{"id":5641,"date":"2020-05-08T13:27:48","date_gmt":"2020-05-08T11:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?page_id=5641"},"modified":"2020-05-08T13:30:04","modified_gmt":"2020-05-08T11:30:04","slug":"midrasch-tehillim-zu-tehillim-8","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/midrasch\/midrasch-tehillim-zu-tehillim-8\/","title":{"rendered":"Midrasch Tehillim zu Tehillim 8"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Vers 2<\/em> \u00bbHaSchem, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Rabbi hat gesagt: Wir finden, dass bei drei Gelegenheiten (an drei Stellen) die Engel mit dem Heiligen, gelobt sei Er, rechteten (Einspruch erhoben), bei dem ersten Menschen, bei der Gesetzgebung und bei der Wohnung (dem Zelt der Begegnung).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Adam. Als der Heilige, gelobt sei Er, Adam erschaffen wollte, beriet Er sich mit den Engeln. Er sprach zu ihnen: \u00bbWir wollen Adam machen\u00ab (Bereschit 1,26).<br>Da entgegneten sie ihm: \u00bbWas ist der Mensch, dass du sein gedenkest\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/tehillim-psalmen\/tehillim-buch-1-psalmen-1-bis-41\/#Psalm8\">Tehillim 8,5<\/a>)? Morgen, antwortete Er, werdet ihr seine Weisheit sehen. Er lie\u00df alle wilden und zahmen Tiere und alle V\u00f6gel vor den Dienstengel zusammenkommen und begann zu fragen: Wie ist der Namen von diesem? Sie wussten es aber nicht. Da sprach Er zu ihnen: Wollt ihr seine Weisheit kennen? Ich werde ihn fragen, und er wird Mir ihre Namen sagen und alle mit Namen benennen. Was machte der Heilige, gelobt sei Er?<\/p>\n\n\n\n<p> Er lie\u00df jegliche Gattung an dem Menschen vor\u00fcberziehen, wie es hei\u00dft: \u00bbUnd HaSchem, Gott, sammelte (\u05d5\u05d9\u05e6\u05e8) vom Erdboden alles Getier des Feldes\u00ab (Bereschit 2,19).<\/p>\n\n\n\n<p>R. Acha hat gesagt: Hei\u00dft es nicht bereits: \u00bbUnd Gott machte (\u05d9\u05e2\u05e9) alles Getier der Erde\u00ab (eben dort 1,25)?<br>Was bedeutet \u05d5\u05d9\u05e6\u05e8? Allein dort steht \u05d5\u05d9\u05e2\u05e9 [<em>Wa&#8217;jaas<\/em>] und hier steht: \u05d5\u05d9\u05e6\u05e8 [<em>wajitzer<\/em>]. Es hat den Sinn des Sichversammelns (Zusammenkommens), wie es hei\u00dft: \u00bbWenn du gegen eine Stadt dich versammelst (\u05ea\u05e6\u05d5\u05e8)\u00ab (Dewarim 20,19). \u00bbUnd er brachte (sie) zu Adam, um zu sehen, wie er sie nennen w\u00fcrde\u00ab (Bereschit 2,19). Ist nicht alles vor dem Heiligen, gelobt sei Er, erschaut, warum hei\u00dft es: \u05dc\u05e8\u05d0\u05d5\u05ea, um zu sehen?\u00ab<br>Was bedeutet: \u05dc\u05e8\u05d0\u05d5\u05ea? \u00bbUm die Dienstengel die Weisheit Adams sehen zu lassen (\u05dc\u05d4\u05e8\u05d0\u05d5\u05ea). \u00bbUnd wie ist sein Name?\u00ab Denn der Heilige, gelobt sei Er, hatte festgesetzt, dass er einem jeglichen Ding einen Namen geben sollte. der Heilige, gelobt sei Er, fragte ihn: Und wie ist dein Name? Adam antwortete: Mir ziemt es, Adam (\u05d0\u05d3\u05dd) zu hei\u00dfen, weil ich vom Erdboden geschaffen worden bin. Dann fragte Er ihn: Und wie ist Mein Name? Er antwortete: Dir ziemt es: Herr (\u05d0\u05d3\u05e0\u05d9) zu hei\u00dfen, denn du bist der Herr (\u05d0\u05d3\u05e0\u05d9) \u00fcber alles. Darum hei\u00dft es: \u00bbIch, der Herr, ist Mein Namen\u00ab (Jeschajahu 42,8), es ist Mein Name, mit dem Mich der erste Mensch benannt hat. Sofort sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Dienstengeln: Sehet, wie (gro\u00df) seine Weisheit ist! Und ihr sprecht: \u00bbWas ist der Mensch, dass Du sein gedenkest?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso war es bei der Gesetzgebung. Als der Heilige, gelobt sei Er, kam, um den Israeliten die Torah auf dem Sinai zu geben, fingen die Dienstengel an mit Ihm zu rechten. Sie sprachen: \u00bbWas ist der Mensch, dass Du sein gedenkest?\u00ab, \u00bbHaSchem, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde! Du, dessen Majest\u00e4t man \u00fcber den Himmeln verk\u00fcndet.\u00ab Sie sprachen n\u00e4mlich zu Ihm: Herr der Welt! Dir geziemt es, dass Du die Torah in den Himmeln gibst. Warum? Weil wir heilig und rein sind und sie heilig und rein ist, wir leben und Deine Torah ist ein Baum des Lebens. Besser ist, sie bleibt bei uns. Er antwortete ihnen: Es geh\u00f6rt sich nicht, dass sie bei den Oberen bestehet, denn es hei\u00dft: \u00bbIm Land der Lebenden wird sie nicht gefunden\u00ab (Ijow 28,13). \u2013 Gibt es denn oben ein Land? Wo aber besteht sie? Bei den Unteren, wie es hei\u00dft: \u00bbIch habe das Land gemacht und den Menschen auf ihm geschaffen\u00ab (Jeschajahu 45,12).<\/p>\n\n\n\n<p>R. Nechemja im Namen des R. Jehuda sagt: Gleich einem Menschen, der einen Sohn hatte, dem ein Finger fehlte. Sein Vater ging, um ihn die Seidenspinnerei lehren zu lassen und alle Besch\u00e4ftigung dieses Handwerks. Jenes Handwerk erforderte aber alle Finger. Nach einiger Zeit kam sein Vater zum Meister und sprach zu ihm: Warum lehrst du meinem Sohne dieses Handwerk nicht? Der Meister antwortete ihm: Dieses Handwerk erfordert alle Finger, deinem Sohne aber fehlt ein Finger, und du willst, dass ich ihm die Seidenspinnerei lehre? So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er, Die Torah kann nicht bei euch bestehen, denn unter euch gibt es keine Fortpflanzung, keine Unreinheit, kein Sterben und keine Krankheit sondern ihr seid alle heilig, in der Torah hei\u00dft es aber: \u00bbSo ein Mensch im Zelte stirbt\u2026\u00ab (Bamidbar 19,14); \u00bbDas sei das Gesetz f\u00fcr den Auss\u00e4tzigen\u2026\u00ab (Wajikra 12,2); \u00bbSo ein Weib Samen bringt\u2026\u00ab (dort 12,2); \u00bbso eine Frau den Blutfluss hat\u00ab (dort 15,25); \u00bbdas d\u00fcrft ihr essen\u2026\u00ab (dort 11, 9); \u00bbdas d\u00fcrft ihr nicht essen\u2026\u00ab (dort V.5). Darum hei\u00dft es: \u00bbIm Lande der Lebenden wird sie nicht gefunden\u00ab (Ijow 28,13). Und der Heilige, gelobt sei Er, \u00fcbte Gnade und gab Mosche die Torah, als er geendet hatte, alle diese Worte mit den Engeln zu reden. Als nun Mosche hinaufstieg (auf den Berg Sinai) und nicht wieder herabkam, begingen die Israeliten jene Tat und die Tafeln wurden zerbrochen. Da freuten sich die Dienstengel und sprachen: Nun kehrt die Torah wieder zu uns zur\u00fcck. Als aber Mosche hinaufstieg, um zum zweiten Male (die Torah) zu empfangen, sprachen die Dienstengel: Herr der Welt! haben sie dieselbe nicht gestern \u00fcbertreten, denn Du hast in ihr geschrieben: \u00bbDu sollst keine fremden G\u00f6tter haben neben Mir\u00ab (Schemot 20,3)? An jedem Tage, entgegnete ihnen der Heilige, gelobt sei Er, seid ihr zwischen Mir und den Israeliten die Ankl\u00e4ger? <br>Als ihr zu Abraham hinab stiegt, habt ihr nicht Fleisch in der Milch gegessen, wie es hei\u00dft: \u00bbUnd er nahm Rahm und Milch und das junge Rind\u2026.und sie a\u00dfen\u00ab (Bereschit 18,8)? Wenn aber ein Kind von ihnen aus der Schule (eig. aus dem Hause seines Lehrers) kommt, und seine Mutter ihm ein St\u00fcck Brot, Fleisch und K\u00e4se zu essen reicht, so spricht es zu ihr: Heute hat mich mein Lehrer gelehrt: \u00bbKoche nicht ein B\u00f6cklein in der Milch seiner Mutter\u00ab (Schemot 34,26). Da fanden sie keine Entgegnung. In dieser Stunde sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche: \u00bbSchreibe dir auf diese Worte\u00ab (dort Vers 27), solange sie keine Entgegnung und Antwort haben. Als endlich der Heilige, gelobt sei Er, Seine Schechina auf der Wohnung ruhen lassen wollte, sprachen die Dienstengel vor Ihm: Herr der Welt! \u00bbwas ist der Mensch, dass Du sein gedenkst?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>R. Jehuda im Namen des R. Aibu und R. Jehuda bar Rabbi Simon legen beide einen Vers aus: \u00bbDie K\u00f6nige der Schaaren (\u05d9\u05d3\u05d5\u05d3\u05d5\u05df \u05d9\u05d3\u05d5\u05d3\u05d5\u05df)\u00ab (Tehillim 68,13). Sie (die Dienstengel) warfen Zettel hin, wie es hei\u00dft: \u00bbUnd \u00fcber mein Volk warfen sie(\u05d9\u05d3\u05d5) das Los\u00ab (Joel 4, 3). der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Bei eurem Leben! Ich werde auch so tun. \u00bbEs deckt die Himmel Sein Glanz und Seines Lobes voll war die Erde\u00ab (Chabakuk 3,3).<br>Er sprach n\u00e4mlich zu ihnen: Bei eurem Leben! Die Schechina ist bei Mir, wie es hei\u00dft: \u00bbUnd seines Lobes voll ist die Erde.\u00ab Die Dienstengel erwiderten: Die ist doch auch auf der Erde? Darauf sprach Er zu ihnen: Gleichwohl will ich dir beweisen, dass es so ist, denn es hei\u00dft: \u00bbLobet HaSchem aus dem Himmel\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/tehillim-psalmen\/tehillim-buch-5-psalmen-107-bis-150\/#Psalm148\">Tehillim 148,1<\/a>). \u00bbSeine Majest\u00e4t ist auf der Erde und in den Himmeln (dort V. 13). Zuerst steht: \u00bbAuf der Erde\u00ab und dann folgt erst: \u00bbIn den Himmeln.\u00ab Darum hei\u00dft es: \u00bbHaSchem, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde, Du, dessen Majest\u00e4t man \u00fcber den Himmeln verk\u00fcndet.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vers 2 \u00bbHaSchem, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde.\u00ab Rabbi hat gesagt: Wir finden, dass bei drei Gelegenheiten (an drei Stellen) die Engel mit dem Heiligen, gelobt sei Er, rechteten (Einspruch erhoben), bei dem ersten Menschen, bei der Gesetzgebung und bei der Wohnung (dem Zelt der Begegnung). Bei Adam. Als der Heilige, gelobt sei Er, Adam erschaffen wollte, beriet Er sich mit den Engeln. Er sprach zu ihnen: \u00bbWir wollen Adam machen\u00ab (Bereschit 1,26).Da entgegneten sie ihm: \u00bbWas ist der Mensch, dass du sein gedenkest\u00ab (Tehillim 8,5)? Morgen, antwortete Er, werdet ihr seine Weisheit sehen. Er lie\u00df alle wilden und zahmen Tiere und alle V\u00f6gel vor den Dienstengel zusammenkommen und begann zu fragen: Wie ist der Namen von diesem? Sie wussten es aber nicht. Da sprach Er zu ihnen: Wollt ihr seine Weisheit kennen? Ich werde ihn fragen, und er wird Mir ihre Namen sagen und alle mit Namen benennen. Was machte der Heilige, gelobt sei Er? 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