{"id":8349,"date":"2022-02-21T09:53:14","date_gmt":"2022-02-21T07:53:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?page_id=8349"},"modified":"2022-02-21T09:54:15","modified_gmt":"2022-02-21T07:54:15","slug":"megillat-esther-das-buch-esther","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/megillat-esther-das-buch-esther\/","title":{"rendered":"Megillat Esther \u2013 das Buch Esther"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Buch Esther in der (angepassten) j\u00fcdischen \u00dcbersetzung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p><a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-1\">1<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-2\">2<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-3\">3<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-4\">4<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-5\">5<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-6\">6<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-7\">7<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-8\">8<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-9\">9<\/a> <a class=\"dafLink\" href=\"#kapitel-10\">10<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-1\">Kapitel 1<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Es ereignete sich in den Tagen des Achaschwerosch, desselben Achaschwerosch, der von Hodu bis Kusch \u00fcber hundertsiebenundzwanzig Landschaften regierte. <sup>2<\/sup>In jenen Tagen, als der K\u00f6nig Achaschwerosch auf seinem K\u00f6nigsthron in der Residenz Schuschan sa\u00df; <sup>3<\/sup>Im dritten Jahre seiner Regierung gab er ein Mahl f\u00fcr alle seine F\u00fcrsten und Diener, f\u00fcr das Heer von Persien und Medien, f\u00fcr die Edeln und Obern der Landschaften, die um ihn waren. <sup>4<\/sup>Er zeigte ihnen dabei den Reichtum seiner Herrschaft und den Ruhm seiner erhabenen Macht, [die Festlichkeiten w\u00e4hrten] hundertundachtzig Tage. <sup>5<\/sup>Und als diese Tage um waren, gab der K\u00f6nig f\u00fcr alles Volk, das sich in der Residenz Schuschan vorfand, von Gro\u00df bis Klein, ein Mahl von sieben Tagen im Hofe des Schlo\u00dfgartens des K\u00f6nigs. <sup>6<\/sup>[Alles war geschm\u00fcckt mit] wei\u00dfen, gr\u00fcnen und himmelblauen [Vorh\u00e4ngen], befestigt mit Schn\u00fcren von Byssus und Purpurwolle an silbernen Walzen und Marmors\u00e4ulen; Polster von Gold und Silber auf einem Estrich von Porphyr, Marmor, Dar und Soheret. <sup>7<\/sup>Und das Einschenken geschah in verschiedenen goldenen Gef\u00e4\u00dfen und k\u00f6niglichen Wein gab es in F\u00fclle nach Verm\u00f6gen des K\u00f6nigs. <sup>8<\/sup>Das Trinken geschah nach Geb\u00fchr ohne Zwang; denn also hatte der K\u00f6nig verordnet jedem Vorgesetzten seines Hauses, zu tun nach dem Willen eines jeden Gastes. <sup>9<\/sup>Auch die K\u00f6nigin Vasti gab ein Mahl f\u00fcr die Frauen im K\u00f6nigshause des K\u00f6nigs Achaschwerosch. <sup>10<\/sup>Am siebenten Tage, als des K\u00f6nigs Herz fr\u00f6hlich war durch den Wein, gebot er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta und Abagta, Setar und Karkas, den sieben Hofbedienten, die den Dienst hatten vor dem K\u00f6nig Achaschwerosch: <sup>11<\/sup>Die K\u00f6nigin Vasti mit der k\u00f6niglichen Krone vor den K\u00f6nig zu bringen, um den V\u00f6lkern und F\u00fcrsten ihre Sch\u00f6nheit zu zeigen, denn sie war sch\u00f6n. <sup>12<\/sup>Aber die K\u00f6nigin Vasti weigerte sich dem Befehl des K\u00f6nigs, der ihr durch die Hofbedienten geworden, nachzukommen. Da erz\u00fcrnte der K\u00f6nig sehr, und sein Grimm brannte in ihm. <sup>13<\/sup>Und der K\u00f6nig sprach dar\u00fcber mit den Weisen, den Kundigen der Zeitereignisse \u2014 denn so wurden die Angelegenheiten des K\u00f6nigs mit allen Kundigen des Gesetzes und des Rechtes besprochen. <sup>14<\/sup>Die N\u00e4chsten um ihn waren Karsena, Setar, Admata, Tarschisch, Meres, Mar\u00dfena, Memuchan, die sieben F\u00fcrsten von Persien und Medien, die um den K\u00f6nig waren, die den ersten Rang einnahmen im K\u00f6nigreiche: <sup>15<\/sup>Was nach dem Gesetze zu tun sei mit der K\u00f6nigin Vasti, daf\u00fcr, dass sie nicht getan das Gehei\u00df des K\u00f6nigs Achaschwerosch durch die Hofbedienten. <sup>16<\/sup>Da sprach Memuchan vor dem K\u00f6nig und vor den F\u00fcrsten: Nicht wider den K\u00f6nig allein hat sich die K\u00f6nigin Vasti vergangen, sondern wider all die F\u00fcrsten und wider all die V\u00f6lker, die in allen Landschaften des K\u00f6nigs Achaschwerosch sind. <sup>17<\/sup>Denn das Betragen der K\u00f6nigin wird ma\u00dfgebend sein allen Frauen, ihre M\u00e4nner bei ihnen ver\u00e4chtlich zu machen, indem sie sagen werden: Der K\u00f6nig Achaschwerosch hat geboten, die K\u00f6nigin Vasti vor ihn zu bringen, und sie ist nicht gekommen. <sup>18<\/sup>Noch an diesem Tage werden es die F\u00fcrstinnen von Persien und Medien, die das Betragen der K\u00f6nigin geh\u00f6rt haben, zu allen F\u00fcrsten des K\u00f6nigs sagen, und es wird Schimpf und Verdru\u00df genug geben. <sup>19<\/sup>Wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, ergehe ein K\u00f6nigsbefehl von ihm und werde aufgeschrieben als unverbr\u00fcchlich in die Gesetze von Persien und Medien, dass Vasti nicht ferner vor das Angesicht des K\u00f6nigs Achaschwerosch komme; ihre K\u00f6niginw\u00fcrde gebe der K\u00f6nig einer andern, die besser ist als sie. <sup>20<\/sup>Wird der Beschlu\u00df des K\u00f6nigs, den er ausf\u00fchrt, durch sein ganzes K\u00f6nigreich geh\u00f6rt, das doch so gro\u00df ist, so werden alle Frauen ihren M\u00e4nnern Ehre geben bei Gro\u00df und Klein. <sup>21<\/sup>Die Rede gefiel dem K\u00f6nige und den F\u00fcrsten, und der K\u00f6nig tat nach der Rede Memuchans. <sup>22<\/sup>Man sandte Briefe in alle Landschaften des K\u00f6nigs, in jede Landschaft nach ihrer Schrift und an jedes Volk nach seiner Sprache, dass jeder Mann Herr in seinem Hause sei und auch rede in der Sprache seines Volkes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-2\">Kapitel 2<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Nach diesen Begebenheiten, als sich der Grimm des K\u00f6nigs Achaschwerosch gelegt hatte, gedachte er Vastis, was sie getan und was \u00fcber sie verh\u00e4ngt worden, [und wurde dar\u00fcber tr\u00fcbsinnig]. <sup>2<\/sup>Da sprachen die Pagen des K\u00f6nigs, seine Diener: Man suche f\u00fcr den K\u00f6nig sch\u00f6ne, junge M\u00e4dchen. <sup>3<\/sup>Der K\u00f6nig bestelle Aufseher \u00fcber alle Landschaften seines K\u00f6nigreiches, dass sie alle sch\u00f6nen Jungfrauen in die Residenz Schuschan bringen sollen, in das Frauenhaus, unter Aufsicht Hege\u2019s, des Hofbedienten des K\u00f6nigs, des H\u00fcters der Frauen, dass er ihnen ihre Salbungen reiche. <sup>4<\/sup>Das M\u00e4dchen, das dem K\u00f6nige gefallen wird, werde K\u00f6nigin an Vastis statt. Die Sache gefiel dem K\u00f6nige, und er ordnete also an. <sup>5<\/sup>Damals lebte ein Jude in der Residenz Schuschan, mit Namen Mordechaj, Sohn Zair\u2019s, Sohnes Sim\u00ebi, Sohnes Kiscg, ein Benjaminiter. <sup>6<\/sup>Der aus Jerusalem weggef\u00fchrt worden war, mit den Gefangenen, die Nebukadnezar, K\u00f6nig von Babel, samt Jechonja, K\u00f6nig von Jehuda, weggef\u00fchrt hatte. <sup>7<\/sup>Er erzog die Hadassa, das ist Esther, die Tochter seines Onkels, denn sie hatte weder Vater noch Mutter \u2014 das M\u00e4dchen war sch\u00f6n von Bildung und von Ansehn \u2014 als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, nahm sie Mordechaj sich zur Tochter. <sup>8<\/sup>Als nun der Befehl des K\u00f6nigs und sein Gesetz bekannt wurde, und als nun viele M\u00e4dchen in die Residenz Schuschan gebracht wurden, unter Aufsicht Hegais, da wurde auch Esther in das Haus des K\u00f6nigs geholt unter Aufsicht Hegais, des H\u00fcters der Frauen. <sup>9<\/sup>Das M\u00e4dchen gefiel ihm und gewann Gunst bei ihm, und er gab ihr schnell die Salbungen und ihre Gaben und die sieben M\u00e4dchen, die ausersehen waren, ihr aus dem Hause des K\u00f6nigs beigegeben zu werden; er zeichnete sie und ihre M\u00e4dchen aufs beste in dem Frauenhause aus. <sup>10<\/sup>Aber Esther verriet nicht ihr Volk und ihre Herkunft, denn Mordechaj hatte ihr geboten, dass sie es nicht aussage. <sup>11<\/sup>Tag f\u00fcr Tag wandelte Mordechaj vor dem Hofe des Frauenhauses, nach Esthers Wohlbefinden zu fragen, und was mit ihr geschehe. <sup>12<\/sup>Als nun die Reihe herankam an jedes M\u00e4dchen, vor dem K\u00f6nig Achaschwerosch zu erscheinen \u2014 nachdem ihr bewilligt worden nach dem Brauch der Frauen zw\u00f6lf Monate, denn somit waren um die Tage ihrer Salbungen, sechs Monate mit Myxrrhen\u00f6l und sechs Monate mit Balsam und mit Wohlger\u00fcchen der Frauen; <sup>13<\/sup>So kam das M\u00e4dchen zum K\u00f6nige \u2014 alles, was sie verlangte, wurde ihr gestattet mitzubringen von dem Frauenhause in das Haus des K\u00f6nigs. <sup>14<\/sup>Am Abend kam sie und am Morgen kehrte sie zur\u00fcck in das zweite Frauenhaus unter Aufsicht des Saasgas, Hofbedienten des K\u00f6nigs des H\u00fcters der Kebsweiber; sie kam nicht mehr zum K\u00f6nig, es sei denn, dass der K\u00f6nig nach ihr verlangte und sie mit Namen gerufen wurde. <sup>15<\/sup>Als nun die Reihe kam an Esther, Tochter Abihajils, des Onkels Mordechajs, die er sich zur Tochter genommen, vor den K\u00f6nig zu erscheinen, forderte sie nichts, au\u00dfer was Hegai sagte, der Hofbediente des K\u00f6nigs, der H\u00fcter der Frauen; und so gewann Esther Gunst in den Augen aller, die sie sahen. <sup>16<\/sup>Esther wurde geholt zum K\u00f6nig Achaschwerosch in sein K\u00f6nigshaus im zehnten Monat, das ist der Monat Tewet, im siebenten Jahre seiner Regierung. <sup>17<\/sup>Der K\u00f6nig liebte Esther vor allen Frauen, sie gewann Gunst und Huld bei ihm mehr denn alle Jungfrauen; er setzte die K\u00f6nigskrone auf ihr Haupt und machte sie zur K\u00f6nigin an Vastis statt. <sup>18<\/sup>Der K\u00f6nig gab all seinen F\u00fcrsten und Dienern ein gro\u00dfes Mahl, das Mahl Esthers, er erteilte den Landschaften Steurerlass und gab Geschenke nach Verm\u00f6gen des K\u00f6nigs. <sup>19<\/sup>Als das zweitemal Jungfrauen zusammengebracht wurden, sa\u00df Mordechaj bereits [durch den Einflu\u00df Esthers] am Tore des K\u00f6nigs. <sup>20<\/sup>Esther hatte zwar ihre Herkunft und ihr Volk nicht verraten, so wie es Mordechaj ihr geboten; das Gehei\u00df Mordechajs befolgte Esther ebenso als da sie in seiner Pflege war. <sup>21<\/sup>In jenen Tagen, da Mordechaj am Tore des K\u00f6nigs weilte, erbosten sich Bigtan und Teres, zwei Hofbediente des K\u00f6nigs, von den Torh\u00fctern, und trachteten, an den K\u00f6nig Achaschwerosch Hand zu legen. <sup>22<\/sup>Die Sache wurde dem Mordechaj kund, und er meldete sie der K\u00f6nigin Esther; Esther sagte sie dem K\u00f6nige im Namen Mordechajs. <sup>23<\/sup>Die Sache wurde untersucht und [richtig] befunden; da wurden beide an den Pfahl geh\u00e4ngt. Dies wurde eingeschrieben in das Buch der Chronik vor dem K\u00f6nige.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-3\">Kapitel 3<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Nach diesen Begebenheiten machte der K\u00f6nig Achaschwerosch den Haman, Sohn Hamdatas, den Agagi, gro\u00df und erhob ihn; er setzte seinen Stuhl \u00fcber die aller F\u00fcrsten, die um ihn waren. <sup>2<\/sup>Alle Diener des K\u00f6nigs, die am Tore des K\u00f6nigs standen, beugten das Knie und warfen sich nieder vor Haman, denn so hatte es der K\u00f6nig seinetwegen geboten; nur Mordechaj beugte nicht das Knie und warf sich nicht nieder. <sup>3<\/sup>Da fragten die Diener des K\u00f6nigs, die am Tore des K\u00f6nigs standen, den Mordechaj: Warum \u00fcbertrittst du das Gebot des K\u00f6nigs? <sup>4<\/sup>Da sie zu ihm also Tag f\u00fcr Tag sprachen und er auf sie nicht h\u00f6rte, so meldeten sie es dem Haman, um zu sehen, ob das Betragen Mordechajs stand halten werde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei. <sup>5<\/sup>Als Haman nun merkte, dass Mordechaj nicht das Knie beugte und sich vor ihm nicht niederwarf, da ward Haman voller Wut. <sup>6<\/sup>Aber er achtete es gering, an Mordechaj allein Hand zu legen \u2014 denn man hatte ihm das Volk Mordechajs angezeigt \u2014 sondern Haman trachtete danach, alle Juden im ganzen K\u00f6nigreiche des Achaschwerosch, das Volk Mordechajs zu vertilgen. <sup>7<\/sup>Im ersten Monat, das ist der Monat Nissan, im zw\u00f6lften Jahre des K\u00f6nigs Achaschwerosch, warf man Pur, das ist: das Los, vor Haman [einen f\u00fcr das Verhalten Hamans geeigneten Tag zu bebestimmen] von Tag auf Tag und von Monat [zu Monat], bis auf den zw\u00f6lften Monat, das ist der Monat Adar. <sup>8<\/sup>Da sprach Haman zum K\u00f6nig Achaschwerosch: Da ist ein Volk, zerstreut uud versprengt unter die V\u00f6lker, durch alle Landschaften deines K\u00f6nigreichs, deren Gesetze unterschieden sind von denen der anderen V\u00f6lker, aber das Gesetz des K\u00f6nigs halten sie nicht, und dem K\u00f6nig bringt es nichts ein, wenn er sie l\u00e4\u00dft. <sup>9<\/sup>Wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, werde ausgeschrieben, sie zu vernichten, und zehntausend Kikar Silber will ich darw\u00e4gen in die H\u00e4nde der Schaffner, sie zu bringen in die Schatzkammer des K\u00f6nigs. <sup>10<\/sup>Der K\u00f6nig zog ab einen Siegelring von seiner Hand und gab ihn an Haman, Sohn Hamdatas, den Agagi, den Bedr\u00e4nger der Jude. <sup>11<\/sup>Und der K\u00f6nig sprach zu Haman: Das Silber ist dir geschenkt und dazu das Volk, mit ihm zu verfahren, wie es dir beliebt. <sup>12<\/sup>Da wurden die Schreiber des K\u00f6nigs am dreizehnten Tage des ersten Monats gerufen, und es wurde ganz so geschrieben, wie Haman es gebot, an die Satrapen des K\u00f6nigs und an die Landpfleger und jede Landschaft und an die Obern eines jeden Volkes, an jede Landschaft nach ihrer Schrift und an jedes Volk nach seiner Sprache; im Namen des K\u00f6nigs Achaschwerosch wurde geschrieben und untersiegelt mit dem Siegelring des K\u00f6nigs. <sup>13<\/sup>Die Briefe wurden durch Eilboten in alle Landschaften des K\u00f6nigs geschickt [mit dem Befehl], zu vertilgen, zu w\u00fcrgen und zu vernichten alle Juden, jung und alt, Kinder und Frauen, an einem Tage, am dreizehnten des zw\u00f6lften Monats, das ist der Monat Adar, und ihre Habe zu pl\u00fcndern. <sup>14<\/sup>Eine Abschrift des Schreibens, auszugeben als Gesetz in jede Landschaft, wurde allen V\u00f6lkern bekannt gemacht, dass sie ger\u00fcstet seien auf diesen Tag. <sup>15<\/sup>Die Eilboten gingen hurtig ab mit dem Befehl des K\u00f6nigs, und das Gesetz wurde ausgegeben in der Residenz Schuschan. Der K\u00f6nig und Haman setzten sich darauf zu zechen, aber in der Stadt Schuschan herrschte gro\u00dfe Best\u00fcrzung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-4\">Kapitel 4<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Als Mordechaj alles erfahren hatte, was geschehen war, zerri\u00df er seine Kleider und legte Sack an mit Asche und ging hinaus mitten durch die Stadt und schrie mit lautem und bitterlichem Weinen. <sup>2<\/sup>So kam er bis vor das Tor des K\u00f6nigs; denn man durfte nicht eingehen zum Tor des K\u00f6nigs in einem Sackkleide. <sup>3<\/sup>In allen Landschaften, allen Orten, wo der Befehl des K\u00f6nigs und sein Gesetz anlangte, war gro\u00dfe Trauer bei den Juden, Fasten und Weinen und Wehklagen; in Sack und Asche legten sich viele. <sup>4<\/sup>Es kamen die M\u00e4dchen Esthers und ihre Hofbedienten und meldeten es ihr, da erbebte die K\u00f6nigin gar sehr und sandte Kleider, den Mordechaj zu bekleiden und seinen Sack ihm abzunehmen; aber er nahm nichts an. <sup>5<\/sup>Dann rief Esther den Hatach, einen von den Hofbedienten des K\u00f6nigs, die er zu ihrem Dienst gestellt, und schickte ihn zu Mordechaj, dass er erfahre, was geschehen sei und wor\u00fcber das sei. <sup>6<\/sup>Hatach ging hinaus zu Mordechaj auf den Platz der Stadt, der vor dem Tore des K\u00f6nigs. <sup>7<\/sup>Da meldete ihm Mordechaj alles, was sich ereignet hatte, und die Angabe des Silbers, das Haman zugesagt, darzuw\u00e4gen in die Schatzkammer des K\u00f6nzgs, die Juden zu vernichten. <sup>8<\/sup>Auch eine Abschrift des Gesetzes, das in Schuschan ausgegeben worden zu ihrer Vertilgung, gab er ihm, sie Esther zu zeigen und ihr alles zu melden und sie zu veranlassen, zum K\u00f6nige zu gehen, vor ihm zu flehen und f\u00fcr ihr Volk zu bitten. <sup>9<\/sup>Hatach kam zur\u00fcck und meldete Esther die Worte Mordechajs. <sup>10<\/sup>Esther sprach zu Hatach und entbot ihn an Mordechaj: <sup>11<\/sup>Alle Diener des K\u00f6nigs und die Leute in den Landschaften des K\u00f6nigs wissen, dass es f\u00fcr jeden, Mann oder Weib, der zum K\u00f6nige kommt in den innern Hof, ohne gerufen zu sein, nur eine Bestimmung gibt: der Tod, au\u00dfer wenn der K\u00f6nig ihm den goldenen Zepter entgegenreicht, der bleibt leben; und ich bin nicht gerufen worden, zum K\u00f6nige zu kommen, seit drei\u00dfig Tagen. <sup>12<\/sup>Man meldete Mordechaj die Worte Esthers. <sup>13<\/sup>Mordechaj lie\u00df der Esther zur Antwort bringen: Bilde dir nicht ein, [allein] von allen Juden im Hause des K\u00f6nigs zu entkommen. <sup>14<\/sup>Denn, wenn du schweigst in solcher Zeit, wird den Juden Hilfe und Rettung erstehen von einem andern Orte her, aber du und dein Vaterhaus, ihr werdet umkommen. Und wer wei\u00df, ob du in einer solchen Zeit noch K\u00f6nigin sein wirst. <sup>15<\/sup>Esther lie\u00df nun dem Mordechaj zur Antwort bringen: <sup>16<\/sup>Gehe, versammle alle Juden, die sich in Schuschan befinden, und fastet um mich, weder esset noch trinket drei Tage, Nacht und Tag, auch ich und meine Dienerinnen werden so lange fasten, und dann werde ich kommen zum K\u00f6nige, was nicht nach dem Gesetz ist, denn ich bin so oder so verloren. <sup>17<\/sup>Mordechaj ging umher und ordnete an, wie ihm Esther geboten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-5\">Kapitel 5<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Am dritten Tage kleidete sich Esther k\u00f6niglich an und stellte sich in den innern Hof des K\u00f6nigshauses gegen\u00fcber dem Hause des K\u00f6nigs; der K\u00f6ni sa\u00df auf seinem K\u00f6nigsthrone im k\u00f6niglichen Hause gegen\u00fcber der T\u00fcre des Hauses. <sup>2<\/sup>Wie nun der K\u00f6nig die K\u00f6nigin Esther im Hofe stehen sah, gewann sie seine Gunst und der K\u00f6nig reichte Esther den goldenen Zepter in seiner Hand entgegen, und Esther nahte und ber\u00fchrte die Spitze des Zepters. <sup>3<\/sup>Der K\u00f6nig fragte sie: Was ist dir K\u00f6nigin Esther? und was ist dein Gesuch? Bis zur H\u00e4lfte des K\u00f6nigreichs soll dir gegeben werden. <sup>4<\/sup>Esther sprach darauf: Wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, komme der K\u00f6nig und Haman heute zu dem Mahle, das ich ihm bereitet. <sup>5<\/sup>Der K\u00f6nig befahl: Ruft schnell den Haman, dass der Wunsch Esthers geschehe! Also kam der K\u00f6nig und Haman zu dem Mahle, das Esther bereitet hatte. <sup>6<\/sup>Der K\u00f6nig sprach zu Esther beim Weintrinken: Was ist deine Bitte? sie soll dir gestattet werden. Was ist dein Gesuch? Bis zur H\u00e4lfte des K\u00f6nigreichs soll dir gew\u00e4hrt werden. <sup>7<\/sup>Da antwortete Esther: Meine Bitte und mein Gesuch ist: <sup>8<\/sup>Wenn ich Gunst gefunden bei dem K\u00f6nige, und wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, meine Bitte zu gew\u00e4hren und mein Gesuch zu tun, komme der K\u00f6nig und Haman zu dem Mahle, das ich ihnen bereiten werde; morgen werde ich thun nach dem Worte des K\u00f6nigs [und mein Anliegen vorbringen]. <sup>9<\/sup>Haman ging hinweg an diesem Tage fr\u00f6hlich und guten Mutes; aber wie Haman am Tore des K\u00f6nigs den Mordechaj erblickte, der nicht aufstand und sich nicht r\u00fchrte vor ihm, da wurde Haman voller Wut gegen Mordechaj. <sup>10<\/sup>Aber Haman tat sich Gewalt an und ging in sein Haus; er lie\u00df seine Freunde und seine Frau Seres kommen. <sup>11<\/sup>Haman erz\u00e4hlte ihnen von seiner Pracht und der Menge seiner S\u00f6hne, wie sehr ihn der K\u00f6nig gro\u00df gemacht, und wie er ihn erhoben \u00fcber die F\u00fcrsten und Diener des K\u00f6nigs. <sup>12<\/sup>Haman sprach [weiter]: Auch lie\u00df die K\u00f6nigin Esther keinen laden mit dem K\u00f6nige zum Mahle, das sie bereitete, als mich, und auch auf morgen bin ich zu ihr geladen mit dem K\u00f6nige. <sup>13<\/sup>Doch all das gilt mir nichts, so oft ich Mordechaj, den Juden, am Tore des K\u00f6nigs sitzen sehe. <sup>14<\/sup>Da rieten ihm seine Frau Seres und all seine Freunde: Man mache einen Pfahl, f\u00fcnfzig Ellen hoch, und morgen erbitte vom K\u00f6nige, dass man Mordechaj daran h\u00e4nge und gehe dann mit dem K\u00f6nige fr\u00f6hlich zum Mahle. Der Rat gefiel Haman, und er fertigte den Pfahl an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-6\">Kapitel 6<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>In derselben Nacht wich der Schlaf des K\u00f6nigs. Da gebot er, dass man ihm das Buch der Denkw\u00fcrdigkeiten, die Zeitgeschichte, bringe; und sie wurde gelesen vor dem K\u00f6nige. <sup>2<\/sup>Da fand man verzeichnet, dass Mordechaj ausgesagt hatte auf Bigtana und Teres, zwei Hofbediente des K\u00f6nigs, von den T\u00fcrh\u00fctern, dass sie getrachtet, Hand zu legen an den K\u00f6nig Achaschwerosch. <sup>3<\/sup>Der K\u00f6nig fragte: Welche Ehre und Auszeihnung ist dem Mordechaj daf\u00fcr zu Teil geworden? Es sprachen die Pagen des K\u00f6nigs, seine Diener: Nichts ist ihm geschehen. <sup>4<\/sup>Der K\u00f6nig fragte: Wer ist im Hofe? Eben war Haman gekommen in den \u00e4u\u00dfern Hof des K\u00f6nigshauses, um den K\u00f6uig zu bitten, dass man den Mordechaj an den Pfahl h\u00e4nge, den er f\u00fcr ihn aufgerichtet. <sup>5<\/sup>Die Pagen des K\u00f6nigs erwiderten: Haman steht im Hofe. Der K\u00f6nig sagte: Er mag eintreten! <sup>6<\/sup>Haman kam und der K\u00f6nig fragte ihn: Was ist zu tun mit einem Manne, den der K\u00f6nig zu ehren verlangt? Da dachte Haman in seinem Herzen: Wem wird wohl der K\u00f6nig verlangen, Ehre zu erzeigen, au\u00dfer mir? <sup>7<\/sup>Haman sprach zum K\u00f6nige: Der Mann, den der K\u00f6nig zu ehren verlangt \u2014 <sup>8<\/sup>Man bringe das k\u00f6nigliche Kleid, das der K\u00f6nig angelegt, und das Ro\u00df, worauf der K\u00f6nig geritten ist, als die k\u00f6nigliche Krone auf sein Haupt gesetzt worden; <sup>9<\/sup>Das Kleid und das Ro\u00df \u00fcbergebe man einem von den F\u00fcrsten des K\u00f6nigs, von den Edlen; er kleide den Mann an, den der K\u00f6nig zu ehren verlangt, und lasse ihn reiten auf dem Rosse durch den Platz der Stadt und rufe vor ihm her: Also geschieht dem Manne, den der K\u00f6nig zu ehren verlangt! <sup>10<\/sup>Der K\u00f6nig sprach darauf zu Haman: Nimm rasch das Kleid und das Ro\u00df, so wie du geredet, und tue so dem Juden Mordechaj, der am Tore des K\u00f6nigs weilt; lass nichts ausfallen von allem, was du geredet. <sup>11<\/sup>Haman nahm also das Kleid und das Ro\u00df und lie\u00df Mordechaj ankleiden; er lie\u00df ihn reiten durch den Platz der Stadt und rief vor ihm her: Also geschieht dem Manne, den der K\u00f6nig zu ehren verlangt! <sup>12<\/sup>Mordechaj kehrte zur\u00fcck in das Tor des K\u00f6nigs, und Haman st\u00fcrzte in sein Haus, traurig und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupte. <sup>13<\/sup>Haman erz\u00e4hlte seiner Frau Seres und all seinen Freunden alles, was ihm begegnet war. Da sprachen zu ihm seine Weisen und seine Frau Seres: Wenn Mordechaj aus dem Samen der Jude ist, vor dem du zu fallen angefangen, so wirst du nichts gegen ihn verm\u00f6gen, sondern du wirst immer tiefer vor ihm fallen. <sup>14<\/sup>Noch redeten sie mit ihm, da kamen die Hofbedienten des K\u00f6nigs und f\u00fchrten Haman schleunig zu dem Mahle, das Esther bereitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-7\">Kapitel 7<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Also kamen der K\u00f6nig und Haman, bei der K\u00f6nigin Esther zu zechen. <sup>2<\/sup>Der K\u00f6nig fragte Esther auch am zweiten Tage beim Weintrinken: Was ist deine Bitte, K\u00f6nigin Esther? Sie soll dir gestattet werden. Was ist dein Gesuch? Bis zur H\u00e4lfte des K\u00f6nigreichs soll dir gew\u00e4hrt werden. <sup>3<\/sup>Da antwortete die K\u00f6nigin Esther und sprach: Wenn ich bei dir Gunst gefunden habe, o K\u00f6nig, und es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, werde mir mein Leben geschenkt auf meine Bitte und mein Volk auf mein Gesuch. <sup>4<\/sup>Denn wir sind verkauft worden, ich und mein Volk, vertilgt, umgebracht und vernichtet zu werden; wenn wir doch als Knechte und M\u00e4gde w\u00e4ren verkauft worden, ich h\u00e4tte geschwiegen, denn der Feind ist nicht den Schaden des K\u00f6nigs wert. <sup>5<\/sup>Da fragte der K\u00f6nig Achaschwerosch die K\u00f6nigin Esther: Wer is das und wo ist der, der es gewagt hat, also zu tun? <sup>6<\/sup>Esther erwiderte: Ein verfolgungss\u00fcchtiger und geh\u00e4ssiger Feind, dieser b\u00f6se Haman! Da erschrak Haman vor dem K\u00f6nig und der K\u00f6nigin. <sup>7<\/sup>Der K\u00f6nig erhob sich in seinem Zorn von dem Weingelage in dem Schlo\u00dfgarten; Haman blieb, f\u00fcr sein Leben zu bitten bei der K\u00f6nigin Esther, denn er sah, dass das Ungl\u00fcck f\u00fcr ihn fertig war von Seiten des K\u00f6nigs. <sup>8<\/sup>Der K\u00f6nig kam gerade zur\u00fcck aus dem Schlo\u00dfgarten, in das Haus des Weingelages, als Haman auf das Polster hingesunken war, worauf Esther sa\u00df. Da prach der K\u00f6nig! Willst du noch der K\u00f6nigin Gewalt anthun bei mir im Hause? Das Wort war ausgesprochen aus dem Munde des K\u00f6nigs, und das Gesicht Hamans erbleichte. <sup>9<\/sup>Da sprach Harbona, einer von den Hofbedienten, vor dem K\u00f6nig: Auch ist da der Pfahl, den Haman f\u00fcr Mordechaj gemacht, der zum Wohl des K\u00f6nigs geredet; er steht im Hause Hamans, f\u00fcnfzig Ellen hoch. Da befahl der K\u00f6nig: H\u00e4ng ihn daran! <sup>10<\/sup>Sie h\u00e4ngten den Haman an den Pfahl, den er f\u00fcr Mordechaj errichtet. Der Zorn des K\u00f6nigs legte sich dann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-8\">Kapitel 8<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>An jenem Tage gab der K\u00f6nig Achaschwerosch der K\u00f6nigin Esther das Haus Hamans, des Bedr\u00e4ngers der Jude, und Mordechaj kam vor den K\u00f6nig denn Esther hatte gesagt, was er ihr sei. <sup>2<\/sup>Der K\u00f6nig zog ab seinen Siegelring, den er Haman genommen hatte, und gab ihn Mordechaj. Esther setzte Mordechaj \u00fcber das Haus Hamans. <sup>3<\/sup>Esther redete ferner vor dem K\u00f6nige; sie fiel nieder zu seinen F\u00fc\u00dfen und weinte und flehte vor ihm, abzuwenden die Bosheit Hamans, des Agagi, und seinen Anschlag, den er ersonnen wider die Juden. <sup>4<\/sup>Der K\u00f6nig reichte Esther den goldenen Zepter, und Esther erhob sich und stand vor dem K\u00f6nige. <sup>5<\/sup>Sie sprach: Wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, wenn ich bei ihm Gunst gefunden und die Sache recht ist vor dem K\u00f6nige, und ich gefalle in seinen Augen, so werde geschrieben, zu widerrufen die Briefe mit dem Anschlage Hamans, Sohnes Hamdata, des Agagi, die er geschrieben zu vernichten die Juden in allen Landschaften des K\u00f6nigs. <sup>6<\/sup>Denn wie verm\u00f6chte ich mit anuzusehen das Unheil, das mein Volk treffen wird, und wie verm\u00f6chte ich anzuseben die Vernichtung meines Geschlechts! <sup>7<\/sup>Der K\u00f6nig Achaschwerosch sprach zu der K\u00f6nigin und zu dem Juden Mordechaj: Das Haus Hamans habe ich Esther gegeben und ihn selbst h\u00e4ngte man an den Pfahl, weil er seine Hand ausgestreckt gegen die Juden. <sup>8<\/sup>Ihr aber schreibt f\u00fcr die Juden, wie es euch gef\u00e4llt, im Namen des K\u00f6nigs und besiegelt mit dem Siegelring des K\u00f6nigs; denn eine Shrift, die geschrieben worden im Namen des K\u00f6nigs und besiegelt mit dem Siegelring des K\u00f6nigs, ist nicht zur\u00fcck zu weisen. <sup>9<\/sup>Also wurden die Schreiber des K\u00f6nigs gerufen in derselben Zeit, am dreiundzwanzigsten des dritten Monats, das ist der Monat Siwan, und es wurde geschrieben, ganz wie es Mordechaj geboten, an die Juden und an die Satrapen und die Landpfleger und die Obern der Landschaften von Hodu bis Kusch, hundertundsiebenundzwanzig Landschaften, an jede Landschaft nach ihrer Schrift und an jedes Volk nach seiner Sprache und an die Juden nach ihrer Schrift und nach ihrer Sprache. <sup>10<\/sup>Man schrieb im Namen des K\u00f6nigs Achaschwerosch und besiegelte mit dem Siegelring des K\u00f6nigs und sandte Briefe durch die Eilboten auf Rossen, die ritten auf Rennern, Maultieren und jungen Stuten: <sup>11<\/sup>Dass der K\u00f6nig gestattet hat den Juden, die in jeder Stadt sind, sich zu versammeln und zu stehen f\u00fcr ihr Leben, zu vertilgen, umzubringen und zu vernichten alle Kriegsmacht des Volkes und der Landschaft, die sie angreifen w\u00fcrden, Kinder und Frauen, und ihre Habe zu pl\u00fcndern. <sup>12<\/sup>An einem Tage in allen Landschaften des K\u00f6nigs Achaschwerosch, dem dreizehnten des zw\u00f6lften Monats, das ist der Monat Adar; <sup>13<\/sup>Eine Abschrift des Schreibens auszugeben als Gesetz in jeder Landschaft, bekannt gemacht an alle V\u00f6lker, und da die Juden ger\u00fcstet seien auf diesen Tag, sich zu r\u00e4chen an ihren Feinden. <sup>14<\/sup>Die Eilboten, reitend auf Rennern und Maultieren, zogen aus, schleunig und hurtig, auf das Gehei\u00df des K\u00f6nigs. Das Gesetz wurde ausgegeben in der Residenz Schuschan. <sup>15<\/sup>Mordechaj ging von dem K\u00f6nige in k\u00f6niglicher Kleidung, purpurblau und wei\u00df, und mit einer gro\u00dfen goldenen Krone und in einem Mantel von Byssus und Purpur. Die Stadt Schuschan jauchzte und war fr\u00f6hlich. <sup>16<\/sup>Bei den Juden herrschte Licht und Freude, Lust und Ehre. <sup>17<\/sup>Und in jeder Landschaft und in jeder Stadt, aller Orten, wo der Befehl des K\u00f6nigs und sein Gesetz anlangte, war Freude und Lust bei den Juden, Gastmahl und Festtag; viele aus den V\u00f6lkern des Landes bekehrten sich zum Judentum, denn die Angst vor den Juden war \u00fcber sie gefallen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-9\">Kapitel 9<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Am dreizehnten des zw\u00f6lften Monats, das ist der Monat Adar, da der Befehl des K\u00f6nigs und sein Gesetz zur Ausf\u00fchrung kommen sollte, an dem Tage, da die Feinde der Juden gehofft haften, mit ihnen zu schalten, und es sich wandte, dass sie, die Juden, schalteten mit ihren Hassern; <sup>2<\/sup>Versammelten sich die Juden in ihren St\u00e4dten, in allen Landschaften des K\u00f6nigs Achaschwerosch, Hand zu legen an die, welche ihnen B\u00f6ses zugedacht hatten; keiner hielt stand vor ihnen, denn die Angst vor ihnen war gefallen \u00fcber alle V\u00f6lker. <sup>3<\/sup>Alle Obersten der Landschaften und die Satrapen und die Landpfleger und Schaffner des K\u00f6nigs hielten die Juden hoch in Ehren, denn die Angst vor Mordechaj war \u00fcber sie gefallen. <sup>4<\/sup>Denn gro\u00df war Mordechaj im Hause des K\u00f6nigs, und sein Ruf ging durch alle Landschaften, dass der Mann Mordechaj immer gr\u00f6\u00dfer wurde. <sup>5<\/sup>Es schlugen die Juden unter ihren Feinden mit dem Schwerte, sie brachten um und vertilgten und taten an ihren Feinden nach Herzenslust. <sup>6<\/sup>In der Residenz Schuschan erschlugen die Juden und vernichteten f\u00fcnfhundert Mann.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>7<\/sup>Auch Parsandata, Dalfon und Aspata,<\/p>\n\n\n\n<p><sup>8<\/sup>Porata, Adalja und Aridata,<\/p>\n\n\n\n<p><sup>9<\/sup>Parmasta, Arisai, Aridai und Waisata,<\/p>\n\n\n\n<p><sup>10<\/sup>Die zehn S\u00f6hne Hamans, Sohnes Hamdata, des Bedr\u00e4ngers der Juden, erschlugen sie; aber nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>11<\/sup>Am selben Tage kam das Verzeichnis der in der Residenz Schuschan Erschlagenen vor den K\u00f6nig. <sup>12<\/sup>Der K\u00f6nig sprach zu der K\u00f6nigin Esther: In der Residenz Schuschan haben die Juden f\u00fcnfhundert Mann erschlagen und vernichtet und die zehn S\u00f6hne Hamans; was haben sie in den \u00fcbrigen Landschaften des K\u00f6nigs getan? Was ist deine fernere Bitte, sie soll dir gew\u00e4hrt werden, und was dein Gesuch ferner sei, es soll geschehen. <sup>13<\/sup>Esther sprach: Wenn es dem K\u00f6nige gef\u00e4llt, werde auch morgen gestattet den Juden in Schuschan zu tun nach der Weise von heute, und die zehn S\u00f6hne Hamans h\u00e4nge man an den Pfahl. <sup>14<\/sup>Der K\u00f6nig befahl, dass also geschehe. Das Gesetz wurde ausgegeben in Schuschan, und die zehn S\u00f6hne Hamans h\u00e4ngte man. <sup>15<\/sup>Es versammelten sich also die Juden in Schuschan auch am vierzehnten Tage des Monats Adar und erschlugen in Schuschan dreihundert Mann; doch nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand. <sup>16<\/sup>Die \u00fcbrigen Juden aus den Landschaften des K\u00f6nigs versammelten sich ebenfalls und standen f\u00fcr ihr Leben und schafften sich Ruhe vor ihren Feinden; sie erschlugen unter ihren Hassern f\u00fcnfundsiebzigtausend \u2014 doch nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand. <sup>17<\/sup>[Dies geschah] am dreizehnten Tage des Monats Adar; sie rasteten am vierzehnten desselben [Monats] und feierten ihn als einen Tag des Mahls und der Freude. <sup>18<\/sup>die Juden in Schuschan hatten sich am dreizehnten und am vierzehnten versammelt und am f\u00fcnfzehnten desselben [Monats] gerastet; sie feierten ihn als einen Tag des Mahls und der Freude. <sup>19<\/sup>Darum feiern die Juden des flachen Landes, die in den offenen St\u00e4dten wohnen, den vierzehnten Tag des Monats Adar als Tag der Freude und des Mahls und als Festtag und schicken Gaben einer dem andern. <sup>20<\/sup>Mordechaj schrieb diese Begebenheiten auf und sandte Briefe an alle Juden in allen Landschaften des K\u00f6nigs Achaschwerosch, die nahen und die fernen: <sup>21<\/sup>Dass sie f\u00fcr sich festsetzen, zu feiern den vierzehnten Tag des Monats Adar und den f\u00fcnfzehnten Tag, Jahr f\u00fcr Jahr. <sup>22<\/sup>Wie an den Tagen, an denen die Juden sich Ruhe geschafft von ihren Feinden und dem Monat, der sich ihnen verwandelt aus Kummer in Freude und aus Trauer in Festtag \u2014 sie zu feiern als Tage des Mahls und der Freude und Gaben zu schicken einer dem andern und Geschenke zu verabreichen an die D\u00fcrftigen. <sup>23<\/sup>die Juden nahmen auf sich, was sie begonnen hatten zu tun, und was Mordechaj an sie geschrieben. <sup>24<\/sup>Denn Haman, Sohn Hamdatas, der Agagi, Bedr\u00e4nger der Juden, hatte wider die Juden im Sinne, sie zu vernichten, und lie\u00df Pur werfen, das ist das Los, sie zu verderben und zu vernichten. <sup>25<\/sup>Aber als sie vor den K\u00f6nig kam, ebot er in einem Briefe: Es komme ein b\u00f6ser Anschlag, den er ersonnen wider die Juden, auf sein Haupt. Man h\u00e4ngte ihn und seine S\u00f6hne an den Pfahl. <sup>26<\/sup>Darum nannte man diese Tage Purim, nach dem Namen Pur; eben deswegen, wegen der Begebenheiten dieses Briefes, sowohl dessen, was sie erlebt dadurch, als was ihnen zugesto\u00dfen ist. <sup>27<\/sup>die Juden best\u00e4tigten und nahmen auf sich und ihre Nachkommen und auf alle, die sich ihnen anschlie\u00dfen, dass es keiner \u00fcbertrete, zu feiern diese beiden Tage nach der Vorschrift und nach ihrer Zeit, Jahr f\u00fcr Jahr. <sup>28<\/sup>Es bleiben diese Tage im Andenken und werden gefeiert in jedem Zeitalter, in jedem Geschlecht, jeder Landschaft und jeder Stadt; und diese Tage der Purim sollen nicht aufh\u00f6ren unter den Juden und ihr Ged\u00e4chtnis ende nicht bei ihren Nachkommen. <sup>29<\/sup>Die K\u00f6nigin Esther, die Tochter Abihajils, und der Jude Mordechaj schrieben diesen Brief der Purim, um es mit allem Nachdruck zu best\u00e4tigen, zum zweitenmal. <sup>30<\/sup>Er sandte Briefe an alle Juden in die hundertsiebenundzwanzig Landschaften des K\u00f6nigsreichs des Achaschwerosch, Worte des Friedens und der Zuversicht. <sup>31<\/sup>Festzusetzen diese Tage der Purim in ihren Zeiten, so wie es f\u00fcr sich best\u00e4tigt hatten der Jude Mordechaj und die K\u00f6nigin Esther, und so wie sie best\u00e4tigt hatten f\u00fcr sich und ihre Nachkommen: die Fasten und das Beten. <sup>32<\/sup>Das Gehei\u00df Esther best\u00e4tigte diese Purim, und es wurde in einem Buche niedergeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitel-10\">Kapitel 10<\/h2>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>Der K\u00f6nig Achaschwerosch legte einen Tribut auf das Land und die Eilande des Meeres. <sup>2<\/sup>Die ganze Geschichte seiner Macht und St\u00e4rke und die Er\u00f6rterung von der Gr\u00f6\u00dfe Mordechajs, wie ihn der K\u00f6nig gro\u00df gemacht, das ist beschrieben in dem Buche der Chrouik der K\u00f6nige von Medien und Persien. <sup>3<\/sup>Denn der Jude Mordechaj war der zweite nach dem K\u00f6nig Achaschwerosch; [er war] gro\u00df unter den Juden und beliebt bei der Menge seiner Br\u00fcder; er f\u00f6rderte das Wohl seines Volkes und redete zum Heil all seiner Nachkommen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00c4nderungen der Personennamen und einiger syntaktischer Elemente: Chajm Guski<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/p\/zero\/1.0\/88x31.png?w=840\" alt=\"CC0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/\">Der Tanach in deutscher Sprache \u2013 Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch Esther in der (angepassten) j\u00fcdischen \u00dcbersetzung von Rabbiner Dr. Simon Bernfeld. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Kapitel 1 1Es ereignete sich in den Tagen des Achaschwerosch, desselben Achaschwerosch, der von Hodu bis Kusch \u00fcber hundertsiebenundzwanzig Landschaften regierte. 2In jenen Tagen, als der K\u00f6nig Achaschwerosch auf seinem K\u00f6nigsthron in der Residenz Schuschan sa\u00df; 3Im dritten Jahre seiner Regierung gab er ein Mahl f\u00fcr alle seine F\u00fcrsten und Diener, f\u00fcr das Heer von Persien und Medien, f\u00fcr die Edeln und Obern der Landschaften, die um ihn waren. 4Er zeigte ihnen dabei den Reichtum seiner Herrschaft und den Ruhm seiner erhabenen Macht, [die Festlichkeiten w\u00e4hrten] hundertundachtzig Tage. 5Und als diese Tage um waren, gab der K\u00f6nig f\u00fcr alles Volk, das sich in der Residenz Schuschan vorfand, von Gro\u00df bis Klein, ein Mahl von sieben Tagen im Hofe des Schlo\u00dfgartens des K\u00f6nigs. 6[Alles war geschm\u00fcckt mit] wei\u00dfen, gr\u00fcnen und himmelblauen [Vorh\u00e4ngen], befestigt mit Schn\u00fcren von Byssus und Purpurwolle an silbernen Walzen und Marmors\u00e4ulen; Polster von Gold und Silber auf einem Estrich von &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3661,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"class_list":["post-8349","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8349"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8354,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8349\/revisions\/8354"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}