{"id":10714,"date":"2026-10-21T00:09:28","date_gmt":"2026-10-20T22:09:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10714"},"modified":"2026-10-21T00:09:31","modified_gmt":"2026-10-20T22:09:31","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-18\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 18"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Die drei W\u00f6rter \u05e7\u05e8\u05d1 (qar\u00e1bh, nahe sein), \u05e0\u05d2\u05e2 (nag\u00e1, ber\u00fchren) und \u05e0\u05d2\u05e9 (nag\u00e1sch, herantreten) bedeuten manchmal Ber\u00fchrung und Ann\u00e4herung, manchmal aber das Haften des Wissens an dem Gewu\u00dften, welches gewisserma\u00dfen so dargestellt wird wie die Ann\u00e4herung eines K\u00f6rpers an einen anderen<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn1\" id=\"fnref1\">[1]<\/a><\/sup>. So kommt tats\u00e4chlich \u05e7\u05e8\u05d1 (qarabh) in seiner ersten Bedeutung, n\u00e4mlich in der der r\u00e4umlichen Ann\u00e4herung an folgenden Stellen vor: \u201ePharao r\u00fcckte heran\u201c (\u05d4\u05e7\u05e8\u05d9\u05d1, hiqribh) (Exod. 14, 10); \u201eAls er sich dem Lager n\u00e4herte\u201c (\u05e7\u05e8\u05d1, qarabh) (ibid. 32, 19). \u05e0\u05d2\u05e2 (naga) in seiner ersten Bedeutung, n\u00e4mlich der Ber\u00fchrung zweier K\u00f6rper, an folgenden Stellen: \u201eSie ber\u00fchrte (\u05d5\u05ea\u05d2\u05e2, wattagga) damit seine F\u00fc\u00dfe\u201c (Exod. 4, 28); \u201eEr ber\u00fchrte (\u05d5\u05d9\u05d2\u05e2, wajjagga) meinen Mund\u201c (Jes. 6, 6). Die erste Bedeutung von \u05e0\u05d2\u05e9 (nagasch, hinzutreten, jemandes Kommen zu einem andern und seine Bewegung zu ihm hin) an folgender Stelle: \u201eJuda trat (\u05d5\u05d9\u05d2\u05e9, wajjiggasch) zu ihm hin\u201c (Gen. 44, 18). Die zweite Bedeutung dieser drei W\u00f6rter ist das Anhaften des Wissens, die Ber\u00fchrung des Wissens, aber kein r\u00e4umliches Erfassen. So sagt die H. Schrift, indem sie das Wort \u05e0\u05d2\u05e2 im Sinne von Festhalten der Erkenntnis gebraucht: \u201eBis in den Himmel gelangt (\u05e0\u05d2\u05e2, naga) ihr Urteil\u201c (Jirm. 51, 9). Das Wort \u05e7\u05e8\u05d1 (qarabh) wird in dem Ausspruch angewendet: \u201eDie Sache, die euch zu schwer wird, bringet (\u05ea\u05e7\u05e8\u05d9\u05d1\u05d5\u05df, taqribhun) vor mich!\u201c (Deut. 1, 16), n\u00e4mlich setzet mich davon in Kenntnis, und dies geschieht ja durch die Bekanntgabe des Gewu\u00dften. Das Wort \u05e0\u05d2\u05e9 (nagasch) in dem Ausspruche: \u201eAbraham trat hin (\u05d5\u05d9\u05d2\u05e9, wajjiggasch) und sprach\u201c (Gen. 18, 23). Dies geschah im Zustande der Prophetie und des prophetischen Schlafes, wie dargelegt werden wird<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn2\" id=\"fnref2\">[2]<\/a><\/sup>. \u201eWeil dieses Volk mit seinem Munde mir naht (\u05e0\u05d2\u05e9, nagasch) und mit seinen Lippen mich ehrt\u201c (Jes. 29, 13)<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn3\" id=\"fnref3\">[3]<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Jedesmal, wenn in den B\u00fcchern der Prophetie die Ausdr\u00fccke \u05e7\u05e8\u05d1 (qarabh) und \u05e0\u05d2\u05e9 (nagasch) von der Beziehung zwischen Gott und einem seiner Gesch\u00f6pfe gebraucht werden, hat es durchaus diese letztere Bedeutung, da Gott, wie in diesem Buche bewiesen werden wird<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn4\" id=\"fnref4\">[4]<\/a><\/sup>, kein K\u00f6rper ist. Daher tritt Gott nicht zu einem Dinge und n\u00e4hert sich keinem Dinge, und kein Ding n\u00e4hert sich ihm oder ber\u00fchrt ihn. Denn wenn man von Gott die K\u00f6rperlichkeit ausschlie\u00dft, wird auch der Raum von ihm ausgeschlossen und es gibt kein Ann\u00e4hern, Ber\u00fchren, Entfernen, Anhaften, Trennen, Betasten oder Anlehnen an ihn. Ich glaube daher nicht, da\u00df bei dir ein Zweifel obwaltet \u00fcber die Bedeutung der Ausspr\u00fcche: \u201eNahe (\u05e7\u05e8\u05d5\u05d1, qarobh) ist der Herr allen, die ihn anrufen\u201c (Ps. 145, 18); \u201eDie Ann\u00e4herung (\u05e7\u05e8\u05d1\u05ea, qirbhat) an Gott w\u00fcnschen sie\u201c (Jes. 58, 2); \u201eMir ist die N\u00e4he (\u05e7\u05e8\u05d1\u05ea, qirbat) Gottes wohltuend\u201c (Ps. 73, 28). Alle diese Ausdr\u00fccke bedeuten eine Ann\u00e4herung durch die Erkenntnis, ein Erfassen durch das Wissen, nicht aber eine r\u00e4umliche N\u00e4he. Dasselbe gilt f\u00fcr die Ausspr\u00fcche: \u201eDie ihm nahe (\u05e7\u05e8\u05d5\u05d1\u05d9\u05dd, q\u2019robhim) sind\u201c (Deut. 4, 7); \u201eTritt du hin (\u05e7\u05e8\u05d1, q\u2018rabh) und h\u00f6re!\u201c (ibid. 5, 24); \u201eMose trat (\u05d5\u05d9\u05d2\u05e9, wajjiggasch) allein zu dem Herrn hin, sie aber traten nicht hin\u201c (Exod. 24, 2). Wenn du jedoch die Bedeutung dessen, was von Mose gesagt wird<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn5\" id=\"fnref5\">[5]<\/a><\/sup>, dahin verstehen willst, da\u00df Mose sich jener Stelle des Berges n\u00e4herte, auf der das Licht, n\u00e4mlich die Herrlichkeit Gottes, ruhte, so ist dies zul\u00e4ssig. Halte jedoch an dem Grundsatze fest, da\u00df, gleichviel ob der Mensch sich im Mittelpunkt der Erde oder, wenn dies m\u00f6glich w\u00e4re, an dem obersten Punkte der neunten Sph\u00e4re<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn6\" id=\"fnref6\">[6]<\/a><\/sup> befindet, er hier nicht von Gott entfernter, dort aber Gott nicht n\u00e4her sein kann, da\u00df vielmehr die Ann\u00e4herung an Gott geschieht, indem man ihn begreift, die Entfernung, indem man ihn verkennt<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn7\" id=\"fnref7\">[7]<\/a><\/sup>. Es gibt aber in Bezug auf die Ann\u00e4herung und auf die Entfernung von Gott sehr viele Grade und Abstufungen. In einem der Kapitel dieses Buches werde ich erl\u00e4utern, welches die relativ h\u00f6chste Stufe der Erkenntnis Gottes ist<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn8\" id=\"fnref8\">[8]<\/a><\/sup>. Aber der Ausspruch: \u201eBer\u00fchre (\u05d2\u05e2, g\u00e1) die Berge, da\u00df sie rauchen!\u201c (Ps. 144, 5) bedeutet allegorisch: \u201eLa\u00df deinen Befehl \u00fcber sie ergehen!\u201c, wie der Ausspruch: \u201eBer\u00fchre (\u05d5\u05d2\u05e2, w\u2018g\u00e1) sein Gebein!\u201c (Job. 2, 5) bedeutet: \u201eLa\u00df deine Plage \u00fcber ihn kommen!\u201c. Also mu\u00df \u05e0\u05d2\u05e2 (nag\u00e1) und die von ihm abgeleiteten grammatischen Formen an jeder Stelle dem Zusammenhang gem\u00e4\u00df erkl\u00e4rt werden. Manchmal bedeutet es die Ber\u00fchrung eines K\u00f6rpers mit einem anderen; manchmal das Anhaften des Wissens und das begriffliche Erfassen eines Gegenstandes, als ob derjenige, der ein Ding begreift, welches er vorher nicht begriffen hat, einem ihm bisher fernen Gegenstande nahegekommen w\u00e4re. Beachte dies!<sup class=\"footnote-ref\"><a href=\"#fn9\" id=\"fnref9\">[9]<\/a><\/sup><\/p>\n<hr>\n<hr class=\"footnotes-sep\">\n<section class=\"footnotes\">\n<ol class=\"footnotes-list\">\n<li id=\"fn1\" class=\"footnote-item\"><p>Im Sinne der Vereinigung des Denkenden mit dem Gedachten. <a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\" class=\"footnote-item\"><p>S. I. T., Kap. 21; II. T., Kap. 41. <a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\" class=\"footnote-item\"><p>Da die Ann\u00e4herung mit dem Munde oder mit den Lippen nur Anrede oder Gebet bedeuten kann, l\u00e4\u00dft sich die Stelle Gen. 18, 23, will der Verf. sagen, in gleichem Sinne erkl\u00e4ren. <a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\" class=\"footnote-item\"><p>S. II. T., Kap. 1. <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\" class=\"footnote-item\"><p>N\u00e4mlich der letzterw\u00e4hnten Stelle Exod. 24, 2. <a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\" class=\"footnote-item\"><p>\u00dcber die Zahl der Sph\u00e4ren s. II. T., Kap. 4. <a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\" class=\"footnote-item\"><p>S. unten Kap. 54. <a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn8\" class=\"footnote-item\"><p>S. unten Kap. 59 und 60. <a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn9\" class=\"footnote-item\"><p>So k\u00f6nnte \u05e0\u05d2\u05e2 in dem Satze \u201eIhr sollt nicht von ihm essen und ihn nicht ber\u00fchren\u201c (Gen. 3, 3) in dem Sinne aufgefa\u00dft werden: \u201eIhr sollt die Dinge, die dem Werturteil unterliegen, nicht zu erkennen suchen\u201c, in dem Satze: \u201eKeine Hand soll ihn ber\u00fchren\u201c (Exod. 19, 19), in dem Sinne: \u201eSeine Erkenntnis soll nicht beeintr\u00e4chtigt werden\u201c und in dem Satze: \u201eMose trat zur Nebelwolke hin\u201c (ibid. 20, 21), da\u00df er der Erkenntnis Gottes durch negative Attribute n\u00e4her kam\u201c. S. Ephodi, Komm. z. St. <a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-backref\">&#x21a9;\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":64,"featured_media":4110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[262],"tags":[],"class_list":["post-10714","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fuehrer-der-unschluessigen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/more_newuchim_klein.png?fit=178%2C160&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10714"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10715,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10714\/revisions\/10715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}