{"id":1128,"date":"2017-12-03T21:23:34","date_gmt":"2017-12-03T19:23:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=1128"},"modified":"2026-02-12T11:59:14","modified_gmt":"2026-02-12T09:59:14","slug":"megillat-antiochus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/megillat-antiochus\/","title":{"rendered":"Megillat Antiochus"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn man durch eine alte, einsprachige hebr\u00e4ische Ausgabe des Siddur Sefat Emet bl\u00e4ttert, welches lange Standardsiddur der deutschsprachigen Gemeinden war, etwa die von 1868, st\u00f6\u00dft man im hinteren Teil auf einen Text, der mit \u00bbMegilla jewanit\u00ab (griechische Megilla) \u00fcberschrieben und zusammen mit den Segensspr\u00fcchen zum Entz\u00fcnden der Chanukkakerzen abgedruckt ist. In j\u00fcngeren Ausgaben fehlt dieser Teil vollkommen und ist damit f\u00fcr uns heute <em>de facto<\/em> vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser <em>griechischen<\/em> (<em>jawanit<\/em>) Megillah, die auch \u00bbMegillat Antiochus\u00ab genannt wird, geht es um die Geschichte von Chanukkah, also um den Kampf gegen K\u00f6nig Antiochus und die Befreiung des Tempels in Jerusalem. Nat\u00fcrlich fehlt am Ende der Geschichte das Wunder von Chanukkah nicht. Obwohl die Handlung eine v\u00f6llig andere ist, dr\u00e4ngt sich eine gewisse \u00c4hnlichkeit zum Buch Esther auf, der Megillah von Purim: Das gro\u00dfe Wunder wird beschrieben und auch der Weg, der dorthin gef\u00fchrt hat. Am Ende steht die Aufforderung, in allen k\u00fcnftigen Generationen vom Wunder zu k\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Megillat Antiochus ist also tats\u00e4chlich eine weitere Rolle f\u00fcr einen weiteren Feiertag. Auf diese Weise h\u00e4tte auch Chanukkah seinen \u00bbeigenen\u00ab Text, denn das erste der Makkab\u00e4er-B\u00fccher, das uns ansonsten die Geschichte von Chanukka erz\u00e4hlt, ist im hebr\u00e4ischen Original verloren und wird nicht in den Synagogen gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich kannte man, wie zu Beginn beschrieben, in einigen Teilen Europas den Brauch, an Chanukka die Megillat Antiochus zu lesen, \u2013 und es gibt ihn bei den jemenitischen Juden bis heute. Allgemein durchgesetzt hat er sich jedoch nicht. In einigen italienischen Synagogen des Mittelalters wurde die Megillah am Schabbat Chanukka gelesen, jedenfalls erw\u00e4hnt sie ein italienischer Rabbiner namens Jeschajahu aus Trani (1200\u20131260). Auch in einem Siddur von der Krim, dem <em>Machsor Kaffa<\/em> (1735), wird sie wiedergegeben. Der Machsor legt die Lesung f\u00fcr Minchah, das Nachmittagsgebet, am Schabbat Chanukka fest. <\/p>\n\n\n\n<p>Sogar eine \u00dcbersetzung in die indische Sprache Marathi existiert. Besondere Bedeutung k\u00f6nnte man den \u00dcbersetzungen ins Arabische beimessen, nicht nur, weil es die Megilla bei den jemenitischen Juden zu gr\u00f6\u00dferer Prominenz als in Europa gebracht hat, sondern vor allem, weil uns die fr\u00fcheste bekannte \u00dcbersetzung einen Hinweis auf das Alter der Megillah gibt: Sie soll von Sa\u2019adia Gaon (882\u2013942) stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Maharitz, Rabbiner Jichja Tzalach (1713\u20131805), ein jemenitischer Rabbiner, schrieb in seinem Kommentar zum Gebetbuch <em>Etz Chajim<\/em>, dass die Megillah nach der Haftarah am Schabbat Chanukka gelesen wird, um die Mizwa von <em>Pirsumej Nissa<\/em> (Bekanntmachen des Wunders) zu erf\u00fcllen. Der Grund f\u00fcr die Lesung ist also derselbe, aus dem wir an Chanukka Kerzen entz\u00fcnden und in die Fenster stellen. <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glicherweise hat sich der Brauch deshalb nicht durchgesetzt und wurde dementsprechend auch nicht in B\u00fccher aufgenommen. Weil heute durch das Internet viele Quellen verf\u00fcgbar sind und den Blick in fr\u00fchere \u00dcberlieferungen freigeben, erfahren wir verst\u00e4rkt, dass es Br\u00e4uche gibt, die untergegangen sind. Wer wei\u00df, vielleicht werden sie eines Tages wiederbelebt?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em><strong>Der Volltext in deutscher Sprache:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es war in den Tagen des Antiochus, dem K\u00f6nig der Griechen, eines gro\u00dfen und starken K\u00f6nigs, fest in seiner Herrschaft, und alle K\u00f6nige h\u00f6rten auf ihn. Er eroberte viele L\u00e4nder und besiegte starke K\u00f6nige, verw\u00fcstete ihre Pal\u00e4ste, verbrannte sie im Feuer und warf ihre Bewohner gefesselt in den Kerker. Seit den Tagen Alexanders stand kein solcher K\u00f6nig auf, an der K\u00fcste des gro\u00dfen Meeres. Und er erbaute am Ufer des Meeres eine m\u00e4chtige Stadt, als K\u00f6nigssitz, und nannte die Stadt Antiochia &#8211; nach seinem Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Bagris, sein Statthalter, baute eine andere Stadt, Antiochia gegen\u00fcber, und nannte sie Bagris nach seinem Namen; so lauten ihre Namen bis auf den heutigen Tag. Im dreiundzwanzigsten Jahr seines Reiches, zweihundertdreizehn Jahre nach der Aufrichtung des Tempels, richtete er seinen Blick nach Jeruschalajim.<br>\nEr sprach zu seinen F\u00fcrsten: \u00bbIhr wisst ja, dass unter uns, in Jeruschalajim, das Volk der Juden lebt; unseren G\u00f6ttern opfern sie nicht, unseren Gesetzen gehorchen sie nicht, die Gesetze des K\u00f6nigs verachten sie und befolgen nur ihre Gesetze. Ja, sie hoffen auf den Tag des Untergangs der K\u00f6nige und Herrscher und sprechen: \u00bbWann wird unser eigener K\u00f6nig \u00fcber uns regieren? Wann werden wir \u00fcber Meer und trockenes Land gebieten und die ganze Erde in unsere Macht bekommen?\u00ab<br>\nEs ist f\u00fcr unser Reich keine Ehre, sie ruhig auf der Oberfl\u00e4che der Erde zu lassen. Auf! Wir wollen zu ihnen hinaufziehen und die Zeichen ihres Bundes mit Gott vernichten: Schabbat, Neumondfeier und Beschneidung!\u00ab  <\/p>\n\n\n\n<p>Er fand Zustimmung in den Augen der F\u00fcrsten und auch bei seinem Heer. Zur selben Stunde erhob sich Antiochus und sandte seinen Statthalter Nikanor mit einem gro\u00dfen Heer und mit viel Volk. Und er kam zur Stadt von Jehudah, nach Jeruschalajim. Dort t\u00f6tete er viele Menschen und baute einen Altar im Tempel, an genau der Stelle, von der der Gott Israels zu seinen Knechten, den Propheten, gesprochen hatte: \u00bbDort will ich meine Herrlichkeit ruhen lassen in Ewigkeit.\u00ab Genau dort schlachteten sie ein Schwein und brachten sein Blut in die heilige Halle.<br>\nAls aber Jochanan ben Mattithjahu, der Hohepriester, davon h\u00f6rte, da war er voller Zorn und Wut und sein Blick ver\u00e4nderte sich. Und er fragte sich selbst, was nun zu tun w\u00e4re. Dann machte sich Jochanan ben Mattithjahu ein Schwert, zwei Spannen lang und eine Spanne breit, und versteckte es unter seiner Kleidung. Dann kam er nach Jeruschalajim, stand am Tor des K\u00f6nigs, rief die W\u00e4chter und sagte zu ihnen: \u00bbIch bin Jochanan, der Sohn Mattithjahus; ich will vor Nikanor treten.\u00ab<br>\nDa kamen die W\u00e4chter und Wachen und sprachen: \u00bbDer Hohepriester der Juden steht vor der T\u00fcr.\u00ab Da antwortete Nikanor: \u00bbEr soll kommen!\u00ab Also f\u00fchrte man ihn vor Nikanor, und Nikanor sagte zu Jochanan: \u00bbDu bist einer von den Rebellen, die sich gegen den K\u00f6nig emp\u00f6rten und nicht den Frieden und das Gesetz seines Reiches einhalten wollten!\u00ab<br>\nDa antwortete Jochanan: \u00bbHerr, es ist so. Doch jetzt komme ich vor dein Angesicht; was du w\u00fcnschst, das will ich tun!\u00ab  <\/p>\n\n\n\n<p>Es antwortete Nikanor: \u00bbWenn es so ist, dann nimm ein Schwein und schlachte es auf dem Altar; dann wirst du ein k\u00f6nigliches Gewand empfangen, auf dem Pferd des K\u00f6nigs reiten und sein wie einer von denen, die vom K\u00f6nig geliebt werden.\u00ab<br>\nDarauf antwortete ihm Jochanan: \u00bbMein Herr, ich f\u00fcrchte mich vor den Kindern Israel; denn wenn sie h\u00f6ren, dass ich so etwas getan habe, werden sie mich steinigen und t\u00f6ten. Lass doch alle vor dir hinausgehen, sonst wird es verraten.\u00ab Da schickte Nikanor alle hinaus. Da erhob Jochanan ben Mattithjahu seine Augen zum Himmel, betete zu seinem Gott und sprach:<br>\n\u00bbMein Gott, Gott meiner V\u00e4ter Abraham, Jitzchak und Jaakow, gib mich nicht in die Hand dieses Heiden; denn wenn er mich t\u00f6tet, wird er hingehen und sich im Hause Dagons, seines G\u00f6tzen, r\u00fchmen: \u00bbMein Gott gab ihn in meine Hand!\u00ab Anschlie\u00dfend machte er drei Schritte und stie\u00df das Schwert in Nikanors Herz und warf ihn erschlagen in die Halle des Tempels.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Jochanan sprach vor Gott: \u00bbMein Gott, rechne es mir nicht als S\u00fcnde an, dass ich ihn im Tempel umgebracht habe! So m\u00f6gest du es mit allen Heiden tun, die mit ihm kamen, um Jehudah und Jeruschalajim in Not zu bringen.\u00ab<br>\nDann ging Jochanan ben Mattithjahu hinaus und k\u00e4mpfte gegen die Heiden und erschlug viele von ihnen. Die Zahl derer, die er an diesem Tage t\u00f6tete, war siebenhundertzweiundsiebzigtausend: denn sie t\u00f6teten einander. Als er zur\u00fcckkehrte, errichtete er eine S\u00e4ule und nannte sie nach seinem Namen: \u00bbMakkabi, der die Starken t\u00f6tet.\u00ab<br>\n Als nun K\u00f6nig Antiochus h\u00f6rte, dass sein Statthalter Nikanor get\u00f6tet wurde, da war er sehr ver\u00e4rgert und er lie\u00df nach Bagris rufen, dem Frevler, der ihn zu diesem Unternehmen verleitet hatte.<br>\nAntiochus sprach zu Bagris: \u00bbHast du geh\u00f6rt, was mir die Kinder Israel angetan haben? Sie erschlugen mein Heer, beraubten mein Lager und meine F\u00fcrsten.\u00ab<br>\nDa erhob sich Bagris der Frevler und zog mit dem gesamten Heer nach Jeruschalajim, t\u00f6tete viele und verbot, um Israel vollst\u00e4ndig zu vernichten, drei Dinge: den Schabbat, die Neumondfeier und die Beschneidung.<br>\nSo erreichte das Wort des K\u00f6nigs sie.<br>\nFand man einen Mann, der seinen Sohn beschnitten hatte, so ergriff man ihn und seine Frau und henkte sie gegen\u00fcber dem Kinde. Eine Frau aber hatte nach dem Tode ihres Mannes einen Jungen geboren und beschnitt ihn nach acht Tagen; darauf stieg sie auf die Stadtmauer von Jeruschalajim, ihren Sohn im Arm, und rief:<br>\n\u00bbMan sagt, Bagris, du Frevler, du willst den Bund vernichten, den wir mit Gott geschlossen haben, und dessen Zeichen sind Schabbat, Neumondfeier und Beschneidung. Ich aber sage dir: wir werden vom Bund nicht lassen, und unsere Enkel werden ihn halten!\u00ab Damit warf sie ihren Sohn hinab und sich ihm nach, und starben beide zusammen. Und viele von den Kindern Israels taten das auch in diesen Tagen. Damals sprachen die Kinder Israels einer zum andern: \u00bbKomm mit mir, wir wollen in einer H\u00f6hle wohnen! Denn sonst m\u00fcssten wir den heiligen Schabbat-Tag entweihen.\u00ab<br>\nDoch man verriet dies dem Bagris, dem Frevler; da sandte er Leute hin, die legten sich vor den Eingang der H\u00f6hlen und sprachen: \u00bbHeraus mit euch! Trinkt von unserm Wein, esst von unserm Brot, tut, was wir tun!\u00ab<br>\nDa antworteten die Kinder Israels und sprachen untereinander:  \u00bbWir gedenken dessen, was Gott uns auf dem Berge Sinai gehei\u00dfen hat: Sechs Tage sollst du arbeiten und dein Werk verrichten, am siebenten Tage aber sollst du ruhen. Besser, wir sterben in der H\u00f6hle als dass wir den heiligen Schabbat-Tag entweihen.\u00ab<br>\nAls die Juden nicht herauskamen, wurden die Feinde zornig, brachten Holz und verbrannten es am Eingang der H\u00f6hle; so starben viele tausend, M\u00e4nner und Frauen. Und die f\u00fcnf S\u00f6hne des Mattithjahu, Jochanan und seine vier Br\u00fcder, zogen aus, f\u00fchrten Krieg gegen die Heiden, t\u00f6teten viele und vertrieben sie auf die Inseln des Meeres.<br>\nDenn Gott war ihre St\u00fctze. Bagris der Frevler aber bestieg ein Schiff und floh zu K\u00f6nig Antiochus; bei ihm diejenigen, die dem Schwert entronnen waren.<br>\nUnd Bagris sprach zu K\u00f6nig Antiochus: \u00bbDu, der K\u00f6nig, hast den Juden geboten, Schabbat, Neumondfeier und Beschneidung aufzugeben. Sie aber waren erbost dar\u00fcber. Wenn aber alle V\u00f6lker und K\u00f6nigreiche sich vereinigen w\u00fcrden, so k\u00f6nnten sie doch nichts gegen diese f\u00fcnf S\u00f6hne Mattithjahus, die st\u00e4rker sind als L\u00f6wen, leichter als die Adler, schneller als die B\u00e4ren des Gebirges.  <\/p>\n\n\n\n<p>So h\u00f6re auf meinen Rat: f\u00fchre nicht weiter Krieg mit so wenig Volk, denn dann w\u00fcrdest du zum Spott aller K\u00f6nige werden. Vielmehr schreibe und sende Briefe an alle L\u00e4nder deines Reiches, dass alle Heeresf\u00fchrer sich versammeln und auch nicht einer zur\u00fcckbleibt; auch gepanzerte Elefanten sollen bei ihnen sein.\u00ab<br>\nUnd der Rat gefiel dem K\u00f6nig, er schrieb und sandte Briefe in alle L\u00e4nder seines Reiches und es kamen die Herren \u00fcber alle V\u00f6lker und K\u00f6nigreiche und auch gepanzerte Elefanten kamen mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dies fand Gnade in den Augen von K\u00f6nig Antiochus. Er sandte Briefe an alle Provinzen<br>\nseines Reiches. Und die F\u00fcrsten eines jeden Volkes und jeder Provinz kamen und brachten gepanzerte Elefanten mit.  <\/p>\n\n\n\n<p>Und zum zweiten Mal erhob sich Bagris der Frevler und zog gegen Jeruschalajim. Er zerteilte die Mauer und riss den Eingang ab und brach dreizehn Breschen in den Tempel und zermalmte die Steine zu Staub.<br>\nDa dachte er sich: \u00bbDieses Mal werden sie mich nicht besiegen, denn mein Heer ist gro\u00df und stark ist meine Hand.\u00ab Aber Gott dachte nicht so.  <\/p>\n\n\n\n<p>Als die f\u00fcnf S\u00f6hne Mattithjahus dies erfuhren erhielten, erhoben sie sich und kamen nach Mizpah-Gilead, wo ein \u00dcberbleibsel vom Hause Israels aus der Zeit Schmuels, des Propheten, war. Sie geboten einen Fasttag und sa\u00dfen auf Asche, um Erbarmen vor Gott zu beten. Dann fanden sie guten Rat, Jehudah der \u00e4lteste, Schimeon der zweite, Jochanan der dritte, der vierte Jonathan, der f\u00fcnfte Elasar. Ihr Vater segnete sie und sprach: \u00bbJehudah, mein Sohn, ich vergleiche dich Jehudah, mit dem Sohn Jaakows, der war wie eine L\u00f6win. Schimeon, mein Sohn, ich vergleiche dich Schimeon, mit dem Sohn Jaakows, der die Bewohner von Sichem t\u00f6tete. Jochanan, mein Sohn, ich vergleiche dich mit Abner, dem Sohne Ners, dem Feldherrn Israels. Jonathan, mein Sohn, ich vergleiche dich mit Jonathan, dem Sohne Schauls, der das Volk der Philister schlug. Elasar, mein Sohn, ich vergleiche dich mit Pinchas, dem Sohn Elasars, der f\u00fcr seinen Gott stritt und die Kinder Israel rettete.\u00ab<br>\nDann zogen die f\u00fcnf S\u00f6hne Mattithjahus aus und k\u00e4mpften gegen die Heiden und t\u00f6teten viele; Jehudah aber fiel im Kampf. Als aber die S\u00f6hne Mattithjahus sahen, dass Jehudah get\u00f6tet wurde, kehrten sie um und kamen zu ihrem Vater. Da sprach der Vater zu ihnen: \u00bbWarum seid ihr zur\u00fcckgekehrt?\u00ab Und sie antworteten indem sie sprachen: \u00bbWeil unser Bruder get\u00f6tet wurde.\u00ab Ihr Vater Mattithjahu sprach: \u00bbIch werde mit euch ziehen und gegen die Heiden k\u00e4mpfen. Denn sonst geht das Haus Israel verloren; ihr seid \u00fcber euern Bruder erschrocken.\u00ab<br>\nUnd Mattithjahu zog an diesem Tag mit ihnen aus und k\u00e4mpfte gegen die Heiden. Und Gott gab alle Helden der Heiden in ihre Hand, sie viele von ihnen und f\u00e4llten diejenigen, die das Schwert f\u00fchrten und diejenigen, die den Bogen spannten, Feldherrn und Unterf\u00fchrer; nicht einer blieb \u00fcbrig. Und die \u00fcbrigen Heiden flohen in die L\u00e4nder des Meeres.<br>\nElasar aber, der die Elefanten t\u00f6tete, ertrank im Dung der Elefanten. Und die Kinder Israels freuten sich, dass ihre Feinde in ihre Hand gegeben wurden; einen Teil verbrannten sie im Feuer, einen Teil erschlugen sie mit dem Schwert, einen Teil h\u00e4ngten sie an B\u00e4ume.<br>\nBagris den Frevler aber verbrannten sie.<br>\nAls aber K\u00f6nig Antiochus h\u00f6rte, Bagris der Frevler sei get\u00f6tet und alle seine Feldherren mit ihm, bestieg er ein Schiff und floh weit \u00fcber das Meer; wohin er aber kam, erhoben sie sich gegen ihn und nannten ihn den Fl\u00fcchtling.<br>\nDie S\u00f6hne Mattithjahus aber kamen in den Tempel, erbauten die Tore und schlossen die Breschen, s\u00e4uberten die Halle von den Erschlagenen und von allem Unrat und suchten reines \u00f6l, um die Menorah anzuz\u00fcnden.<br>\nDoch sie fanden nur ein Fl\u00e4schchen mit dem Siegel des Hohepriesters \u2014 dem Zeichen der Reinheit \u2014, in dem so viel \u00d6l war, um die Lampe einen Tag lang brennen zu lassen. Gott aber, der seinen Namen dort ruhen l\u00e4sst, gab seinen Segen dar\u00fcber, und man fand jeden Abend nach dem F\u00fcllen der Lampe das Fl\u00e4schchen voll \u00d6l, so dass man damit die Lichter acht Tage lang anz\u00fcnden konnte.<br>\nDarum nahmen es die S\u00f6hne Mattithjahus und die Kinder Israels mit ihnen auf sich, diese acht Tage zu Tagen des Mahles und der Freude zu machen und Lichter zu z\u00fcnden, um kundzugeben, dass Gott ihnen Sieg geschenkt<br>\nhatte. An diesen Tagen soll man weder trauern noch fasten, aber beten vor seinem Gott. Von der Zeit ab war kein Name mehr f\u00fcr das Reich der Jewanim, die S\u00f6hne Mattithjahus und ihre S\u00f6hne nahmen die Herrscherw\u00fcrde an und hatten sie inne bis zur Zerst\u00f6rung des Hauses Elohims, zweihundertsechs Jahre.<br>\nDie Kinder Israel aber feiern diese acht Festtage, vom f\u00fcnfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew an, die ganze Zeit der Verbannung, f\u00fcr sich, ihre Kinder und die Kinder der Kinder in Ewigkeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\nDie Megillah kann man hier als pdf herunterladen. Die PDF ist in deutscher und englischer Sprache. Nat\u00fcrlich auch mit hebr\u00e4ischem (und aram\u00e4ischen) Original.<br>\nDie pdf hat Druck-Qualit\u00e4t.<br><a href=\"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/megillat_antiochus.pdf\">Megillat Antiochus pdf<\/a><br>\nDie pdf steht unter einer freien Lizenz:<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\" rel=\"license\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/l\/by-sa\/4.0\/88x31.png?w=840&#038;ssl=1\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Megillat Antiochus ist lizenziert unter einer <a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<br><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Megillat-Antiochus-English-Hebraeisch-Englisch\/dp\/1505288819\/\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"160\" height=\"160\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/megillat.jpg?resize=160%2C160\" alt=\"Megillat Antiochus\" class=\"wp-image-1131\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/megillat.jpg?w=160&amp;ssl=1 160w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/megillat.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p> Alternativ kann man die Megillah (<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Megillat-Antiochus-English-Hebraeisch-Englisch\/dp\/1505288819\/\">bei amazon<\/a>) auch in gedruckter Form erwerben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Vorarbeiten lieferte das <a href=\"http:\/\/opensiddur.org\/special-days\/commemorative-days\/hanukah\/megillat-antiokhus\/\">opensiddur.org Projekt<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es tats\u00e4chlich eine Megillah f\u00fcr Chanukkah? Alle Hintergrundinformationen und die \u00dcbersetzung, aber auch einen hebr\u00e4ischen Text zum Download gibt es hier.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2566,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[31,210],"tags":[110,157,117,109],"class_list":["post-1128","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-chanukkah","category-creative-commons","tag-antiochus","tag-chanukkah","tag-creative-commons","tag-megillah"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/megillat-1.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1128"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10426,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1128\/revisions\/10426"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}