{"id":2470,"date":"2017-09-25T16:38:26","date_gmt":"2017-09-25T14:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=2470"},"modified":"2019-04-24T15:38:23","modified_gmt":"2019-04-24T13:38:23","slug":"das-buch-jonah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/das-buch-jonah\/","title":{"rendered":"Das Buch Jonah"},"content":{"rendered":"<p>Das Buch Jonah k\u00f6nnte eine Geschichte f\u00fcr Kinder sein &#8211; das ist es jedoch nicht. Es steckt viel mehr dahinter, als man auf den ersten Blick meinen k\u00f6nnte. Der Text des Buches Jonah in \u00dcbersetzung mit einem Kommentar<!--more--><\/p>\n\n<h2>Zur Lesung von Jonah an Jom Kippur<\/h2>\n<p>In allen Riten wird das Buch Jonah als Haftarah des Minchah-Gebets an Jom Kippur gelesen. Im italientischen Ritus wird Vers 21 von Owadjah zuvor gelesen. In einem Siddur aus der gaon\u00e4ischen Zeit (7. bis etwa 11. Jahrhundert), geschrieben von <em>Tzemach ben Paltoj<\/em> und <em>Tzemach ben Chajim<\/em> (aus der Elkan Nathan Adler Sammlung MS 4053, MS 3564), welches nur noch aus wenigen Seiten besteht, wird \u00fcberliefert, dass das Buch Jonah urspr\u00fcnglich anders vorgetragen wurde.<br \/>\nNach dem Mussaf-Gebet von Jom Kippur las man das Buch Jonah vom ersten Kapitel bis zum Ende des zweiten Kapitels. Dann f\u00fcgte man die heutigen Schlusss\u00e4tze aus Michah (7,18-20) an und f\u00fcgte auch Owadjah hinzu. Dies, um der Lesung einen Abschluss zu geben. Dann fand Minchah statt und die Haftarah des Minchah-Gebets war das dritte Kapitel des Buches Jonah. Heute erinnern an diesen Brauch noch die kleinen Hinzuf\u00fcgungen von Owadjah und Michah.<\/p>\n<h2>Der Gaon von Vilna zum Buch Jonah<\/h2>\n<p>In seinem Kommentar zum Buch Jonah schreibt der Vilna Gaon <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">Gaon von Vilna, 1720\u20131797, <em>Pirusch al sefer Jonah<\/em> Kommentar des Gaon von Vilna zum Buch Jonah.<\/span>: Die Aufgabe des Propheten ist eine Metapher f\u00fcr die Seele des Menschen, wie es im Zohar geschrieben steht.<br \/>\nDie Aufgabe besteht darin, diese Welt zu verbessern.<br \/>\nAber die Seele hat sie nicht nur nicht verbessert, sondern sich selber besch\u00e4digt.<br \/>\nSp\u00e4ter wird sie ein zweites Mal als Reinkarnation ausgeschickt, um zu reparieren.  Es wird auch repariert, aber mit den Schmerzen eines schlechten Schicksals &#8211; so wie es sp\u00e4ter beschrieben wird.<br \/>\nG-tt schickt die Seele (<em>neschamah<\/em>) in diese Welt und spricht zu ihr \u00bbgehe in den K\u00f6rper dieser und jener Person und tue meinen Willen\u00ab, wie es im Zohar und im Lied der Lieder (<em>Schir ha Schirim<\/em> 6,9) geschrieben steht.<\/p>\n<h2>Kapitel 1<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap\">U<\/span>nd es erging das Wort HaSchems an Jonah <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">Eine Person mit diesem Namen wird in 2. Melachim 14,25 genannt. Er war also w\u00e4hrend der Zeit von K\u00f6nig Jeroboam aktiv. Mehr erfahren wir nicht \u00fcber Jonahs Leben. Jonah wird in diesem Buch nicht als Prophet bezeichnet.<br \/>\n<em>Jonah<\/em> bedeutet \u00bbTaube\u00ab. Im Talmud (Berachot 53b) wird das j\u00fcdische Volk mit einer Taube verglichen. Jonah ist der Sohn von Amittai. Ein Wort, dass sich von <em>emet<\/em> &#8211; Wahrheit ableitet und f\u00fcr G-tt stehen kann. Er wird im Gebet als \u00bbunser Vater &#8211; awinu\u00ab  angesprochen. Man kann das Buch dementsprechend als Geschichte der Aufgabe des j\u00fcdischen Volkes auf der Welt sehen. Sie wird zun\u00e4chst zur\u00fcckgewiesen, muss dann aber angenommen werden.<br \/>\nAbarbanel schreibt: Weil die Leute alles glauben, was Jonah spricht, wird er \u00bbben Amittai &#8211; Sohn der Wahrheit\u00ab  genannt.<\/span>, Sohn Amittais, also:<br \/>\n2.Auf, gehe nach Ninweh <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"3\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-3\">3<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-3\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"3\">Die Hauptstadt von <em>Aschur<\/em>, mit der sich Israel im Krieg befand. In den <em>Metzudot<\/em> wird angemerkt, dass Aschur sp\u00e4ter Israel in G-ttes Auftrag bestrafen w\u00fcrde. Deshalb h\u00e4tte Aschur zuvor Bu\u00dfe tun m\u00fcssen, um bereit f\u00fcr diese Aufgabe zu sein.<br \/>\nDie Ruinen von Ninweh findet man heute in der N\u00e4he der irakischen Stadt Mossul. In Niweh gab es bis 2014 auch ein Grab Jonahs. Dieses wurde, zusammen mit der dar\u00fcber errichteten Moschee, am 24. Juli 2014 durch den \u00bbIslamischen Staat\u00ab gesprengt.<\/span>, der gro\u00dfen Stadt, und rufe (Wehe) \u00fcber sie, denn ihre Bosheit <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"4\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-4\">4<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-4\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"4\">Welcher Art diese \u00bbBosheit\u00ab war, wird nicht genau beschrieben. Da das Buch Jonah an Jom Kippur gelesen wird, k\u00f6nnte man das Buch in Zusammenhang mit den anderen Lesungen von Jom Kippur sehen. Morgens, in der Torahlesung, geht es um Sexualit\u00e4t und in der Prophetenlesung dann um das richtige Opfern und Ungerechtigkeit. Der Prophet Nachum (3,1-4)  beschreibt Ninweh auf folgende Weise: \u00bbWehe der Stadt der Bluttaten! Erf\u00fcllt von L\u00fcge und Gewalttaten! Das Rauben h\u00f6rt nicht auf. Peitschenknall und lautes Gerassel von R\u00e4dern! Jagende Pferde und springende Wagen, ausfspringende Reiter, flammendes Schwert und blitzender Speer! Eine Menge von Durchbohrten, Haufen von Toten und Leichen ohne Ende! Man stolpert \u00fcber ihre Leichen. All das wegen der vielen Hurereien der anmutigen Hure, der Hexe, die V\u00f6lker f\u00fcr sich einnahm mit ihren Hurereien und Sippen mit ihren Zaubereien.\u00ab<\/span> ist heraufgestiegen vor mich.<br \/>\n3.Aber Jonah machte sich auf, nach Tarschisch <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"5\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-5\">5<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-5\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"5\">Die Zuordnung zu einem realen geographischen Ort f\u00e4llt hier schwer. Gemeint war wohl ein Ort, der in genau der entgegengesetzten Richtung lag. Es k\u00f6nnte sich um Tartessos handeln, das ist die Stadt C\u00e1diz in Spanien.<br \/>\nEin interessanter Kontrast zu Tehillim 139. Dort hei\u00dft es<br \/>\n\u00bbWohin sollte ich gehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesicht?<br \/>\nF\u00fchre ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da.<br \/>\nN\u00e4hme ich Fl\u00fcgel der Morgenr\u00f6te, lie\u00dfe ich mich nieder am \u00e4u\u00dfersten Ende des Meeres, auch dort w\u00fcrde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich fassen.\u00ab<br \/>\nDie Stadt Tarschisch steht beim Propheten Jechezkel (27,25) f\u00fcr Reichtum; \u00bbAber die Schiffe aus Tarschisch sind die vornehmsten auf deinen M\u00e4rkten gewesen. Also bist du sehr reich und pr\u00e4chtig geworden mitten im Meer.\u00ab<br \/>\nRaschi schreibt: Zu einem Meer mit dem Namen Tarschisch, welches sich au\u00dferhalb des heiligen Landes befindet. Es sprach der Heilige, gesegnet sei Er, zu ihm: \u00bbBei deinem Leben, ich habe Boten wie dich, um nach dir zu schicken und dich von dort zu holen. Dies wird durch ein Gleichnis verdeutlich. In diesem flieht ein Sklave vor seinem Herren, einem Kohen, auf einen Friedhof [den ein Kohen nicht betreten darf]. Deshalb ist es seinem Meister unm\u00f6glich, ihn zur\u00fcckzuholen. Sein Herr sprach zu ihm: \u00bbIch habe Sklaven wie dich, um nach dir zu schicken und dich von dort zu holen.\u00ab Was hat Jonah nun gesehen, so dass er nicht nach Ninweh gehen wollte? Er sprach: \u00bbDie Heiden bereuen schnell. Sollte ich ihnen weissagen und sie bereuen tats\u00e4chlich, so w\u00fcrde ich Jisrael verurteilen, denn Jisrael hat die Worte der Propheten nicht beachtet.\u00ab<br \/>\n<\/span> zu fliehen, hinweg von dem Angesichte HaSchems. Und er ging hinab nach Jafo und fand ein Schiff, das nach Tarschisch ging, und gab das F\u00e4hrgeld <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"6\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-6\">6<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-6\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"6\"><strong>Raschi:<\/strong> Er zahlte den Preis bereits vor der Fahrt &#8211; obwohl es nicht \u00fcblich ist f\u00fcr diejenigen, die \u00fcber das Meer reisen, die Passage im Vorhineien zu zahlen, sondern erst dann, wenn sie das Schiff verlassen, hat er im Voraus bezahlt.<\/span> und stieg hinein, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"7\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-7\">7<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-7\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"7\">Eigentlich \u00bbstieg hinab\u00ab.<br \/>\n<strong> Vilna Gaon<\/strong>: Er stieg hinab in den K\u00f6rper. Das ist ein gro\u00dfer Abstieg, von den h\u00f6chsten H\u00f6hen zu den tiefsten Tiefen.<\/span> um mit ihnen nach Tarschisch zu gehen, hinweg von dem Angesicht HaSchems.<br \/>\n4.Aber HaSchem erhob einen gro\u00dfen Wind gegen das Meer, und es war ein gro\u00dfer Sturm im Meer, so dass das Schiff zu zerbrechen drohte.<br \/>\n5.Da f\u00fcrchteten sich die Seeleute, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"8\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-8\">8<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-8\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"8\"><em>f\u00fcrchteten sich die Seeleute<\/em> <strong>Vilna Gaon<\/strong>: Sie sind die Anf\u00fchrer des K\u00f6rpers, das sind Gehirn, Herz und die anderen Kr\u00e4fte.<\/span> und schrieen, jeder zu seinem G-tt, und warfen die Ger\u00e4te, die im Schiff waren, in das Meer, um es sich leichter zu machen.<br \/>\nJonah aber war hinuntergestiegen in den inneren Schiffsraum, und legte sich hin und entschlief.<\/p>\n<p>6.Und es trat zu ihm der Kapit\u00e4n, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"9\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-9\">9<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-9\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"9\">Kapit\u00e4n (<em>rav haChowel<\/em>) der Anf\u00fchrer der Seeleute. Hier nach Raschi mit Kapit\u00e4n \u00fcbersetzt.<br \/>\nRaschi: Der Kapit\u00e4n der Seeleute, denn auch sie werden Chowlej haJam Seeleute des Meeres genannt. In Altfranz\u00f6sisch \u05d2\u05d5\u05d1\u05d9\u05e8\u05e0\u05d9\u05d9&#8220;\u05dc.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon<\/strong>: Er ist der \u00bbKopf\u00ab, der Anf\u00fchrer \u2013 damit ist das Herz gemeint.<\/span> und sprach zu ihm:<br \/>\nWas hast du zu schlafen?<br \/>\nAuf, rufe zu deinem G-tt, vielleicht besinnt <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"10\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-10\">10<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-10\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"10\"><em>vielleicht besinnt sich<\/em> ein nahezu gleicher Satz ist in Joel 2,14 zu finden.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon<\/strong>: Die Seele kann repariert werden, der K\u00f6rper und alles, was mit ihm zusammenh\u00e4ngt nicht. Die <em>Nefesch<\/em> [die \u00bbLebenskraft\u00ab, eine Ausformung der Seele] geht f\u00fcr immer verloren und der <em>Ruach Behemit<\/em> ebenfalls.<br \/>\nbesinnt (\u05d9\u05ea\u05e2\u05e9\u05ea) nicht nach Raschi \u00fcbertragen. Raschi: Dieses Wort bezeichnet \u00bbdenken\u00ab, wie in Tehillim 146,4 \u00bbseine Gedanken \u05e2\u05e9\u05d9\u05ea\u00ab und Daniel (6,4) \u00bbUnd der K\u00f6nig dachte \u05e2\u05e9\u05d9\u05ea\u00ab.<\/span> sich G-tt unsertwegen, dass wir nicht umkommen.<br \/>\n7.Und sie sprachen einer zum anderen:<br \/>\nKommt und lasst uns Lose werfen <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"11\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-11\">11<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-11\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"11\"><strong>Raschi:<\/strong> Sie sahen, dass alle anderen Schiffe ruhig auf dem Meer segelten und ihres zerbrach. \u00bbWegen einem von uns trifft uns dies.\u00ab<\/span>, dass wir erfahren, um weswillen uns dieses \u00dcbel trifft.<br \/>\nAls sie Lose warfen, fiel das Los auf Jonah.<br \/>\n8.Und sie sprachen zu ihm:<br \/>\nSage uns doch, du, um deswillen uns dieses \u00dcbel trifft: Was ist dein Gesch\u00e4ft?<br \/>\nUnd woher kommst du?<br \/>\nWelches ist dein Land?<br \/>\nUnd von welchem Volk bist du?<br \/>\n9.Und er sprach zu ihnen:<br \/>\nEin Ibri bin ich, und HaSchem, den G-tt des Himmels f\u00fcrchte ich, der das Meer und das Trockene gemacht hat.<\/p>\n<p>10.Da f\u00fcrchteten sich die Leute in gro\u00dfer Furcht und sprachen zu ihm: Was hast du getan \u2014 denn die Leute wussten, dass er hinweg von dem Angesichte HaSchems fliehe, denn er hatte es ihnen gesagt.<\/p>\n<p>11.Und sie sprachen (weiter) zu ihm:<br \/>\nWas sollen wir mit dir machen, damit das Meer ruhig wird um uns, denn das Meer st\u00fcrmt fort und fort?<br \/>\n12.Und er sprach zu ihnen:<br \/>\nNehmt mich und werft mich in das Meer, so wird das Meer ruhig werden um euch.<br \/>\nDenn ich wei\u00df, dass um meinetwillen dieser gro\u00dfe Sturm \u00dcber euch (gekommen).<br \/>\n13.Und die Leute ruderten, um es an das Land zur\u00fcckzuf\u00fchren, aber sie vermochten es nicht; denn das Meer st\u00fcrmte fort und fort um sie.<br \/>\n14.Da riefen sie zu HaSchem und sprachen:<br \/>\nO HaSchem, lass uns doch nicht umkommen um die Seele dieses Mannes, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"12\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-12\">12<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-12\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"12\"><strong>Raschi:<\/strong> f\u00fcr die S\u00fcnde, Hand an das Leben dieses Mannes zu legen.<\/span> und lege uns nicht zur Last unschuldiges Blut! Denn du bist HaSchem, so wie dir gef\u00e4llt, tust du.<br \/>\n15.Und sie nahmen Jonah und warfen ihn in das Meer <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"13\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-13\">13<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-13\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"13\"><strong>Vilna Gaon<\/strong>: Das bezieht sich auf diese Welt, die mit einem Meer verglichen wird und die kommende Welt mit trockenem Land. Deshalb erz\u00e4hlt der Talmud: Alexander fragte die \u00c4ltesten des Negew 10 Fragen. [Eine davon lautete] \u00bbIst es besser, auf dem Meer zu leben, oder auf dem Land?\u00ab Die Antwort lautete: Es ist besser auf dem Land zu leben, denn die Gedanken der Seefahrer sind nicht klar, bis sie wieder auf das Land kommen.<br \/>\nEbenso hei\u00dft es im Talmud (Avodah Zara 65): Rawa sandte ein Geschenk an bar Schischach zu (s)einem heidnischen Fest. Er fand ihn im Badehaus vor. Dort war er umgeben von nackten Huren. Bar Schischach fragte Rawa: \u00bbIst deine kommende Welt besser als das hier?\u00ab und Rawa antwortete \u00bbUnsere kommende Welt ist besser als das\u00ab. Bar Schischach entgegnete: \u00bbKann irgendetwas besser sein als das hier?\u00ab. Rawa antwortete auch darauf: \u00bbDu f\u00fcrchtest den K\u00f6nig. Wir werden den K\u00f6nig nicht f\u00fcrchten.\u00ab Da trat ein Bote des K\u00f6nigs ein und rief nach Bar Schischach \u00bbder K\u00f6nig schickt nach dir.\u00ab Bar Schischach sprach: \u00bbDas Auge, das sehen will, das dir schlechte Dinge passieren, das soll ausfallen\u00ab und Rawa antwortete \u00bbAmen\u00ab &#8211; das fiel Bar Schischas Auge aus.<br \/>\nBar Schischach fragte Rawa, was besser sei. Diese Welt der F\u00fclle, oder die n\u00e4chste Welt. Ihm wurde gezeigt, dass die n\u00e4chste Welt besser ist. All das Gute der n\u00e4chsten Welt kann hier nicht gef\u00fchlt werden, deshalb wird sie in der Torah nicht beschrieben. Deshalb bewies er damit, dass die gesamte Welt Ihm geh\u00f6re, auch wenn alle Tage mit Sorgen gef\u00fcllt sind. \u00bbMehr Besitz, mehr Sorgen\u00ab hei\u00dft es und alle Mussar-Werke haben gezeigt, dass der Mensch auf dieser Welt nicht sicher ist. Nicht durch Reichtum, S\u00f6hne, T\u00f6chter und der Mensch stirbt, bevor er die H\u00e4lfte dessen gewonnen hat, nachdem er verlangt. Wer mehr hat, verlangt auch nach mehr. Nicht wie die kommende Welt in der einem nichts genommen wird und man ist mit dem zufrieden, was man hat. Das ist gemeint mit \u00bbwir f\u00fcrchten den K\u00f6nig nicht\u00ab. In der kommenden Welt gibt es etwa keinen Neid und keinen Hass. Deshalb sagt man auch, \u00bbseine Seele ruht\u00ab wenn ein Tzadik verstorben ist und \u00bbbesser eine Stunde Gl\u00fcckseligkeit in der kommenden Welt, als das gesamte Leben in dieser Welt.<\/span>.<br \/>\nDa hielt das Meer ein in seinem W\u00fcten.<br \/>\n16.Da f\u00fcrchteten sich die Leute in gro\u00dfer Furcht vor HaSchem, und opferten Mahlopfer HaSchem, und gelobten Gel\u00fcbde. <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"14\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-14\">14<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-14\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"14\"><em>Gel\u00fcbde<\/em> Raschi: Sie wurden Juden.<\/span><\/p>\n<h2>Kapitel 2<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>a entbot HaSchem einen gro\u00dfen Fisch <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"15\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-15\">15<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-15\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"15\">Hebr\u00e4isch: <em>Dag Gadol<\/em>. \u00dcblicherweise wird erz\u00e4hlt, Jonah sei von einem Wal verschluckt worden. Tats\u00e4chlich wird der Name der Art aber gar nicht genannt. Im hebr\u00e4ischen Text steht nur \u00bb<em>dag gadol<\/em> \u2013 gro\u00dfer Fisch\u00ab.<br \/>\nDer Name eines gro\u00dfen G\u00f6tzen der Phillister war \u00bbDagon\u00ab &#8211; f\u00fcr jemanden, der Hebr\u00e4isch spricht, k\u00f6nnte sich das von <em>dag<\/em> \u00bbFisch\u00ab ableiten. So hat es Raschi dementsprechend abgeleitet. Ein Fischg\u00f6tze aus Mesopotamien war \u00bbOannes\u00ab. \u00dcber ihn schreibt der babylonische Priester Berossos (3. Jahrhundert vor allgemeiner Zeitrechnung), dass dieser der Menscheit die Schrift und andere Wissenschaften gelehrt habe. Die Verbindung zu Dagon stammt vermutlich von Raschi.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon:<\/strong> Damit ist das Grab gemeint und es ist der Engel Duma der bekannterweise f\u00fcr die Toten bestimmt wurde. Deshalb wird er auch Duma genannt, denn die Toten sind still, wie es hei\u00dft: \u00bbNicht die Toten loben HaSchem, noch diejenigen die in die Stille hinabsinken\u00ab [Tehillim 115,7]. (<em>Duma<\/em> bedeutet in aram\u00e4ischer Sprache auch \u00bbStille\u00ab) <\/span>, Jonah zu verschlingen; und Jonah war im Bauch des Fisches <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"16\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-16\">16<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-16\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"16\">im hebr\u00e4ischen Text steht hier nicht <em>Dag<\/em> f\u00fcr Fisch, sondern <em>Dagah<\/em>, die weibliche Form. An allen anderen Stellen im Buch Jonah wird ansonsten die m\u00e4nnliche Form verwendet.<br \/>\nDer <em>Malbim<\/em> vergleicht Jonahs Zustand im Bauch des Wales mit dem eines Embryos. Ohne Sauerstoff und von au\u00dfen vollkommen abgeschnitten, wird er dennoch mit allem versorgt. Der Ga\u2018on von Vilna sah darin eine Metapher f\u00fcr das Grab und Jonahs \u00bbAusspucken\u00ab auf festes Land als Wiedergeburt. M\u00f6glicherweise ist es aber auch eine Metapher f\u00fcr die Seele, die nicht auf die Welt kommen m\u00f6chte (dies wird \u00e4hnlich im Midrasch Tanchuma beschrieben) und dann im Bauch der Mutter ist, um dann mit einer \u00bbAufgabe\u00ab geboren zu werden.<\/span> drei Tage und drei N\u00e4chte.<br \/>\n2.Und Jonah betete zu HaSchem seinem G-tt aus dem Bauch des Fisches,<br \/>\n3.Und sprach:<br \/>\nIch habe gerufen aus meinem Drangsal zu HaSchem,<br \/>\nund er hat mir geantwortet;<br \/>\naus dem Scho\u00df der H\u00f6lle habe ich geschrieen,<br \/>\ndu hast meine Stimme geh\u00f6rt.<br \/>\n4.Denn du hast mich geworfen in die Tiefe,<br \/>\nin das Herz der Meere,<br \/>\nund Str\u00f6me umgeben mich;<br \/>\nall deine Brandungen und deine Wogen,<br \/>\nsie fahren \u00fcber mich her,<\/p>\n<p>5.Dass ich gedachte:<br \/>\nIch bin versto\u00dfen fernab aus deinen Augen;<br \/>\ndoch werde ich wiederum schauen nach deinem heiligen Tempel.<br \/>\n6.Es \u00dcberh\u00e4uften mich die Gew\u00e4sser bis an die Seele,<br \/>\ndie Tiefe umringte mich;<br \/>\ndas Schilf war ein Bund um mein Haupt.<br \/>\n7.An das \u00c4u\u00dferste der Berge fuhr ich hinab,<br \/>\ndie Erde \u2014 ihre Riegel waren vor mir f\u00fcr ewig;<br \/>\nda brachtest du herauf aus der Grube mein Leben, HaSchem, mein G-tt!<br \/>\n8.Wenn sich meine Seele verdunkelte in mir, gedachte ich HaSchems,<br \/>\nund es kam zu dir mein Gebet in deinen heiligen Tempel.<br \/>\n9.Die auf nichtigen Tand warten, die verzichten auf ihre Gnade.<br \/>\n10.Ich aber \u2013 mit der Stimme des Dankes werde ich dir opfern; was ich gelobt, werde ich bezahlen.<br \/>\nHilfe ist bei HaSchem!<\/p>\n<p>11.Und HaSchem sprach zum Fisch, und er erbrach den Jonah auf das Trockene.<\/p>\n<h2>Kapitel 3<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap\">U<\/span>nd es erging das Wort HaSchems an Jonah zum zweiten Mal <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"17\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-17\">17<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-17\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"17\"><em>zum zweiten Mal<\/em> Vilna Gaon: G-tt sendet Jonah in einer Reinkarnation (gilgul).<\/span> also:<br \/>\n2.Auf, gehe nach Ninweh, der gro\u00dfen Stadt, und rufe \u00fcber sie den Ruf, den ich zu dir reden werde. <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"18\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-18\">18<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-18\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"18\">Dieser Satz ist scheinbar der gleiche wie in 1,2, allerdings fehlt hier der Zusatz \u00bb\u2026 denn ihre Bosheit ist heraufgestiegen vor mich\u00ab Ist die Bosheit der Menschen schon beendet? <\/span><br \/>\n3.Und Jonah machte sich auf und ging nach Ninweh nach dem Worte HaSchems.<br \/>\nNinweh aber war eine Stadt, gro\u00df bis zu G-tt,<br \/>\ndrei Tagereisen.<br \/>\n4.Und Jonah fing an, in die Stadt zu gehen,<br \/>\neine Tagereise, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"19\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-19\">19<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-19\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"19\">Die Stadt ist drei Tagesreisen gro\u00df (Vers 3), aber Jonah geht nur eine Tagesreise weit in die Stadt hinein.<\/span><br \/>\nund rief und sprach:<br \/>\nNoch vierzig Tage, und Ninweh wird umgest\u00fcrzt! <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"20\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-20\">20<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-20\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"20\">Der Text verwendet hier das Verb hafach, dieses wird auch verwendet, wenn es um die Vernichtung von Sedom und Amorah geht (1.B.M. 19,29). Das Wort hat allerdings eine weitere Bedeutung und kann auch \u00bbumkehren\u00ab im Sinne von \u00bbkehrtmachen\u00ab bedeuten. Die Botschaft an Jonah hat also eine Doppelbedeutung. Sie k\u00f6nnte bedeuten \u00bbNinweh wird fallen\u00ab und so scheint sie Jonah zu verstehen, sie k\u00f6nnte aber auch bedeuten, \u00bbNinweh wird umkehren\u00ab. Die Prophezeiung an Jonah trifft also ein.<\/span><br \/>\n5.Und die Leute von Ninweh glaubten an G-tt und riefen ein Fasten aus, und kleideten sich in S\u00e4cke von Gro\u00df bis Klein.<br \/>\n6.Und als die Sache an den K\u00f6nig von Ninweh gelangte, da stand er auf von seinem Thron und legte seinen Mantel ab, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"21\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-21\">21<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-21\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"21\"><em>da stand er auf von seinem Thron und legte seinen Mantel ab<\/em> <strong>Vilna Gaon<\/strong>: Er legte seine Arroganz und seinen Stolz ab.<\/span> und h\u00fcllte sich in einen Sack und setzte sich in Asche.<br \/>\n7.Und lie\u00df ausrufen und sprechen in Ninweh: Auf Befehl des K\u00f6nigs und seiner Gro\u00dfen sei es gesagt: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nicht das Geringste (von Nahrung) kosten; sie sollen nicht weiden und nicht Wasser trinken;<br \/>\n8.Und es sollen sich in S\u00e4cke h\u00fcllen Menschen und Vieh, und sie sollen rufen zu G-tt mit Macht; und sollen umkehren, Jeglicher von seinem b\u00f6sen Wandel und von dem Unrecht, das in ihren H\u00e4nden ist.<br \/>\n9.Wer wei\u00df? Es mag G-tt sich wieder bedenken und umkehren von seiner Zornglut, dass wir nicht umkommen.<br \/>\n10.Und da G-tt ihre Werke sah, dass sie umgekehrt waren von ihrem b\u00f6sen Wandel, da bedachte sich G-tt wegen des \u00dcbels, das er geredet hatte, ihnen zu tun, und tat es nicht.<\/p>\n<h2>Kapitel 4<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap\">U<\/span>nd es missfiel dem Jonah h\u00f6chlich und verdross ihn. <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"22\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-22\">22<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-22\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"22\">Raschi: Er sprach \u00bbNun werden die V\u00f6lker sagen, dass ich ein falscher Prophet bin.\u00ab<\/span><br \/>\n2.Und er betete zu HaSchem und sprach: O HaSchem, war das nicht meine Rede, als ich noch in meinem Lande war \u2014 darum kam ich zuvor, nach Tarschisch zu fliehen \u2014, dass ich wusste, du seiest ein gn\u00e4diger und barmherziger G-tt, langm\u00fctig und von gro\u00dfer Huld, und sich bedenkend wegen des \u00dcbels.<br \/>\n3.Und nun, HaSchem, nimm doch meine Seele von mir! Denn besser ist mein Tod als mein Leben.<\/p>\n<p>4.Und HaSchem sprach: Verdrie\u00dft es dich sehr?<br \/>\n5.Und Jonah ging aus der Stadt, und wohnte zur Morgenseite der Stadt, und machte sich dort eine Laube und sa\u00df darunter im Schatten, bis dass er s\u00e4he, was mit der Stadt w\u00fcrde.<br \/>\n6.Und HaSchem, G-tt, entbot einen Kikajon, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"23\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-23\">23<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-23\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"23\"><em>Kikajon<\/em> Im Tanach ist dies die einzige Nennung dieser Baumart. Es handelt sich vermutlich um den Wunderbaum (Ricinus communis), also einen Rizinusbaum. Die Samenschalen des Wunderbaums sind f\u00fcr Tiere und Menschen sehr giftig.<\/span> dass er aufwuchs \u00fcber Jonah, dass Schatten sei \u00fcber seinem Haupte, um ihm seinen Verdruss zu vermindern. Und Jonah hatte \u00fcber den Kikajon eine gro\u00dfe Freude.<\/p>\n<p>7.Da entbot G-tt einen Wurm, <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"24\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-24\">24<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-24\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"24\"><em>Wurm<\/em> Das einzige Tier, welches sich vom Wunderbaum ern\u00e4hren kann, ist der Nachtfalter Olepa schleini (aus der Familie der B\u00e4renspinner). Seine Raupen ern\u00e4hren sich ausschlie\u00dflich vom Wunderbaum und verursachen starke Sch\u00e4digungen. Er lebt heute in den K\u00fcstengebieten Israels und wurde erst 2005 von Yosef Schlein entdeckt. Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr \u00bbWurm\u00ab <em>tola&#8217;at<\/em> kann sich durchaus auch auf die Larven von Insekten beziehen.<\/span> als das Fr\u00fchrot aufstieg Tages darauf, und er stach den Kikajon, dass er verdorrte.<br \/>\n8.Und es geschah, wie die Sonne aufging, da entbot G-tt einen schw\u00fclen Ostwind, und die Sonne stach Jonah auf das Haupt, dass er verschmachtete. Da w\u00fcnschte er sich den Tod und sprach: Besser mein Tod als mein Leben!<\/p>\n<p>9.Und G-tt sprach zu Jonah:<br \/>\nVerdrie\u00dft es dich sehr um den Kikajon?<br \/>\nUnd er sprach:<br \/>\nSehr verdrie\u00dft es mich, zum Sterben.<br \/>\n10.Da sprach HaSchem: Dir ist leid um den Kikajon, mit dem du keine M\u00fche gehabt, und den du nicht gro\u00df gezogen, der als Kind einer Nacht entstanden und als Kind einer Nacht verschwunden ist.<br \/>\n11.Und mir sollte nicht leid sein um Ninweh, die gro\u00dfe Stadt, in welcher mehr all zw\u00f6lf Myriaden Menschen sind, die nicht wissen <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"25\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-25\">25<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-25\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"25\"><strong>Raschi<\/strong>: Kinder<\/span> (zu unterscheiden) zwischen der Rechten und Linken, dazu vieles Vieh? <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"26\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_2470\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-26\">26<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_2470-26\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"26\"><em>Vieh<\/em> &#8211; <strong>Raschi:<\/strong> Erwachsene mit der Intelligenz von Vieh. Sie wissen nicht, wer sie erschaffen hat.<\/span><\/p>\n<ul class=\"modern-footnotes-list \"><li><span>1<\/span><div>Gaon von Vilna, 1720\u20131797, <em>Pirusch al sefer Jonah<\/em> Kommentar des Gaon von Vilna zum Buch Jonah.<\/div><\/li><li><span>2<\/span><div>Eine Person mit diesem Namen wird in 2. Melachim 14,25 genannt. Er war also w\u00e4hrend der Zeit von K\u00f6nig Jeroboam aktiv. Mehr erfahren wir nicht \u00fcber Jonahs Leben. Jonah wird in diesem Buch nicht als Prophet bezeichnet.<br \/>\n<em>Jonah<\/em> bedeutet \u00bbTaube\u00ab. Im Talmud (Berachot 53b) wird das j\u00fcdische Volk mit einer Taube verglichen. Jonah ist der Sohn von Amittai. Ein Wort, dass sich von <em>emet<\/em> &#8211; Wahrheit ableitet und f\u00fcr G-tt stehen kann. Er wird im Gebet als \u00bbunser Vater &#8211; awinu\u00ab  angesprochen. Man kann das Buch dementsprechend als Geschichte der Aufgabe des j\u00fcdischen Volkes auf der Welt sehen. Sie wird zun\u00e4chst zur\u00fcckgewiesen, muss dann aber angenommen werden.<br \/>\nAbarbanel schreibt: Weil die Leute alles glauben, was Jonah spricht, wird er \u00bbben Amittai &#8211; Sohn der Wahrheit\u00ab  genannt.<\/div><\/li><li><span>3<\/span><div>Die Hauptstadt von <em>Aschur<\/em>, mit der sich Israel im Krieg befand. In den <em>Metzudot<\/em> wird angemerkt, dass Aschur sp\u00e4ter Israel in G-ttes Auftrag bestrafen w\u00fcrde. Deshalb h\u00e4tte Aschur zuvor Bu\u00dfe tun m\u00fcssen, um bereit f\u00fcr diese Aufgabe zu sein.<br \/>\nDie Ruinen von Ninweh findet man heute in der N\u00e4he der irakischen Stadt Mossul. In Niweh gab es bis 2014 auch ein Grab Jonahs. Dieses wurde, zusammen mit der dar\u00fcber errichteten Moschee, am 24. Juli 2014 durch den \u00bbIslamischen Staat\u00ab gesprengt.<\/div><\/li><li><span>4<\/span><div>Welcher Art diese \u00bbBosheit\u00ab war, wird nicht genau beschrieben. Da das Buch Jonah an Jom Kippur gelesen wird, k\u00f6nnte man das Buch in Zusammenhang mit den anderen Lesungen von Jom Kippur sehen. Morgens, in der Torahlesung, geht es um Sexualit\u00e4t und in der Prophetenlesung dann um das richtige Opfern und Ungerechtigkeit. Der Prophet Nachum (3,1-4)  beschreibt Ninweh auf folgende Weise: \u00bbWehe der Stadt der Bluttaten! Erf\u00fcllt von L\u00fcge und Gewalttaten! Das Rauben h\u00f6rt nicht auf. Peitschenknall und lautes Gerassel von R\u00e4dern! Jagende Pferde und springende Wagen, ausfspringende Reiter, flammendes Schwert und blitzender Speer! Eine Menge von Durchbohrten, Haufen von Toten und Leichen ohne Ende! Man stolpert \u00fcber ihre Leichen. All das wegen der vielen Hurereien der anmutigen Hure, der Hexe, die V\u00f6lker f\u00fcr sich einnahm mit ihren Hurereien und Sippen mit ihren Zaubereien.\u00ab<\/div><\/li><li><span>5<\/span><div>Die Zuordnung zu einem realen geographischen Ort f\u00e4llt hier schwer. Gemeint war wohl ein Ort, der in genau der entgegengesetzten Richtung lag. Es k\u00f6nnte sich um Tartessos handeln, das ist die Stadt C\u00e1diz in Spanien.<br \/>\nEin interessanter Kontrast zu Tehillim 139. Dort hei\u00dft es<br \/>\n\u00bbWohin sollte ich gehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesicht?<br \/>\nF\u00fchre ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da.<br \/>\nN\u00e4hme ich Fl\u00fcgel der Morgenr\u00f6te, lie\u00dfe ich mich nieder am \u00e4u\u00dfersten Ende des Meeres, auch dort w\u00fcrde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich fassen.\u00ab<br \/>\nDie Stadt Tarschisch steht beim Propheten Jechezkel (27,25) f\u00fcr Reichtum; \u00bbAber die Schiffe aus Tarschisch sind die vornehmsten auf deinen M\u00e4rkten gewesen. Also bist du sehr reich und pr\u00e4chtig geworden mitten im Meer.\u00ab<br \/>\nRaschi schreibt: Zu einem Meer mit dem Namen Tarschisch, welches sich au\u00dferhalb des heiligen Landes befindet. Es sprach der Heilige, gesegnet sei Er, zu ihm: \u00bbBei deinem Leben, ich habe Boten wie dich, um nach dir zu schicken und dich von dort zu holen. Dies wird durch ein Gleichnis verdeutlich. In diesem flieht ein Sklave vor seinem Herren, einem Kohen, auf einen Friedhof [den ein Kohen nicht betreten darf]. Deshalb ist es seinem Meister unm\u00f6glich, ihn zur\u00fcckzuholen. Sein Herr sprach zu ihm: \u00bbIch habe Sklaven wie dich, um nach dir zu schicken und dich von dort zu holen.\u00ab Was hat Jonah nun gesehen, so dass er nicht nach Ninweh gehen wollte? Er sprach: \u00bbDie Heiden bereuen schnell. Sollte ich ihnen weissagen und sie bereuen tats\u00e4chlich, so w\u00fcrde ich Jisrael verurteilen, denn Jisrael hat die Worte der Propheten nicht beachtet.\u00ab<br \/>\n<\/div><\/li><li><span>6<\/span><div><strong>Raschi:<\/strong> Er zahlte den Preis bereits vor der Fahrt &#8211; obwohl es nicht \u00fcblich ist f\u00fcr diejenigen, die \u00fcber das Meer reisen, die Passage im Vorhineien zu zahlen, sondern erst dann, wenn sie das Schiff verlassen, hat er im Voraus bezahlt.<\/div><\/li><li><span>7<\/span><div>Eigentlich \u00bbstieg hinab\u00ab.<br \/>\n<strong> Vilna Gaon<\/strong>: Er stieg hinab in den K\u00f6rper. Das ist ein gro\u00dfer Abstieg, von den h\u00f6chsten H\u00f6hen zu den tiefsten Tiefen.<\/div><\/li><li><span>8<\/span><div><em>f\u00fcrchteten sich die Seeleute<\/em> <strong>Vilna Gaon<\/strong>: Sie sind die Anf\u00fchrer des K\u00f6rpers, das sind Gehirn, Herz und die anderen Kr\u00e4fte.<\/div><\/li><li><span>9<\/span><div>Kapit\u00e4n (<em>rav haChowel<\/em>) der Anf\u00fchrer der Seeleute. Hier nach Raschi mit Kapit\u00e4n \u00fcbersetzt.<br \/>\nRaschi: Der Kapit\u00e4n der Seeleute, denn auch sie werden Chowlej haJam Seeleute des Meeres genannt. In Altfranz\u00f6sisch \u05d2\u05d5\u05d1\u05d9\u05e8\u05e0\u05d9\u05d9&#8220;\u05dc.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon<\/strong>: Er ist der \u00bbKopf\u00ab, der Anf\u00fchrer \u2013 damit ist das Herz gemeint.<\/div><\/li><li><span>10<\/span><div><em>vielleicht besinnt sich<\/em> ein nahezu gleicher Satz ist in Joel 2,14 zu finden.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon<\/strong>: Die Seele kann repariert werden, der K\u00f6rper und alles, was mit ihm zusammenh\u00e4ngt nicht. Die <em>Nefesch<\/em> [die \u00bbLebenskraft\u00ab, eine Ausformung der Seele] geht f\u00fcr immer verloren und der <em>Ruach Behemit<\/em> ebenfalls.<br \/>\nbesinnt (\u05d9\u05ea\u05e2\u05e9\u05ea) nicht nach Raschi \u00fcbertragen. Raschi: Dieses Wort bezeichnet \u00bbdenken\u00ab, wie in Tehillim 146,4 \u00bbseine Gedanken \u05e2\u05e9\u05d9\u05ea\u00ab und Daniel (6,4) \u00bbUnd der K\u00f6nig dachte \u05e2\u05e9\u05d9\u05ea\u00ab.<\/div><\/li><li><span>11<\/span><div><strong>Raschi:<\/strong> Sie sahen, dass alle anderen Schiffe ruhig auf dem Meer segelten und ihres zerbrach. \u00bbWegen einem von uns trifft uns dies.\u00ab<\/div><\/li><li><span>12<\/span><div><strong>Raschi:<\/strong> f\u00fcr die S\u00fcnde, Hand an das Leben dieses Mannes zu legen.<\/div><\/li><li><span>13<\/span><div><strong>Vilna Gaon<\/strong>: Das bezieht sich auf diese Welt, die mit einem Meer verglichen wird und die kommende Welt mit trockenem Land. Deshalb erz\u00e4hlt der Talmud: Alexander fragte die \u00c4ltesten des Negew 10 Fragen. [Eine davon lautete] \u00bbIst es besser, auf dem Meer zu leben, oder auf dem Land?\u00ab Die Antwort lautete: Es ist besser auf dem Land zu leben, denn die Gedanken der Seefahrer sind nicht klar, bis sie wieder auf das Land kommen.<br \/>\nEbenso hei\u00dft es im Talmud (Avodah Zara 65): Rawa sandte ein Geschenk an bar Schischach zu (s)einem heidnischen Fest. Er fand ihn im Badehaus vor. Dort war er umgeben von nackten Huren. Bar Schischach fragte Rawa: \u00bbIst deine kommende Welt besser als das hier?\u00ab und Rawa antwortete \u00bbUnsere kommende Welt ist besser als das\u00ab. Bar Schischach entgegnete: \u00bbKann irgendetwas besser sein als das hier?\u00ab. Rawa antwortete auch darauf: \u00bbDu f\u00fcrchtest den K\u00f6nig. Wir werden den K\u00f6nig nicht f\u00fcrchten.\u00ab Da trat ein Bote des K\u00f6nigs ein und rief nach Bar Schischach \u00bbder K\u00f6nig schickt nach dir.\u00ab Bar Schischach sprach: \u00bbDas Auge, das sehen will, das dir schlechte Dinge passieren, das soll ausfallen\u00ab und Rawa antwortete \u00bbAmen\u00ab &#8211; das fiel Bar Schischas Auge aus.<br \/>\nBar Schischach fragte Rawa, was besser sei. Diese Welt der F\u00fclle, oder die n\u00e4chste Welt. Ihm wurde gezeigt, dass die n\u00e4chste Welt besser ist. All das Gute der n\u00e4chsten Welt kann hier nicht gef\u00fchlt werden, deshalb wird sie in der Torah nicht beschrieben. Deshalb bewies er damit, dass die gesamte Welt Ihm geh\u00f6re, auch wenn alle Tage mit Sorgen gef\u00fcllt sind. \u00bbMehr Besitz, mehr Sorgen\u00ab hei\u00dft es und alle Mussar-Werke haben gezeigt, dass der Mensch auf dieser Welt nicht sicher ist. Nicht durch Reichtum, S\u00f6hne, T\u00f6chter und der Mensch stirbt, bevor er die H\u00e4lfte dessen gewonnen hat, nachdem er verlangt. Wer mehr hat, verlangt auch nach mehr. Nicht wie die kommende Welt in der einem nichts genommen wird und man ist mit dem zufrieden, was man hat. Das ist gemeint mit \u00bbwir f\u00fcrchten den K\u00f6nig nicht\u00ab. In der kommenden Welt gibt es etwa keinen Neid und keinen Hass. Deshalb sagt man auch, \u00bbseine Seele ruht\u00ab wenn ein Tzadik verstorben ist und \u00bbbesser eine Stunde Gl\u00fcckseligkeit in der kommenden Welt, als das gesamte Leben in dieser Welt.<\/div><\/li><li><span>14<\/span><div><em>Gel\u00fcbde<\/em> Raschi: Sie wurden Juden.<\/div><\/li><li><span>15<\/span><div>Hebr\u00e4isch: <em>Dag Gadol<\/em>. \u00dcblicherweise wird erz\u00e4hlt, Jonah sei von einem Wal verschluckt worden. Tats\u00e4chlich wird der Name der Art aber gar nicht genannt. Im hebr\u00e4ischen Text steht nur \u00bb<em>dag gadol<\/em> \u2013 gro\u00dfer Fisch\u00ab.<br \/>\nDer Name eines gro\u00dfen G\u00f6tzen der Phillister war \u00bbDagon\u00ab &#8211; f\u00fcr jemanden, der Hebr\u00e4isch spricht, k\u00f6nnte sich das von <em>dag<\/em> \u00bbFisch\u00ab ableiten. So hat es Raschi dementsprechend abgeleitet. Ein Fischg\u00f6tze aus Mesopotamien war \u00bbOannes\u00ab. \u00dcber ihn schreibt der babylonische Priester Berossos (3. Jahrhundert vor allgemeiner Zeitrechnung), dass dieser der Menscheit die Schrift und andere Wissenschaften gelehrt habe. Die Verbindung zu Dagon stammt vermutlich von Raschi.<br \/>\n<strong>Vilna Gaon:<\/strong> Damit ist das Grab gemeint und es ist der Engel Duma der bekannterweise f\u00fcr die Toten bestimmt wurde. Deshalb wird er auch Duma genannt, denn die Toten sind still, wie es hei\u00dft: \u00bbNicht die Toten loben HaSchem, noch diejenigen die in die Stille hinabsinken\u00ab [Tehillim 115,7]. (<em>Duma<\/em> bedeutet in aram\u00e4ischer Sprache auch \u00bbStille\u00ab) <\/div><\/li><li><span>16<\/span><div>im hebr\u00e4ischen Text steht hier nicht <em>Dag<\/em> f\u00fcr Fisch, sondern <em>Dagah<\/em>, die weibliche Form. An allen anderen Stellen im Buch Jonah wird ansonsten die m\u00e4nnliche Form verwendet.<br \/>\nDer <em>Malbim<\/em> vergleicht Jonahs Zustand im Bauch des Wales mit dem eines Embryos. Ohne Sauerstoff und von au\u00dfen vollkommen abgeschnitten, wird er dennoch mit allem versorgt. Der Ga\u2018on von Vilna sah darin eine Metapher f\u00fcr das Grab und Jonahs \u00bbAusspucken\u00ab auf festes Land als Wiedergeburt. M\u00f6glicherweise ist es aber auch eine Metapher f\u00fcr die Seele, die nicht auf die Welt kommen m\u00f6chte (dies wird \u00e4hnlich im Midrasch Tanchuma beschrieben) und dann im Bauch der Mutter ist, um dann mit einer \u00bbAufgabe\u00ab geboren zu werden.<\/div><\/li><li><span>17<\/span><div><em>zum zweiten Mal<\/em> Vilna Gaon: G-tt sendet Jonah in einer Reinkarnation (gilgul).<\/div><\/li><li><span>18<\/span><div>Dieser Satz ist scheinbar der gleiche wie in 1,2, allerdings fehlt hier der Zusatz \u00bb\u2026 denn ihre Bosheit ist heraufgestiegen vor mich\u00ab Ist die Bosheit der Menschen schon beendet? <\/div><\/li><li><span>19<\/span><div>Die Stadt ist drei Tagesreisen gro\u00df (Vers 3), aber Jonah geht nur eine Tagesreise weit in die Stadt hinein.<\/div><\/li><li><span>20<\/span><div>Der Text verwendet hier das Verb hafach, dieses wird auch verwendet, wenn es um die Vernichtung von Sedom und Amorah geht (1.B.M. 19,29). Das Wort hat allerdings eine weitere Bedeutung und kann auch \u00bbumkehren\u00ab im Sinne von \u00bbkehrtmachen\u00ab bedeuten. Die Botschaft an Jonah hat also eine Doppelbedeutung. Sie k\u00f6nnte bedeuten \u00bbNinweh wird fallen\u00ab und so scheint sie Jonah zu verstehen, sie k\u00f6nnte aber auch bedeuten, \u00bbNinweh wird umkehren\u00ab. Die Prophezeiung an Jonah trifft also ein.<\/div><\/li><li><span>21<\/span><div><em>da stand er auf von seinem Thron und legte seinen Mantel ab<\/em> <strong>Vilna Gaon<\/strong>: Er legte seine Arroganz und seinen Stolz ab.<\/div><\/li><li><span>22<\/span><div>Raschi: Er sprach \u00bbNun werden die V\u00f6lker sagen, dass ich ein falscher Prophet bin.\u00ab<\/div><\/li><li><span>23<\/span><div><em>Kikajon<\/em> Im Tanach ist dies die einzige Nennung dieser Baumart. Es handelt sich vermutlich um den Wunderbaum (Ricinus communis), also einen Rizinusbaum. Die Samenschalen des Wunderbaums sind f\u00fcr Tiere und Menschen sehr giftig.<\/div><\/li><li><span>24<\/span><div><em>Wurm<\/em> Das einzige Tier, welches sich vom Wunderbaum ern\u00e4hren kann, ist der Nachtfalter Olepa schleini (aus der Familie der B\u00e4renspinner). Seine Raupen ern\u00e4hren sich ausschlie\u00dflich vom Wunderbaum und verursachen starke Sch\u00e4digungen. Er lebt heute in den K\u00fcstengebieten Israels und wurde erst 2005 von Yosef Schlein entdeckt. Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr \u00bbWurm\u00ab <em>tola&#8217;at<\/em> kann sich durchaus auch auf die Larven von Insekten beziehen.<\/div><\/li><li><span>25<\/span><div><strong>Raschi<\/strong>: Kinder<\/div><\/li><li><span>26<\/span><div><em>Vieh<\/em> &#8211; <strong>Raschi:<\/strong> Erwachsene mit der Intelligenz von Vieh. Sie wissen nicht, wer sie erschaffen hat.<\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein ausf\u00fchrlicher Kommentar zum Buch Jonah. 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