{"id":10659,"date":"2026-10-19T00:17:28","date_gmt":"2026-10-18T22:17:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10659"},"modified":"2026-10-19T00:17:31","modified_gmt":"2026-10-18T22:17:31","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-10\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 10"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Wir haben schon fr\u00fcher gesagt, da\u00df wir immer, wenn wir in diesem Buche eines der W\u00f6rter mit mehreren Bedeutungen anf\u00fchren, nicht alle Bedeutungen dieses Wortes vorzubringen gedenken. Dieses Buch ist ja kein grammatisches. Vielmehr wollen wir nur jene seiner Bedeutungen vorbringen, die wir zu unserem Gegenstand ben\u00f6tigen, sonst keine. Dazu geh\u00f6rt auch \u05d9\u05e8\u05d3 (jar\u00e1d, herabsteigen) und \u05e2\u05dc\u05d4 (al\u00e1, aufsteigen), welche beiden W\u00f6rter in der hebr\u00e4ischen Sprache gebraucht werden und deren Bedeutung bekannt ist. Wenn ein K\u00f6rper von einer Stelle zu einer niedrigeren fortr\u00fcckt, so sagt man \u05d9\u05e8\u05d3 (jar\u00e1d, absteigen), wenn er aber zu einer h\u00f6heren fortr\u00fcckt, so sagt man \u05e2\u05dc\u05d4 (al\u00e1, aufsteigen). Dann aber werden diese W\u00f6rter in \u00fcbertragener Bedeutung im Sinne von Gr\u00f6\u00dfe und Majest\u00e4t gebraucht, so da\u00df man jar\u00e1d sagt, um zu bezeichnen, da\u00df jemand einen niedrigeren Rang, und al\u00e1, da\u00df er einen h\u00f6heren Rang einnimmt, als vorher. In diesem Sinne sagt Gott: \u201eDer Fremdling in seiner Mitte wird immer h\u00f6her \u00fcber dir emporsteigen (\u05d9\u05e2\u05dc\u05d4, ja\u2018l\u00e9), du aber wirst immer tiefer sinken\u201c (\u05ea\u05e8\u05d3, ter\u00e9d) (Deut. 28, 43); \u201eder Herr wird dich zum h\u00f6chsten (\u05e2\u05dc\u05d9\u05d5\u05df, eljon) aller V\u00f6lker der Erde machen\u201c (ibid. 1); \u201eGott machte Salomo gro\u00df und erh\u00f6hte ihn\u201c (\u05dc\u05de\u05e2\u05dc\u05d4, l\u2018ma\u2018la) (I. Chron. 29, 25). Du kennst auch den oft vorkommenden Ausspruch der Lehrer: \u201eMan lasse etwas in der Heiligkeit aufsteigen (\u05de\u05e2\u05dc\u05d9\u05df, ma\u2018lin) aber nicht absteigen (\u05de\u05d5\u05e8\u05d9\u05d3\u05d9\u05df, moridin)\u201c<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn1\" id=\"fnref1\">[1]<\/a><\/sup>. In diesem Sinne werden die beiden Worte auch in Beziehung auf das Vertiefen in das Studium gebraucht, so da\u00df man von jemand, der sich in seinem Denken einem sehr minderwertigen Gegenstande zuwendet, sagt, er steige herab, ebenso aber von einem, der sich einem erhabenen und ansehnlichen zuwendet, er steige auf.<\/p>\n<p>Da wir, die Menschenmenge hienieden, im Verh\u00e4ltnis zur umgebenden Sph\u00e4re<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn2\" id=\"fnref2\">[2]<\/a><\/sup>, tief unten, ja an tiefster Stelle stehen, hinsichtlich der Stufe des Seins, Gott aber den allerh\u00f6chsten Rang einnimmt verm\u00f6ge seiner wahrhaften Existenz<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn3\" id=\"fnref3\">[3]<\/a><\/sup>, verm\u00f6ge seiner Gr\u00f6\u00dfe und Macht, nicht aber infolge der hohen Lage seines Ortes<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn4\" id=\"fnref4\">[4]<\/a><\/sup>, und es ihm tats\u00e4chlich gefallen hat, etwas von seiner Weisheit und von der Emanation der Prophetie zu einigen von uns gelangen zu lassen, so wird, wenn man sagen will, da\u00df die prophetische Gabe auf dem Propheten ruht, oder da\u00df die Sch\u2018khina<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn5\" id=\"fnref5\">[5]<\/a><\/sup> sich l\u00e4nger an einer Stelle offenbart, dies ein Herabsteigen, wenn man aber sagen will, da\u00df der prophetische Gedanke sich von dem Manne entfernt oder die Sch\u2018khina von dem Orte weicht, ein Aufsteigen genannt<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn6\" id=\"fnref6\">[6]<\/a><\/sup>. An allen Stellen also, wo du die Worte jar\u00e1d und al\u00e1 in Beziehung auf Gott gebraucht findest, haben sie in der Tat nur diese Bedeutung. Ebenso wird es durch jar\u00e1d bezeichnet, wenn nach dem schon fr\u00fcher kundgegebenen<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn7\" id=\"fnref7\">[7]<\/a><\/sup> Willen Gottes \u00fcber irgendeine Nation oder ein Land eine Plage kommt, wobei die B\u00fccher der Prophetie, ehe sie diese Plage erz\u00e4hlen, vorher berichten, da\u00df Gott die Taten dieses Volkes geahndet und die Strafe \u00fcber es verh\u00e4ngt hat, weil der Mensch zu niedrig und zu gering ist, da\u00df seine Taten geahndet und er daf\u00fcr gestraft werden sollte, wenn es nicht Gott so gewollt h\u00e4tte<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn8\" id=\"fnref8\">[8]<\/a><\/sup>. Dies wird \u00fcbrigens aus den B\u00fcchern der Prophetie klar. Auch der Ausspruch: \u201eWas ist der Mensch, da\u00df du seiner gedenkst, der Erdensohn, da\u00df du ihn beachtest?\u201c (Ps. 8, 5) deutet diesen Gedanken an. Deshalb wird die Bestrafung durch jar\u00e1d bezeichnet, z. B. \u201eWohlan, wir wollen hinabsteigen (\u05e0\u05e8\u05d3\u05d4, ner\u2018da) und dort ihre Sprache verwirren!\u201c (Gen. 11, 7); \u201eder Herr kam herab, \u05d5\u05d9\u05e8\u05d3, wajjer\u00e9d), um zu sehen\u201c (ibid. 5); \u201eIch will hinabsteigen (\u05d0\u05e8\u05d3\u05d4, er\u2018da) und sehen\u201c (Gen. 18, 21). Der Sinn ist \u00fcberall das Eintreffen der Strafe bei den Menschen hienieden.<\/p>\n<p>Die fr\u00fcher erw\u00e4hnte Bedeutung n\u00e4mlich, die der Prophetie und der hohen Ehrung, findet sich h\u00e4ufig, z. B. in folgenden S\u00e4tzen: \u201eIch werde herabkommen (\u05d5\u05d9\u05e8\u05d3\u05ea\u05d9 w\u2018jaradti) und mit dir daselbst reden\u201c (Num. 11, 16); \u201eEs stieg der Herr auf den Berg Sinai herab\u201c (\u05d5\u05d9\u05e8\u05d3, wajjered) (Exod. 19, 20); \u201eDer Herr wird herabsteigen (\u05d9\u05e8\u05d3, w\u2018jered) vor den Augen des ganzen Volkes\u201c (ibid. 11); \u201eGott stieg hinauf (\u05d5\u05d9\u05e2\u05dc, wajja\u00e1l), nachdem er sich von ihm gewandt\u201c (Gen. 35, 13); \u201eGott stieg auf (wajja\u00e1l), nachdem er sich von Abraham gewandt\u201c (Gen. 17, 22). Hingegen hat der Ausspruch: \u201eMose stieg auf (\u05d5\u05d9\u05e2\u05dc, wajja\u00e1l) zu Gott\u201c (Exodus 19, 3) die dritte Bedeutung<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn9\" id=\"fnref9\">[9]<\/a><\/sup>, indem er zugleich den Gedanken ausdr\u00fcckt, da\u00df er zum Gipfel des Berges aufstieg, auf den das geschaffene Licht<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn10\" id=\"fnref10\">[10]<\/a><\/sup> herabgestiegen war. Der Ausspruch ist aber nicht so zu verstehen, da\u00df Gott einen Raum innehabe, zu dem man hinauf- oder von dem man absteigen k\u00f6nne, da Gott \u00fcber die Vorstellungen der Toren unendlich erhaben ist.<\/p>\n<hr>\n<hr class=\"footnotes-sep\">\n<section class=\"footnotes\">\n<ol class=\"footnotes-list\">\n<li id=\"fn1\" class=\"footnote-item\"><p>S. Mischna Sch\u2018qalim 6, 4, bab. Talm. B\u2018rakhot 28a, Sabb. 21a, Joma 12b, 73a, M\u2018gilla 9b, 21. Die Worte bedeuten: Was schon zu einem heiligen Zwecke verwendet wurde, darf wohl zu einem noch heiligeren, nicht aber zu einem minder heiligen verwendet werden. <a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\" class=\"footnote-item\"><p>Nach der im Kap. 72 des I. Teiles gegebenen Darstellung seiner Weltanschauung betrachtet der Verf. die oberste, das All umgebende Sph\u00e4re als das Vollkommenste im Seienden, welches das ganze Universum in Bewegung erh\u00e4lt, die Arabot der Rabbinen (s. bab. Talm. Chag. 12b). <a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\" class=\"footnote-item\"><p>Seiner notwendigen, unbedingten Existenz. <a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\" class=\"footnote-item\"><p>Nach dem Weltbilde des Verf. wie des Aristoteles sind die Sph\u00e4ren im Universum das Oberste, die sublunaren Dinge das Unterste. Offenbar will der Verf. auch hier der k\u00f6rperlichen Vorstellung von Gott entgegentreten (vgl. unten Kap. 72, Arist. de coelo I, 3. <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\" class=\"footnote-item\"><p>Die Sch\u2018khina (von schakhan, wohnen) ist ein von den chald\u00e4ischen Bibel\u00fcbersetzern gebrauchter Ausdruck, der zur Verh\u00fctung der Anthropomorphismen f\u00fcr Gott selbst gebraucht wurde. Der Ausdruck bedeutet die Gegenwart oder Anwesenheit Gottes (fig\u00fcrlich) an einem Orte, an dem er sich durch ein Wunder oder durch eine Lichterscheinung offenbart. <a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\" class=\"footnote-item\"><p>Auch wenn Gott einen Menschen der Prophetengabe w\u00fcrdigt, ist dies doch angesichts der Niedrigkeit des Menschen im Universum f\u00fcr Gott ein Herabsteigen. <a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\" class=\"footnote-item\"><p>Oder wie Kaspi, Narbonni u. a. meinen, durch den ewigen Willen Gottes. <a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn8\" class=\"footnote-item\"><p>D. h. Gott kann durch die Taten der Menschen nicht beeinflu\u00dft werden. Er ist auch zu erhaben, um zu vergelten. Das Strafgericht kann also nur zu h\u00f6heren Zwecken, die schon vom Anbeginn im Willen Gottes vorhanden waren, eintreten. S. \u00fcber Vorsehung und Vergeltung III. T., Kap. 17 ff. <a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn9\" class=\"footnote-item\"><p>N\u00e4mlich Erhebung der Gedanken zu Gott. <a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn10\" class=\"footnote-item\"><p>Die Flamme, die den Gipfel des Berges bedeckte (Exod. 24, 17). S. unten Kap. 64. <a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 10 in der deutschen \u00dcbersetzung von Dr. Adolf Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":4110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,262],"tags":[117],"class_list":["post-10659","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-creative-commons","category-fuehrer-der-unschluessigen","tag-creative-commons"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/more_newuchim_klein.png?fit=178%2C160&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10659"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10661,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10659\/revisions\/10661"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}