{"id":146,"date":"2013-11-21T18:30:35","date_gmt":"2013-11-21T16:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=146"},"modified":"2021-09-09T17:13:38","modified_gmt":"2021-09-09T15:13:38","slug":"die-versoehnung-als-grundlage-fuer-das-fortbestehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-versoehnung-als-grundlage-fuer-das-fortbestehen\/","title":{"rendered":"Die Vers\u00f6hnung als Grundlage f\u00fcr das Fortbestehen"},"content":{"rendered":"\n<p>Unsere Beziehung zu G-tt, dem uns in Seiner Dimension unbegreiflichen Sch\u00f6pfer der Welt, ist durch dreierlei Besonderheiten gekennzeichnet:<br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Erstens sind wir Ihm, als Seine Gesch\u00f6pfe, untergeordnet, sind Teil der Gesamtsch\u00f6pfung, k\u00f6nnen nur innerhalb dieser Welt und ihrer Ordnung existieren.<\/li><li>Zweitens ist Er an uns interessiert, wir sind Ihm nicht gleichg\u00fcltig. So wie Er uns erschaffen hat, will Er auch unser Leben und unser Wohlergehen. Aber dar\u00fcber hinaus sucht Er uns, als Partner Seiner Sch\u00f6pfung. Er hat in einem weit angelegten Plan einen Bund mit uns geschlossen, an dessen Einhaltung nicht nur uns gelegen sein sollte, an dessen Einhaltung G-tt gr\u00f6\u00dftes Interesse hat, uns zum Wohl.<\/li><li>Drittens ist G-tt uns nicht wesensfremd, &#8211; Er schuf uns in Seinem Bilde, Seine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit ist auch unsere. Seine Ordnung auch die unsrige. Seine Dimension ist nicht die unsrige, aber G-tt spricht zu uns mit unseren Worten in einer Weise, die wir verstehen k\u00f6nnen. Das bedeutet nicht, dass Er ist wie wir, aber wir k\u00f6nnen uns in Ihm wiedererkennen, da wir Sein Abbild sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>G-tt hatte mit unseren Urahnen einen Bund geschlossen, auf Ewigkeit angelegt, und hatte ihnen unsere Entstehung, unseren Weg und unser Ziel geweissagt. Er hatte uns aus den Lehmgruben \u00c4gyptens herausgef\u00fchrt und zu freien Menschen gemacht, denen Er die Lehre Seiner Ordnung anvertrauen wollte. Da erwiesen wir uns nicht nur als unw\u00fcrdig, wir verleugneten sogar unsere Lebensgrundlage, verleugneten die uns zugrunde liegende Ordnung, durch die wir existieren, &#8211; wir machten uns ein selbstgefertigtes, goldenes Kalb zu unserem G-tt und gaben uns diesem hin. Das h\u00e4tte unser endg\u00fcltiges Ende sein k\u00f6nnen. <br>Aber G-tt gab nicht auf. Ihm liegt an uns. Er verdeutlichte uns Seinen Zorn und Seine Entt\u00e4uschung, &#8211; solche Worte k\u00f6nnen wir verstehen. Wir sahen unseren Fehler ein, wir bereuten, taten Bu\u00dfe, kehrten um zu Ihm, unserem wahren Sch\u00f6pfer und Erhalter. Und G-tt verzieh uns, &#8211; nicht widerstrebend, sondern gern und in Freude bereit dazu. Und als Zeichen dessen erneuerte er Seinen Bund, den Er mit unseren Urahnen geschlossen hatte, nun auch mit uns. Nur so konnte es mit uns weitergehen, das hei\u00dft mit uns selber, aber auch mit uns und G-tt. Nur so konnten wir unseren von G-tt gewollten Weg fortsetzen. Dieser Tag der Vers\u00f6hnung ist Jom Kippur. Was zwischen uns und G-tt wichtig ist, die Vers\u00f6hnung, ist auch zwischen uns Menschen wichtig. Auseinandersetzungen und Streitigkeiten lassen sich nicht vermeiden, sind f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung der Verh\u00e4ltnisse oft auch notwendig, d\u00fcrfen aber niemals Selbstzweck werden, m\u00fcssen in eine Vers\u00f6hnung, eine Harmonie auf neuer Ebene einm\u00fcnden. Sonst sind sie nicht fruchtbar, werden vielmehr zerst\u00f6rerisch. <br>Streitigkeiten binden Kr\u00e4fte, kosten Energien, greifen die Reserven an, verhindern Lebenserhaltendes, Lebensaufbauendes zu tun und wirken so auf Dauer zerst\u00f6rend. <\/p>\n\n\n\n<p>Streitende haben drei Wahlm\u00f6glichkeiten: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Tod beider , &#8211; das ist die furchtbarste. <\/li><li>Tod des einen und Sieg des anderen, &#8211; mit dieser L\u00f6sung ist eine Partnerschaft nicht mehr m\u00f6glich. <\/li><li>Schlie\u00dflich als dritte M\u00f6glichkeit: die Vers\u00f6hnung der beiden, &#8211; das ist die fruchtbarste. Wenn man nicht sterben will, ist diese letztere die einzig gute L\u00f6sung. Sie erfordert die Anerkennung des anderen, die Auseinandersetzung mit dessen Position, schlie\u00dflich die Anerkennung seiner berechtigten Forderungen, das Einsehen, Zugeben und Bereuen der eigenen Fehler, Bu\u00dfe durch bereitwilliges Aufsichnehmen der entstandenen Sch\u00e4den, die wieder gutzumachen sind. Hierdurch kann verlorenes Vertrauen wieder aufgebaut werden, Hass in Liebe zur\u00fcck verwandelt werden, die Grundlage f\u00fcr die Vers\u00f6hnung. Dann kann man sich wieder in die Augen schauen, eine neue Partnerschaft kann beginnen. Jom Kippur kann und sollte f\u00fcr uns Anlass sein verfahrene Beziehungen in dieser Weise zu l\u00f6sen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wie wir unseren K\u00f6rper regelm\u00e4\u00dfig von Schmutz s\u00e4ubern, sollten wir im eigenen Interesse auch eine Art Seelenhygiene betreiben, unsere Seele von Belastendem und H\u00e4sslichem, das sie verunstaltet, befreien, da sonst unsere Sch\u00f6nheit darunter leidet, und wir unseren Weg sonst verfehlen. Manche meinen, an Jom Kippur sich die Hand zu reichen und um Vers\u00f6hnung zu bitten sei einfach ein gesellschaftlich \u00fcblicher religi\u00f6ser Brauch dieses Tages, und man k\u00f6nne im Grunde genommen so weiter machen wie bisher. <br>Br\u00e4uche solcher Art, die zu Floskeln verkommen und hohl geworden sind, braucht kein Mensch, keine Gesellschaft. Unser Leben verbessern k\u00f6nnen wir nur, wenn wir G-ttes Forderungen an uns ernst nehmen, &#8211; und dazu geh\u00f6rt die Vers\u00f6hnung, die auch Er uns anbietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Jom Kippur und die Vers\u00f6hnung als Grundlage f\u00fcr das Fortbestehen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":150,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-146","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jom-kippur"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/schofar.gif?fit=505%2C541&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7822,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146\/revisions\/7822"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}