{"id":10647,"date":"2026-10-18T23:41:32","date_gmt":"2026-10-18T21:41:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10647"},"modified":"2026-10-18T23:41:35","modified_gmt":"2026-10-18T21:41:35","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-7\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 7"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Der Zustand, welcher unter dem Worte \u05d9\u05dc\u05d3 (jalad, geb\u00e4ren) verstanden wird, ist bekannt. Es bedeutet: geb\u00e4ren. Z. B.: \u201eSie gebiert (\u05d5\u05d9\u05dc\u05d3\u05d4, w\u2018jal\u2018d\u00e1) ihm Kinder\u201c (Deut. 21, 15). Dann wurde dieses Wort in \u00fcbertragener Bedeutung f\u00fcr die Hervorbringung der Dinge in der Natur gebraucht, z. B. \u201eEhe die Berge geboren waren\u201c (\u05d9\u05dc\u05d3\u05d5, jullad\u00fa) (Ps. 90, 2). Es wird aber auch in dem Sinne \u00fcbertragen, da\u00df die Erde Gew\u00e4chse \u00e4hnlich der Geburt hervorbringt, z. B. \u201eEr macht sie zeugen (\u05d5\u05d4\u05d5\u05dc\u05d9\u05d3\u05d4, w\u2018holid\u00e1h) und Wachstum hervorbringen\u201c (Jes. 55, 10). Es wird aber auch ferner auf die Ereignisse der Zeit \u00fcbertragen, als ob sie Dinge w\u00e4ren, die geboren werden, wie z. B. \u201eDu wei\u00dft nicht, was der Tag geb\u00e4ren (\u05d9\u05dc\u05d3, jel\u00e9d) wird\u201c (Prov. 27, 1). Es wird aber ferner noch \u00fcbertragen auf das Hervorbringen neuer Gedanken und die dadurch notwendig verursachten Ansichten und Vermutungen, z. B. \u201eEr gebiert (\u05d5\u05d9\u05dc\u05d3, w\u2018jalad) L\u00fcge (Ps. 7, 15). \u201eSie haben Gefallen an den Geburten (\u05d1\u05d9\u05dc\u05d3\u05d9, b\u2018jald\u00e9) der Fremde\u201c (Jes. 2, 6), d. h. sie begn\u00fcgen sich mit den Ansichten fremder V\u00f6lker oder, wie Jonatan ben Uziel<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn1\" id=\"fnref1\">[1]<\/a><\/sup>, diese Stelle erl\u00e4uternd, \u00fcbersetzt: \u201esie richten sich nach den Gesetzen der V\u00f6lker\u201c. Und in diesem Sinne kann derjenige, der einen Menschen \u00fcber etwas belehrt und ihn durch eine Erkenntnis gef\u00f6rdert hat, so betrachtet werden, als h\u00e4tte er diesen Mann erzeugt<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn2\" id=\"fnref2\">[2]<\/a><\/sup>, insofern er der Urheber dieser Erkenntnis ist. In diesem Sinne werden auch, wie ich bei den homonymen Bedeutungen des Wortes \u05d1\u05df (ben, Sohn) erl\u00e4utern werde<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn3\" id=\"fnref3\">[3]<\/a><\/sup>, die J\u00fcnger der Propheten deren S\u00f6hne genannt. In dieser \u00fcbertragenen Bedeutung wird von Adam gesagt: \u201eAdam lebte hundertdrei\u00dfig Jahre und zeugte (\u05d5\u05d9\u05dc\u05d3, wajjol\u00e9d) nach seinem Bilde und Abbilde\u201c (Gen. 5, 3). Die Bedeutung von zelem und d\u2019mut wurde bereits erkl\u00e4rt<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn4\" id=\"fnref4\">[4]<\/a><\/sup>. Die S\u00f6hne, die Adam fr\u00fcher geboren wurden, erlangten in Wahrheit nicht die wahre Menschenform, welche das Ebenbild und Abbild Adams ist, von dem gesagt wird, da\u00df er ein Ebenbild und Abbild Gottes war. Aber in betreff Sets, den Adam unterwiesen und verst\u00e4ndig gemacht hatte, und der im Besitze menschlicher Vollkommenheit befunden wurde, sagt die H. Schrift: \u201eEr zeugte ihn in seinem Ebenbilde und Abbilde\u201c. Du wei\u00dft, da\u00df derjenige, dem diese Form, deren Bedeutung wir besprochen haben, nicht zukommt, kein Mensch ist, sondern ein Tier in der Gestalt und mit dem K\u00f6rperbau eines Menschen, welches die F\u00e4higkeit besitzt, die anderen Tieren versagt ist, in verschiedener Weise zu schaden und Unheil zu erzeugen; denn er bedient sich der Vernunft und des Denkens, die ihm zur Erlangung der von ihm nicht erreichten Vollkommenheit verliehen wurden, mit mannigfacher List, die \u00dcbel und Schaden verursacht. Er ist also gewisserma\u00dfen ein Ding, das einem Menschen \u00e4hnlich ist oder ihm nachahmt. So waren alle S\u00f6hne Adams, die dem Set vorausgingen. Darum sagt der Midrasch: \u201eAlle die hundertdrei\u00dfig Jahre, w\u00e4hrend welcher Adam im Banne war, erzeugte er D\u00e4monen, und erst als Gott ihn wieder in Gnaden aufgenommen hatte, zeugte er Kinder in seinem Ebenbilde und in \u00c4hnlichkeit mit sich selbst\u201c<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn5\" id=\"fnref5\">[5]<\/a><\/sup>. Dies ist die Bedeutung des Satzes: \u201eAdam lebte hundertdrei\u00dfig Jahre und zeugte in seinem Ebenbilde u. s. w.\u201c<\/p>\n<hr>\n<hr class=\"footnotes-sep\">\n<section class=\"footnotes\">\n<ol class=\"footnotes-list\">\n<li id=\"fn1\" class=\"footnote-item\"><p>Vgl. \u00fcber diesen S. 14, Anm. 51. <a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\" class=\"footnote-item\"><p>Der Verf. bezieht sich auf einen rabbinischen Ausspruch, der bab. Talm. Sanhedr. 19b, Jalqut zu Num. 3, 2 und in \u00e4hnlichem Sinne in bab. Talm. B\u2018rakhot 64a und zahlreichen Parallelstellen vorkommt. Er selbst sagt in Mischne Tora, Hilkhot Talmud-Tora I, 2 w\u00f6rtlich folgendes: \u201eEs ist die Pflicht jedes israelitischen Gelehrten, alle J\u00fcnger, auch wenn sie nicht seine Kinder sind, in der Gotteslehre zu unterrichten, denn es ist gesagt worden: \u201ePr\u00e4ge sie deinen Kindern ein\u201c (Deut. 6, 7). Aus der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung haben sie abgeleitet: \u201edeinen Kindern\u201c, d. h. deinen Sch\u00fclern. Sch\u00fcler werden S\u00f6hne genannt, denn es ist gesagt worden: Die S\u00f6hne der Propheten zogen aus\u201c (II. K\u00f6n. 2, 3). <a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\" class=\"footnote-item\"><p>Die Kommentatoren machen mit Recht darauf aufmerksam, da\u00df die hier angek\u00fcndigte Erkl\u00e4rung des Wortes \u05d1\u05df weder in einem besonderen Kapitel, noch gelegentlich erfolgt. Die naheliegende Begr\u00fcndung, da\u00df dies infolge der kapitelweisen Zusendung der Teile an seinen Sch\u00fcler unterblieben sei, ist deshalb unhaltbar, weil dies mit der sonst wahrnehmbaren planm\u00e4\u00dfigen Anlage des Werkes nicht im Einklang st\u00fcnde, ferner weil die Notwendigkeit, die Worte \u201edie S\u00f6hne Gottes\u201c (Ijob 1, 6; 2, 1; Dan. 3, 25 u. Gen. 6, 2. 4) zu erkl\u00e4ren, ihn sicherlich dazu veranla\u00dft haben m\u00fc\u00dfte. Doch scheint er sich mit der blo\u00dfen Andeutung begn\u00fcgt zu haben. <a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\" class=\"footnote-item\"><p>S. oben Kap. 1, S. 27 u. 28. <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\" class=\"footnote-item\"><p>Bab. Talm. Erubin 18b; Gen. rabba c. 20 u. 24. <a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 7 in der \u00dcbersetzung von Dr. Adolf Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":4110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,262],"tags":[117],"class_list":["post-10647","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-creative-commons","category-fuehrer-der-unschluessigen","tag-creative-commons"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/more_newuchim_klein.png?fit=178%2C160&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10647"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10648,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10647\/revisions\/10648"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}