{"id":2232,"date":"2016-08-25T12:09:53","date_gmt":"2016-08-25T10:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=2232"},"modified":"2022-04-25T10:42:41","modified_gmt":"2022-04-25T08:42:41","slug":"seligmann-baer-bamberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/seligmann-baer-bamberger\/","title":{"rendered":"Seligmann B\u00e4r Bamberger"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"Eintrag\"><strong>Seligmann B\u00e4r Bamberger<\/strong> \u2013 der \u201eW\u00fcrzburger Rav\u201c (geboren am 6. November 1807 in Wiesenbronn; gestorben am 13. Oktober 1878 in W\u00fcrzburg) war ein wichtiger Vertreter des orthodoxen Judentums. Er wurde am 6. November 1807 als Sohn des Simon (Sim&#8217;ha) Bamberger, eines kleinen H\u00e4ndlers und Rabbiners und der Judith Hatzfeld, Tochter des Rabbiners Moses L\u00f6w Hatzfeld, in Wiesenbronn bei Kitzingen geboren. Er wuchs in den Traditionen des fr\u00e4nkischen orthodoxen Landjudentums auf. Sein Lehrer war zun\u00e4chst Gerson Levi (Rabbiner in Wiesenbronn und Dajan in F\u00fcrth). Ab 1822 besuchte er die Jeschiwa in F\u00fcrth. Dort lernte er bei Juda-L\u00f6b Halberstadt und bei Wolf Hamburg. Nach f\u00fcnf Jahren Studium ging Bamberger im Alter von 20 Jahren als ausgebildeter Rabbiner zur\u00fcck in sein Heimatdorf. Dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Warenhandlung. Mit 22 Jahren heiratete er die Tochter des Rabbis von Fulda. Seine Frau f\u00fchrte fortan das Gesch\u00e4ft und er widmete sich dem Studium. Sein Ruf als Gelehrter drang aus seinem Heimatdorf nach au\u00dfen, und es pilgerten aus ganz Deutschland Sch\u00fcler zu ihm. F\u00fcr den Unterricht nahm er kein Geld an. Das erste Mal trat Rabbiner Seligmann B\u00e4r Bamberger 1836 in die \u00d6ffentlichkeit. Die bayerische Regierung wollte im Streit zwischen dem orthodoxen und dem immer st\u00e4rker werdenden liberalen Zweig des Judentums Klarheit erlangen. In jeder Bezirksregierung, so auch in W\u00fcrzburg, wurde eine Versammlung von Rabbinern, Lehrern und Gemeindemitgliedern einberufen, um \u00fcber bestimmte, vorgegebene Fragen zu diskutieren. Bamberger wurde f\u00fcr seine Gemeinde als Vertreter der Orthodoxie geschickt. Bei dieser Versammlung fiel Seligmann B\u00e4r Bamberger dem bereits 80-j\u00e4hrigen amtierenden W\u00fcrzburger Rabbiner Abraham Bing auf. Dieser w\u00fcnschte sich den jungen Mann als seinen Nachfolger im Rabbineramt. Bamberger meldete sich dann auch f\u00fcr die Wahl zum Distriktsrabbiner im Jahr 1840 an. Er wurde mit 310 von 500 Stimmen gew\u00e4hlt. Sein Gemeindebezirk umfasste neben der Stadt W\u00fcrzburg noch 29 unterfr\u00e4nkische D\u00f6rfer. Die Erziehung der Jugend im j\u00fcdischen Glauben lag Rabbiner Bamberger besonders am Herzen. Er bef\u00fcrchtete, dass die paar Religionsstunden, die er pro Woche unterrichtete, nicht ausreichen, sondern dass die Gefahr der Assimilierung der W\u00fcrzburger Juden zu gro\u00df sei. Er geh\u00f6rte damit zu dem Kreis der Rabbiner, die trotz des Judenediktes von 1813, am j\u00fcdischen Gesetz festhielt. Zuerst er\u00f6ffnete er eine Talmudschule. 1856 gr\u00fcndete er dann die private \u201eIsraelitische Erziehungs- und Unterrichtsanstalt\u201c. Es handelte sich hierbei um eine sechsklassige Volksschule f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen. Es folgte 1864 das erste Lehrerseminar, die \u201eIsraelitische Lehrerbildungsanstalt in W\u00fcrzburg\u201c kurz ILBA. Rabbiner Bamberger hielt an jedem Schabbat Vortr\u00e4ge, um die Religion im Alltag eines jeden Juden verwirklicht zu sehen. Er schickte regelm\u00e4\u00dfig Geld ins Heilige Land und regte den Bau des ersten j\u00fcdischen Krankenhauses in Pal\u00e4stina an. Seligmann B\u00e4r Bamberger verfasste drei B\u00fccher, in denen er in einfacher Sprache die j\u00fcdischen Gesetze und Gebote erkl\u00e4rte. Rabbiner Seligmann B\u00e4r Bamberger starb am zweiten Tag des Laubh\u00fcttenfestes des Jahres 1878 w\u00e4hrend des Gottesdienstes und wurde in H\u00f6chberg auf dem dortigen J\u00fcdischen Friedhof (H\u00f6chberg) begraben. Er war verheiratet mit Kela Wormser (1804\u22121881), der Tochter des Seckel Wormser, Rabbiner in Fulda. Seligmann B\u00e4r Bamberger ist Vater des sp\u00e4teren W\u00fcrzburger Rabbiners Nathan Bamberger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"Literatur\"><strong>Literatur<\/strong> Shaul Esh (Hrsg.): The Bamberger Family: the Descendants of Rabbi Seligmann Bamberger, the &#8222;W\u00fcrzburger Rav&#8220;. Jerusalem 1964. | Neue Deutsche Biographie Bd. 14, 1985, S. 73 in Artikel Lehmann, Marcus | Eintrag BAMBERGER, Seligmann-B\u00e4r. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Herausgeber), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, b\u00f6hmischen und gro\u00dfpolnischen L\u00e4ndern 1781-1871. K\u00b7G\u00b7Saur, M\u00fcnchen 2004, S. 168 f.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Shaul Esh (Hrsg.): The Bamberger Family: the Descendants of Rabbi Seligmann Bamberger, the &#8222;W\u00fcrzburger Rav&#8220;. Jerusalem 1964.<\/li><li>Neue Deutsche Biographie Bd. 14, 1985, S. 73 in Artikel Lehmann, Marcus<\/li><li>Eintrag BAMBERGER, Seligmann-B\u00e4r. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Herausgeber), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, b\u00f6hmischen und gro\u00dfpolnischen L\u00e4ndern 1781-1871. K\u00b7G\u00b7Saur, M\u00fcnchen 2004, S. 168 f.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"yellow-box\">\n<p>Dieser Artikel basiert auf dem Artikel <a class=\"\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seligmann_B\u00e4r_Bamberger\" rel=\"nofollow\"> Seligmann B\u00e4r Bamberger<\/a> aus der freien Enzyklop\u00e4die <a class=\"\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wikipedia:Hauptseite\" rel=\"nofollow\">Wikipedia<\/a> und steht unter der Doppellizenz <a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html\" rel=\"nofollow\">GNU-Lizenz f\u00fcr freie Dokumentation<\/a> und <a class=\"\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" rel=\"nofollow\">Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported<\/a> (<a class=\"\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/legalcode\" rel=\"nofollow\">Kurzfassung<\/a>).<br>In der Wikipedia ist eine <a class=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Seligmann_B%C3%A4r_Bamberger&amp;action=history\" rel=\"nofollow\"> Liste der Autoren<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/geschichte-des-judentums-themen\/#Personen\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"> <strong>J\u00fcdische Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seligmann B\u00e4r Bamberger \u2013 der \u201eW\u00fcrzburger Rav\u201c &#8211; die Biographie<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[221],"tags":[186],"class_list":["post-2232","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lexikohn","tag-biographie"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2232"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8718,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2232\/revisions\/8718"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}