bl\u00f6\u00dfe sehen und K\u00f6nigreiche deine Scham.<br><sup class=\"Vers\">6.<\/sup> Ich werfe auf dich Unrat und besudle dich; ich mache dich zum Schauspiel,<br><sup class=\"Vers\">7.<\/sup> Dass, wer dich sieht, vor dir fliehen wird und sprechen: Zerst\u00f6rt ist Ninive! Wer soll um sie Beileid zeigen? Woher soll ich Tr\u00f6ster f\u00fcr dich suchen?<br><sup class=\"Vers\">8.<\/sup> Bist du besser als No-Ammon, das an den Nilarmen wohnte, vom Wasser umgeben, dem das Meer als Bollwerk diente; das Meer war seine Mauer.<br><sup class=\"Vers\">9.<\/sup> Das zahlreiche \u00c4thiopien und das endlose \u00c4gypten, Put und Lybien boten ihnen Beistand.<br><sup class=\"Vers\">10.<\/sup> Auch dieses wurde gefangen in die Verbannung gef\u00fchrt, auch seine Kinder wurden zerschmettert an allen Stra\u00dfenecken. \u00dcber seine Vornehmen warf man das Loos, und all seine Gro\u00dfen wurden mit Ketten gefesselt.<br><sup class=\"Vers\">11.<\/sup> Auch du wirst trunken, wirst dich verstecken m\u00fcssen; auch du wirst eine Schutzwehr suchen vor dem Feind.<br><sup class=\"Vers\">12.<\/sup> Doch all deine Festungen sind Feigenb\u00e4ume mit Fr\u00fchfr\u00fcchten; wenn sie gesch\u00fcttelt werden, so fallen sie dem, der essen will, in den Mund.<br><sup class=\"Vers\">13.<\/sup> Dein Volk ist zu Frauen geworden in deiner Mitte; deinen Feinden werden die Tore deines Landes ge\u00f6ffnet, Feuer hat deine Riegel verzehrt.<br><sup class=\"Vers\">14.<\/sup> Wasser f\u00fcr die Belagerung sch\u00f6pfe dir, bessere deine Festungen aus, tritt den Lehm stampfe M\u00f6rtel, fasse die Ziegelform.<br><sup class=\"Vers\">15.<\/sup> Aber bald wird dich das Feuer fressen, wird dich das Schwert vertilgen, es wird dich wegfressen wie der K\u00e4fer; magst du dich auch mehren wie die K\u00e4fer, dich mehren wie die Heuschrecken.<br><sup class=\"Vers\">16.<\/sup> Du hast mehr Kaufleute als Sterne des Himmels \u2014 doch die K\u00e4fer breiten die Fl\u00fcgel aus und fliegen davon.<br><sup class=\"Vers\">17.<\/sup> Deine Kronentr\u00e4ger sind wie die Heuschrecken; deine F\u00fchrer wie die Heuschreckenschaaren, die an den Mauern lagern am Tage des Frostes; ist die Sonne aufgegangen, so sind sie fort, und man merkt die Stelle nicht, wo sie gewesen.<br><sup class=\"Vers\">18.<\/sup> Es schlummern deine Hirten, K\u00f6nig von Assyrien, es ruhen deine Heerf\u00fchrer. Dein Volk ist zersprengt \u00fcber die Berge, und keiner sammelt es.<br><sup class=\"Vers\">19.<\/sup> Keine Heilung ist f\u00fcr deine Wunde, unheilbar ist dein Schlag. Alle, welche die Kunde von dir vernehmen, klatschen in die H\u00e4nde \u00fcber dich, denn \u00fcber wen erging nicht deine Bosheit seit jeher?<\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;tanach&#8220;]<\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;bernfeld&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch Nachum in der (angepassten) j\u00fcdischen \u00dcbertragung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld. Nachum. Ninives Fall wird vorausgesagt. Die Macht des gewaltigen assyrischen Reiches, bisher ein Schrecken f\u00fcr Jehuda und andere Staaten, wird ein Ende finden; kein Mittel kann es mehr retten. Kapitel1 2 3 Kapitel 1 \u00dcber Ninive und Assyrien1. Vortrag \u00fcber Ninive. Das Buch der Weissagung Nachums, des Elkoschiten.2. Ein eifervoller und rachender Gott ist der Herr; der Herr \u00fcbt Rache und ist voller Grimm. Der Herr wird Rache \u00fcben an seinen Widersachern und tr\u00e4gt seinen Feinden [ihre S\u00fcnde] nach.3. Der Herr ist langm\u00fctig und von gro\u00dfer Kraft, doch straflos l\u00e4\u00dft er es nicht hingehen. Der Herr kommt seines Weges in Sturm und Wetter; Gew\u00f6lk ist der Staub unter seinen F\u00fc\u00dfen.4. Er schreit das Meer an und macht es trocken und alle Str\u00f6me macht er versiegen; es welkt Baschan und Karmel, und die Bl\u00fcte des Libanon welkt.5. Berge erbeben vor ihm, und die H\u00fcgel zerflie\u00dfen. Die Erde f\u00e4hrt in die H\u00f6he vor seinem Antlitz, der Erdenball und alle seine Bewohner.6. 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