{"id":1406,"date":"2015-04-08T11:47:53","date_gmt":"2015-04-08T09:47:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=1406"},"modified":"2015-04-08T11:47:53","modified_gmt":"2015-04-08T09:47:53","slug":"sukkot-schemini-azeret-und-simchat-torah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/sukkot-schemini-azeret-und-simchat-torah\/","title":{"rendered":"Sukkot, Schemini Azeret und Simchat Torah"},"content":{"rendered":"<h3>Am Laubh\u00fcttenfest &#8211; Sukkot<\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Herrscher der Welt, der du die Liebe bist! Heute erinnere ich mich, wie wunderbar du unsere V\u00e4ter durch die W\u00fcste f\u00fchrtest, da du sie in H\u00fctten wohnen lie\u00dfest, und vertrauensvoll rufe ich aus:\u00bbDer Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln\u00ab<em>Ps. 23, 1.<\/em> O, Dank sei dir gebracht, da\u00df du mir dieses Freudenfest verliehen hast, das mich jedes Jahr in der Zuversicht best\u00e4rken soll, niemals vor der unbekannten Zukunft mich zu \u00e4ngstigen, und niemals mich von den mannigfachen Sorgen \u00fcberw\u00e4ltigen zu lassen, die ja oft in den Menschenherzen auftauchen. Denn meine H\u00fctte ist in deinem Namen erbaut, und wenn ich auch jetzt nichts s\u00e4he als die \u00f6de Wildnis, so wei\u00df ich doch, da\u00df du dein Manna herniederfallen lassen kannst, da\u00df du mir alles, dessen ich bedarf, verleihen und da\u00df du deinen Schatten ausbreiten kannst \u00fcber meine Wohnung. Und, wenn auch St\u00fcrme tosen und sie umzust\u00fcrzen drohen, so will ich doch mit frohem Mute durch die W\u00f6lbung der Laubh\u00fctte zu deinem Himmel aufschauen, der seine Strahlen in meine Wohnung hernieder sendet und ich will mein Vertrauen auf dich setzen, der gerade unter den brausenden St\u00fcrmen die Saaten reifen l\u00e4\u00dft und den B\u00e4umen die Kraft gibt, Frucht zu tragen, und der da will, da\u00df auch der innere Mensch unter den St\u00fcrmen der Geschicke und der Zeit reifen und Kraft gewinnen soll, edle Frucht zu tragen. Aber auch daran will ich heute denken, da\u00df gerade dieses Fest dazu eingesetzt ist, mich an die Pflicht zu erinnern, auch eine geb\u00fchrende Sorge f\u00fcr meinen K\u00f6rper zu hegen, und ich will froh sein, da\u00df ich mich zu einem Glauben bekenne, der nicht von mir fordert, da\u00df ich mein Fleisch mit selbstverursachten Martern peinige oder mir jede Freude versage, die du auf meinem Wege mir erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft, noch da\u00df ich ganz der Welt entsagen und abgeschieden von ihr leben soll; nein, vielmehr einen Glauben, der gerade will und mich durch diese Feier dazu auffordert, da\u00df ich die Freuden der Erde mit meinen Verwandten und Freunden genie\u00dfen soll und mich \u00bbfreuen all des Guten, das du mir gegeben hast\u00ab, so da\u00df jeder sinnliche Genu\u00df dadurch geheiligt wird, da\u00df er in dir genossen wird und so, da\u00df ich mich selber bei allem, was meinen Leib erquickt und freut, in deinem Dienste f\u00fchle, als einer, der dein heiliges Gebot erf\u00fcllt. So gib denn du, mein Gott, da\u00df so selbst jede irdische Lust, die du mir bereitest, mich dir n\u00e4her f\u00fchren und da\u00df ich, indem mein Vertrauen auf dich gekr\u00e4ftigt wird, erfahren m\u00f6ge, da\u00df\u00bbwer auf dich baut, mit Gnade umgeben werden und sein Haus und seine H\u00fctte in Frieden stehen soll\u00ab.<em>Ps. 32, 10.<\/em><br \/>\n<br \/>\nAmen!\n<\/p>\n<p><\/p>\n<h3>Am Schlu\u00dffest &#8211; Schemini Azeret<\/h3>\n<p>Ewiger Gott! Das Fest und die Natur vereinen sich, um mir zu predigen;\u00bbAlles ist eitel, alles ist ganz eitel!\u00ab<em>Prediger Sal. 1, 2.<\/em> Wohin ich jetzt meine Blicke wende, \u00fcberall in der Natur treten mir die Zeichen der Verg\u00e4nglichkeit entgegen. Die Sch\u00f6nheit der Ebene ist geschwunden, der Schmuck der Fluren ist dahingewelkt, auf d\u00fcrre, welke Bl\u00e4tter tritt mein Fu\u00df, und ich f\u00fchle mich tief von dem Gedanken ergriffen:\u00bbDes Menschen Leben ist wie Gras, er bl\u00fcht wie eine Blume des Feldes, ein Wind f\u00e4hrt dar\u00fcber hin und sie ist nicht mehr und ihre St\u00e4tte kennt man nicht l\u00e4nger;\u00ab<em>Ps. 103, 15-16.<\/em> bald welkt die Sch\u00f6nheit des Lebens dahin, ach, gar bald werde ich dastehen wie ein entlaubter Baum, von dem Blatt nach Blatt herunterf\u00e4llt. Und wird mir nicht dasselbe von diesem heiligen Schlu\u00dffest gepredigt, das mich daran erinnern soll, wie bald meine Tage zu Ende sind und mein Tagewerk abgeschlossen werden soll? Noch einmal will ich mich in dir und vor deinem Angesichte freuen, o Ewiger, und in meiner Seele alle die beseligenden Eindr\u00fccke sammeln, welche diese vielen Festtage auf mich gemacht haben, und ich will mich h\u00fcten, da\u00df ich nichts von der mir noch verg\u00f6nnten Zeit verliere. So will ich mich denn beeilen, ehe des Lebens Winter herannaht und die Kr\u00e4fte mir versagen, das zu vollf\u00fchren, wozu ich berufen worden bin, und ich will die wenigen Tage, welche mir zugemessen sind, noch mehr dazu benutzen, ein Leben zu f\u00fchren, dir angenehm und den Menschen segenbringend. Mein himmlischer Vater! Nimm das Opfer meines Herzens gn\u00e4dig an, das fromme Gel\u00fcbde, da\u00df ich in dem Verg\u00e4nglichen das Ewige erfassen will, damit ich einst, wenn du mich rufst, ein Schlu\u00dffest bei dir in Seligkeit und ewiger Freude feiern m\u00f6ge.<br \/>\n<br \/>\nAmen!<\/p>\n<h3>Am Freudenfeste \u00fcber die Thora &#8211; Simchat Torah<\/h3>\n<p>\u00bbDas Gras verdorrt und die Blumen welken dahin, aber dein Wort, o Gott, bleibt in alle Ewigkeit<em>Jes. 40, 8.<\/em>.\u00ab Das ist mein Freudenruf, mein Psalm, mein Lobgesang, mit dem ich mich dir am heutigen Tage, an dem Israel die heilige Thora beendigt und von neuem wieder beginnt, nahe. Alles Irdische vergeht, nur dein Wort besteht in Ewigkeit, und die, welche es uns verk\u00fcndigt haben, leben ewig in unserer Erinnerung. Das flammende Wort, welches Moses Lippen entstr\u00f6mte, ist die unverg\u00e4ngliche Richtschnur unseres Lebens, ein ewiges, das aller Zeiten St\u00fcrme doch nicht zu vernichten vermochten. O Vater, ich danke dir, da\u00df dieses Wort des Lebens noch mein Eigentum ist, und da\u00df ich es rein und unverf\u00e4lscht besitze, wie es urspr\u00fcnglich lautete. Ich danke dir, da\u00df du mir den Zugang zu demselben er\u00f6ffnet hast, ja, du hast es ja einem jeden Israeliten zur Pflicht gemacht, sich recht vertraut damit zu machen, in seine Tiefen einzudringen und Leben und Geist daraus zu sch\u00f6pfen, die Wahrheit darin zu suchen, zur Liebe dadurch erw\u00e4rmt zu werden, und Trost und selige Hoffnung darin zu finden. Ich danke dir, da\u00df du in den 24 B\u00fcchern der heiligen Schrift (Thora, Nebiim und Kethubim) auch mir die reine Quelle des Lebens f\u00fcr alle Zeiten und Geschlechter hast str\u00f6men lassen. Und indem ich dir f\u00fcr deine geschriebene Lehre danke, sende ich auch meinen Dank f\u00fcr die m\u00fcndliche zu dir empor, welche uns den Inhalt der Schrift erst verstehen und richtig erfassen l\u00e4\u00dft. O, mein Gott, wie oft habe ich nicht dieses dein Wort gering geachtet, wie oft eine Gelegenheit vers\u00e4umt, darin belehrt zu werden oder die Zeit verschlafen, da ich seiner Verk\u00fcndigung lauschen sollte, w\u00e4hrend ich meine beste Zeit f\u00fcr Schriften vergeudete, welche den Geist beflecken und Herz wie Sinn verderben! O lehre du selbst mich den Schatz h\u00fcten, den du mir geschenkt hast, da\u00df ich in Zukunft m\u00f6chte sagen k\u00f6nnen:\u00bbIch hasse Fabel und Tand, aber ich liebe deine Lehre!<em>Ps. 119, 113, 163.<\/em>\u00ab Die langen Winterabende will ich dir weihen, indem ich bei deinem heiligen Wort verweile, ich will aufmerken auf die m\u00fcndlichen Auslegungen desselben und dahin eilen, wo ich es in lebendiger Verk\u00fcndigung h\u00f6ren kann, da\u00df meine Seele errettet werde<em>Jes. 55, 3.<\/em>. Ich will ein waches Auge \u00fcber alle die Meinigen haben, da\u00df sie nicht die giftigen B\u00fccher lesen, welche ihre Gedanken beflecken und will sie den Wert deines Wortes erkennen lassen, welches uns von dem Irdischen zum Himmlischen emporhebt. Nun breite du deinen Frieden \u00fcber mich und die Meinigen aus, den Frieden, welcher denen versprochen ist, die dein Wort lieben, da\u00df ich niemals straucheln m\u00f6ge und meine Seele in dir lebe und dich in alle Ewigkeit preise<em>Ps. 119, 175.<\/em>.<br \/>\n<br \/>\nAmen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Laubh\u00fcttenfest &#8211; Sukkot<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[125],"tags":[127,128,126],"class_list":["post-1406","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebete-fuer-israeliten","tag-schemini-atzeret","tag-simchat-torah","tag-sukkot"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1406"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1406\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1424,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1406\/revisions\/1424"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}