{"id":10759,"date":"2026-10-21T22:41:34","date_gmt":"2026-10-21T20:41:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=10759"},"modified":"2026-10-21T22:41:36","modified_gmt":"2026-10-21T20:41:36","slug":"kitzur-schulchan-aruch-kapitel-139-vorschriften-fuer-chanukka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kitzur-schulchan-aruch-kapitel-139-vorschriften-fuer-chanukka\/","title":{"rendered":"Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 139 \u2013 Vorschriften f\u00fcr Chanukka"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"140\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Shlomo_Ganzfried.jpg?resize=100%2C140&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3056\"\/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>Die \u00dcbersetzung des Kitzur Schulchan Aruch von Schlomoh Ganzfried auf talmud.de<\/em> <br><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-kitzur-schulchan-aruch\/\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-markdown\"><p>Enth\u00e4lt 26 Paragraphen<\/p>\n<h2>\u00a71<\/h2>\n<p>Als w\u00e4hrend des zweiten Tempels das griechische Reich die Macht (\u00fcber Israel) hatte, verh\u00e4ngte es Verbote \u00fcber Israel, st\u00f6rte die Gesetzesaus\u00fcbung und erlaubte ihnen nicht, sich mit Thora und Mizwot zu besch\u00e4ftigen. Sie streckten ihre H\u00e4nde nach ihrem Verm\u00f6gen und nach ihren T\u00f6chtern aus, drangen ins Heiligtum ein, machten Einrisse darin und verunreinigten das Reine. Israel war durch sie in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis, sie unterdr\u00fcckten sie mit furchtbarem Druck, bis sich der Gott unserer V\u00e4ter \u00fcber sie erbarmte und sie aus ihrer Hand befreite und rettete; die Hasmon\u00e4er, die Hohenpriester, siegten und erschlugen sie. Sie befreiten Israel aus ihrer Hand, stellten einen K\u00f6nig von den Kohanim auf, und das Reich Israel erstand wieder f\u00fcr mehr als zweihundert Jahre bis zur zweiten Zerst\u00f6rung des Tempels. Als Israel seine Feinde besiegte und vernichtete, war dies am f\u00fcnfundzwanzigsten im Monat Kislew. Sie gingen ins Heiligtum und fanden kein reines Oel im Tempel au\u00dfer einem Kr\u00fcglein, das unter einem Siegel des Hohenpriesters lag; in ihm war nur so viel, um an einem Tag damit die Lichter anzuz\u00fcnden; man z\u00fcndete aber damit die Lichter auf der Ordnung des Leuchters acht Tage an, bis man Oliven gesto\u00dfen und reines Oel gewonnen hatte. Darum ordneten die Weisen in jenem Zeitalter an, da\u00df diese acht Tage, die mit dem f\u00fcnfundzwanzigsten Kislew beginnen, Tage der Freude und des Hallel seien. Man z\u00fcndet an ihnen die Lichter abends Nacht f\u00fcr Nacht an den Eing\u00e4ngen der H\u00e4user, acht N\u00e4chte hindurch, an, um das Wunder zu bekennen und zu verbreiten. Diese Tage werden \u05d7\u05e0\u05d5\u05db\u05d4 genannt, das bedeutet: \u05d7\u05e0\u05d5 sie ruhten \u05db\u05d4 am f\u00fcnfundzwanzigsten; denn am f\u00fcnfundzwanzigsten Tag ruhten sie von ihren Feinden; und ferner, weil sie an diesen Tagen den Tempel weihten, den die Feinde verunreinigt hatten; darum sagen manche, es sei verdienstlich, die Mahlzeit am Chanuka etwas zu vermehren; ferner, weil an diesen Tagen das Werk der heiligen Wohnung (in der W\u00fcste) vollendet wurde. Man erz\u00e4hle seiner Familie den Inhalt der Wunder, die unseren V\u00e4tern an diesen Tagen geschehen (siehe Josippon); dennoch ist es nur dann eine Mahlzeit einer Pflichterf\u00fcllung, wenn man bei der Mahlzeit Lob- und Preisges\u00e4nge des Ewigen spricht. Man mehrt die Wohlt\u00e4tigkeit an den Chanuka-Tagen, weil sie auserw\u00e4hlt sind, an ihnen die Makel der Seele durch Almosen, besonders, um arme Thoralernende zu unterst\u00fctzen, wiedergutzumachen.<\/p>\n<h2>\u00a72<\/h2>\n<p>Man fastet nicht an den Chanuka-Tagen, aber am Tag vorher und am Tag nachher sind Trauer und Fasten erlaubt.<\/p>\n<h2>\u00a73<\/h2>\n<p>Das Verrichten von Arbeit am Chanuka ist erlaubt; nur pflegen die Frauen keine Arbeit zu verrichten, solange die Lichter im Haus brennen; und man erleichtere ihnen nicht. Der Grund, da\u00df es die Frauen strenger nehmen, ist, weil ein schweres Verh\u00e4ngnis \u00fcber den T\u00f6chtern Israels schwebte; die Griechen hatten n\u00e4mlich verh\u00e4ngt, da\u00df, wenn eine Jungfrau heirate, sie erst dem Heerf\u00fchrer preisgegeben werde, und ferner, weil das Wunder durch eine Frau geschah. Eine Tochter des Hohenpriesters Jochanan war von gro\u00dfer Sch\u00f6nheit, und der feindliche K\u00f6nig verlangte, da\u00df sie sein Weib werde. Sie versprach ihm, seinen Wunsch zu erf\u00fcllen, lie\u00df ihn Speisen aus K\u00e4se genie\u00dfen, da\u00df es ihn d\u00fcrste und er Wein trinke, sich berausche und in tiefen Schlaf versinke; so geschah es auch; da schlug sie ihm den Kopf ab und brachte ihn nach Jeruschalajim. Als ihr Heerf\u00fchrer sah, da\u00df ihr K\u00f6nig umgekommen, ergriffen sie die Flucht. Darum pflegen manche am Chanuka Milchspeisen zu genie\u00dfen zur Erinnerung an das Wunder, das durch Milch geschah.<\/p>\n<h2>\u00a74<\/h2>\n<p>Alle Oele sind f\u00fcr das Chanukalicht geeignet, doch ist es ein besonderes Verdienst, Oliven\u00f6l zu nehmen, dem Wunder im Tempel entsprechend, das mit Oliven\u00f6l geschah; wenn solches nicht zu haben ist, w\u00e4hle man anderes Oel, dessen Licht klar und rein ist, oder Wachskerzen, deren Licht ebenfalls klar ist. Doch seien nicht zwei Kerzen zusammengeflochten, weil das wie eine Fackel w\u00e4re, sondern jede Kerze sei einfach. Man mache sie nicht aus Wachs von G\u00f6tzentempeln, weil das zu verwerfen ist. Ebenso sind alle Dochte f\u00fcr das Chanukalicht geeignet, doch ist es ein besonderes Verdienst Baumwolle zu nehmen; man braucht nicht in jeder Nacht neue Dochte, sondern kann auch die ersten anz\u00fcnden, bis sie zu Ende sind.<\/p>\n<h2>\u00a75<\/h2>\n<p>Wenn man an einer irdenen Lampe anz\u00fcndet, sobald man eine Nacht daran angez\u00fcndet hat, ist sie alt geworden, und man z\u00fcnde in der zweiten Nacht nicht daran an, weil sie unsch\u00f6n geworden ist. Darum besitze man eine sch\u00f6ne Lampe aus Metallarten; und wessen Verm\u00f6gen hinreicht, kaufe sich zur Versch\u00f6nerung der Pflichterf\u00fcllung eine silberne Lampe.<\/p>\n<h2>\u00a76<\/h2>\n<p>In unseren L\u00e4ndern ist der Gebrauch verbreitet bei denen, die das Gebot besonders sch\u00f6n erf\u00fcllen, da\u00df jeder von den S\u00f6hnen des Hauses in der ersten Nacht ein Licht anz\u00fcndet und in der zweiten Nacht zwei, und so f\u00fcgen sie hinzu, bis sie in der achten Nacht acht Lichter anz\u00fcnden. Sie m\u00fcssen aber darauf achten, da\u00df jeder seine Lampe an einen bestimmten Ort stelle, damit zu erkennen ist, wieviel Lichter jeder angez\u00fcndet hat; man z\u00fcnde sie nicht an einem Platz an, an dem man das ganze Jahr Licht anz\u00fcndet, damit zu erkennen ist, da\u00df es Chanukalichter sind.<\/p>\n<h2>\u00a77<\/h2>\n<p>Das Gebot des Chanukalichtes ist, es am Eingang an der Stra\u00dfe anzuz\u00fcnden, um das Wunder \u00f6ffentlich zu bekennen; so tat man zur Zeit der Mischna und der Gemara. Heutzutage, da wir inmitten anderer V\u00f6lker wohnen, z\u00fcndet man im Haus an, in dem man wohnt; wenn man ein Fenster zur Stra\u00dfe hat, z\u00fcnde man sie dort an; und wenn nicht, z\u00fcnde man sie am Eingang an. Es ist verdienstlich, den Leuchter in die Handbreite am Eingang links hinzustellen, damit die Mesusa rechts und das Chanukalicht links und er von Geboten umgeben ist. Besser ist den Leuchter in den Hohlraum des Eingangs zu stellen.<\/p>\n<h2>\u00a78<\/h2>\n<p>Es ist vorgeschrieben, die Lichter h\u00f6her als drei Handbreiten von der Erde und unterhalb von zehn Handbreiten hinzustellen; hat man sie \u00fcber zehn Handbreiten hingestellt, hat man auch das Gebot erf\u00fcllt; hat man sie aber \u00fcber zwanzig Ellen hingestellt, so hat man das Gebot nicht erf\u00fcllt, weil \u00fcber zwanzig Ellen das Auge nicht hinsieht. Wer in einem Stockwerk wohnt, kann sie ans Fenster stellen, obschon es \u00fcber zehn Handbreiten ist; wenn das Fenster aber \u00fcber zwanzig Ellen vom Erdboden der Stra\u00dfe an ist, soda\u00df das Auge der auf der Stra\u00dfe Gehenden nicht hinsieht, ist besser, sie an den Eingang zu stellen.<\/p>\n<h2>\u00a79<\/h2>\n<p>Die Lichter seien gleichm\u00e4\u00dfig in einer Reihe, nicht eins h\u00f6her und eins niedriger; es sei ein Abstand zwischen einem Licht und dem andern, damit nicht die Flamme des einen dem andern nahekomme und es wie eine Fackel aussehe. Bei Wachslichtern sei der Abstand so gro\u00df, da\u00df nicht eins durch das andere erw\u00e4rmt wird und das Wachs tropft, da\u00df sie verderben. Hat man eine Sch\u00fcssel mit Oel gef\u00fcllt und mit Dochten umringt und ein Gef\u00e4\u00df \u00fcbergest\u00fclpt, so gilt jeder Docht f\u00fcr ein Licht; hat man kein Gef\u00e4\u00df \u00fcbergest\u00fclpt, so gilt es nicht einmal f\u00fcr ein Licht, weil es wie eine Fackel ist. Wenn eine Lampe zwei oder mehr Schn\u00e4bel hat, sollen nicht zwei daran anz\u00fcnden, nicht einmal in der ersten Nacht, weil dann nicht zu erkennen w\u00e4re, wieviel Lichter man (an diesem Abend) anz\u00fcndet.<\/p>\n<h2>\u00a710<\/h2>\n<p>Die Zeit des Anz\u00fcndens ist gleich beim Sichtbarwerden der Sterne, und man schiebe es nicht auf. Man darf vor dem Anz\u00fcnden nichts tun, nicht einmal lernen; nur, wenn man noch nicht Maariw gebetet hat, bete man zuerst und z\u00fcnde dann an. Bevor man anz\u00fcndet, versammle man alle, die zum Haus geh\u00f6ren, um die Sache offen kundzutun. Man mu\u00df soviel Oel hineingie\u00dfen, da\u00df sie wenigstens eine halbe Stunde brennen. Geschehenenfalls, wenn man nicht gleich angez\u00fcndet hat, kann man immer noch mit Beracha anz\u00fcnden, solange die Hausgenossen wach sind; wenn aber die Hausgenossen schon schlafen, ist keine Kundgebung des Wunders mehr vorhanden, und man z\u00fcnde ohne Beracha an. Wenn man bei Nacht keine Zeit haben wird anzuz\u00fcnden, kann man schon fr\u00fcher anz\u00fcnden, von der H\u00e4lfte der Mincha-Zeit an und weiter, das ist eine und eine Viertelstunde vor dem Sichtbarwerden der Sterne (man meint Zeitstunden der L\u00e4nge des Tages entsprechend, siehe oben Kap. 69 \u00a7 2. An den Chanukatagen, an denen die Tage kurz sind, betr\u00e4gt die H\u00e4lfte der Mincha-Zeit, wenn der Tag nur zehn Uhrstunden lang ist, eine Stunde und 2\u00bd Minuten). Nur mu\u00df man soviel Oel hineingie\u00dfen, da\u00df die Lichter bis eine halbe Stunde nach dem Sichtbarwerden der Sterne brennen; wenn sie nicht so lang brennen, hat man das Gebot nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<h2>\u00a711<\/h2>\n<p>Die Ordnung des Anz\u00fcndens, wie sie bei uns gebr\u00e4uchlich ist: In der ersten Nacht z\u00fcndet man das Licht an, das einem rechts gegen\u00fcber steht; in der zweiten Nacht f\u00fcgt man links davon ein Licht hinzu, und so in jeder Nacht weiter f\u00fcgt man links ein Licht hinzu; das Neuhinzugef\u00fcgte z\u00fcndet man immer zuerst an und wendet sich nach rechts weiter.<\/p>\n<h2>\u00a712<\/h2>\n<p>In der ersten Nacht sagt der Anz\u00fcndende vor dem Anz\u00fcnden drei Berachot: anz\u00fcnden, der Wunder vollbracht hat, der uns am Leben erhalten hat; in den anderen N\u00e4chten sagt er nicht \u05e9\u05d4\u05d7\u05d9\u05e0\u05d5; nachdem er die Berachot gesprochen, z\u00fcndet er ein Licht an, und w\u00e4hrend er die anderen Lichter anz\u00fcndet, sagt er \u05d4\u05e0\u05e8\u05d5\u05ea \u05d4\u05dc\u05dc\u05d5 \u2013. Einer, der Jude geworden, spricht: der f\u00fcr Israel Wunder vollbracht hat; h\u00e4tte er \u05dc\u05d0\u05d1\u05d5\u05ea\u05d9\u05e0\u05d5 f\u00fcr unsere V\u00e4ter gesagt, hat er seine Pflicht auch erf\u00fcllt. Ein Trauernder vor der Beerdigung, wovor uns der Ewige beh\u00fcte, antworte, wenn ein anderer zugegen und mit Berachot anz\u00fcndet, \u05d0\u05de\u05df; wenn kein anderer zugegen, z\u00fcnde er selbst ohne Berachot an.<\/p>\n<h2>\u00a713<\/h2>\n<p>Es steht uns als Halacha fest: das Anz\u00fcnden vollbringt das Gebot, das hei\u00dft: das Anz\u00fcnden ist die Erf\u00fcllung des Gebotes, und w\u00e4hrend des Anz\u00fcndens m\u00fcssen die Lichter am richtigen Ort stehen und das richtige Ma\u00df Oel enthalten. Das will ausschlie\u00dfen, wenn man sie unterhalb von drei Handbreiten oder \u00fcber zwanzig Ellen angez\u00fcndet und sie dann brennend an ihren richtigen Ort gestellt h\u00e4tte; dann w\u00e4ren sie untauglich. Ebenso, wenn beim Anz\u00fcnden nicht gen\u00fcgend Oel darin gewesen und man nachher hinzugef\u00fcgt, n\u00fctzt es nichts mehr. Ebenso, wenn man sie an einen Ort gestellt, wo der Wind weht und die Lichter leicht ausgehen, hat man das Gebot nicht erf\u00fcllt und mu\u00df man sie noch einmal anz\u00fcnden, sage aber nicht nochmals die Berachot. Hat man sie aber vorschriftsm\u00e4\u00dfig hingestellt, und sie sind durch einen Zufall ausgegangen, so hat man das Gebot bereits erf\u00fcllt; doch pflegt man sie nochmals anzuz\u00fcnden. Man pflegt zu erschweren und nicht von einem Licht das andere anz\u00fcnden, sondern man z\u00fcndet mit dem \u201eDiener\u201c (dem au\u00dferhalb der acht Lichter dazu angebrachten Licht) oder einem anderen Licht an.<\/p>\n<h2>\u00a714<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der ganzen Zeit des Gebotes, darf man ihre Helligkeit nicht ben\u00fctzen. Darum pflegt man den Diener, mit dem man sie angez\u00fcndet hat, neben sie zu stellen, damit, wenn man in der N\u00e4he von der Helligkeit Nutzen hat, man die Heiligkeit des Dieners ben\u00fctzt; man mu\u00df ihn etwas h\u00f6her als die Lichter stellen, da\u00df zu erkennen ist, da\u00df er nicht zur Zahl der Lichter geh\u00f6rt.<\/p>\n<h2>\u00a715<\/h2>\n<p>Man z\u00fcndet Lichter in der Synagoge an, um das Wunder \u00f6ffentlich zu verk\u00fcnden, und sagt die Berachot dar\u00fcber; man stellt sie an die S\u00fcdwand und z\u00fcndet sie zwischen Mincha und Maariw an. Mit den Lichtern in der Synagoge hat keiner seine Pflicht erf\u00fcllt, und jeder mu\u00df nochmals zu Hause anz\u00fcnden. Ein Trauernder, der Ewige bewahre uns davor, z\u00fcnde in der ersten Nacht nicht in der Synagoge an, weil er \u05e9\u05b6\u05c1\u05d4\u05b6\u05d7\u05b1\u05d9\u05b8\u05e0\u05d5\u05bc sagen m\u00fc\u00dfte und ein Trauernder in der Gemeinde nicht \u05e9\u05b6\u05c1\u05d4\u05b6\u05d7\u05b1\u05d9\u05b8\u05e0\u05d5\u05bc sagen soll; zu Hause aber spreche er \u05e9\u05b6\u05c1\u05d4\u05b6\u05d7\u05b1\u05d9\u05b8\u05e0\u05d5\u05bc.<\/p>\n<h2>\u00a716<\/h2>\n<p>Frauen sind auch zu Chanukalichtern verpflichtet, denn auch sie waren an jenem Wunder beteiligt, (siehe oben \u00a7 3.) Eine Frau kann f\u00fcr ihre ganze Familie anz\u00fcnden. Ein Kind, das zur Gew\u00f6hnung an die Gebote gelangt ist, ist ebenfalls verpflichtet. Wenn ein Blinder sich bei einem anderen mit einer kleinen M\u00fcnze am Chanukalicht beteiligen kann, ist es gut; wenn er eine Frau hat, z\u00fcndet sie f\u00fcr ihn an; wenn er keine Frau hat, aber er hat eine eigene Wohnung und kann sich bei niemand beteiligen, z\u00fcnde er an, indem ihm ein anderer behilflich ist.<\/p>\n<h2>\u00a717<\/h2>\n<p>Am Erew-Sabbat z\u00fcndet man zuerst die Chanukalichter und dann die Sabbatlichter an; nur sei es nach der Mitte der Minchazeit (aber beide noch vor Sonnenuntergang;) manche beten vorher Mincha. Man mu\u00df soviel Oel hineingie\u00dfen, da\u00df sie bis \u00bd Stunde nach dem Sichtbarwerden der Sterne brennen; denn sonst w\u00e4re es eine vergebliche Beracha. Wenn man am Eingang anz\u00fcndet, mu\u00df man darauf achten, mit einem Gegenstand zwischen den Lichtern und der T\u00fcr eine Scheidewand zu machen, da\u00df der Wind die Lichter nicht ausl\u00f6sche, wenn man die T\u00fcr auf- oder zumacht.<\/p>\n<h2>\u00a718<\/h2>\n<p>Nach Ausgang des Sabbats macht man zuerst Hawdala, und dann z\u00fcndet man die Chanukalichter an; in der Synagoge z\u00fcndet man vor \u05d5\u05d9\u05ea\u05df \u05dc\u05da an.<\/p>\n<h2>\u00a719<\/h2>\n<p>Wenn jemand nicht zu Hause ist, sondern sich wo anders aufh\u00e4lt, wenn er wei\u00df, da\u00df seine Frau zu Hause anz\u00fcndet, z\u00fcnde er da, wo er sich aufh\u00e4lt, ohne Berachot an. Wenn es m\u00f6glich ist, ist gut, wenn er zuerst die Berachot von jemand h\u00f6rt, der dort anz\u00fcndet, und dabei die Andacht hat, mit diesen Berachot seine Pflicht zu erf\u00fcllen, und mit \u05d0\u05b8\u05de\u05b5\u05df darauf antwortet; und dann z\u00fcnde er ohne Berachot an. Wenn seine Frau zu Hause nicht anz\u00fcndet, ebenso J\u00fcnglinge in ihrer Herberge, m\u00fcssen sie mit Berachot anz\u00fcnden oder sich an den Lichtern des Hausbesitzers beteiligen, indem sie ihm eine kleine M\u00fcnze geben, damit sie am Oel und am Docht beteiligt seien; und der Hausbesitzer f\u00fcge etwas Oel zu dem vorgeschriebenen Ma\u00df hinzu f\u00fcr die sich beteiligenden; sie sollen sich aber M\u00fche geben, da\u00df jeder f\u00fcr sich anz\u00fcnde. Wer sich in der Stadt, nur in einem anderen Haus, aufh\u00e4lt, mu\u00df, sobald die Zeit des Anz\u00fcndens herankommt, nach Hause zur\u00fcckkehren und anz\u00fcnden.<\/p>\n<h2>\u00a720<\/h2>\n<p>Von dem Oel, das nach Chanuka in der Lampe \u00fcbrig ist, ebenso von den Dochten macht man ein Feuer und verbrennt sie, weil sie f\u00fcr ihr Gebot bestimmt waren und man keinen Nutzen von ihnen haben darf, au\u00dfer wenn man vorher eine Bedingung gemacht hat, da\u00df man das, was \u00fcbrig bleibt, nicht f\u00fcr das Gebot bestimmt.<\/p>\n<h2>\u00a721<\/h2>\n<p>Alle acht Tage Chanuka sagt man in Schemona-Esra \u05e2\u05dc \u05d4\u05e0\u05e1\u05d9\u05dd; wenn man es vergessen und nicht gesagt h\u00e4tte, wenn man sich erinnert, nachdem man den Schem gesagt, vollendet man die Beracha und wiederholt nicht. (Ueber das Tischgebet siehe oben Kap. 44 \u00a7 16.)<\/p>\n<h2>\u00a722<\/h2>\n<p>Alle acht Tage Chanuka sagt man das Hallel-Gebet. Man sagt nicht Tachanun und nicht \u05d0\u05f3 \u05d0\u05e8\u05da \u05d0\u05e4\u05d9\u05dd, auch nicht \u05dc\u05de\u05e0\u05e6\u05d7 und nicht \u05e6\u05d3\u05e7\u05ea\u05da \u05e6\u05d3\u05e7 (Ueber Hallel im Haus eines Trauernden, was der Allm\u00e4chtige verh\u00fcten m\u00f6ge, siehe in Kap. 207 \u00a7 6.)<\/p>\n<h2>\u00a723<\/h2>\n<p>Man ruft jeden Tag drei Leute zu den Opfergaben der F\u00fcrsten im Abschnitt \u05e0\u05e9\u05d0 (Num. 7) auf; am ersten Tag f\u00e4ngt man f\u00fcr den Kohen bei \u201eEs war am Tag, als Mosche vollendete\u201c an bis \u201ezur Einweihung des Altars\u201c. F\u00fcr den Levi \u201eEs brachte der am ersten Tag\u201c bis \u201emit R\u00e4ucherwerk gef\u00fcllt\u201c. F\u00fcr den Israel \u201eein Stier\u201c bis Aminadab. Am zweiten Tag f\u00fcr den Kohen und den Levi \u201eAm zweiten Tag\u2026\u201c und f\u00fcr den Israel \u201eAm dritten Tag\u2026\u201c Und so jeden Tag f\u00fcr den Kohen und den Levi den Tag an dem man h\u00e4lt, und f\u00fcr den Israel den n\u00e4chsten Tag. Am achten Tag f\u00fcr den Kohen und den Levi \u201eAm achten Tag\u201c, und f\u00fcr den Israel f\u00e4ngt man \u201eAm neunten Tag\u201c an und vollendet die ganze Ordnung und vom Abschnitt \u05d1\u05d4\u05e2\u05dc\u05ea\u05da bis \u201eso machte er den Leuchter\u201c.<\/p>\n<h2>\u00a724<\/h2>\n<p>Am Sabbat-Chanuka hebt man zwei Sifre-Thora aus; in der ersten liest man den Abschnitt der Woche, und in der zweiten liest der Maftir f\u00fcr Chanuka den entsprechenden Tag, als Haftara sagt man (Sech. 2, 14) \u05e8\u05e0\u05d9 \u05d5\u05e9\u05de\u05d7\u05d9; wenn noch ein Sabbat ist, sagt man als Haftara (K\u00f6n. I. 7, 40), die Lichter Schelomos. Wenn Rosch-Chodesch Tewet auf Wochentag f\u00e4llt, hebt man zwei Sifre-Thora aus, zu der ersten ruft man drei Leute auf f\u00fcr die Vorlesung von Rosch-Chodesch und dann den Vierten zur zweiten Sefer-Thora f\u00fcr den entsprechenden Tag von Chanuka. Weil Rosch-Chodesch h\u00e4ufiger ist und uns feststeht, da\u00df bei H\u00e4ufig und Weniger h\u00e4ufig H\u00e4ufig den Vorrang hat, darum bringen wir zuerst Rosch-Chodesch. H\u00e4tte man sich geirrt und angefangen, von Chanuka zu lesen und sogar, wenn man noch nicht angefangen hat zu lesen, aber der Aufgerufene hat bereits die Beracha gesagt, braucht man nicht zu unterbrechen, sondern es vollendet der Aufgerufene seine Vorlesung, und dann liest man den Uebrigen von Rosch-Chodesch vor. Wenn man zuerst, wie es sich geb\u00fchrt, von RoschChodesch vorgelesen, nur hat man sich geirrt und auch den Vierten zu Rosch-Chodesch aufgerufen, selbst, wenn man sich gleich erinnert, nachdem der Aufgerufene die Beracha gesagt hat, man hat aber nur eine Sefer-Thora ausgehoben, braucht man nicht mehr (als Rosch-Chodesch) vorzulesen. Wenn man aber zwei Sifre-Thora ausgehoben hat, so da\u00df man darauf R\u00fccksicht nehmen mu\u00df, die eine Sefer-Thora nicht zu kr\u00e4nken, da\u00df man nicht sage, sie sei untauglich, mu\u00df man einem F\u00fcnften darin von Chanuka vorlesen; und nach dem F\u00fcnften sagt man Halb-Kaddisch.<\/p>\n<h2>\u00a725<\/h2>\n<p>F\u00e4llt Rosch-Chodesch Tewet auf Sabbat, hebt man drei Sifre-Thora aus; zu der ersten ruft man sechs Leute zum Wochenabschnitt auf, zu der zweiten den siebten f\u00fcr Rosch-Chodesch und f\u00e4ngt bei \u05d5\u05d1\u05d9\u05d5\u05dd \u05d4\u05e9\u05d1\u05ea an, (siehe oben Kap. 78 \u00a7 1 und Kap. 79 \u00a7 1.) und sagt Halb-Kaddisch; in der dritten liest der Maftir f\u00fcr Chanuka den entsprechenden Tag, und als Haftara sagt man: \u05e8\u05e0\u05d9 \u05d5\u05d9\u05e9\u05de\u05d7\u05d9 \u2014 Obschon das H\u00e4ufige den Vorrang hat, so ist das bei der Thora-Vorlesung, wo man beides liest, bei der Haftara aber, wo man nur die eine vortr\u00e4gt, verdr\u00e4ngt man die von Rosch-Chodesch und liest die von Chanuka, um das Wunder \u00f6ffentlich zu bekennen.<\/p>\n<h2>\u00a726<\/h2>\n<p>Am f\u00fcnfzehnten Schewat ist der Jahresbeginn f\u00fcr die Fruchtb\u00e4ume; man sagt an ihm nicht Tachanun und pflegt an ihm verschiedene Arten von Baumfr\u00fcchten zu genie\u00dfen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche \u00dcbersetzung von Kapitel 139 des Kitzur Schulchan Aruch<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[133],"tags":[],"class_list":["post-10759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kitzur-schulchan-aruch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10759"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10764,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10759\/revisions\/10764"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}