{"id":1398,"date":"2015-04-08T11:48:33","date_gmt":"2015-04-08T09:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=1398"},"modified":"2015-04-08T11:48:33","modified_gmt":"2015-04-08T09:48:33","slug":"gebete-fuer-die-drei-wallfahrtsfeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/gebete-fuer-die-drei-wallfahrtsfeste\/","title":{"rendered":"Gebete f\u00fcr die drei Wallfahrtsfeste"},"content":{"rendered":"<h3>Abendgebet an den drei Wallfahrtsfesten<\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Allg\u00fctiger und allheiliger Gott! <br \/>\nIch danke dir, da\u00df du mich diesen Abend hast erleben lassen, da\u00df ich wiederum ein heiliges Fest feiern kann, welches mich erinnert, wie du in deiner Weisheit den Kreislauf der Zeiten geordnet und wie du, o Allm\u00e4chtiger! alles zu seiner Zeit geschaffen hast,\u2014ein Fest, das mir deine m\u00e4chtigen Wunder der Tage der Vergangenheit ins Ged\u00e4chtnis ruft, deine Wohltaten gegen unsere V\u00e4ter, wie du ihnen Hilfe sandtest, sie leitetest und f\u00fchrtest, Wohltaten, die sowohl das Heil Israels als auch das der Menschheit \u00fcberhaupt gef\u00f6rdert haben. Ich danke dir, da\u00df du mich dieses heilige Fest hast erleben lassen, das meine Gotteserkenntnis bew\u00e4hren, meinen Glaubensbund erneuern und mich in demselben befestigen soll, und das mich an deine ewigen Verhei\u00dfungen erinnert, die du an jede Festzeit gekn\u00fcpft hast. Ja, ich danke dir, da\u00df du, das unvollkommene Wesen des Menschen ber\u00fccksichtigend, dieses dein Fest eingesetzt hast, damit die heilige Glaubensflamme in uns allen lebendig erhalten werde. O, m\u00f6chte doch alles sowohl in mir als um mich her das heilige Festgewand anlegen, m\u00f6chte ich in dieser Nacht mich von deinem v\u00e4terlichen Schutze umschattet f\u00fchlen, m\u00f6chte ich sowohl, als alle, die mir angeh\u00f6ren, von dem seligen Gef\u00fchl ergriffen werden, mit welchen das Fest jeden erf\u00fcllen sollte. Bewahre mich und meine Lieben vor allem, was den Frieden der Nacht und des Festes st\u00f6ren k\u00f6nnte, und la\u00df mich morgen in der versammelten Gemeinde festliche Freude und festliche Erbauung mit all denen genie\u00dfen, die dich suchen, deine G\u00fcte empfinden und dich anbeten, dich, der du \u00bbin Gnade und Barmherzigkeit festliche Erinnerungstage f\u00fcr deine Wunder eingesetzt hast<em>Ps. 111, 4.<\/em>\u00ab, O sprich zu mir: \u00bbDu bist mein Diener, von dem ich gepriesen werde<em>Jes. 49, 3.<\/em>.\u00ab Gepriesen sei dein Name in Ewigkeit.<\/p>\n<h3>Morgengebet f\u00fcr den ersten und zweiten Tag des Pe\u00dfachfestes<\/h3>\n<p>Mit Dank erhebe ich mein Herz zu dir, o Ewiger, da\u00df du in der kalten, dunkeln Nacht des Winters mir Schutz gewesen bist, da\u00df die Winterzeit nun dahingegangen, und milde L\u00fcfte mich wieder anwehen. Alles, was im Schlummer gelegen, ist wiederum erwacht, die gefesselt gewesene Natur ist wieder befreit. O, mein Gott, r\u00fchrt sich wohl auch in mir dieses neue Leben? Bin auch ich frei geworden und wandre nicht mehr in der schm\u00e4hlichen Knechtschaft der Welt? Hat nicht die himmlische Saat in meiner Brust auch im Schlafe gelegen vor der K\u00e4lte der Welt, wie die Saat des Ackers vor dem Winterfrost? Habe ich wohl in den vielen langen N\u00e4chten nach dem himmlischen Lichte in deinem heiligen Gesetze gesucht, in stiller Zur\u00fcckgezogenheit \u00fcber dein Wort geforscht und die dunkle Tiefe meines eigenen Herzens bei dem klaren Lichte deiner Lehre untersucht? Oder habe ich vielmehr durch allerlei irdische Lust und Freude nur noch mehr jedes h\u00f6here Gef\u00fchl in mir in Schlaf versenkt und durch die Menge weltlicher Zerstreuungen den klaren Funken von deinem Geiste, der in mir noch geglommen, v\u00f6llig ausgel\u00f6scht? Habe ich nicht manchmal K\u00e4lte und Unwetter nur als Vorwand vorgesch\u00fctzt, um dein Haus nicht zu besuchen? O! dieses Fest ist es, das mir solche mahnende Erinnerungen gibt. An diesem Tage war es ja, da\u00df du unsere V\u00e4ter aus dem Joche \u00c4gyptens erl\u00f6stest, da\u00df ihr Geist von dem Sklavensinne befreit ward, und sie anfingen, als freies Volk zu leben und sich als solches zu f\u00fchlen, da\u00df sie sich dazu erhoben, deine Diener zu sein. Im Glauben an dich traten sie ihre gro\u00dfe Wanderung durch die Erdenw\u00fcste an, damit sie, dem Lichte gleich, in der Finsternis der Welt leuchten sollten, um sowohl in den Freuden als auch in den Leiden des irdischen Lebens, deinen Namen zu verehren und anzubeten, und das Lamm zu sein, welches seine Unschuld und Reinheit bewahrt und gerne das Opfer der Welt sein will, aber auch selbst der Priester ist, der es darbringt, um das Werk zu vollbringen, das du Israel aufgetragen: dein Reich auszubreiten, und es zu befestigen. O, ich f\u00fchle, wie weit entfernt ich noch davon bin, ein w\u00fcrdiges Glied in Israels Gemeinde, wie weit entfernt davon, dein freigeborner Sohn zu sein, der das Joch der Welt abgeworfen, und dein Diener, der sich von jedem Joche des Vorurteils frei gemacht und weder von dem hohlen Wesen des Unglaubens, noch von den Irrt\u00fcmern des Aberglaubens gefesselt ist. Ach, der Sauerteig der S\u00fcnde f\u00fcllt noch meine Brust, und Eitelkeit, Wollust und Habsucht bet\u00f6ren mich. O, m\u00f6chte ich doch, indem ich den Sauerteig aus meinem Hause fortr\u00e4ume, auch meinen Sinn l\u00e4utern! Ja, ich will an diesem Feste meinen Lebenstag aufs neue beginnen und mich selbst wieder zum Glauben erwecken. Ich will die Erinnerungen aus den Tagen meiner Kindheit auffrischen, da fromme Eltern an diesem Feste die gute Saat in meine Seele ausstreuten; ich will mir Israels wunderbare Leitung wieder vor die Seele rufen, von der Zeit an, da es durch deine kr\u00e4ftige Hand, o Gott! aus \u00c4gypten gef\u00fchrt worden, bis auf diesen Tag, um immer mehr zu erkennen, da\u00df es unter deiner v\u00e4terlichen Obhut steht, da\u00df es aber noch nicht seinen hohen Beruf erf\u00fcllt und da\u00df jedes Mitglied der Gemeinde Israels dir und seinem hohen Berufe sein Leben und seine Kraft weihen soll. Aber was ich auch will,\u2014nichts vermag ich doch ohne deinen gn\u00e4digen Beistand. Dein Geist sei mit mir und den Meinigen in dieser festlichen Zeit, da\u00df wir sie feiern zu deinem Wohlgefallen, zur Verherrlichung deines Namens.<\/p>\n<h3>Ein anderes Gebet f\u00fcr den Pe\u00dfachmorgen<\/h3>\n<p>Wie lange auch der Winter gew\u00e4hrt, wie viele Sehnsuchtsseufzer in den dunkeln N\u00e4chten zu deinem Himmel emporgestiegen, so habe ich doch unter deinem Schutze, Allbarmherziger, den Anbruch der milden Jahreszeit erlebt. So gedenke ich auch heute, da\u00df durch deine G\u00fcte auf gleiche Weise vor Jahrtausenden die Morgenr\u00f6te der Freiheit f\u00fcr das Menschengeschlecht anbrach. Du beriefest Israel, deinen Erstgeborenen, eine Gemeinde zu deiner Anbetung zu bilden, damit die Nacht des Heidentums nach und nach verschwinde, und alle Unterdr\u00fcckung aufh\u00f6re. Ja, lange hatten meine Vorfahren in Druck und Elend geschmachtet und viele hatten schon jede Hoffnung auf Rettung aufgegeben, ja, hatten schon aufgegeben den Glauben an die Verhei\u00dfungen, die ihnen von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcberliefert waren; doch die Stunde der Errettung kam, und sie kam fr\u00fcher, als selbst die Gl\u00e4ubigsten geahnt hatten, sie kam in der tiefsten Finsternis der Nacht.\u2014O, ich sehe wohl, noch seufzt die Welt unter dem Joche der Knechtschaft, noch bek\u00e4mpfen V\u00f6lker einander mit blutigen Waffen, noch herrschen die Schrecken des Krieges und noch werden wir von Eigennutz getrieben. Menschenfurcht h\u00e4lt noch den Geist gebunden und v\u00f6llig machen wir uns zu Sklaven t\u00f6richter Eitelkeit, und Gold und Ehre und Macht sind die G\u00f6tzen, die die Menge anbetet, und Laster und Leidenschaften \u00fcben eine m\u00e4chtige Herrschaft aus, sowohl \u00fcber das ganze Menschengeschlecht, als \u00fcber jeden Einzelnen. Doch du,\u00bbdessen Name von Ewigkeit zu Ewigkeit w\u00e4hrt, und der du unser Erl\u00f6ser bist\u00ab, du wirst dennoch endlich die Erl\u00f6sung kommen lassen, so gewi\u00df, als du sie verhei\u00dfen hast. Du wirst die Zeit kommen lassen, in der \u00bballe in Freundschaft mit einander wohnen, die Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden und das Kind mit der Schlange spielet<em>Jes. 2, 4; Micha 4, 1\u20143, Jes. 11, 8.<\/em>\u00ab, da das Gift der S\u00fcnde von ihr genommen sein wird. Diese Hoffnung soll das Fest in meiner Brust erneuern, und ich wei\u00df, da\u00df auch mir ein wenig Kraft verliehen worden, in deinem Dienste f\u00fcr das Kommen deines Reiches zu arbeiten. O, Herr! la\u00df mich denn das Joch brechen, das noch auf mir lastet, la\u00df mich von Hochmut und s\u00fcndiger Lust gereinigt werden, und la\u00df mich erkennen, da\u00df nichts auf Erden mir als Eigentum angeh\u00f6rt, sondern da\u00df mein Besitz ein anvertrautes Gut, ein Darlehen von dir ist. Um nun von diesem Bewu\u00dftsein durchdrungen zu werden, wird ja auch in Israel jede erste Gabe des Lebens dir geheiligt, deshalb geh\u00f6rt dir ja die erste Erntefrucht des Jahres, und brachten eben ja am heutigen Tage unsere V\u00e4ter das heilige Omer als Opfer der Erstlinge dir dar. So will ich denn gedenken, da\u00df alles eine unverdiente Gabe aus deiner Hand ist, und wie sehr ich auch daf\u00fcr gearbeitet habe, so ist doch nur der Genu\u00df, wie von dem eines nur zur Benutzung anvertrauten Gutes mir davon gestattet, die Seele aber darf nicht daran h\u00e4ngen; denn es ist ja alles eitel und nichtig, die Seele aber schufst du f\u00fcr das Ewige, und der hat schon jetzt das ewige Leben, der nur an dir festh\u00e4lt. Gib, o du mein himmlischer Vater, da\u00df ich in solcher Hoffnung an diesem Feste wachse und wecke sie bei allen meinen Br\u00fcdern, ja la\u00df die zuversichtliche Erwartung bald das Menschengeschlecht erf\u00fcllen, da\u00df einst der Tag erscheine,\u00bbda der Herr einzig sein wird und sein Name einzig.\u00ab <br \/> Amen!<\/p>\n<h3>Morgengebet an den beiden letzten Tagen des Pe\u00dfachfestes<\/h3>\n<p>Wo ist wohl die Wohnung eines Frommen, in der man nicht heute mit Freuden Siegesges\u00e4nge anstimmt:\u00bbdie Rechte des Herrn ist erhaben, die Rechte des Herrn hat das Siegeswerk vollbracht!\u00ab O, auch mein Haus soll von Siegesgesang erschallen und von Dank f\u00fcr deine wunderbare Hilfe, da Israel so kurz nach der Befreiungsstunde, am Rande des Verderbens stehend, nur im Aufblick zu dir, im Gebete, Mut und Rettung fand. Auch hier in meinem Hause soll ein Dankfest gefeiert werden, daf\u00fcr, da\u00df du an diesem Tage \u00bbden Glauben an dich und an Moses, deinen Diener, in den Herzen unserer V\u00e4ter befestigt hast. Und hat es nicht auch in meinem eignen Leben so manche Stunde der Gefahr gegeben, in der ich oder einer der Meinigen gleichsam \u00fcber einem Abgrunde schwebte, so manchen angstvollen Augenblick, in welchem ich verzagte und nicht fest in meinem Glauben war? Doch du halfst mir und du st\u00e4rktest meinen schwachen Glauben! O, indem ich dir nun danke, will ich auch nicht vergessen an diesem Dankfest denen zu danken, die du als Werkzeug gew\u00e4hlt hast, mir zu helfen, mich zu st\u00e4rken und zu tr\u00f6sten oder auch zu belehren. Wenn so viele, weit entfernt solches anzuerkennen, undankbar sind, so will ich in der Feststunde mir aufs neue die Pflicht der Dankbarkeit und Erkenntlichkeit ins Ged\u00e4chtnis rufen, will auf meinen Vater (meine Mutter, meine Gattin, meine Kinder usw.) mit Dank f\u00fcr all das Gute, das mir von seiner (ihrer) Hand zuteil geworden, hinblicken und will mit Tr\u00e4nen der Dankbarkeit aller meiner Wohlt\u00e4ter gedenken, wenn sie auch schon im Grabe schlummern; ja, derer will ich gedenken, die mich als Kind in ihre z\u00e4rtlichen Arme geschlossen und meine Jugend geleitet haben; meines Lehrers, der meinen Geist erleuchtet und mir den Weg des Lebens gezeigt hat, und aller, die mir jemals Rat erteilt und mit ihrem Beistande mich in meinem Berufe unterst\u00fctzt haben. Gib mir, o, Ewiger, Gelegenheit und Kraft, ihnen allen meinen Dank durch die Tat beweisen zu k\u00f6nnen! Und wenn ich so viele teure Wesen vermisse, denen ich nichts von der Schuld meiner Dankbarkeit habe abtragen k\u00f6nnen, wenn vielleicht einer meiner Br\u00fcder gerade zur Festzeit den Verlust eines Freundes, eines G\u00f6nners oder Helfers beklagt, wenn der eine oder andere sich einsam und verlassen f\u00fchlt, o! so la\u00df in seiner wie in meiner Seele das trostreiche Wort laut ert\u00f6nen:\u00bbStehe still und sieh die Hilfe des Herrn!\u00ab Denn du, o Herr, bist ewig und immer, und ewig lenkst du meinen Weg. Dir will ich stets aus ganzem Herzen danken, und deinen Namen will ich ehren in aller Ewigkeit.<\/p>\n<h3>Morgengebet am Wochenfest<\/h3>\n<p>Ewiger, hochgepriesener, einziger Gott!\u2014O! wie k\u00f6nnte ich heute deinen heiligen Namen aussprechen, ohne dir zugleich daf\u00fcr zu danken, da\u00df du den Menschenkindern dich offenbart und deinen heiligen Willen ihnen kund getan hast. Du hast ja zu ewigem Angedenken daran dieses Fest der Gesetzgebung und der Offenbarung eingesetzt! Deine gr\u00f6\u00dfte Liebe gegen die Sterblichen zeigtest du an jenem Tage, da du uns deinen v\u00e4terlichen Willen kund getan, da du das Himmlische dem Geschlechte der Erde offenbartest, da\u00df wir es erkennen und des himmlischen Reiches teilhaftig werden. Auch ich bin dazu berufen und kann zu den Gl\u00fccklichen und Seligen gez\u00e4hlt werden; auch f\u00fcr mich hast du deine Worte verk\u00fcndet. Ja, ihre Herrlichkeit leuchtet der ganzen Welt; obschon unbewu\u00dft lebt, und atmet sie in derselben, und w\u00fcrde sie ohne dein ewigstrahlendes Licht in Finsternis eingeh\u00fcllt sein. So soll denn der Unglauben eben so wenig wie der Aberglauben Herrschaft \u00fcber mich gewinnen. Aber ach! wenn ich mich im Lichte deines geoffenbarten Wortes pr\u00fcfe, mu\u00df ich da nicht besch\u00e4mt bekennen, da\u00df es in mir oft verdunkelt worden und nicht in voller Kraft in all meinem Denken und Tun widerstrahlte? Nahm ich nicht oft den Schein f\u00fcr die Wahrheit und Menschenklugheit und Blendwerk oder meine eigenen t\u00f6richten Meinungen f\u00fcr Gotteserkenntnis, und Vorurteil f\u00fcr \u00dcberzeugung?\u2014War ich wohl fest in deinem Gesetze zu allen Zeiten, da\u00df es mit Flammenschrift auf den Tafeln meines Herzens eingeschrieben stand als ein ewiges Bundeszeugnis, als ein Zeugnis meiner Treue und meines Strebens, dich und deinen Willen immer klarer zu erkennen? War ich nicht zuweilen hartn\u00e4ckig und r\u00fchmte mich da der Festigkeit, oder hielt ich nicht zuweilen die Zweifel, die sich in meiner Brust erhoben und das Schwanken meines Geistes f\u00fcr Fortschritt? <br \/> Darum bitte ich dich, du,\u00bbdessen Wort ewig ist, dessen Wahrheit fest steht von Geschlecht zu Geschlecht\u00ab, o, leite meine Schritte auf die Bahn deines Wortes, da\u00df ich nie davon weiche, weder zur Rechten noch zur Linken, und la\u00df nicht die S\u00fcnde und das Verderben Macht \u00fcber mich gewinnen! La\u00df mich erkennen, da\u07fbder Mensch nicht vom Brote allein lebt, sondern von allem dem, was aus deinem Munde kommt<em>5. Buch Moses 8, 3.<\/em>\u00ab, und wecke in mir ein best\u00e4ndiges Verlangen nach diesem Lebensbrot, da\u00df deine Zeugnisse mein ewiges Erbteil seien, meines Herzens wahre Freude, meiner Seele Seligkeit. <br \/> Amen!<\/p>\n<p>\nHeute, da ich der h\u00f6chsten und heiligsten Gabe gedenke, mit welcher du, mein Gott, vom Sinai aus deine Menschenkinder begnadigt hast, \u2014wie danke ich dir da, da\u00df ich Israels Glauben bekenne! Wie hilflos und verlassen w\u00fcrde ich sein, wollte ich Licht und Leitung bei den Weisen der Welt suchen, die so oft einander widersprechen, und von denen der eine niederrei\u00dft, was der andere als ein unersch\u00fctterliches Geb\u00e4ude aufgerichtet. Ja, ich danke dir, mein Gott, da\u00df ich ein Israelit bin, und ich die heiligen Stammv\u00e4ter und alle Propheten, die du mit deinem heiligen Geiste erf\u00fclltest, zu Leitsternen f\u00fcr mich auf meiner Bahn habe, und da\u00df du auch f\u00fcr mich das Wort leuchten lie\u00dfest, welches du selbst in deiner Gnade kund getan hast, das Wort, das felsenfest allen St\u00fcrmen der Zeit Widerstand geleistet, und das der Spott der Leichtsinnigen, die Geringsch\u00e4tzung der Weltlichgesinnten nicht zu ersch\u00fcttern vermocht hat. Ja, wohl mu\u00df ich meines Glaubens wegen zuweilen Kummer und Beschwerden erdulden, und wo ich als ernster Israelit nach deinem Gesetze und deiner Lehre wandern will, da werde ich oft von au\u00dfen und von innen von Feinden bedr\u00e4ngt;\u00bbdenn die, welche an deinem Worte festhalten und in seinem reinen Geiste wandern, m\u00fcssen oft unter Kedars H\u00fctten wohnen, unter denen, die den himmlischen Frieden hassen.\u00ab Aber du l\u00e4\u00dft mich die Wahrheit deiner himmlischen Lehre erkennen, und nicht weltliche Freuden und nicht irdische Bande sind es, die mich an sie binden; denn du hast sie als Preis f\u00fcr mannigf\u00e4ltige K\u00e4mpfe gegeben, und gerade unter diesen soll sie ihre Gotteskraft beweisen. O, so st\u00e4rke mich denn, wie du unsere Vorfahren gest\u00e4rkt, da\u00df ich dieses Kleinod wie meinen Augapfel bewahre und es auf die kommenden Geschlechter vererbe. La\u00df seine Herrlichkeit immer mehr mir strahlen, und la\u00df mich darin unabl\u00e4ssig f\u00fcr mich und f\u00fcr alle die Meinigen Leben und Licht, Trost und Frieden finden. <br \/> Amen!<\/p>\n<p><\/p>\n<h3>Am Laubh\u00fcttenfest &#8211; Sukkot<\/h3>\n<p>Herrscher der Welt, der du die Liebe bist! Heute erinnere ich mich, wie wunderbar du unsere V\u00e4ter durch die W\u00fcste f\u00fchrtest, da du sie in H\u00fctten wohnen lie\u00dfest, und vertrauensvoll rufe ich aus:\u00bbDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln\u00ab<em>Ps. 23, 1.<\/em> O, Dank sei dir gebracht, da\u00df du mir dieses Freudenfest verliehen hast, das mich jedes Jahr in der Zuversicht best\u00e4rken soll, niemals vor der unbekannten Zukunft mich zu \u00e4ngstigen, und niemals mich von den mannigfachen Sorgen \u00fcberw\u00e4ltigen zu lassen, die ja oft in den Menschenherzen auftauchen. Denn meine H\u00fctte ist in deinem Namen erbaut, und wenn ich auch jetzt nichts s\u00e4he als die \u00f6de Wildnis, so wei\u00df ich doch, da\u00df du dein Manna herniederfallen lassen kannst, da\u00df du mir alles, dessen ich bedarf, verleihen und da\u00df du deinen Schatten ausbreiten kannst \u00fcber meine Wohnung. Und, wenn auch St\u00fcrme tosen und sie umzust\u00fcrzen drohen, so will ich doch mit frohem Mute durch die W\u00f6lbung der Laubh\u00fctte zu deinem Himmel aufschauen, der seine Strahlen in meine Wohnung hernieder sendet und ich will mein Vertrauen auf dich setzen, der gerade unter den brausenden St\u00fcrmen die Saaten reifen l\u00e4\u00dft und den B\u00e4umen die Kraft gibt, Frucht zu tragen, und der da will, da\u00df auch der innere Mensch unter den St\u00fcrmen der Geschicke und der Zeit reifen und Kraft gewinnen soll, edle Frucht zu tragen. Aber auch daran will ich heute denken, da\u00df gerade dieses Fest dazu eingesetzt ist, mich an die Pflicht zu erinnern, auch eine geb\u00fchrende Sorge f\u00fcr meinen K\u00f6rper zu hegen, und ich will froh sein, da\u00df ich mich zu einem Glauben bekenne, der nicht von mir fordert, da\u00df ich mein Fleisch mit selbstverursachten Martern peinige oder mir jede Freude versage, die du auf meinem Wege mir erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft, noch da\u00df ich ganz der Welt entsagen und abgeschieden von ihr leben soll; nein, vielmehr einen Glauben, der gerade will und mich durch diese Feier dazu auffordert, da\u00df ich die Freuden der Erde mit meinen Verwandten und Freunden genie\u00dfen soll und mich \u00bbfreuen all des Guten, das du mir gegeben hast\u00ab, so da\u00df jeder sinnliche Genu\u00df dadurch geheiligt wird, da\u00df er in dir genossen wird und so, da\u00df ich mich selber bei allem, was meinen Leib erquickt und freut, in deinem Dienste f\u00fchle, als einer, der dein heiliges Gebot erf\u00fcllt. So gib denn du, mein Gott, da\u00df so selbst jede irdische Lust, die du mir bereitest, mich dir n\u00e4her f\u00fchren und da\u00df ich, indem mein Vertrauen auf dich gekr\u00e4ftigt wird, erfahren m\u00f6ge, da\u00df\u00bbwer auf dich baut, mit Gnade umgeben werden und sein Haus und seine H\u00fctte in Frieden stehen soll\u00ab. <em>Ps. 32, 10.<\/em><br \/>\n<br \/>\nAmen!\n<\/p>\n<h3>Am Laubh\u00fcttenfest als Erntefest<\/h3>\n<p><em><br \/>\nEinsammlungsfest 2. Mos. 23, 16, 34. 22.\u20145. Mos. 16, 13.<br \/>\n<\/em> <br \/>\nEwiger, der du sowohl in der H\u00f6he als in der Tiefe die verborgenen Quellen \u00f6ffnest und aus unersch\u00f6pflicher F\u00fclle Segen niederstr\u00f6men l\u00e4\u00dft \u00fcber alle Gesch\u00f6pfe, dir bringen jetzt alle ihren Dank, weil ihre Vorratskammern wiederum gef\u00fcllt sind,\u2014wie k\u00f6nnte ich da allein schweigen? Sollte ich dir meinen Dank nicht bringen, der du deine milde Hand aufgetan und allem, was lebt, seine Nahrung gegeben hast? Nein, und wenn auch alle Welt schwiege, ich m\u00fc\u00dfte doch in dieser Stunde die Stimme meiner Dankbarkeit erheben, denn du hast ja selber dieses Fest in deiner G\u00fcte dazu geweiht, da\u00df es in der Brust des Israeliten die Stimme des Dankes wecken soll, auf da\u00df, wie unsere V\u00e4ter in der W\u00fcste jeden Tag der Woche, so auch wir jetzt zu diesen festlichen Stunden erkennen, da\u00df das Brot vom Himmel kommt, und da\u00df wir nicht sein sollen wie diejenigen, welche \u00fcber die Gabe den allg\u00fctigen Geber vergessen. Und kann ich auch nicht wie der Landmann zur Erntezeit, in meine Scheuern gehen, um den reichen Segen zu sehen, so hast du doch mir und den Meinen eine nicht minder reiche Ernte verliehen. Die Tat, welche ich vollf\u00fchre, der Beruf, den ich erf\u00fclle, das ist ja der Acker, den ich pfl\u00fcge und bes\u00e4e, und wie reich hast du mich ernten lassen! Und h\u00e4tte ich auch nur wenig geerntet, flossen auch die Quellen der Nahrung nur sp\u00e4rlich, so ist doch selbst dieses Geringe eine unverdiente Gabe aus deiner Hand. Aufs neue wird mir die Gewi\u00dfheit, da\u00df du deinen Bund h\u00e4ltst,\u00bbda\u00df Saat und Ernte niemals aufh\u00f6ren und der Flei\u00dfige gesegnet werden soll.\u00ab Wieder habe ich tausende von Erquickungen empfangen, und jede einzelne von ihnen lehrte mich, da\u00df,\u00bbwenn auch junge L\u00f6wen schmachten und hungern, so soll doch denen, die dich von ganzem Herzen suchen, nichts Gutes mangeln\u00ab.<em>Ps. 31, 11.<\/em> So will ich mich denn heute in diesem Troste freuen, und ich will meine Freude erh\u00f6hen, indem ich Freude nah und fern verbreite, und meinen Dank will ich dir dadurch beweisen, da\u00df ich jedem meiner Br\u00fcder und jeder meiner Schwestern mit freundlichem Angesicht, mit mildem, wohlt\u00e4tigem Sinn entgegenkommen will, da\u00df auch ihr Dank f\u00fcr alles, womit du uns gesegnet hast, zu dir aufsteige. Nun bitte ich dich, allen sch\u00f6ne, festliche Tage zu bereiten, ich bitte dich, Frieden und Freude \u00fcber mich und mein Haus auszubreiten, da\u00df es von deinem Lob best\u00e4ndig widerhallen m\u00f6ge. Geheiliget sei dein Name!<br \/>\n<br \/>\nAmen!<br \/>\n\n<\/p>\n<p>Dir danke ich, o mein Gott, da\u00df dein Name nahe ist, und da\u00df, der du deine hohe Wohnung dir im Himmel erbaut hast, du auch deinen Bund auf Erden gegr\u00fcndet und deine H\u00fctte unter den Kindern der Menschen aufgeschlagen hast, da\u00df auch mein Leben in der Gemeinschaft der Frommen geheiligt wird. Denn heute ist es ja das Fest, welches du dereinst angeordnet hast, um dem gemeinsamen Leben der Gl\u00e4ubigen Nahrung zu geben, und noch jetzt ist es diesem Zweck geweiht; und wie vormals alle diejenigen an ihm vereinigt wurden, welche in zahlreichen Scharen zur heiligen Stadt hinzogen, deinen Namen zu preisen und deiner Lehre zu lauschen, auf da\u00df sie neu belebt w\u00fcrden und mit des Glaubens heiligen Gaben in ihre H\u00e4user heimkehrten, also umschlingt dasselbe Fest noch immer mit einem heiligen Band alle diejenigen, die \u00fcber die weite Erde zerstreut und zersplittert sind, aber eine geistige Gemeinschaft sich bewahrt haben. Es verbindet uns alle als Br\u00fcder im Glauben, die wenig Begabten mit den an Kenntnis Reichen, und die, welche durch ihre frommen und edlen Handlungen sich einen Namen und guten Ruf erworben haben, mit denen, die nur wenig vollf\u00fchrt, aber doch zur Gr\u00fcndung des Himmelreiches auf Erden mitgewirkt haben, wenn sie nur treu geblieben sind und sich dem heiligen Bund von ganzem Herzen angeschlossen haben. Es sind ja nicht nur die M\u00e4chtigen und Gro\u00dfen, die hie und da nur sp\u00e4rlich zu finden sind, durch welche die Aufgabe, die du deinem Volke gestellt hast, erf\u00fcllt werden soll; auch nicht allein diejenigen, welche die Menschen dazu bestellt haben, deinen Weinberg zu h\u00fcten und zu pflegen, nein, es sind auch diejenigen, welche mit geringen Kr\u00e4ften Stein auf Stein zu dem heiligen Bau tragen, die Geringen, welche in einf\u00e4ltiger Fr\u00f6mmigkeit das Ihrige zu seinem Wachstum beitragen, und \u00fcberall sich finden, wo der Lebensstrom deiner Lehre flie\u00dft, gleich der unansehnlichen Weide, die an jedem Strom w\u00e4chst und die ganze Erde ziert, w\u00e4hrend die Palme nur ein Schmuck der s\u00fcdlichen L\u00e4nder ist. O Gott, la\u00df auch mich ein lebendiges Glied in diesem Bunde sein, mich, der ich mit ganzem Herzen mich deiner Gemeinde anschlie\u00dfe; und kann ich auch nichts Gro\u00dfes wirken, so erf\u00fclle mich doch mit der freudigen Gewi\u00dfheit, da\u00df selbst durch das Wenige, welches ich beizutragen vermag, das Ganze und Gro\u00dfe auch gef\u00f6rdert werde. St\u00e4rke mich in dem Vorsatz, mit Bereitwilligkeit mein Scherflein f\u00fcr alles zu geben, was zum Bedarf der Gemeinde sowohl, wie deines Hauses dient, und f\u00fcr alles, was die Gemeinschaft mit dir f\u00f6rdert. Und Herr, mit Sorgfalt will ich alles vermeiden, was Zwistigkeit erregen k\u00f6nnte, und was dazu dienen m\u00f6chte, das Band zu l\u00f6sen, welches uns alle in einem Gedanken und in einem Sinne vereinen soll. La\u00df nun dieses Fest \u00fcber mich und die Meinigen seine erquickenden Schatten breiten, da\u00df ich von seiner Freude ges\u00e4ttigt werde, als von dem Vorgeschmack der Seligkeit.<br \/>\n<br \/>\nAmen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abendgebet an den drei Wallfahrtsfesten<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[125],"tags":[],"class_list":["post-1398","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebete-fuer-israeliten"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1398","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1398"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1398\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1426,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1398\/revisions\/1426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}