{"id":10160,"date":"2025-07-02T12:34:02","date_gmt":"2025-07-02T10:34:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10160"},"modified":"2025-12-15T10:59:12","modified_gmt":"2025-12-15T08:59:12","slug":"ahawat-jisrael","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/ahawat-jisrael\/","title":{"rendered":"Ahawat Jisrael"},"content":{"rendered":"\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p><em><strong>\u00dcbersetzt von Chajm Guski<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Von unserem Meister, Rabbi Israel Meir, Sohn von Rabbi Arjeh Se\u2019ev HaKohen, seligen Andenkens, aus der Stadt Radin, Verfasser der Werke \u00bbChafetz Chajim\u00ab und \u00bbMischna Berura\u00ab<\/strong><\/p>\n<h2>\u00dcber die Schwere der S\u00fcnde des grundlosen Hasses<\/h2>\n<p>Die halachischen Autorit\u00e4ten schreiben \u00fcber das Verbot \u00bbDu sollst deinen Bruder nicht in deinem Herzen hassen\u00ab (Wajikra 19,17). Im <em>Sefer Mitzvot HaSchem<\/em>, negatives Gebot Nr. 142, hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Es ist ein Verbot der Torah, einen rechtschaffenen Juden zu hassen, wie es hei\u00dft: \u00bbDu sollst deinen Bruder nicht in deinem Herzen hassen.\u00ab<br>\nDie Torah warnt hier speziell vor einem Hass, der <strong>im Herzen getragen wird<\/strong>.<br>\nWer seinen Mitmenschen schl\u00e4gt oder beschimpft, verst\u00f6\u00dft <strong>nicht<\/strong> gegen dieses spezielle Verbot \u2013 obwohl das nat\u00fcrlich ebenfalls verboten ist.<br>\nWenn jemand einem anderen Unrecht tut, soll man den Groll <strong>nicht im Herzen behalten und schweigen<\/strong>, sondern es ist eine <strong>Mitzwa<\/strong>, ihn (in sanfter Sprache) darauf anzusprechen:<br>\n\u00bbWarum hast du mir dies oder jenes angetan?\u00ab \u2013 und so den Groll aus dem Herzen entfernen.<br>\nDieses Gebot gilt <strong>\u00fcberall und zu jeder Zeit<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im Begriff \u00bbdein Bruder\u00ab ist <strong>jeder Jude<\/strong> eingeschlossen. Wie es in <em>Avot de-Rabbi Natan<\/em> (Kap. 16) hei\u00dft:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbSage nicht: Diesen Juden liebe ich, jenen hasse ich; ich liebe die Gelehrten, aber hasse die einfachen Leute.\u00ab<br>\nVielmehr: <strong>Liebe alle<\/strong>, und hasse nur die \u00bb<em>Minim<\/em>\u00ab (H\u00e4retiker).<br>\nK\u00f6nig David sagte: \u00bbDie dich, HaSchem, hassen, hasse ich auch\u00ab (Psalm 139,21).<br>\nEin \u00bbMin\u00ab ist jemand, der die Torah HaSchems oder Seine Vorsehung leugnet.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wenn wir uns die Folgen dieser S\u00fcnde genau anschauen, erkennen wir, dass der Mensch durch grundlosen Hass <strong>eine unreine spirituelle Kraft<\/strong> auf sich zieht.<\/p>\n<p>Denn es ist bekannt: Jeder K\u00f6rperteil, mit dem man eine Mitzwa erf\u00fcllt, wird von einem Hauch von <strong>Heiligkeit<\/strong> durchdrungen.<br>\nDurch das Einhalten aller Mizwot wird der ganze K\u00f6rper geheiligt, wie es hei\u00dft (Bamidbar 15,40):<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbDamit ihr euch erinnert und alle meine Gebote tut und heilig seid f\u00fcr euren G-tt.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Umgekehrt: Wer eine S\u00fcnde begeht, zieht <strong>Unreinheit<\/strong> auf das entsprechende K\u00f6rperteil.<br>\nUnsere Weisen sagten (Ketubot 5a):<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbEin Mensch soll seine Ohren nicht unn\u00f6tigen Worten aussetzen, denn sie sind die ersten Glieder, die verbrennen werden.\u00ab<br>\nDas bedeutet: Wer verbotene Dinge h\u00f6rt, zieht Unreinheit auf seine Ohren \u2013 und so ist es mit jedem K\u00f6rperteil, der f\u00fcr eine S\u00fcnde benutzt wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dies gilt f\u00fcr alle K\u00f6rperteile, auch wenn die Seele nicht direkt von ihnen abh\u00e4ngt \u2013 obwohl ihr Verlust f\u00fcr den Menschen schwerwiegend ist.<br>\nDoch wie viel gr\u00f6\u00dfer ist der Schaden, wenn <strong>ein K\u00f6rperteil, an dem das Leben selbst h\u00e4ngt<\/strong>, verunreinigt wird \u2013 wie das <strong>Herz<\/strong>.<br>\nDenn das ganze Leben des Menschen h\u00e4ngt am Herzen.<br>\nFehlt es \u2013 G-tt bewahre \u2013 ist der Mensch wie tot.<\/p>\n<p>Wenn also durch die S\u00fcnde des grundlosen Hasses \u2013 die <strong>im Herzen<\/strong> wurzelt \u2013 <strong>Unreinheit auf das Herz<\/strong> gezogen wird, dann betrifft das den <strong>zentralen Lebensnerv<\/strong> des Menschen.<br>\nUnd dadurch wird <strong>sein ganzer K\u00f6rper<\/strong> mit Unreinheit durchzogen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur auf spiritueller Ebene wird der Mensch durch diese S\u00fcnde bestraft \u2013 auch in dieser Welt drohen ihm schwere Konsequenzen.<br>\nWie im Talmud (Schabbat 32b) steht:<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Wegen grundlosen Hasses<\/strong> kommt es zu <strong>Streit in der Familie<\/strong>,<br>\ndie <strong>Frau erleidet Fehlgeburten<\/strong>,<br>\nund <strong>S\u00f6hne und T\u00f6chter sterben jung<\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Man sieht also, wie viele \u00dcbel sich der Mensch selbst durch diese bittere S\u00fcnde zuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Wenn jemand sehen w\u00fcrde, wie ein anderer seinen kleinen Sohn schl\u00e4gt, w\u00fcrde er sich mit ihm streiten, ihn bek\u00e4mpfen und ihn aus tiefstem Herzen hassen.<br>\nDoch wenn er selbst durch sein Verhalten die Ursache f\u00fcr den Tod seiner Kinder ist, k\u00fcmmert ihn das \u00fcberhaupt nicht.<br>\nEr denkt nicht dar\u00fcber nach, wie weit seine S\u00fcnde reicht.\nWehe ihm und wehe seiner Seele!\nWo ist sein Verstand, wo ist seine Einsicht, dass er selbst all dies verursacht?<\/p>\n<p>Darum muss der Mensch sich <strong>sehr, sehr<\/strong> vor dieser S\u00fcnde h\u00fcten und mit <strong>ganzer Kraft und ganzer Seele<\/strong> davon Abstand nehmen \u2013 dann wird es ihm gut gehen, in dieser Welt und in der kommenden.<\/p>\n<h2>Wie weit die S\u00fcnde des grundlosen Hasses reicht und wie streng die Torah sie beurteilt<\/h2>\n<p>Im Talmud (Joma 9b) hei\u00dft es:<\/p>\n<p>Warum wurde der Erste Tempel zerst\u00f6rt?\nWegen drei schwerer S\u00fcnden, die in jener Zeit verbreitet waren: G\u00f6tzendienst, sexuelle Unmoral und Blutvergie\u00dfen.\nAber der Zweite Tempel, in dem man Torah lernte, Gebote erf\u00fcllte und Wohlt\u00e4tigkeit \u00fcbte \u2013 warum wurde er zerst\u00f6rt?\nWegen grundlosen Hasses, der unter den Menschen herrschte.\nDaraus lernen wir, dass grundloser Hass so schwer wiegt wie die drei schwersten S\u00fcnden zusammen: G\u00f6tzendienst, Unzucht und Mord.<\/p>\n<p>Wir beten in unseren Gebeten und Bitten \u2013 besonders in den zus\u00e4tzlichen Gebeten \u2013 um den Wiederaufbau des Tempels, und wir sehnen uns t\u00e4glich danach.\nDoch wir denken nicht dar\u00fcber nach, was die eigentliche Ursache f\u00fcr die Verz\u00f6gerung des Wiederaufbaus ist.<\/p>\n<p>Wenn schon damals der grundlose Hass \u2013 trotz Torah und Wohlt\u00e4tigkeit \u2013 den Tempel zerst\u00f6ren konnte, wie viel mehr kann er heute verhindern, dass er wieder aufgebaut wird, wenn wir uns nicht mit aller Kraft bem\u00fchen, diese S\u00fcnde zu \u00fcberwinden und den Hass aus unseren Herzen zu entfernen.<\/p>\n<p>Denn leider hat sich diese S\u00fcnde in unseren Tagen \u00fcberall verbreitet \u2013 in gro\u00dfen wie in kleinen St\u00e4dten. Wenn wir nicht ernsthaft versuchen, das zu korrigieren, was wir verdorben haben, werden wir \u2013 G-tt bewahre \u2013 weiterhin im Exil leiden und auch f\u00fcr die Entweihung des G-ttesnamens verantwortlich gemacht werden, die durch unser Verhalten im bitteren Exil entsteht.<\/p>\n<p>Warum ist diese S\u00fcnde schwerer als andere?<\/p>\n<ol>\n<li>Bei den meisten S\u00fcnden ist es nicht \u00fcblich, dass ein Mensch sie st\u00e4ndig begeht \u2013 es sei denn, er ist v\u00f6llig z\u00fcgellos.\nAber bei grundlosem Hass kann ein Mensch jede Sekunde s\u00fcndigen, solange der Hass in seinem Herzen aktiv ist. Manchmal tr\u00e4gt er diesen Hass einen Monat, ein Jahr oder l\u00e4nger \u2013 und so vervielfachen sich die \u00dcbertretungen ins Unermessliche.<\/li>\n<\/ol>\n<p>So wie eine Krankheit, die sich im K\u00f6rper festsetzt, immer schwerer zu heilen ist, so ist es auch mit dieser geistigen Krankheit: Wenn sich der Hass im Herzen verwurzelt, gibt es \u2013 G-tt bewahre \u2013 kaum noch Heilung.\nDeshalb muss der Mensch sehr darauf achten, dass sich dieser Hass nicht im Herzen festsetzt.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Diese S\u00fcnde ist auch deshalb schwerwiegender, weil sie viele weitere S\u00fcnden nach sich zieht:<\/li>\n<\/ol>\n<p>Streit und Spaltung\n\u00fcble Nachrede (<em>Laschon Hara<\/em>)\nVerleumdung (<em>Rechilut<\/em>)\nverletzende Worte\n\u00f6ffentliche Dem\u00fctigung\nVerbreitung falscher Ger\u00fcchte\nund manchmal sogar tats\u00e4chlichen Mord.<\/p>\n<p>Wie es im Midrasch Sifri hei\u00dft:\nWer das Gebot \u00bbDu sollst nicht hassen\u00ab \u00fcbertritt, wird am Ende auch \u00bbDu sollst nicht morden\u00ab \u00fcbertreten. Denn es steht geschrieben (Dewarim 19,11): \u00bbWenn ein Mann seinen N\u00e4chsten hasst, ihm auflauert und ihn erschl\u00e4gt\u2026\u00ab<\/p>\n<p>Auch der Mord an Chewel geschah durch grundlosen Hass von Kajin.<\/p>\n<p>Kurz gesagt:\nAlle Leiden und Katastrophen in der Welt \u2013 ihr Ursprung liegt im grundlosen Hass.<\/p>\n<p>Wie streng die Torah mit dieser S\u00fcnde umgeht\nBetrachten wir das Verbot \u00bbDu sollst nicht nachtragen\u00ab (Wajikra 19,18):<\/p>\n<p>Unsere Weisen erkl\u00e4rten:\nWas ist \u00bbNachtragen\u00ab?\nWenn jemand seinen Freund um ein Werkzeug bittet, und dieser lehnt ab.\nAm n\u00e4chsten Tag bittet der andere um ein Werkzeug, und man sagt:\n\u00bbHier, nimm es \u2013 ich bin nicht wie du, der mir gestern nichts gegeben hat.\u00ab\nDas ist bereits ein Versto\u00df gegen das Verbot \u00bbDu sollst nicht nachtragen\u00ab,\ndenn es zeigt, dass der Groll im Herzen geblieben ist.<\/p>\n<p>Im Talmud (Sanhedrin 27b) hei\u00dft es:\nWer drei Tage lang aus Feindschaft nicht mit seinem Mitmenschen spricht, gilt als Hasser und ist ungeeignet, \u00fcber ihn zu richten \u2013 laut allen Meinungen.<\/p>\n<p>Das ist sehr h\u00e4ufig unter Menschen:\nEin kleiner Streit f\u00fchrt dazu, dass man nicht mehr miteinander spricht, auch wenn es nicht wie offener Hass aussieht.\nMan sagt dann: \u00bbSie stehen nicht auf gleicher Ebene\u00ab [Oder <em>modern<\/em> \u00fcbersetzt: \u00bbWir sind halt nicht mehr auf einer Wellenl\u00e4nge.\u00ab].\nAber laut Talmud gilt das bereits als Hass im Herzen \u2013 und ist ein Versto\u00df gegen das Verbot \u00bbDu sollst deinen Bruder nicht hassen\u00ab.<\/p>\n<p>Deshalb muss der Mensch sehr achtsam sein, denn schon wegen einer Kleinigkeit kann er in diese schwere S\u00fcnde fallen \u2013 eine S\u00fcnde, die furchtbar schwer wiegt.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung aus dem Gesagten ist: Wir m\u00fcssen uns sehr, sehr bem\u00fchen, diese bittere S\u00fcnde zu korrigieren, denn sie ist der Hauptgrund f\u00fcr die L\u00e4nge unseres Exils.<\/p>\n<p>M\u00f6ge der gute G-tt uns ins Herz legen,\nden Hass aus unseren Herzen zu entfernen,\nkeinen Neid auf andere zu empfinden\nund nicht zu w\u00fcnschen, dass andere uns beneiden.<\/p>\n<p>Dann werden wir das Kommen des gerechten Messias und den Wiederaufbau unseres herrlichen Tempels bald erleben \u2013 Amen.<\/p>\n<h2>Die Ursachen des grundlosen Hasses<\/h2>\n<p>Nun wollen wir die Ursachen erkl\u00e4ren, die zum grundlosen Hass f\u00fchren.\nDer meiste Hass, der unter uns verbreitet ist, entsteht aus mehreren Gr\u00fcnden, die wir hier einen nach dem anderen erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Die <strong>erste und wichtigste Ursache<\/strong> ist der Neid\nDer Mensch beneidet seinen Mitmenschen aus verschiedenen Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>a) Manchmal beneidet jemand seinen Mitmenschen, weil G-tt ihn mit Reichtum und Besitz gesegnet hat, und alles, was er tut, gelingt ihm. Dieser Neid f\u00fchrt dann zum Hass.<\/p>\n<p>b) Es kommt vor, dass ein Handwerker oder Fachmann, der seine Arbeit gut beherrscht, \u00f6ffentlich gelobt wird.\nAndere in seinem Berufszweig beneiden ihn und hassen ihn, weil sie glauben, er nehme ihnen die Kundschaft weg.<\/p>\n<p>c) Manchmal wird jemand mehr geehrt als man selbst, und es f\u00e4llt einem schwer zu ertragen, wie andere ihm Respekt erweisen. Obwohl man selbst nach Ehre strebt, entzieht sie sich einem, und stattdessen wird man gedem\u00fctigt.\nDas f\u00fchrt zu tiefem Hass.<\/p>\n<p>d) Es kommt auch vor, dass jemand gute Eigenschaften und Tugenden besitzt und daf\u00fcr \u00f6ffentlich gelobt wird.\nObwohl man selbst wei\u00df, dass einem diese Eigenschaften fehlen, missg\u00f6nnt man dem anderen seine Anerkennung \u2013 aus reinem Neid.<\/p>\n<p>Doch all diese Gr\u00fcnde beruhen auf Irrt\u00fcmern \u2013 und rechtfertigen keinen Hass.<\/p>\n<p>Zur ersten Ursache \u2013 Neid wegen Reichtum:<\/p>\n<p>G-tt gibt Reichtum auf zwei Arten:<\/p>\n<p>Zum Guten:\nWenn G-tt wei\u00df, dass jemand gutherzig und barmherzig ist, gibt Er ihm Reichtum, damit er den Armen hilft.\nIn diesem Fall ist der Reiche nur ein Verwalter des Geldes \u2013 es geh\u00f6rt eigentlich den Bed\u00fcrftigen.<\/p>\n<p>Zum Schlechten:\nWenn jemand viele S\u00fcnden hat, aber auch einige gute Taten, kann es sein, dass G-tt ihm im Diesseits den Lohn f\u00fcr seine Mizwot gibt, damit er im Jenseits leer ausgeht.\nAm Ende wird sein Reichtum auf schlechte Weise verloren gehen.<\/p>\n<p>Wenn man das bedenkt, gibt es keinen Grund, jemanden wegen seines Reichtums zu hassen:<\/p>\n<p>Wenn es zum Guten ist, dann ist man selbst vielleicht nicht w\u00fcrdig, so zu handeln.\nWenn es zum Schlechten ist, dann verliert der andere gerade seinen Anteil an der kommenden Welt \u2013 was gibt es da zu beneiden?\nWie unsere Weisen sagten:<\/p>\n<p>\u00bbEine Stunde geistiger Wonne in der kommenden Welt ist mehr wert als das ganze Leben in dieser Welt.\u00ab<\/p>\n<p>Zur zweiten Ursache \u2013 Neid wegen beruflichen Erfolges:\nUnsere Weisen sagten:<\/p>\n<p>\u00bbKein Mensch kann das nehmen, was f\u00fcr einen anderen bestimmt ist \u2013 nicht einmal ein Haarbreit.\u00ab<\/p>\n<p>Was einem zusteht, wird man ohne M\u00fche und Schmerz erhalten.\nWas G-tt einem bestimmt hat, kann niemand einem wegnehmen.\nWenn man sich das bewusst macht, verschwindet der Hass auf den erfolgreichen Kollegen.<\/p>\n<p>Zur dritten Ursache \u2013 Neid wegen Ehre:\nWenn jemand geehrt wird, dann ist das ein Zeichen, dass er w\u00fcrdig ist.\nDenn es steht geschrieben:<\/p>\n<p>\u00bbDie mich ehren, werde ich ehren\u00ab (1. Schmuel 2,30).<\/p>\n<p>Wenn jemand bei G-tt angesehen ist, wird er auch bei den Menschen geehrt.\nWer versucht, ihn zu erniedrigen, wird selbst erniedrigt.\nDenn:<\/p>\n<p>\u00bbMit dem Ma\u00df, mit dem du misst, wirst du gemessen.\u00ab<\/p>\n<p>Zur vierten Ursache \u2013 Neid wegen Tugenden:<\/p>\n<p>Das ist ein besonders absurder Neid.\nWas kann der andere daf\u00fcr, dass HaSchem ihm gute Eigenschaften geschenkt hat?\nEr hat sie sich verdient \u2013 durch Gnade oder durch M\u00fche.\nEs gibt keinen vern\u00fcnftigen Grund, ihn daf\u00fcr zu hassen.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung aus dem Gesagten ist:\nWir haben alle genannten Ursachen durchleuchtet.\nWenn der Mensch ehrlich \u00fcber diese Dinge nachdenkt und an die Worte unserer Weisen glaubt, wird er erkennen, dass alle seine Vorw\u00fcrfe leer und nichtig sind \u2013 und dass es keinen Grund gibt, seinen Mitmenschen zu hassen.<\/p>\n<h2>Wie sehr der Mensch sich bem\u00fchen muss, den Hass aus seinem Herzen zu entfernen<\/h2>\n<p>Ein gew\u00f6hnlicher Jude glaubt an die 13 Glaubensgrunds\u00e4tze des Judentums.\nEr geh\u00f6rt gewiss zu denen, \u00fcber die die Schrift sagt:<\/p>\n<p>\u00bbDenn ein Teil G-ttes ist Sein Volk\u00ab (Dewarim 32,9),\nund er ist geliebt von G-tt, wie es hei\u00dft:\n\u00bbIch habe euch geliebt, spricht der Ewige\u00ab (Maleachi 1,2),\nund:\n\u00bbWeil G-tt euch liebt\u00ab (Dewarim 7,8),\nund:\n\u00bbIhr seid Kinder des Ewigen, eures G-ttes\u00ab (Dewarim 14,1),\nund viele weitere Verse bezeugen die gro\u00dfe Liebe G-ttes zu Seinem Volk Israel.<\/p>\n<p>Wie also kann ein Mensch es mit seinem Herzen vereinbaren, jemanden zu hassen, den G-tt liebt?\nG-tt wird gewiss einen Groll gegen ihn hegen, wenn er einen Seiner Geliebten hasst.<\/p>\n<p>Ein Gleichnis:\nEs liegt in der Natur eines Vaters, sein Kind mit inniger Liebe zu lieben.\nAlles, was er tut, ist letztlich f\u00fcr das Wohl seiner Kinder.\nWenn jemand kommt und seine Kinder hasst, wird der Vater gro\u00dfen Groll gegen diesen Menschen empfinden.<\/p>\n<p>So ist es auch hier:\nWer seinen Mitmenschen hasst, gegen den hat G-tt einen Groll.\nUnd wer ist so t\u00f6richt, sich den Groll des Allm\u00e4chtigen zuzuziehen?\nWenn schon der Groll eines Menschen schwer zu ertragen ist \u2013\nwie viel mehr der Groll des K\u00f6nigs aller K\u00f6nige, des Heiligen, gepriesen sei Er!<\/p>\n<p>Es ist bekannt, dass jedes K\u00f6rperteil des Menschen f\u00fcr eine bestimmte Funktion geschaffen wurde:<\/p>\n<p>Der Mund zum Essen,\ndie Z\u00e4hne zum Kauen,\ndie Ohren zum H\u00f6ren,\ndie Zunge zum Sprechen,\ndas Herz zum Denken.\nStell dir vor, jemand sieht seinen Mitmenschen den ganzen Tag unreines Fleisch essen \u2013 er w\u00fcrde ihn verabscheuen, denn die Torah ruft:<\/p>\n<p>\u00bbVerunreinigt euch nicht mit all diesen Dingen\u00ab (Wajikra 18,24),\nund dieser Mensch verunreinigt sich absichtlich.<\/p>\n<p>Wie viel mehr sollte man sich vor sich selbst ekeln, wenn man Hass im Herzen tr\u00e4gt \u2013 denn das Herz wurde geschaffen, um reine und heilige Gedanken zu denken, und stattdessen br\u00fctet es Bosheit gegen den Mitmenschen \u2013 von morgens bis abends.<\/p>\n<p>Die Torah ruft:<\/p>\n<p>\u00bbDu sollst deinen Bruder nicht in deinem Herzen hassen\u00ab (Wajikra 19,17).<\/p>\n<p>Was ist der Unterschied zwischen jemandem, der unreines Fleisch isst, und jemandem, der sein Herz mit Hass verunreinigt?<\/p>\n<p>Der kluge Mensch spricht mit seinem Trieb\nEin kluger Mensch, wenn der b\u00f6se Trieb ihn zum Hass verleiten will, soll ihn direkt ansprechen:<\/p>\n<p>\u00bbWas willst du von mir, mein Trieb? Warum verfolgst du mich st\u00e4ndig und versuchst, mich zum Hass zu verf\u00fchren?\nMit jedem Moment, in dem du Hass in mein Herz pflanzt, ist es, als w\u00fcrdest du mir Schweinefleisch in den Mund legen!\nUnd wof\u00fcr soll ich meinen Mitmenschen hassen? Ich sehe doch, dass er nichts falsch gemacht hat \u2013\ndu willst mich nur dazu bringen, Unschuldige zu verd\u00e4chtigen.\nIm Gegenteil \u2013 ich habe Groll auf dich, meinen Trieb,\ndenn du willst mich dazu bringen, jemanden zu hassen, den G-tt liebt.\nDu bist mein wahrer Feind \u2013 du willst, dass ich in den Augen G-ttes verhasst und abscheulich werde.\nDu willst, dass ich st\u00e4ndig gegen das Verbot \u00bbDu sollst deinen Bruder nicht hassen\u00ab versto\u00dfe \u2013 eine sehr schwere S\u00fcnde.\nIch kenne dich schon \u2013 du bist ein L\u00fcgner.\nImmer, wenn ich eine Mitzwa erf\u00fcllen will, kommst du mit Ausreden, um mich davon abzuhalten.\nUnd wenn ich eine S\u00fcnde vermeiden will, kommst du mit \u00bbErlaubnissen\u00ab, um mich hineinzuziehen.\nWenn ich nicht oft \u2013 mit G-ttes Hilfe \u2013 gegen dich angek\u00e4mpft h\u00e4tte, w\u00e4rst du l\u00e4ngst mein Untergang gewesen.\nIch habe dich durch viele Erfahrungen durchschaut:\nDu bist es, der mich zu schlechten Taten verf\u00fchrt.\nWie es in der Torah hei\u00dft: \u00bbNach dir ist sein Verlangen\u00ab (Bereschit 4,7) \u2013\nRaschi erkl\u00e4rt: Der Trieb verlangt st\u00e4ndig, den Menschen zu Fall zu bringen.\nVon heute an habe ich keinen Groll mehr auf meinen Mitmenschen \u2013\nM\u00f6ge G-tt ihn in allem segnen!\u00ab<\/p>\n<p>Wenn der Mensch sich diese Gedanken wirklich zu Herzen nimmt, wird er nicht in die Falle seines b\u00f6sen Triebs geraten, und der Hass wird aus seinem Herzen verschwinden.<\/p>\n<p>Denn ein gesprochenes Wort, das den Mitmenschen segnet, hat die Kraft, die b\u00f6sen Gedanken zu vertreiben.<\/p>\n<h2>Wege zur Korrektur der S\u00fcnde des grundlosen Hasses<\/h2>\n<p>Zuerst muss der Mensch den Hass aus seinem Herzen entfernen. Dann wird seine Seele von der S\u00fcnde des grundlosen Hasses gereinigt, sodass er anschlie\u00dfend ein aufrichtiges S\u00fcndenbekenntnis \u00fcber die Vergangenheit ablegen kann, und ihm wird vergeben.\nSo wie bei der S\u00fcnde des Diebstahls: Solange der Dieb das Gestohlene nicht seinem Besitzer zur\u00fcckgegeben hat, kann er seine S\u00fcnde nicht korrigieren \u2013 selbst Jom Kippur bringt ihm keine Vergebung.\nGenauso ist es bei der S\u00fcnde des grundlosen Hasses: Solange der Hass nicht vollst\u00e4ndig aus dem Herzen entfernt wurde, kann man kein echtes S\u00fcndenbekenntnis ablegen, und die S\u00fcnde wird nicht vergeben \u2013 selbst nicht durch viele Bekenntnisse.\nDas ist wie jemand, der in der Mikwe taucht, w\u00e4hrend er noch einen unreinen Gegenstand in der Hand h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Weg zur inneren Reinigung\nDer Mensch soll sich daran gew\u00f6hnen, seinen Mitmenschen positiv zu beurteilen.\nBei jeder Handlung, die jemand tut, soll man nach einer positiven Erkl\u00e4rung suchen:\nVielleicht war es ein Versehen,\nvielleicht hat er es bereut,\nvielleicht gab es Umst\u00e4nde, die wir nicht kennen.\nDadurch wird der Hass aus dem Herzen verschwinden.<\/p>\n<p>Unsere Weisen sagten:<\/p>\n<p>\u00bbWer seinen Mitmenschen positiv beurteilt, wird auch vom Himmel positiv beurteilt.\u00ab<\/p>\n<p>Und weiter hei\u00dft es (Pirkej Avot 2,4):<\/p>\n<p>\u00bbBeurteile deinen Mitmenschen nicht, bis du an seiner Stelle warst.\u00ab<\/p>\n<p>Manchmal bittet jemand seinen Freund um Hilfe \u2013 etwa um ein Darlehen \u2013 und der Freund gew\u00e4hrt sie nicht.\nDer Bittende neigt dazu, negativ zu urteilen und denkt, der andere sei hartherzig.<\/p>\n<p>Doch man muss nachfragen, ob der andere \u00fcberhaupt in der Lage war, zu helfen.\nEs kommt oft vor, dass jemand nach au\u00dfen wohlhabend wirkt, aber in Wahrheit finanziell sehr eingeschr\u00e4nkt ist.\nEr muss sich jedoch so verhalten, damit man ihn im Gesch\u00e4ftsleben nicht f\u00fcr geizig h\u00e4lt, damit Gl\u00e4ubiger ihn nicht bedr\u00e4ngen, damit er weiterhin auf Kredit einkaufen kann, oder weil er Kinder im heiratsf\u00e4higen Alter hat und nicht als arm gelten m\u00f6chte.\nMan muss sich fragen:\nWas w\u00fcrde ich tun, wenn ich in seiner Lage w\u00e4re?\nW\u00e4re ich besser?<\/p>\n<p>Das ist die Bedeutung von:<\/p>\n<p>\u00bbBis du an seiner Stelle warst\u00ab \u2013 also: in seiner Lebenssituation.<\/p>\n<p>Wer so denkt, wird immer positiv urteilen und seinem Mitmenschen Gerechtigkeit widerfahren lassen.<\/p>\n<p>In diesen wenigen Worten habe ich nur einen kleinen Teil der Schwere der S\u00fcnde des grundlosen Hasses und ihrer Korrektur erkl\u00e4rt.\nDoch der kluge Mensch, der wirklich \u00fcber seine Wege nachdenkt, wird noch viele weitere Gr\u00fcnde finden, sich zu bem\u00fchen, den Hass aus seinem Herzen zu entfernen und seinen Mitmenschen von Herzen zu lieben.<\/p>\n<p>Meine Br\u00fcder und Freunde, nachdem wir wissen, dass die Haupts\u00fcnde, die zur Zerst\u00f6rung des Tempels und zur Verl\u00e4ngerung des Exils gef\u00fchrt hat, die S\u00fcnde des grundlosen Hasses war, m\u00fcssen wir \u2013 wenn wir den Wiederaufbau des Tempels ersehnen \u2013 genau diese S\u00fcnde korrigieren.<\/p>\n<p>Wie unsere Weisen sagten:<\/p>\n<p>\u00bbWer B\u00fcndel von S\u00fcnden gemacht hat, soll B\u00fcndel von Mizwot dagegenstellen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Korrektur besteht darin, dass jeder Mensch sich bem\u00fcht, jeden einzelnen Juden zu lieben \u2013 sowohl in Bezug auf seinen K\u00f6rper als auch auf seinen Besitz.\nMan soll den Respekt und das Eigentum des anderen genauso achten wie das eigene.<\/p>\n<p>Dazu wurden wir durch das Gebot verpflichtet:<\/p>\n<p>\u00bbLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u00ab (Wajikra 19,18),\nwie es auch Rambam erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Nicht umsonst werden wir genannt:<\/p>\n<p>\u00bbEin Teil G-ttes\u00ab, wie es hei\u00dft:\n\u00bbDenn ein Teil G-ttes ist Sein Volk, Jakob ist Sein Erbe\u00ab (Dewarim 32,9).<\/p>\n<p>Der Lohn f\u00fcr Frieden\nWir m\u00fcssen wissen:\nFrieden zwischen Menschen zu stiften geh\u00f6rt zu den Dingen,\nf\u00fcr die der Mensch schon in dieser Welt belohnt wird,\nw\u00e4hrend der Hauptlohn f\u00fcr die kommende Welt aufbewahrt bleibt \u2013\nwie es in <em>Masechet<\/em> Peah 1:1 steht.<\/p>\n<p>Der Mensch soll sich selbst pr\u00fcfen und erkennen, dass der b\u00f6se Trieb ihn t\u00e4glich davon abh\u00e4lt, die G\u00fcte und Barmherzigkeit G-ttes zu erkennen und Dankbarkeit zu empfinden.<\/p>\n<p>Unsere Weisen sagten:<\/p>\n<p>\u00bbWer ist weise? Der, der seinen Platz kennt\u00ab \u2013\ndas hei\u00dft: seine wahre geistige Stufe.<\/p>\n<p>Derjenige, der nicht weise ist, l\u00e4sst sich vom Trieb t\u00e4uschen:\nEr denkt, er sei bedeutend, ein Gelehrter, ein G-ttesf\u00fcrchtiger Mensch, weil andere ihn so sehen.<\/p>\n<p>Doch wenn er ehrlich ist, erkennt er, dass er viele Gebote t\u00e4glich vernachl\u00e4ssigt, und viele Verbote \u00fcbertritt, ohne es zu merken.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis ist sehr heilsam:\nSie nimmt ihm den Stolz, und l\u00e4sst ihn zufrieden sein mit dem, was G-tt ihm gibt \u2013 sei es materiell oder in Bezug auf Ehre.<\/p>\n<p>Er erkennt, dass G-tt mit ihm in G\u00fcte handelt.<\/p>\n<p>So wird auch der Vers verst\u00e4ndlich:<\/p>\n<p>\u00bbDu \u00f6ffnest Deine Hand und s\u00e4ttigst alles Lebendige mit Wohlgefallen\u00ab (Tehillim 145,16).<\/p>\n<p>Viele wundern sich:\nWie kann es hei\u00dfen, dass G-tt alle W\u00fcnsche erf\u00fcllt, wo doch niemand alle seine W\u00fcnsche erf\u00fcllt bekommt?<\/p>\n<p>Die Antwort lautet:\nDer Mensch kennt sich selbst nicht wirklich. Er denkt, er h\u00e4tte mehr verdient, sowohl in dieser Welt als auch in der kommenden.<\/p>\n<p>Doch G-tt, der ihn wirklich kennt, wei\u00df, dass mehr nicht gut f\u00fcr ihn w\u00e4re \u2013 und auch nicht f\u00fcr seine Kinder, damit sie nicht vom Weg G-ttes abweichen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rabbi Meir HaKohen Kagan, der Chafetz Chajim. ruft in diesem Buch eindringlich zur bedingungslosen Liebe und Einheit unter Juden auf \u2013 unabh\u00e4ngig derer Herkunft, Fr\u00f6mmigkeit oder sozialem Status. Ein Pl\u00e4doyer gegen Streit, Verleumdung und Spaltung innerhalb des j\u00fcdischen Volkes. 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