{"id":10033,"date":"2024-07-23T21:05:53","date_gmt":"2024-07-23T19:05:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10033"},"modified":"2024-10-08T12:25:05","modified_gmt":"2024-10-08T10:25:05","slug":"die-bedeutung-von-tiberias-in-der-juedischen-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-bedeutung-von-tiberias-in-der-juedischen-geschichte\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung von Tiberias in der j\u00fcdischen Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie kam es, dass der einst rituell unreine Ort Tiberias, an dem sich kein Jude aufhalten wollte, schlie\u00dflich zur viertheiligsten Stadt der Juden wurde, nach Jerusalem, Hebron und Safed?<\/p>\n\n\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"r\u00f6mische-herrschaft\">R\u00f6mische Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Ort, am Westrand des Genezareth-Sees gelegen, war schon in vorbiblischer Zeit besiedelt und wird im Buch Josua \u00bbRakkah\u00ab genannt. Er geh\u00f6rte zum Gebiet des israelitischen Stammes Nafthali. Wo Menschen siedeln, entstehen auch Friedh\u00f6fe, und im Lauf der vielen Jahrhunderte war in dem s\u00fcdlich davon und sehr nahe gelegenen Nachbarort <em>Chammath<\/em> ein gro\u00dfes Gr\u00e4berfeld entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der r\u00f6mischen Herrschaft war das Heilige Land in mehrere Provinzen aufgeteilt: Im S\u00fcden und in der Mitte lagen Jud\u00e4a und Samaria, im Norden Galil\u00e4a und jenseits des Jordans Per\u00e4a. Herodes Antipas war der Herrscher \u00fcber Galil\u00e4a und Per\u00e4a. Er war ein Sohn von Herodes dem Gro\u00dfen, dem K\u00f6nig \u00fcber Jud\u00e4a und Samaria. Herodes Antipas beschloss, zu Ehren seines G\u00f6nners, des r\u00f6mischen Kaisers Tiberius, im Gebiet des einstigen Rakkah und teilweise just \u00fcber dem Gr\u00e4berfeld des angrenzenden Chammath eine pr\u00e4chtige r\u00f6mische Stadt zu bauen, und lie\u00df ab dem Jahr 17 n.d.Z. (nach der Zeitenwende) dort Pal\u00e4ste, ein Theater, ein Forum und eine Rennbahn im r\u00f6misch-griechischen Stil errichten. Er nannte die Stadt \u00bbTiberias\u00ab. Doch der Boden galt f\u00fcr die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung als rituell unrein. Keiner wollte dort wohnen, und es gelang Herodes Antipas nur mit Zwangsma\u00dfnahmen und massiver Vorteilsgew\u00e4hrung diese Stadt zu besiedeln. Er machte Tiberias zum Verwaltungssitz Galil\u00e4as, und l\u00f6ste damit das in den galil\u00e4ischen Bergen gelegene Sepphoris ab. Tiberias wurde zum Zentrum des Hellenismus in Galil\u00e4a.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes der Gro\u00dfe, der von den R\u00f6mern \u00fcber das Heilige Land eingesetzte K\u00f6nig, regierte vom Jahr 37 v.d.Z (vor der Zeitenwende) bis zum Jahr 4 n.d.Z. Nach seinem Tod setzten die R\u00f6mer einen \u00bbProkurator\u00ab genannten Statthalter des r\u00f6mischen Kaisers ein, der das Land \u00fcber alle Ma\u00dfen auspl\u00fcnderte. Es kam zum Aufstand, zum so genannten Ersten j\u00fcdischen Krieg, der von 66 \u2013 70 n.d.Z. dauerte. Er wurde von den R\u00f6mern brutal niedergeworfen und endete mit der Zerst\u00f6rung des Zweiten Jerusalemer Tempels durch den Feldherrn Titus. Der Gelehrte Jochanan ben Zakkaj sah die Katastrophe voraus und floh aus dem belagerten Jerusalem nach Jawne (griech. Yamnia) am Mittelmeer und gr\u00fcndete dort ein neues Lehrhaus und machte Jawne auch zum neuen Sitz des Sanhedrin (griech. Synhedrion), des Hohen Rats und innerj\u00fcdischen Parlaments. Damit hatte sich das geistige Zentrum des Judentums von Jerusalem nach Jawne verlagert. Dort wurden die Grundlagen f\u00fcr das Fortbestehen des Judentums nach der Zerst\u00f6rung des Tempels und der Aufl\u00f6sung der alten Ordnung gelegt: Der Ritus wurde neu gestaltet; das Gebet trat an die Stelle der Tieropfer; letztere wurden zu Meditationsinhalten. Die Hauptgebetstexte wurden formuliert, der Festtagskalender bestimmt und der Kanon der j\u00fcdischen Bibel wurde in Abgrenzung zu griechischem Gedankengut festgelegt. Von Jawne aus kam es zur Gr\u00fcndung weiterer Gelehrtenschulen, unter Anderem im nahen Bnej Brak, wo der bedeutende Gelehrte Akiva ben Yosef unterrichtete.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"rabbi-akiwa\">Rabbi Akiwa<\/h2>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit herrschte inzwischen nun der r\u00f6mische Kaiser Hadrian, der mit einer forcierten Hellenisierungspolitik das alte Griechentum wieder herstellen wollte und die Aus\u00fcbung der j\u00fcdischen Religion verbot. Sein urspr\u00fcngliches Versprechen, den Tempel in Jerusalem wieder zu errichten, brach er und beabsichtigte Jerusalem zu einer v\u00f6llig r\u00f6mischen Stadt mit Namen Aelia Capitolina zu machen. Dies f\u00fchrte zum erneuten Aufstand der Juden, dem so genannten Zweiten J\u00fcdischen Krieg gegen die R\u00f6mer (132 \u2013 135 n.d.Z.) unter der Anf\u00fchrung von Schimeon bar Kosiba, genannt Bar Kochba (\u00bbSternensohn\u00ab), der anf\u00e4nglich auch siegreich war und von Vielen, auch von R. (Rabbi) Akiwa, bereits als der erwartete Messias angesehen wurde. Doch die R\u00f6mer warfen auch diesen Aufstand nieder und besiegten Bar Kochba. Aus Rache zerst\u00f6rte Kaiser Hadrian Jerusalem nun v\u00f6llig und verbot Juden jeglichen Zutritt zum Stadtgebiet. R. Akiwa starb einen grausamen M\u00e4rtyrertod.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Juden flohen jetzt aus Jud\u00e4a nach Galil\u00e4a, unter Anderen auch zwei Sch\u00fcler R. Akiwas, R. Me\u2019ir und R. Schimeon bar Jochaj. Sie gr\u00fcndeten in Uscha in Galil\u00e4a zun\u00e4chst ein neues Lehrhaus und machten es zum Sitz eines neuen Sanhedrin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-mischnah-und-der-talmud\">Die Mischnah und der Talmud<\/h2>\n\n\n\n<p>Obwohl der Nachfolger Kaiser Hadrians, Antoninus Pius, ab 138 n.d.Z. die schweren antij\u00fcdischen Gesetze seines Vorg\u00e4ngers teilweise aufhob, bestand unver\u00e4ndert die Gefahr, dass die m\u00fcndliche \u00dcberlieferung, insbesondere der m\u00fcndlichen Torah, die die Israeliten zusammen mit der schriftlichen Torah am Berg Sinai erhalten hatten, nun in Vergessenheit geraten und verloren gehen k\u00f6nnte. So begannen R. Me\u2019ir und R. Schimeon bar Jochaj \u00fcberlieferte Lehrs\u00e4tze, Mischnajoth, zu sammeln, unterst\u00fctzt von R. Me\u2019irs gelehrter Ehefrau, Brurijah, die f\u00fcr ihr gro\u00dfes Ged\u00e4chtnis ber\u00fchmt war. Auf dieser Sammlung aufbauend, entschloss sich der Leiter des Sanhedrins, R. Yehudah, genannt ha-Nassi (\u00bbder F\u00fcrst\u00ab), um das Jahr 200 n.d.Z. schweren Herzens, die m\u00fcndliche Torah, die eigentlich nie schriftlich fixiert werden sollte, nun doch aufzuschreiben und sie so vor dem Verloren-Gehen zu bewahren. Die in Hebr\u00e4isch niedergeschriebene m\u00fcndliche Torah wird \u00bbMischnah\u00ab, \u00bbdie Zweite\u00ab genannt. W\u00e4hrend die schriftliche Torah weitgehend eine chronologische Darstellung von Ereignissen ist, ist die Mischnah eine in sechs Ordnungen gegliederte Orientierungshilfe f\u00fcr ein gottgef\u00e4lliges Leben. In der Folge wurde die Mischnah diskutiert; die Diskussionen wurden in der damaligen Landessprache, Aram\u00e4isch, gehalten und ebenfalls niedergeschrieben und unter der Bezeichnung \u00bbGemara\u00ab der Mischnah beigef\u00fcgt. Mischnah und Gemara zusammen werden \u00bbTalmud\u00ab genannt. Der im Heiligen Land um 450 n.d.Z. endverfasste Talmud wird Jerusalemer oder Pal\u00e4stinensischer Talmud genannt. Gleichzeitig entstand auch in der zwischenzeitlich bedeutsam gewordenen babylonischen Diaspora ein Talmud, umf\u00e4nglicher und vollst\u00e4ndiger als der Jerusalemer und erst um 700 n.d.Z. endverfasst, und wird Babylonischer Talmud genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nach Galil\u00e4a geflohene R. Schimeon bar Jochaj litt unter einer schweren rheumatischen Erkrankung. Mitte des 2. Jh. n.d.Z. ging er nach Tiberias, um die ber\u00fchmten warmen Mineralquellen von Chammath im S\u00fcden der Stadt aufzusuchen. Er genas von seinem Leiden und erkl\u00e4rte daraufhin die Stadt f\u00fcr nunmehr kultisch rein. Nachdem der Sitz des Sanhedrin von Uscha nach Beth Schearim und von dort nach Tsippori (griech. Sepphoris) verlegt worden war, wurde sein Sitz Ende des 2. Jh. schlie\u00dflich nun nach Tiberias verlegt, welches sich in der Folge zum religi\u00f6sen Zentrum des Judentums im Heiligen Land entwickelte. Die Bev\u00f6lkerung der Stadt wuchs auf 40.000 Einwohner. Eine Reihe von Synagogen entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend all dieser Ereignisse war das Christentum im Heiligen Land entstanden und erstarkte zunehmend, anfangs noch gegen die Ablehnung durch die j\u00fcdische Mehrheit, sp\u00e4ter gegen die Anfeindungen von r\u00f6mischer Seite. Schlie\u00dflich wurde es 391 n.d.Z. Staatsreligion im ganzen r\u00f6mischen Reich. Da die meisten Juden sich nicht zum Christentum bekehren wollten, kam es ab Ende des 4. Jahrhunderts von christlicher Seite zunehmend zu Judenverfolgungen. Synagogen wurden zerst\u00f6rt, ihr Neubau verboten, und Anderes mehr. Nach der Teilung des r\u00f6mischen Reiches 395 n.d.Z. in Westrom und Ostrom, welch letzteres nun das Byzantinische Reich wurde, verf\u00fcgte die byzantinische Regierung 425 n.d.Z. die Aufl\u00f6sung des Sanhedrin, des innerj\u00fcdischen Parlaments im Heiligen Land. Unter diesen Restriktionen kam es zu einem fortschreitenden Niedergang der j\u00fcdischen Gemeinschaft im Heiligen Land. Das religi\u00f6se Zentrum des Judentums verlagerte sich allm\u00e4hlich in die Diaspora, vor Allem nach Babylon (Mesopotamien), das an Bedeutung gewann.<\/p>\n\n\n\n<p>War im Jahr 70 n.d.Z. in Jawne die Grundlage f\u00fcr das Fortbestehen des Judentums gelegt worden, blieb nun Tiberias aber der Ort, an dem die \u00dcberlieferung bewahrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-massoreten\">Die Massoreten<\/h2>\n\n\n\n<p>Damals kursierten noch verschiedene schriftliche Versionen der Heiligen Schriften und es bestand Unsicherheit, welches die g\u00fcltige Form der Gottesworte sei. Der Priester Esra hatte um 458 v.d.Z. bei seiner R\u00fcckkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft eine geschriebene Torah-Rolle mitgebracht, die die Urmutter aller sp\u00e4teren Torah-Rollen wurde, leider dann jedoch von einem griechischen Soldaten verbrannt wurde. So existierten fortan nur Abschriften, die sich in Details unterschieden. Um diesen unertr\u00e4glichen Zustand zu beenden, insbesondere in einer Zeit, da eine Aufl\u00f6sung der j\u00fcdischen Gemeinschaft im Heiligen Land drohte, wurde um 500 n.d.Z. eine Gruppe von Gelehrten ausgew\u00e4hlt und mit der Aufgabe betreut, die verschiedenen Versionen zu sichten, Fehler und Unterschiede zu beseitigen. Diese Gruppe wurde \u00bbBewahrer der \u00dcberlieferung\u00ab, hebr\u00e4isch \u00bbMassoreten\u00ab genannt und arbeitete etwa bis 1000 n.d.Z., sowohl im Heiligen Land als auch in der bedeutenden babylonischen Diasporagemeinde. Von ihnen wurde eine einheitliche Schreibweise, \u00bbmassorah k\u2019tiv\u00ab, und eine einheitliche Lesart, \u00bbmassorah q\u2019re\u00ab genannt, festgelegt. Da der Text der schriftlichen Torah als von Gott gegeben angesehen wird, durfte er nicht ver\u00e4ndert werden, auch wenn sich scheinbar Fehler darin befinden. So schrieben die Massoreten ihre Korrekturvorschl\u00e4ge und statistische Angaben, z.B. \u00fcber die H\u00e4ufigkeit eines Wortes, an den Textrand, die \u00bbmassora parva\u00ab genannt werden. Demgegen\u00fcber werden als \u00bbmassora magna\u00ab Auflistungen von auff\u00e4lligen Besonderheiten des geschriebenen Textes bezeichnet. Der in dieser Weise korrigierte und vereinheitlichte Text der j\u00fcdischen Bibel wird \u00bbder massoretische Text\u00ab genannt und findet sich auch in der urspr\u00fcnglich von R. Kittel in den 1920-iger Jahren herausgegebenen \u00bbBiblia Hebraica Stuttgartensia\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Da das Hebr\u00e4ische bereits keine gesprochene Sprache mehr war, bestand auch die Gefahr, dass man die unvokalisiert geschriebenen, rein konsonantischen heiligen Texte bald nicht mehr w\u00fcrde lesen k\u00f6nnen. So wurden von den Massoreten auch Vokalzeichen geschaffen, die in, \u00fcber oder unter die zugeh\u00f6rigen Buchstaben geschrieben werden. Es entstanden ein pal\u00e4stinensisches, ein babylonisches und zuletzt ein tiberianisches Vokalisationssystem, &#8211; das letztere setzte sich bis heute durch. Auch wurden Zeichen entwickelt, die anzeigen, wie die Texte im gemeinsamen Gebet zu singen seien, die gleichfalls \u00fcber oder unter das zu singende Wort gesetzt werden; diese Zeichen werden \u00bbt\u2019amim\u00ab genannt. Sowohl die Vokal- als auch die Sing-Zeichen finden sich heute in allen gedruckten Ausgaben der hebr\u00e4ischen Bibel, nach wie vor jedoch nicht in den handgeschriebenen Torah-Rollen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Aleppo_Codex_Blatt_Dewarim.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"610\" height=\"741\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Aleppo_Codex_Blatt_Dewarim.jpg?resize=610%2C741&#038;ssl=1\" alt=\"Dewarim im Aleppo-Codex\" class=\"wp-image-10034\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Aleppo_Codex_Blatt_Dewarim.jpg?w=610&amp;ssl=1 610w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Aleppo_Codex_Blatt_Dewarim.jpg?resize=247%2C300&amp;ssl=1 247w\" sizes=\"auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Seite aus dem Buch Dewarim im Aleppo-Codex<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Es waren zwischen 780 und 930 n.d.Z. insbesondere zwei Gelehrtenfamilien in Tiberias, die sich in der Massoreten-Arbeit besondere Verdienste erwarben: die Familie ben-Ascher und die Familie ben-Nafthali. Im Jahr 930 n.d.Z. verfertigte Aharon ben Moscheh ben Ascher die erste vollst\u00e4ndige j\u00fcdische Bibel, genannt \u00bbAleppo-Kodex\u00ab, in der die entwickelten massoretischen Zeichen und Grunds\u00e4tze angewendet worden waren. Dieser Kodex hatte in der Folge ein dramatisches Schicksal und wird heute im Schrein des Buches in Jerusalem aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sp\u00e4tere-geschichte\">Sp\u00e4tere Geschichte<\/h2>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahrhunderten wurde Tiberias immer wieder von schweren Erdbeben zerst\u00f6rt, jedes Mal aber wieder aufgebaut. Zugleich wurde es wiederholt von Fremdm\u00e4chten erobert. W\u00e4hrend 1099 n.d.Z. die Kreuzfahrer alle ans\u00e4ssigen Juden und Muslime vertrieben, erlaubten sp\u00e4tere muslimische Herrscher die Wiederansiedlung von Juden. Beatriz de Luna, Dona Gracia genannt, eine zwangsgetaufte J\u00fcdin aus Portugal, bekannte sich nach ihrer Auswanderung wieder zu ihrem Judentum und erwirkte im 16. Jh. vom Sultan in Istanbul die Erlaubnis, im inzwischen osmanisch besetzten Tiberias eine Wohnst\u00e4tte f\u00fcr umherirrende zwangsgetaufte Juden aus Spanien und Portugal zu errichten. Im 18. Jh. nahm Tiberias zahlreiche j\u00fcdische Auswanderer aus Polen auf. Am Ende des 19. Jh. lebten in Tiberias etwa 5000 Juden, das war ein Viertel aller in Pal\u00e4stina lebenden Juden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den unver\u00e4ndert bedeutenden Thermalquellen im S\u00fcden der Stadt und anderen Sehensw\u00fcrdigkeiten sind auch die Gr\u00e4ber bedeutender j\u00fcdischer Gelehrter im Stadtgebiet zu finden: Das Grab von R. Yochanan ben Zakkay (aus dem 1.Jh. n.d.Z.), von R. Akiwa ben Yosef (2. Jh.), von R. Me\u2019ir (2. Jh.) und von R. Moscheh ben Maimon, genannt Maimonides, der kurz vor seinem Tod in Kairo im Jahr 1204 seine Bestattung in Tiberias verf\u00fcgt hatte. Und: Tiberias liegt nicht nur am Genezareth-See, sondern im Zentrum einer historisch und kulturell hochinteressanten Region.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"quellenangaben\">Quellenangaben<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>TheNaKh (J\u00fcdische Bibel): &#8211; zu Rakkah: Josua 19,35<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8211; zur M\u00fcndlichen Torah: II.BM. Kapitel 19 &#8211; 20<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; zur Torah-Rolle des Esra: Nehemia 8, 1 \u2013 12<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; \u00bbVom Paradies bis Golgatha . Geschichte der Biblischen Welt\u00ab, Nelson Beecher<\/p>\n\n\n\n<p>Keyes, Verlag Das Beste GmbH., Stuttgart, 1964<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><p>\u00bbSanhedrin gesucht\u00ab, Artikel von Wladimir Struminski in \u00bbJ\u00fcdische Allgemeine\u00ab, Nr. 11\/04 vom 18.03.2004<\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p>\u00bbVolkst\u00fcmliche Geschichte der Juden\u00ab, Heinrich Graetz, Band I, Reihe dtv reprint, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH., M\u00fcnchen, 1985<\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"http:\/\/www.land-der-bibel.de\/seegenezareth\/tiberias\/tiberias.htm\">www.land-der-bibel.de\/seegenezareth\/tiberias\/tiberias.htm<\/a><\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"http:\/\/israel-geo-guide.de\/galilaea\/tiberias_geschichte.html\" class=\"uri\">http:\/\/israel-geo-guide.de\/galilaea\/tiberias_geschichte.html<\/a><\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p>\u00bbDas Heilige Land\u00ab, Erhard Gorys, DuMont Kunst-Reisef\u00fchrer, DuMont Buchverlag, K\u00f6ln, 1985<\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"http:\/\/www.xn--zeitensprnge-llb.de\/?p=1158\">www.xn--zeitensprnge-llb.de\/?p=1158<\/a><\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"http:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/glossar\/Masoreten\/\">www.juedische-allgemeine.de\/glossar\/Masoreten\/<\/a><\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Masoreten\" class=\"uri\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Masoreten<\/a><\/p><\/li>\n\n\n\n<li><p><a href=\"https:\/\/dewiki.de\/Lexikon\/Masoretischer_Text\" class=\"uri\">https:\/\/dewiki.de\/Lexikon\/Masoretischer_Text<\/a><\/p><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kam es, dass der einst rituell unreine Ort Tiberias, an dem sich kein Jude aufhalten wollte, schlie\u00dflich zur viertheiligsten Stadt der Juden wurde, nach Jerusalem, Hebron und Safed?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10032,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[298,297,296],"class_list":["post-10033","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-orte","tag-geschichte","tag-masoreten","tag-tiberias"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/tiberias_1897.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10033"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10036,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10033\/revisions\/10036"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}