{"id":10654,"date":"2026-10-18T23:54:03","date_gmt":"2026-10-18T21:54:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10654"},"modified":"2026-10-18T23:54:07","modified_gmt":"2026-10-18T21:54:07","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-9\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 9"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Die Grundbedeutung des Wortes \u05db\u05e1\u05d0 (kiss\u00e9, Thron) in der hebr\u00e4ischen Sprache ist bekannt. Weil aber auf dem Thron solche sitzen, die gleich den K\u00f6nigen im Besitz von Gr\u00f6\u00dfe und Majest\u00e4t sind, und weil der Thron ein seiendes<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn1\" id=\"fnref1\">[1]<\/a><\/sup> Ding ist, das auf die Gr\u00f6\u00dfe, den hohen Rang und die wichtige Bedeutung desjenigen hinweist, f\u00fcr den er bestimmt ist, wird auch das Heiligtum \u201eThron\u201c genannt, weil es auf die Majest\u00e4t desjenigen hinweist, der sich darin offenbart und sein Licht und seine Herrlichkeit dar\u00fcber hat weilen lassen. So sagt die Heilige Schrift: Ein Thron (\u05db\u05e1\u05d0, kiss\u00e9) der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, ist die St\u00e4tte unseres Heiligtums\u201c (Jirm. 17, 12). Deshalb wird auch der Himmel \u201eThron\u201c genannt, weil er f\u00fcr die, die ihn kennen<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn2\" id=\"fnref2\">[2]<\/a><\/sup> und betrachten, die Macht dessen bezeichnet, der ihn hervorgebracht hat und ihn bewegt und der durch die Emanation des Guten die niedere Welt regiert. Deshalb sagt die Heilige Schrift: \u201eDer Himmel ist mein Thron (\u05db\u05e1\u05d0\u05d9, kiss\u2018i) und die Erde der Schemel meiner F\u00fc\u00dfe\u201c (Jes. 66, 1), d. h. der Himmel weist auf mein Dasein, meine Macht und mein K\u00f6nnen hin, so wie der Thron darauf hinweist, da\u00df er f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe desjenigen da ist, dem er geb\u00fchrt. Dies ist es, was die nach Wahrheit Strebenden glauben m\u00fcssen, nicht aber, da\u00df es ein k\u00f6rperliches Ding gibt, auf welchem Gott, der dar\u00fcber unendlich erhaben ist, sich erhebt. Es wird dir ja mittelst Beweises dargetan werden, da\u00df Gott kein K\u00f6rper ist<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn3\" id=\"fnref3\">[3]<\/a><\/sup>. Wie sollte er also an einem k\u00f6rperlichen Dinge eine Ruhest\u00e4tte oder eine Wohnung haben? Vielmehr ist der Sinn, wie die Lehrer mich aufmerksam machten, der, da\u00df jede St\u00e4tte im Heiligtum oder im Himmel, die Gott geehrt und durch sein Licht und seinen Glanz ausgezeichnet hat, \u201eThron\u201c genannt wird.<\/p>\n<p>Hingegen bedeutet der erweiterte Sprachgebrauch des Wortes in dem Satze: \u201eDie Hand ruht auf dem Thron (\u05db\u05e1, kess) des Herrn\u201c (Exod. 17, 16) eine Schilderung seiner Macht und Gr\u00f6\u00dfe<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn4\" id=\"fnref4\">[4]<\/a><\/sup>, wobei jedoch nicht an ein Ding au\u00dfer seiner Substanz und nicht an eines seiner Gesch\u00f6pfe gedacht werden darf; denn sonst w\u00e4re Gott einmal ein Seiendes ohne Thron und ein andermal ein Seiendes mit dem Thron, was zweifellos eine Gottesleugnung w\u00e4re<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn5\" id=\"fnref5\">[5]<\/a><\/sup>. Dies wird auch durch folgenden Satz erl\u00e4utert: \u201eDu, o Herr, bestehst in Ewigkeit, dein Thron (\u05db\u05e1\u05d0\u05da, kiss\u2018kh\u00e1) ist f\u00fcr alle Zeiten\u201c (Klagel. 9, 9). Dieser Satz beweist, da\u00df \u05db\u05e1\u05d0 nicht ein von Gott Verschiedenes ist<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn6\" id=\"fnref6\">[6]<\/a><\/sup>. Somit bedeutet es hier und an allen \u00e4hnlichen Stellen seine Majest\u00e4t und Macht, die jedoch, wie in einigen Kapiteln dieses Buches gezeigt werden wird<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn7\" id=\"fnref7\">[7]<\/a><\/sup>, nichts au\u00dferhalb seines Wesens sind.<\/p>\n<hr>\n<hr class=\"footnotes-sep\">\n<section class=\"footnotes\">\n<ol class=\"footnotes-list\">\n<li id=\"fn1\" class=\"footnote-item\"><p>Wir haben den Text Ibn Tibbons trotz der von MUNK Guide I, S. 56 vorgebrachten Bedenken beibehalten, weil der Verf. im Hinblick auf Heiligtum und Himmel sagen will, da\u00df das K\u00f6rperliche und sinnlich Wahrnehmbare zum Beweise f\u00fcr das \u00dcbersinnliche dienen kann. <a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\" class=\"footnote-item\"><p>Eine Andeutung des Verf., da\u00df die astronomischen Kenntnisse zur Bekr\u00e4ftigung des Glaubens an das Dasein Gottes f\u00fchren. <a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\" class=\"footnote-item\"><p>S. II. T., Kap. 1. <a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\" class=\"footnote-item\"><p>Da Gott nicht bei etwas schw\u00f6ren kann, was geringer als er selbst, so mu\u00df das Wort Thron hier in erweitertem Sprachgebrauch auf Gott selbst bezogen werden. (Vgl. Schemtob u. Ephodi, Komm. z. St.) <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\" class=\"footnote-item\"><p>Gott m\u00fc\u00dfte, da der Himmel erschaffen ist, vor der Erschaffung des Himmels ohne Thron gewesen sein, jetzt aber einen Thron besitzen. Wenn man aber von Gott aussagt, da\u00df er einer Ver\u00e4nderung unterliegt, so kommt dies einer Gottesleugnung gleich. <a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\" class=\"footnote-item\"><p>Der Verf. will sagen, da\u00df in diesem Satze das Wort \u201eThron\u201c schon deshalb nichts von Gott Verschiedenes sein kann, weil im ersten Teil des Satzes nur von Gott selbst und seiner ewigen Existenz die Rede ist (also dem Parallelismus zufolge). <a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\" class=\"footnote-item\"><p>S. unten Kap. 53 ff. <a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 9 in der deutschen \u00dcbersetzung von Dr. Adolf Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":4110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,262],"tags":[],"class_list":["post-10654","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-creative-commons","category-fuehrer-der-unschluessigen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/more_newuchim_klein.png?fit=178%2C160&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10654"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10654\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10656,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10654\/revisions\/10656"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}