{"id":10663,"date":"2026-10-19T00:36:01","date_gmt":"2026-10-18T22:36:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10663"},"modified":"2026-10-19T00:36:05","modified_gmt":"2026-10-18T22:36:05","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-11\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 11"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Die erste Bedeutung des Wortes \u05d9\u05e9\u05d1 (jasch\u00e1bh, sitzen, bleiben) in unserer Sprache ist die des Sitzens eines Menschen an einem Orte, z. B. \u201eDer Priester Eli sa\u00df (\u05d9\u05e9\u05d1, josch\u00e9bh) auf dem Thron\u201c (I. Sam. 1, 9). Da aber der Mensch beim Sitzen in der vollkommensten Art des Ruhens und Bleibens beharrt und bleibt<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn1\" id=\"fnref1\">[1]<\/a><\/sup>, wurde dieses Wort auf alles Ruhende und Bleibende, das sich nicht \u00e4ndert, \u00fcbertragen. Deshalb wird es bei allen Verhei\u00dfungen \u00fcber Jerusalem, da\u00df dieses in seinem hohen Range fortbestehen und beharren solle, gebraucht; z. B. \u201eEs wird hervorragen und an seiner Stelle bleiben\u201c (\u05d5\u05d9\u05e9\u05d1\u05d4, w\u2018jaschbha) (Z\u2018kharj. 14, 10); \u201eEr l\u00e4\u00dft die Kinderlose im Hause wohnen (\u05de\u05d5\u05e9\u05d9\u05d1\u05d9, moschibhi) als frohe Mutter der Kinder\u201c (Ps. 113, 9), d. h. er l\u00e4\u00dft sie fortbestehen und h\u00e4lt sie aufrecht<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn2\" id=\"fnref2\">[2]<\/a><\/sup>. In dieser letzteren Bedeutung wird es auch auf Gott angewendet, z. B. \u201eDu, o Herr, bleibst (\u05ea\u05e9\u05d1, teschebh) in Ewigkeit\u201c (Ps. 102, 13); \u201eder im Himmel wohnt\u201c (\u05d9\u05e9\u05d1, josch\u00e9bh) (Ps. 2, 4), n\u00e4mlich der Ewige und Bleibende, der auf keine Weise einer Ver\u00e4nderung unterworfen ist, dessen Substanz sich nicht ver\u00e4ndert und in welchem es au\u00dfer seiner Substanz nichts gibt, wodurch er ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnte<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn3\" id=\"fnref3\">[3]<\/a><\/sup>, dessen Beziehung zu einem andern Dinge sich nicht \u00e4ndert, weil es keine Beziehung zwischen ihm und einem andern Dinge gibt, als da\u00df diese Beziehung sich ver\u00e4ndern k\u00f6nnte<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn4\" id=\"fnref4\">[4]<\/a><\/sup>, wie sp\u00e4ter erl\u00e4utert werden soll<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn5\" id=\"fnref5\">[5]<\/a><\/sup>. Es ist damit ersch\u00f6pfend dargelegt, da\u00df er \u00fcberhaupt und in keiner Weise einer Ver\u00e4nderung unterworfen ist, wie ausdr\u00fccklich in dem Satze erl\u00e4utert wird: \u201eIch, der Herr, \u00e4ndere mich nicht\u201c (Mal. 3, 6), d. h. es gibt absolut keine Ver\u00e4nderung in ihm. In diesem Sinne wird das Wort jaschabh von Gott stets gebraucht. Es wird aber an vielen Stellen auch auf den Himmel bezogen, weil an diesem keine Ver\u00e4nderung oder Verwandlung wahrzunehmen ist, n\u00e4mlich weil sich die Individuen des Himmels<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn6\" id=\"fnref6\">[6]<\/a><\/sup> nicht so ver\u00e4ndern, wie die Individuen der Erde, die entstehen und vergehen<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn7\" id=\"fnref7\">[7]<\/a><\/sup>. Und ebenso wird das Wort jaschabh angewandt, wenn von dem Verh\u00e4ltnis Gottes zu den Arten der werdenden und vergehenden Dinge gesprochen wird, was ja auch nur im fig\u00fcrlichen Sinne ausgesagt werden kann<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn8\" id=\"fnref8\">[8]<\/a><\/sup>. Denn diese Arten sind dauernd, wohlgeordnet und von bleibender Existenz wie die der Himmelsindividuen. So bedeutet der Ausspruch: \u201eDer \u00fcber dem Erdkreise sitzt\u201c (\u05d4\u05d9\u05e9\u05d1, hajjosch\u00e9bh) (Jes. 40, 22), den, der \u00fcber dem Kreislauf der Erde beharrlich und bleibend ist, n\u00e4mlich \u00fcber ihrer Umdrehung<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn9\" id=\"fnref9\">[9]<\/a><\/sup>, und deutet auf die Dinge hin, die in ihr im Kreislauf immer wieder entstehen<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn10\" id=\"fnref10\">[10]<\/a><\/sup>. Der Ausspruch aber: \u201eDer Herr thronte (\u05d9\u05e9\u05d1, jasch\u00e1bh) bei der Sintflut\u201c (Ps. 29, 10) bedeutet, da\u00df ungeachtet der Ver\u00e4nderung und des Vergehens der irdischen Dinge bei Gott keine Ver\u00e4nderung einer Beziehung stattfindet. Vielmehr ist die Beziehung, die er zu jedem dieser Dinge hat, wenn es auch entsteht und vergeht, dennoch nur eine, und zwar eine bleibende und dauernde, weil diese Beziehung nur zu den Arten der Dinge, nicht aber zu ihren Individuen vorhanden ist. Achte also wohl darauf, da\u00df das Wort jaschabh, wo immer du es in Beziehung auf Gott gebraucht findest, nur immer in dieser Bedeutung zu finden ist.<\/p>\n<hr>\n<hr class=\"footnotes-sep\">\n<section class=\"footnotes\">\n<ol class=\"footnotes-list\">\n<li id=\"fn1\" class=\"footnote-item\"><p>N\u00e4mlich im Verh\u00e4ltnis zum Liegen oder Stehen. <a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\" class=\"footnote-item\"><p>N\u00e4mlich in ihren Kindern. <a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\" class=\"footnote-item\"><p>Nicht durch Attribute, die man ihm beilegen wollte, oder durch Akzidentien. <a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\" class=\"footnote-item\"><p>Da eine Beziehung nur zwischen Dingen bestehen kann, die miteinander vergleichbar sind, also derselben Art angeh\u00f6ren, und sich nur durch Quantit\u00e4t oder Qualit\u00e4t unterscheiden. <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\" class=\"footnote-item\"><p>S. unten Kap. 52 und 56. <a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\" class=\"footnote-item\"><p>Die Gestirne und Sph\u00e4ren. S. unten Kap. 72. <a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\" class=\"footnote-item\"><p>N\u00e4mlich deren Individuen entstehen und vergehen, w\u00e4hrend die Arten bleiben, und somit k\u00f6nnen die werdenden und vergehenden Individuen mit Gott in keiner Beziehung stehen. <a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn8\" class=\"footnote-item\"><p>Aber auch zwischen den Arten der werdenden und vergehenden Dinge und Gott kann man im strengen Sinne des Wortes nicht von einer Beziehung (Verh\u00e4ltnis) sprechen, weil sie mit Gott in keiner Weise vergleichbar sind. <a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn9\" class=\"footnote-item\"><p>Der Verf. nimmt mit Aristoteles an, da\u00df der Beweger des Universums selbst unbewegt bleibt. Alles, was entsteht oder vergeht, entsteht und vergeht infolge der Kreisbewegung, welche die Mischung und Trennung der Elemente bewirkt. Dieser Gedanke wird im Kap. 72 n\u00e4her ausgef\u00fchrt. Vgl. Arist. Phys. VIII, 10; Metaph. XII, 6). <a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn10\" class=\"footnote-item\"><p>Nach MUNK Guide I, S. 60, Anm. 2. <a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 11 in der deutschen \u00dcbersetzung von Dr. Adolf Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":4110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,262],"tags":[117],"class_list":["post-10663","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-creative-commons","category-fuehrer-der-unschluessigen","tag-creative-commons"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/more_newuchim_klein.png?fit=178%2C160&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10663"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10664,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10663\/revisions\/10664"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}