{"id":10103,"date":"2024-12-18T10:13:12","date_gmt":"2024-12-18T08:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10103"},"modified":"2024-12-18T10:14:51","modified_gmt":"2024-12-18T08:14:51","slug":"mischne-tora-die-segensprueche-%d7%91%d7%a8%d7%9b%d7%95%d7%aa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mischne-tora-die-segensprueche-%d7%91%d7%a8%d7%9b%d7%95%d7%aa\/","title":{"rendered":"Mischne Tora \u2014 Die Segensspr\u00fcche \u2014 \u05d1\u05e8\u05db\u05d5\u05ea"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 9<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Die Arten von Segensspr\u00fcchen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>1. Ebenso, wie der Mensch weder Speisen noch Getr\u00e4nke genie\u00dfen darf, bevor er den Segen gesprochen hat, darf er auch keinen angenehmen Geruch genie\u00dfen, bevor er einen Segen gesprochen hat. Wie spricht man den Segen \u00fcber einen angenehmen Geruch? Wenn das, was den Geruch verstr\u00f6mt, Holz ist oder vom Holz stammt, spricht man: \u201e\u2026 der wohlriechende H\u00f6lzer schafft\u201d. Wenn es ein Gras ist oder vom Gras stammt, spricht man: \u201e\u2026 der wohlriechende Gr\u00e4ser schafft\u201d. Wenn es weder vom Baum noch von der Erde stammt, wie etwa <em>Mor<\/em> (laut Maimonides ist das nicht die Myrrhe, Anm. d.&nbsp;\u00dcbers.), welches von einem Wild stammt, spricht man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft\u201d. Wenn es eine zur Speise taugliche Frucht ist, wie etwa der Etrog oder der Apfel, spricht man: \u201e\u2026 der den Fr\u00fcchten angenehmen Geruch verliehen hat.\u201d Hat man in jedem Fall \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft\u201d gesagt, hat man seine Pflicht erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Man spricht den Segen \u00fcber die Duftkohle erst, sobald der Rauch aufgestiegen ist. Wie spricht man den Segen? Handelt es sich beim wohlriechenden Material, welches brennt, um ein Holz, sagt man \u201e\u2026 wohlriechende H\u00f6lzer \u2026\u201c; handelt es sich um ein Gras, sagt man \u201e\u2026 Gr\u00e4ser \u2026\u201d; handelt es sich um ein Wild oder etwas Vergleichbares, sagt man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>3. \u00dcber Afar\u00dfemon-\u00d6l und Vergleichbares spricht man den Segen \u201e\u2026 der angenehmes \u00d6l schafft.\u201d Aber \u00fcber das \u00d6l von Oliven, die derartig eingemacht oder gepresst sind, dass ihr Duft aufsteigt, sagt man \u201e\u2026 der wohlriechende H\u00f6lzer schafft.\u201d \u00dcber \u00d6l, das man nach Art des Salb\u00f6ls angemischt hat, spricht man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft.\u201d Hat man vor sich \u00d6l und eine Myrte, spricht man den Segen \u00fcber die Myrte, womit man das \u00d6l befreit, weil sie einen gemeinsamen Segen haben, n\u00e4mlich \u201e\u2026 wohlriechende H\u00f6lzer \u2026\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Hat man vor sich wohlriechendes Holz und wohlriechendes Gras, befreit der Segen des einen nicht das andere, sondern man muss auf das eine wie das andere den Segen f\u00fcr sich sprechen. Hat man Wein und \u00d6l vor sich, nimmt man den Wein in die Rechte und das \u00d6l in die Linke, spricht den Segen \u00fcber den Wein und trinkt. Sodann spricht man den Segen \u00fcber das \u00d6l und riecht an ihm und streicht ihn an den Kopf des Dieners. Ist der Diener aber ein Gelehrten-Sch\u00fcler, streicht man ihn an der Wand.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Besteht ein Zweifel, ob das Material h\u00f6lzernen oder gr\u00e4sernen Ursprungs ist, sagt man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft.\u201d \u00dcber einen Duft, den der Kr\u00e4mer aus verschiedenen Materialien angemischt hat, spricht man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft.\u201d Betritt man das Gesch\u00e4ft eines Dufth\u00e4ndlers, das verschiedene Arten f\u00fchrt, spricht man \u201e\u2026 der wohlriechende Arten schafft\u201d. Verweilt man dort den ganzen Tag, braucht man den Segen nur einmal zu sprechen. Geht man aber ein und aus, muss man jedes Mal den Segen wiederholen.<\/p>\n\n\n\n<p>6. \u00dcber Lilie (m\u00f6glicherweise Rose, Anm. d.&nbsp;\u00dcbers.) und Rosmarin (unsicher, Anm. d.&nbsp;\u00dcbers.) sagt man \u201e\u2026 der wohlriechende H\u00f6lzer schafft\u201d. \u00dcber Narzissen: vom Garten \u201e\u2026 der wohlriechende H\u00f6lzer schafft\u201d; vom Feld \u201e\u2026 der wohlriechende Gr\u00e4ser schafft\u201d. \u00dcber Rose, Rosenwasser, Weihrauch, Mastix und \u00c4hnliches \u201e\u2026 der wohlriechende H\u00f6lzer schafft.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ger\u00fcche ohne Segensspruch<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>7. \u00dcber drei Arten von angenehmen Ger\u00fcchen spricht man keinen Segen, und zwar: (a) \u00fcber einen verbotenen Wohlgeruch; (b) \u00fcber einen angenehmen Geruch, der einen \u00fcblen Geruch \u00fcberdecken soll; (c) \u00fcber einen angenehmen Geruch, der nicht zum daran Riechen bestimmt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>8. Wie verh\u00e4lt sich das? \u00dcber Gew\u00fcrze von G\u00f6tzendienst oder Parf\u00fcms auf einer der verbotenen Personen spricht man keinen Segen, weil man an ihnen nicht riechen darf. \u00dcber die Gew\u00fcrze bei Toten, Duftmittel der Aborte und wohlriechendes Reinigungsmittel spricht man keinen Segen, weil sie einen \u00fcblen Geruch \u00fcberdecken sollen. \u00dcber Duftkohlen, mit denen man Ger\u00e4te oder Kleidung r\u00e4uchert, spricht man keinen Segen, weil die Duftkohlen nicht unmittelbar zum daran Riechen bestimmt sind. Auch wenn man an ger\u00e4ucherter Kleidung schnuppert, spricht man keinen Segen, weil die eigentliche Gew\u00fcrzquelle dort nicht vorhanden ist, sondern nur ein blo\u00dfer Duft ohne Quelle.<\/p>\n\n\n\n<p>9. \u00dcber die Gew\u00fcrze einer Versammlung von Nichtjuden spricht man keinen Segen, weil eine nicht weiter bestimmte Versammlung von Nichtjuden G\u00f6tzendienst bezweckt. Wenn man au\u00dferhalb der Ortschaft unterwegs ist und einen angenehmen Geruch wahrnimmt, wobei die Mehrheit der Stadt aus Nichtjuden besteht, spricht man den Segen nicht; sind es aber Juden, spricht man den Segen. Vermengt sich ein Duft, \u00fcber den man den Segen spricht, mit einem, \u00fcber den man den Segen nicht spricht, h\u00e4lt man sich an die Mehrheit.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-sa\/4.0\/88x31.png?w=840&#038;ssl=1\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\"><\/a><br>Die \u00dcbersetzung von Alexander Adler ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Nicht-kommerziell &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mischne-tora\/\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"198\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=200%2C198&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3324\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?w=200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mischne-tora\/\">Eine \u00dcbersicht aller Kapitel der Mischne Torah (und der verf\u00fcgbaren \u00dcbersetzungen) findet man hier.<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 9 aus dem Kapitel Berachot in deutscher \u00dcbersetzung.<\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":3021,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[252],"tags":[],"class_list":["post-10103","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mischne-torah"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/mischne_torah.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10103"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10103\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10109,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10103\/revisions\/10109"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3021"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}