{"id":209,"date":"2013-11-26T00:16:30","date_gmt":"2013-11-25T22:16:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=209"},"modified":"2013-11-26T00:17:29","modified_gmt":"2013-11-25T22:17:29","slug":"die-schoah-der-holocaust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-schoah-der-holocaust\/","title":{"rendered":"Die Schoah &#8211; Der Holocaust"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Zuflucht, meiner Hilfe Hort,<br \/>\nDir geb\u00fchrt Lobgesang,<br \/>\nGr\u00fcnde des Gebetes Haus,<br \/>\ndass wir Dankesopfer bringen.<br \/>\nWenn die Strafe du bereitest<br \/>\nJedem w\u00fctenden Bedr\u00e4nger,<br \/>\nDann vollende ich unter Psalmlied des Altares Weihe.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Zeilen entstanden im 13. Jahrhundert neuer Zeitrechnung unter Eindruck massiver Verfolgungen und Pogrome. Die angef\u00fchrte Zeile ist die erste Strophe des Liedes &#8222;Ma&#8217;oz Zur&#8220; welches wir zu Channukah singen. Das Lied erz\u00e4hlt nicht nur von der Channukah-Geschichte, sondern auch indirekt von den Verfolgungen durch Christen und Muslime zur Zeit der Kreuzz\u00fcge.<!--more--><\/p>\n<p>Juden leben zwar seit der R\u00f6merzeit im geographischen Bereich Deutschlands, aber schon seit der Zeit des fr\u00fchen Christentums bildet die Judenfeindschaft eine wichtige Konstante der christlich-abendl\u00e4ndischen Geschichte.<br \/>\nSchon in fr\u00fchen christlichen Synoden wurden judenfeindliche Verordnungen erlassen. Im Jahre 306 n.d.Z. wurde bereits die gemeinsame Speiseeinnahme verboten. Im Jahre 535 wurden Juden von \u00f6ffentlichen \u00c4mtern ausgeschlossen.<br \/>\nIm Jahre 681 fand nach der 12. Synode von Troyes eine der ersten bekannten Talmudverbrennungen statt, offenbar war die Verbrennung j\u00fcdischer Schriften eine Entscheidung der Synode.<br \/>\nAus dieser Zeit stammen die strengsten bekannten Judengesetze, die vor der Zeit des Nationalsozialismus gefasst wurden. Das Kanonische Recht begr\u00fcndete die Absonderung der Juden mit weltlicher Gewalt und f\u00fchrte zur Errichtung des Ghettos.<br \/>\nVor Beginn des 1.Kreuzzuges im Jahr 1096, wurden j\u00fcdische Gemeinden am Rhein und an der Donau zum ersten Mal vernichtet. Diese Ereignisse haben im Judentum Spuren hinterlassen. Es sind eine Reihe von hebr\u00e4ischen Chroniken der Verfolgungen erhalten, wie sie vor, w\u00e4hrend und nach dem 1.Kreuzzug stattfanden. Auf die Verfolgungen von 1096 reagierten die betroffenen Juden mit kollektiven Selbstmorden. Die Chroniken und Ges\u00e4nge schildern diese Morde im buchst\u00e4blichen Sinn als Opfer, als Brandopfer, als Holocaust. Ein Chronist berichtet:<\/p>\n<blockquote><p>Am R\u00fcsttage des Schabbats in der D\u00e4mmerstunde brachten sie sich als Opfer vor dem Ewigen an Stelle des t\u00e4glichen Abendopfers dar, und betrachteten sich zugleich als Morgenopfer im Tempel, und wie der frohlockt, der Beute findet, wie man sich freuet bei der Ernte, so waren sie froh und freudig, sich dem Dienste unseres G&#8217;ttes weihen zu k\u00f6nnen und seinen gro\u00dfen und heiligen Namen zu verherrlichen.<br \/>\n<em>Schlomo bar Simon<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die erste Ritualmordbeschuldigung aus dem Jahr 1235 f\u00fchrte in Fulda zur T\u00f6tung von 32 Mitgliedern der dortigen j\u00fcdischen Gemeinde. Im Anschluss an das Pogrom wurden alle Juden im Reich des Mordes angeklagt. In den Weihnachtstagen war in Fulda das Haus eines M\u00fcllers niedergebrannt, dabei verloren f\u00fcnf Kinder des M\u00fcllers ihr Leben. Rasch hatte sich das Ger\u00fccht gebildet, Juden br\u00e4uchten das Blut von Christen f\u00fcr bestimmte Rituale und Heilungen.<\/p>\n<p>Im folgenden Gerichtsprozess gegen alle Juden des Reiches stellte Friedrich der Zweite fest, dass:<\/p>\n<p>&#8222;Weder im Alten noch im Neuen Testament zu finden ist, dass die Juden nach Menschenblut begierig w\u00e4ren. Im Gegenteil; sie h\u00fcten sich vor der Befleckung durch jegliches Blut\u2026&#8220;<br \/>\n&#8211; die Juden wurden freigesprochen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter, im Zeitalter der Reformation, begr\u00fcndete Martin Luther mit seiner antij\u00fcdischen Agitation eine eigenst\u00e4ndige judenfeindliche Tradition in der protestantischen Kirche.<\/p>\n<p>So schreibt Luther 1542 eine Schrift mit dem Titel: &#8222;Von den Juden und ihren L\u00fcgen&#8220;. Darin hei\u00dft es unter anderem:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? [\u2026] R\u00e4chen d\u00fcrfen wir uns nicht. Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke [\u2026] zum anderen, dass man ihre H\u00e4user desgleichen zerbreche und zerst\u00f6re.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Luther zeichnete folgendes Bild von den Juden: Sie sind Erzverbrecher, M\u00f6rder an Christen und am gesamten Christentum. Drittens sind sie &#8222;Plage, Pestilenz und eitel Ungl\u00fcck&#8220;<\/p>\n<p>Eine besonders beliebte Darstellung von Juden auf Kirchen, so auch auf der in Wittenberg, war die &#8222;Judensau&#8220; &#8211; ein Schwein das Juden s\u00e4ugt. (Dort noch heute zu besichtigen)<\/p>\n<p>Einhergehend mit dem Zerfall der kaiserlichen Macht, ging auch der Judenschutz zu<\/p>\n<p>Ende, denn der Kaiser hatte die Juden unter einen sehr beschr\u00e4nkten Schutz gestellt.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren \u00e4nderte sich viel und viele neue Ideen, vor allem die der franz\u00f6sischen Revolution, begeisterten die Menschen und brachten die deutschen Juden immer n\u00e4her an die rechtliche Gleichbehandlung. Nur die v\u00f6llig unrationalistische Furcht vor allem J\u00fcdischen und der v\u00f6llig sinnlose Hass gegen\u00fcber den Juden hatte sich seit dem Mittelalter wenig ver\u00e4ndert. Deutlich wird das bei einem Ausschnitt aus einer Reichstagsdebatte im Jahre 1895. Es wurde ein Gesetzesentwurf vorgestellt, der es nichtdeutschen Juden verbieten sollte nach Deutschland zu kommen. Der Ton der Rede von Hermann Ahlwardt (der \u00fcbrigens der &#8222;Antisemitischen Volkspartei&#8220; angeh\u00f6rte) l\u00e4sst noch immer \u00c4ngste und Vorurteile des Mittelalters mitschwingen:<\/p>\n<blockquote><p>\n[\u2026]Aber mit dem Juden, der parasitisch arbeitet, ist es doch etwas anderes. Herr Rickert. der ebenso gro\u00df ist wie ich, f\u00fcrchtet sich vor einem einzigen Cholerabazillus- und, meine Herren, die Juden sind Cholerabazillen. Meine Herren, die Ansteckungskraft und die Ausbeutungskraft des Judenthums sind es, um die es sich handelt[&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Der Jude ist kein Deutscher. Wenn Sie sagen: der Jude ist in Deutschland geboren, er ist von deutschen Ammen ern\u00e4hrt, er hat den deutschen Gesetzen Folge geleistet, er hat Soldat werden m\u00fcssen &#8211; und was f\u00fcr einer oft! Davon wollen wir nicht reden &#8211;<br \/>\nEr hat seine Pflichten alle erf\u00fcllt, muss auch Steuern bezahlen -, so ist das alles nicht das Entscheidende f\u00fcr die Nationalit\u00e4t, sondern die Rasse, aus der er hervorgeboren ist, ist das Entscheidende. Gestatten Sie, dass ich hier einen banalen Vergleich ausf\u00fchre, den ich schon sonst in Reden vorgebracht habe: ein Pferd, das im Kuhstall geboren ist, ist noch lange keine Kuh.<br \/>\nEin Jude, der in Deutschland geboren ist, ist noch lange kein Deutscher; er ist immer noch ein Jude&#8230;<br \/>\n(Zitiert nach: Reichstag Stenographische Berichte, 53. Sitzung, 6. M\u00e4rz 1895,S.1296 ff.)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Nachdem Juden mehr als tausend Jahre lang in Europa gelebt hatten, wurden sie Opfer zahlreicher Anfeindungen:<br \/>\n1933 lebten Juden seit<br \/>\n>1612 Jahren in Deutschland,<br \/>\n>seit 2100 Jahren in Italien,<br \/>\n>seit 1030 Jahren in \u00d6sterreich,<br \/>\n>seit 800 Jahren in Polen,<br \/>\n>seit 1930 Jahren in Frankreich,<br \/>\n>in Jugoslawien seit 1000 Jahren,<br \/>\n>in Bulgarien seit 1900 Jahren und in<br \/>\n>Rum\u00e4nien seit 1800 Jahren.<\/p>\n<p>Schon kurz vor dem ersten Weltkrieg wurden einige hundert Juden in einer Reihe von Pogromen ermordet und nach dem ersten Weltkrieg wurden in der Ukraine knapp 85000 Juden w\u00e4hrend verschiedener Pogrome get\u00f6tet.<\/p>\n<p>In Berlin wurde 1922 der deutsche Au\u00dfenminister Walter Rathenau von Antisemiten ermordet und 1923 wurden dort j\u00fcdische H\u00e4user angegriffen.<\/p>\n<p>1923 wird in Deutschland die Antisemitische Zeitung &#8222;Der St\u00fcrmer&#8220; zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht deren Leitspruch: &#8222;Die Juden sind unser Ungl\u00fcck&#8220; war.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Adolf Hitler in Landsberg in Festungshaft sa\u00df, nachdem 1924 sein Versuch fehlgeschlagen war die Macht in M\u00fcnchen zu \u00fcbernehmen, ver\u00f6ffentlichte er von dort aus, im Juli 1925 den ersten Teil seiner antisemitischen Schrift &#8222;Mein Kampf&#8220;. Der zweite Teil wurde am 10. Dezember 1926 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Als er aus der Haft freigekommen war, baute Hitler seine Partei wieder auf. Auf Parteitagen in Weimar 1926 und in N\u00fcrnberg 1927 nahmen viele Sprecher gegen Juden Stellung und verlangten die Ausweisung aller Juden.<\/p>\n<p>1927 wurden verschiedene j\u00fcdische Friedh\u00f6fe gesch\u00e4ndet; in Osnabr\u00fcck sowie Krefeld wurden die Synagogen gesch\u00e4ndet.<\/p>\n<p>Am 12.September 1931, dem Vorabend des J\u00fcdischen Neujahrsfestes wurden Juden, welche aus der Synagoge nach Hause gingen, von Nazi-Gruppen attackiert.<\/p>\n<p>Am 30.Januar 1933 kommt Hitler mit seiner Nationalsozialistischen Partei an die Macht.<\/p>\n<p>Die schon vorhandenen Bilder vom Judentum wurden von der Nationalsozialistischen Partei weiterentwickelt und wieder aufgefrischt. Dies geschah nicht etwa geheim innerhalb der staatlichen Instanzen, sondern mit und in aller \u00d6ffentlichkeit. Der Gauleiter Julius Streicher erkl\u00e4rte immer wieder, die Juden seien kriminell. Ein Auszug aus seiner Rede vor der Hitlerjugend beweist dies:<\/p>\n<blockquote><p>Buben und M\u00e4del! Schaut auf etwas mehr als ein Jahrzehnt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Krieg &#8211; der Weltkrieg- war hinweggerast \u00fcber die V\u00f6lker dieser Erde und hat am Ende einen Tr\u00fcmmerhaufen zur\u00fcckgelassen.<\/p>\n<p>Ein einziges Volk blieb in diesem furchtbaren Krieg Sieger, ein Volk, von dem Christus sagte, sein Vater sei der Teufel. Dieses Volk hatte das deutsche Volk an Leib und Seele zugrunde gerichtet. (Streicher-Rede vom 22.Juni 1935)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie die Antisemiten des 19. und die Kleriker des 16.Jahrhunderts hielten auch die Nazis des 20.Jahrhunderts die Juden f\u00fcr feindselig, kriminell und parasit\u00e4r. Am Ende gen\u00fcgte das blo\u00dfe Wort &#8222;Jude&#8220;, um alle diese Eigenschaften auf einmal zu umschreiben. In Tr\u00fcbners Deutschem W\u00f6rterbuch findet man auf den Seiten 55-57 in der Ausgabe von 1943 im Band 4, genau diese Aussagen unter dem Begriff &#8222;Jude&#8220;. In dem Bild der Nationalsozialisten waren die Juden nicht nur Konfession, sondern in erster Linie Rasse. Die Verfolgung der Juden wurde von den deutschen Beh\u00f6rden genauestens organisiert und war keinesfalls nur Beiwerk der nationalsozialistischen Herrschaft.<\/p>\n<p>Die Judengesetzgebung des Mittelalters traf in Deutschland mit einem effizienten und auf einem hohen Niveau arbeitenden f\u00e4higen Verwaltungsapparat zusammen, den es seit Jahrhunderten gegeben hatte.- Dies bewirkte das in einem Zeitraum von etwa vier Jahren im Durchschnitt zwischen 3500 und 4000 Juden jeden Tag umgebracht wurden.<\/p>\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme wurde ein komplizierter Apparat in Gang gesetzt, der dies m\u00f6glich machte.<\/p>\n<p>Raul Hilberg gliedert in seinem Werk &#8222;Die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden&#8220; (Raul Hilberg &#8222;Die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden&#8220; 3 B\u00e4nde, Frankfurt am Main 1994), den Vernichtungsprozess in ein Schema, dem im Folgenden nachgegangen wird:<\/p>\n<p>Der Vernichtungsprozess entfaltete sich nach einem feststehenden Schema. Der Prozess der Vernichtung war eine Schritt f\u00fcr Schritt erfolgende Aktion.<\/p>\n<p>Der grobe Ablauf ist etwa folgenderma\u00dfen zu beschreiben:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde der Begriff Jude definiert, dann traten Enteignugsma\u00dfnahmen in Kraft, dann folgte die Konzentration der Juden in Ghettos, schlie\u00dflich kam es zu der Entscheidung, das europ\u00e4ische Judentum auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p>Nach Russland wurden mobile T\u00f6tungseinheiten entsandt, im \u00fcbrigen Europa deportierte man die Juden in Vernichtungslager.<\/p>\n<p>Die Definition des Begriffes &#8222;Jude&#8220; machte den deutschen Beh\u00f6rden zun\u00e4chst Schwierigkeiten, da man sich auf keine rassische Definition einigen konnte.<\/p>\n<p>Am 13.September 1935 verlangte die Hitler die Schaffung des so genannten &#8222;Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre&#8220;. Innerhalb von zwei Tagen sollte dies fertig gestellt werden, anl\u00e4sslich des N\u00fcrnberger Parteitages.<\/p>\n<p>Es wurde auch in dieser Zeit fertig gestellt und beinhaltete das Verbot von Ehen und<\/p>\n<p>au\u00dferehelichen Verkehr zwischen Juden und so genannten Staatsangeh\u00f6rigen &#8222;deutschen oder artverwandten Blutes&#8220;, die Besch\u00e4ftigung weiblicher Staatsangeh\u00f6riger &#8222;deutschen oder artverwandten Blutes&#8220; in j\u00fcdischen Haushalten und das Hissen der Reichsflagge durch Juden. Keiner der Begriffe wurde jedoch genau definiert, so dass Raum f\u00fcr Auslegungen blieb.<\/p>\n<p>Am 14.November 1935 folgte ein Einstufungsverfahren, welches wie folgt aussah:<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bestimmung der Gro\u00dfeltern galt weiterhin, dass ein Gro\u00dfelternteil j\u00fcdisch war, wenn er oder sie der j\u00fcdischen Religionsgemeinschaft angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>In den besetzten L\u00e4ndern und Achsenstaaten wurde diese Definition als Grundlage genommen und ver\u00e4ndert, in Kroatien zum Beispiel wurde sie extrem versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt war die Enteignung des Besitzes von Juden, begonnen mit der Enteignung von Fabriken gefolgt von der Einziehung der Ersparnisse, der L\u00f6hne, der Wohnungen, bis hin zu den Goldz\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Den Anfang machte die Entlassung aller j\u00fcdischen Angestellten, darauf folgte die Arisierung j\u00fcdischer Firmen, was bedeutet, das j\u00fcdische Besitzer ihre Firmen an nichtj\u00fcdische NSDAP-Mitglieder abgeben mussten. Sp\u00e4ter wurden verschiedene Steuern \u00fcber Juden verh\u00e4ngt, um sie ihrer wirtschaftlichen Grundlage zu berauben.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Stufe im Vernichtungsprozess war die Konzentration der j\u00fcdischen Gemeinschaft. Die j\u00fcdische Gemeinschaft sollte von der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung abgesondert werden und in den St\u00e4dten zusammengefasst werden.<\/p>\n<p>Zum Zwecke der Absonderung sollten Juden kenntlich gemacht werden, deshalb wurden zun\u00e4chst die P\u00e4sse gekennzeichnet. Am 11.M\u00e4rz 1940 wurden Lebensmittelkarten j\u00fcdischer Besitzer mit einem J gekennzeichnet, ab dem 18.September 1942 durchg\u00e4ngig mit dem Wort &#8222;Jude&#8220;.<\/p>\n<p>Am 17.August 1938 wurde eine Verordnung ver\u00f6ffentlicht, welche vorsah das j\u00fcdische M\u00e4nner ihrem regul\u00e4ren Erstnamen den Zweitnamen Israel, j\u00fcdische Frauen den Zweitnamen Sara hinzuzuf\u00fcgen hatten.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chste Verordnung folgte am 1.September 1941,da\u00df alle Juden ab sechs Jahren in der \u00d6ffentlichkeit einen Judenstern zu tragen hatten, welcher gelb und handtellergro\u00df sein sollte, in seiner Mitte sollte in schwarzen Buchstaben das Wort &#8222;Jude&#8220; stehen. Der Tr\u00e4ger hatte den Stern auf der linken Seite der Kleidung fest anzubringen.<\/p>\n<p>Ebenfalls wurden Gesch\u00e4fte j\u00fcdische Inhaber von Anfang an gekennzeichnet, wenn deren Inhabern die Gesch\u00e4fte nicht schon l\u00e4ngst festgenommen worden waren.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt war die Vernichtung der Juden, dieses gewaltsame Vorgehen wurde am 9.November in der so genannten &#8222;Reichskristallnacht&#8220; schon vorabgebildet.<\/p>\n<p>Nachdem man die Opfer vollkommen isoliert hatte vom \u00fcbrigen gesellschaftlichen Leben, ihnen 1935 sogar die Staatsb\u00fcrgerschaft und jegliche Rechte abgesprochen hatte, hatte man ein Terrain geschaffen, welches es erlaubte, die Juden Europas zu ermorden.<\/p>\n<p>Im September 1939 marschierte die deutsche Wehrmacht in Polen ein und fand dort 3,3 Millionen j\u00fcdische Menschen vor, immerhin 10 Prozent der polnischen Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Dort wird die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung in Ghettos zusammengetrieben, in den polnischen St\u00e4dten in denen aus technischen Gr\u00fcnden, keine Ghettos errichtete werden konnten, wurden die Juden entweder vertrieben oder gleich an Ort und Stelle erschossen.<\/p>\n<p>Vor der Einweisung in die Ghettos stand die Bildung von Judenr\u00e4ten. Am 28.November 1939 hatten alle j\u00fcdischen Gemeinden einen Judenrat zu w\u00e4hlen, die Vorsitzenden solcher R\u00e4te wurden dann von der lokalen Verwaltung des eingegliederten Gebietes oder des Generalgouvernementes kontrolliert.<\/p>\n<p>Die ersten Ghettos gab es in den eingegliederten Gebieten ab dem Winter 1939\/40.Das erste gro\u00dfe Ghetto entstand im April 1940 in Lodz.<\/p>\n<p>Das Warschauer Ghetto wurde im Oktober 1940 errichtet. F\u00fcr die in Krakau zur\u00fcckgebliebenen Juden wurde im April 1941 ein Ghetto eingerichtet.<\/p>\n<p>Diese Ghettos waren nicht als Dauerl\u00f6sung von den deutschen Milit\u00e4rs gedacht, sondern dienten zun\u00e4chst dem schnelleren Zugriff auf die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerungsgruppe.Von den Ghettos aus,wurden die Juden in Zwangsarbeiterlager gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Selbst die Errichtungen von Ghettos wurde von der gleichgeschalteten Presse zu Propagandazwecken genutzt , unter dem Titel &#8222;Der F\u00fchrer schenkt den Juden eine Stadt&#8220; ,wurde ein Film f\u00fcr die Wochenschau gedreht.<\/p>\n<p>Die Zwangsarbeit war eine der ersten Versionen der Vernichtung der Juden.Da die Juden sieben Tage in der Woche von Tagesanbruch bis zur D\u00e4mmerung arbeiten mu\u00dften,war der Zusammenbruch nur eine Frage der Zeit.Es wird berichtet,da\u00df selbst in kleinen Arbeitslagern mit nicht mehr als 400-500 Insassen etwa ein Dutzend Tote am Tag \u00fcblich waren.<\/p>\n<p>Die Reichsbeh\u00f6rden mu\u00dften diesen Arbeitern keinerlei L\u00f6hne zahlen und den \u00f6ffentlichen Arbeitgebern war die Ausbeutung der Arbeiter unbeschr\u00e4nkt freigestellt.<\/p>\n<p>Private Betriebe konnten ab 1942 Arbeiter aus den Lagern und Ghettos besch\u00e4ftigen, zahlten aber die L\u00f6hne direkt an die SS.<\/p>\n<p>Das \u00dcberleben der Ghettobev\u00f6lkerung, hing in erster Linie von der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Brennstoffen ab. Mit Drosselung und Einstellung der Zufuhr solcher G\u00fcter,war es m\u00f6glich eine gro\u00dfe Anzahl von Menschen in den Ghettos zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die deutsche Ern\u00e4hrungspolitik in Polen war im Allgemeinen sehr einfach. So viele Nahrungsmittel wie m\u00f6glich wurden ins Reich abtransportiert. Die Polen wurden notd\u00fcrftig am Leben erhalten. Die Juden welche auf der untersten Sprosse der Gesellschaft im Reich standen,wurden in der Schwebe zwischen Leben und Tod gehalten.<\/p>\n<p>Die unzureichende hygienische Versorgung und der wenige Raum, sorgte f\u00fcr eine weitere Erh\u00f6hung der Todesrate in den Ghettos.<\/p>\n<p>Allein 1941 sterben in den Ghettos Warschau und Lodz 54 616 Menschen.<\/p>\n<p>Am 22.Juni 1941 beginnt der deutsche \u00dcberfall auf die Sowjetunion,welcher schon elf Monate zuvor,am 22.Juli 1940 beraten worden war.<\/p>\n<p>Hitler nannte den Angriff auf die Sowjetunion sp\u00e4ter in seiner Unbeschr\u00e4nktheit an Mitteln und Material den &#8222;Totalen Krieg&#8220; .<\/p>\n<p>Am 30.Januar 1942 erkl\u00e4rt Hitler in einer Rede im Berliner Sportpalast:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;das Ergebnis dieses Krieges wird die Vernichtung des Judentums sein&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>In Begleitung der vorr\u00fcckenden Heeresgruppen befanden sich kleine, motorisierte T\u00f6tungskommandos der SS und der Polizei, die taktisch den Milit\u00e4rbefehlshabern unterstanden, ansonsten jedoch freie Hand bei der Erledigung ihres Sonderauftrages hatten.<\/p>\n<p>Als die Einsatzkr\u00e4fte die Grenze zur Sowjetunion \u00fcberschritten, lebten f\u00fcnf Millionen Juden im sowjetischen Staatsgebiet.Die gro\u00dfe Mehrheit von ihnen lebte in den westlichen Landesteilen.Vier Millionen lebten in den Gebieten,die in der Folgezeit von der deutschen Wehrmacht \u00fcberrannt wurden.<\/p>\n<p>Etwa anderthalb Millionen Juden flohen aus den betreffenden Gebiete, bevor die Wehrmacht dort eintraf.<\/p>\n<p>Im Jahre 1941 wurde in Polen,zeitgleich mit dem Angriff auf die Sowjetunion,mit der Vernichtung der Juden in Gaskammern begonnen.<\/p>\n<p>Es gab im Reich trotz aller Aktionen keinen gemeinsamen Rahmen aller Beh\u00f6rden und kein genaues Ziel der Aktionen. Man wollte einen gemeinsamen Leitfaden entwerfen &#8211; man wollte eine &#8222;Gesamtl\u00f6sung der Judenfrage&#8220;.<\/p>\n<p>Heydrich vom Reichssicherheitshauptamt initiierte eine solche Konferenz.<\/p>\n<p>Es wurden Einladungen an alle betroffenen Ressorts versandt. Am 20.Januar 1942 traf man sich im Reichssicherheitshauptamt,am Gro\u00dfen Wannsee Nr.50\/58. zu einer solcher Konferenz. Diese Konferenz wird sp\u00e4ter unter dem Namen &#8222;Wannseekonferenz&#8220; bekannt werden. Dort wurde die sogenannte &#8222;Endl\u00f6sung der Judenfrage&#8220; beschlo\u00dfen, die v\u00f6llige Vernichtung des europ\u00e4ischen Judentums.<\/p>\n<p>Im Zuge dieser Konferenz wurden auch technische Dinge besprochen wie zum Beispiel den Einbezug der Reichsbahn in den Vernichtungsproze\u00df und der m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstigsten und effektivsten Art der Vernichtung.<\/p>\n<p>Die Lager in Polen wurden schnell Zentren dieser Vernichtung, sie waren Sammelpunkte f\u00fcr Tausende von Transporten, welche aus allen Richtungen des Reiches in Viehwagen eintrafen, in denen nicht wenige Menschen schon w\u00e4hrend des Transportes zu Tode kamen. Die Reichsbahn berechnete f\u00fcr jeden transportierten Juden einen Fahrpreis dritter Klasse zum g\u00fcltigen Tarif, inklusive der Kilometerberechnung.<\/p>\n<p>Die Vernichtungslager arbeiteten nach intensiver Planung schnell und &#8222;wirkungsvoll&#8220;:<\/p>\n<p>Ein Mensch stieg am Morgen aus dem Zug, am Abend war sein Leichnam verbrannt, seine Kleidung f\u00fcr den Transport nach Deutschland verpackt.<\/p>\n<p>Der Proze\u00df der Vernichtung wurde st\u00e4ndig effektiviert. Nachdem man beschlossen hatte, dass die Munition f\u00fcr das Erschie\u00dfen der Juden in gro\u00dfen Mengen zu viel Geld kostete, gab man den Auftrag, nach einer verbesserten Methode zu suchen.<\/p>\n<p>Man begann deshalb in Sobibor mit der Vernichtung mit Hilfe von Gaskammern.<\/p>\n<p>Die Gaskammern, als Duschen getarnt, waren nicht sehr gro\u00df, aber w\u00e4hrend der Vergasungen, waren sie bis zum Rande ihres Fassungsverm\u00f6gens gef\u00fcllt. Das benutzte Gas befand sich in Flaschen, es war ein Kohlenmonoxidpr\u00e4parat, welches auch schon 1939 in Euthanasie-Stationen verwandt wurde.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wurde das Lager Belzec mit einem Dieselmotor ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Krematorien wurden nicht eingerichtet-die Leichen wurden in Massengr\u00e4bern verbrannt, deshalb kam es im Sommer 1942 im Eisenbahnverkehr des Generalgouvernementes zu Stockungen, die Linie nach Sobibor war blockiert, aufgrund der vielen ankommenden G\u00fcterwagen. In Treblinka trafen so viele Transporte ein, da\u00df die v\u00f6llige \u00dcberf\u00fcllung eintrat und sich die neu angekommenen Deportierten Bergen von unverbrannten Leichen in verschiedenen Stadien der Verwesung gegen\u00fcbersahen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Kulmhof im Wartheland mit Gaswagen arbeitete und im Generalgouvernement ein System von Vergasungsanlagen errichtet wurde, die Kohlenmonoxid verwandten, gelangte im reichsangegliederten Schlesien ein drittes Projekt zur Reife.<\/p>\n<p>Im Raum Kattowitz wurde ein weiteres Konzentrationslager geschaffen, dessen Standort wegen seiner verkehrsg\u00fcnstigen Lage ausgew\u00e4hlt wurde. Das Lager Auschwitz mit dem Lagerkommandanten H\u00f6\u00df.<\/p>\n<p>H\u00f6\u00df arbeitete an genanntem dritten Projekt.<\/p>\n<p>Er betrieb den Bau von Vernichtungsanlagen,die in zwei wesentlichen Punkten &#8222;Verbesserungen&#8220; aufwiesen. Zum einen war dies die Raumersparnis.<\/p>\n<p>H\u00f6\u00df baute seine Anlagen als kombinierte Einheiten, deren jede einen Vorraum, eine Gaskammer und einen Ofen zur Leichenverbrennung enthielt. Zweitens gelangte er nach einem Treblinkabesuch zu der Auffassung, dass die Kohlenmonoxidmethode nicht besonders &#8222;effektiv&#8220; sei.<\/p>\n<p>Deshalb f\u00fchrte er in seinen Lagern ein anderes Gas ein- die schnellwirkende Blaus\u00e4ure(Handelsname Zyklon). Im Gegensatz zum Kohlenmonoxid konnte dieses Gas nicht am Einsatzort hergestellt werden. Es bedurfte vieler Bem\u00fchungen zur L\u00f6sung der vielen Probleme, die im Zusammenhang mit der Errichtung der speziellen kombinierten Einheiten und der Sicherstellung einer verl\u00e4\u00dflichen Versorgung mit Blaus\u00e4ure auftraten.<\/p>\n<p>Blaus\u00e4ure oder Zyklon ist ein starkes Gift-ein Milligramm pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht f\u00fchrt zum Tode. Das Zyklon war in Beh\u00e4ltern verpackt; man brauchte nur den Kanister zu \u00f6ffnen und die Kugeln in die Kammer zu sch\u00fctten; das verfestigte Material zersetzte sich sofort zu Gas.<\/p>\n<p>Aufgrund seines schnellen Verfalles im Beh\u00e4lter konnten keine gro\u00dfen Vorr\u00e4te von dem Zyklon angelegt werden. Das Gas wurde von der &#8222;Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung mbh (DEGESCH)&#8220; hergestellt. Diese war im Besitz der DEGUSSA und der I.G.Farben.<\/p>\n<p>In den Todeslagern wurden nur aus drei Gr\u00fcnden H\u00e4ftlinge am Leben gelassen:<\/p>\n<p>wegen zeitweiser \u00dcberf\u00fcllung der T\u00f6tungsanlagen (Gaskammern und Krematorien),f\u00fcr Bauarbeiten im Lager und dessen Instandhaltung und als Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr industrielle Zwecke.<\/p>\n<p>Um arbeitsf\u00e4hige H\u00e4ftlinge von nicht arbeitsf\u00e4higen H\u00e4ftlingen zu trennen, fanden regelm\u00e4\u00dfig Selektionen statt. Die Arbeitsf\u00e4higen wurden zur Arbeit geschickt und die nicht ausgew\u00e4hlten wurden einer sogenannten Sonderbehandlung zugef\u00fchrt, was bedeutete, da\u00df sie in die Gaskammern ermordet wurden.<\/p>\n<p>Die Arbeiter, welche bei privaten Betrieben arbeiten mussten, waren vor allen Dingen bei der I.G.Farben, bei Bayer, und bei AGFA besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Einige H\u00e4ftlinge wurden zu medizinischen Versuchen ben\u00f6tigt, vor allem Zwillinge wurden in Auschwitz zu Experimenten mi\u00dfbraucht.<\/p>\n<p>Selbst die Toten wurden noch gebraucht, ihre Goldz\u00e4hne wurden entfernt und aus den abgeschnittenen Haaren wurden Kleidungsst\u00fccke f\u00fcr U-Boot Mannschaften gefertigt. Brillen und andere verwertbare Dinge sollten weiterverwandt werden. Von Rudolf H\u00f6\u00df wird berichtet, er habe sich einen Lampenschirm aus Menschenhaut anfertigen lassen.<\/p>\n<p>Der Vernichtungsvorgang wurde von den Bewachern mit einer Abfolge pr\u00e4ziser Befehle gelenkt.<\/p>\n<p>Es gab einen festgelegten Ablauf im Lager. Der erste war die Benachrichtigung der Lager vom Eintreffen eines Transportes, so dass alles vorbereitet werden konnte.<\/p>\n<p>Dies geschah mit solcher Reibungslosigkeit, da\u00df die Insassen eines Eintreffenden Zuges, vom \u00d6ffnen des Zuges an, nur noch etwa zwei Stunden zu leben hatten.<\/p>\n<div id=\"attachment_211\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-211\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_1.jpg?resize=380%2C286\" alt=\"In Auschwitz und den anderen Todeslagern war es verboten zu fotografieren. Die einzigen Bilder welche die SS machte, wurden bei Ankunft und Selektion ungarischer Juden angefertigt und hielten das fabrikm\u00e4ssige Vorgehen in Auschwitz fest. Zu welchem Zwecke diese Aufnahmen entstanden ist unklar.\" width=\"380\" height=\"286\" class=\"size-full wp-image-211\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_1.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_1.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-211\" class=\"wp-caption-text\">In Auschwitz und den anderen Todeslagern war es verboten zu fotografieren. Die einzigen Bilder welche die SS machte, wurden bei Ankunft und Selektion ungarischer Juden angefertigt und hielten das fabrikm\u00e4ssige Vorgehen in Auschwitz fest. Zu welchem Zwecke diese Aufnahmen entstanden ist unklar.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_212\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_2.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-212\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_2.jpg?resize=380%2C282\" alt=\"Die deutsche Wehrmacht marschierte im M\u00e4rz 1944 in Ungarn ein. Zwischen Mai und Juli desselben Jahres wurden ungef\u00e4hr 440.000 ungarische Juden nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Arbeitsf\u00e4hige wurden als Zwangsarbeiter in andere Lager \u00fcberstellt. Ungef\u00e4hr 250.000 ungarische Juden wurden in Auschwitz ermordet. Da die Kapazit\u00e4t der Krematorien nicht ausreichte, wurden Leichen auch in offenen Gruben verbrannt.\" width=\"380\" height=\"282\" class=\"size-full wp-image-212\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_2.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_2.jpg?resize=300%2C222&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-212\" class=\"wp-caption-text\">Die deutsche Wehrmacht marschierte im M\u00e4rz 1944 in Ungarn ein. Zwischen Mai und Juli desselben Jahres wurden ungef\u00e4hr 440.000 ungarische Juden nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Arbeitsf\u00e4hige wurden als Zwangsarbeiter in andere Lager \u00fcberstellt. Ungef\u00e4hr 250.000 ungarische Juden wurden in Auschwitz ermordet. Da die Kapazit\u00e4t der Krematorien nicht ausreichte, wurden Leichen auch in offenen Gruben verbrannt.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_213\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_4.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-213\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_4.jpg?resize=380%2C294\" alt=\"Habseligkeiten m\u00fcssen vor dem Zug liegen gelassen werden.\" width=\"380\" height=\"294\" class=\"size-full wp-image-213\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_4.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_4.jpg?resize=300%2C232&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-213\" class=\"wp-caption-text\">Habseligkeiten m\u00fcssen vor dem Zug liegen gelassen werden.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_214\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-214\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_5.jpg?resize=380%2C286\" alt=\"Auf der linken Seite sieht man Ans\u00e4tze des Haufens von Gep\u00e4ck, den die angekommenen Menschen auft\u00fcrmten und das sp\u00e4ter nach Wertsachen durchsucht werden w\u00fcrde.\" width=\"380\" height=\"286\" class=\"size-full wp-image-214\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_5.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_5.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-214\" class=\"wp-caption-text\">Auf der linken Seite sieht man Ans\u00e4tze des Haufens von Gep\u00e4ck, den die angekommenen Menschen auft\u00fcrmten und das sp\u00e4ter nach Wertsachen durchsucht werden w\u00fcrde.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_215\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-215\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_7.jpg?resize=380%2C268\" alt=\"Selektion der arbeitsf\u00e4higen H\u00e4ftlinge.\" width=\"380\" height=\"268\" class=\"size-full wp-image-215\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_7.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_7.jpg?resize=300%2C211&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-215\" class=\"wp-caption-text\">Selektion der arbeitsf\u00e4higen H\u00e4ftlinge.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_216\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-216\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_8.jpg?resize=380%2C268\" alt=\"Alte Frauen und M\u00fctter mit Kindern wurden direkt der sogenannten \u201eSonderbehandlung\u201d zugef\u00fchrt. Sie hatten nach ihrer Ankunft nur noch wenige Stunden zu leben.\" width=\"380\" height=\"268\" class=\"size-full wp-image-216\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_8.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_8.jpg?resize=300%2C211&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-216\" class=\"wp-caption-text\">Alte Frauen und M\u00fctter mit Kindern wurden direkt der sogenannten \u201eSonderbehandlung\u201d zugef\u00fchrt. Sie hatten nach ihrer Ankunft nur noch wenige Stunden zu leben.<\/p><\/div>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_9.jpg?resize=380%2C283\" alt=\"birkenau_rampe_9\" width=\"380\" height=\"283\" class=\"aligncenter size-full wp-image-217\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_9.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_9.jpg?resize=300%2C223&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/p>\n<div id=\"attachment_218\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-218\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_12.jpg?resize=380%2C285\" alt=\"Frauen und Kinder auf dem Weg zu Krematorium IV\" width=\"380\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-218\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_12.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_12.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-218\" class=\"wp-caption-text\">Frauen und Kinder auf dem Weg zu Krematorium IV<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_219\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-219\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_13_vkrematorium4.jpg?resize=380%2C285\" alt=\"Frauen, Kinder und alte M\u00e4nner warten vor Krematorium IV.\" width=\"380\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-219\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_13_vkrematorium4.jpg?w=380&amp;ssl=1 380w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/birkenau_rampe_13_vkrematorium4.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-219\" class=\"wp-caption-text\">Frauen, Kinder und alte M\u00e4nner warten vor Krematorium IV.<\/p><\/div>\n<p>ach Entladen der Z\u00fcge erfolgte eine doppelte Selektion. Alte, Kranke und auch kleine Kinder wurden bereits auf dem Bahnsteig ausgesondert. Von der ersten Auschwitzer Rampe wurden die Alten und Kranken, sowie die Kinder mit Lastwagen direkt zu den Gaskammern gebracht.<br \/>\nKr\u00e4ftige Personen wurden zur Arbeit selektiert. Die Opfer wurden an einem Arzt vorbeigetrieben, der dann umgehend entschied.<br \/>\nM\u00e4nner und Frauen mu\u00dften sich getrennt in Baracken entkleiden. Es wurde der Eindruck erweckt, dass die Kleider nach dem Duschen zur\u00fcckgegeben w\u00fcrden.<br \/>\nDen Frauen wurde das Haar geschoren und ein H\u00e4ftlingszug gebildet.<br \/>\nDiese wurden dann in die Kammern gef\u00fchrt.<br \/>\nWenn sich die ersten Zyklon B Kugeln am Boden der Kammer verfl\u00fcchtigten, begannen die Opfer zu schreien. Auf der Flucht vor dem aufsteigenden Gas stie\u00dfen die St\u00e4rkeren die Schw\u00e4cheren nieder und stellten sich auf die Liegenden.<br \/>\nDer Todeskampf dauerte etwa zehn Minuten.<\/p>\n<p>Danach mu\u00dften j\u00fcdische Sonderkommandos die Leichen auseinanderzerren und in den K\u00f6rperh\u00f6hlen nach versteckten Wertsachen suchen und den Toten die Goldz\u00e4hne ziehen. Im Hauptlager wurden diese dann in Barren umgeschmolzen, erst danach wurden die Toten verbrannt. In Auschwitz endete die Vernichtung mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen. Im \u00fcbrigen Deutschland wurde so lange weitergemacht, bis die Besatzungsm\u00e4chte dies unm\u00f6glich machten.<\/p>\n<div id=\"attachment_210\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-210\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Konzentrazionslager.jpg?resize=540%2C469\" alt=\"Karte mit den Standorten der Konzentrationslager - \u00a9 Karte erstellt von Mariusz Rzepkowski\" width=\"540\" height=\"469\" class=\"size-full wp-image-210\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Konzentrazionslager.jpg?w=540&amp;ssl=1 540w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Konzentrazionslager.jpg?resize=300%2C260&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><p id=\"caption-attachment-210\" class=\"wp-caption-text\">Karte mit den Standorten der Konzentrationslager &#8211; \u00a9 Karte erstellt von Mariusz Rzepkowski<\/p><\/div>\n<p>Am Ende dieses Prozesses stehen knapp sechs Millionen get\u00f6tete Menschen. Nur elf Prozent aller j\u00fcdischen Kinder unter 14 Jahren \u00fcberlebten den Krieg.<br \/>\nDer Tod von knapp sechs Millionen Juden war die gr\u00f6\u00dfte Trag\u00f6die in der Geschichte des Judentums und ist bis heute in der j\u00fcdischen Gemeinschaft in aller Welt sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/370a9bd73f5c43d880956cb2f1380fe2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schoah &#8211; die Vernichtung des europ\u00e4ischen Judentums.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[],"class_list":["post-209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-themen"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=209"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":221,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/209\/revisions\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}