{"id":2648,"date":"2018-04-30T11:29:39","date_gmt":"2018-04-30T09:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=2648"},"modified":"2022-01-04T23:48:39","modified_gmt":"2022-01-04T21:48:39","slug":"jerusalem-im-midrasch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/jerusalem-im-midrasch\/","title":{"rendered":"Jerusalem im Midrasch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"Eintrag\">Die Stadt des Tempels, der K\u00f6nige und Propheten, einst der stolze Mittelpunkt Israels, sodann bis auf den Grund zerst\u00f6rt, war bei den Sp\u00e4teren naturgem\u00e4\u00df dauernd der Gegenstand r\u00fchrender Erinnerungen und hoffnungsfreudiger Ausmalung einer besseren glanzvollen Zukunft. Die Stellen, welche die Glorifizierung Jerusalems und seiner Zukunftshoffnungen behandeln, nehmen in Talmud und Midrasch einen solch breiten Raum ein, dass hier nur ein kleiner Ausschnitt davon wiedergegeben werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Der Lage der Stadt im Grenzgebiet von Jehuda und Benjamin, den beiden durch David zur Vorherrschaft gelangten St\u00e4mmen, wird im Talmud (Megillah 26a) besondere Bedeutung zugeschrieben. Der Name wird als aus den beiden Worten jerae und schalem zusammengesetzt erkl\u00e4rt.<br>\nAbraham nannte die Stadt Jerae (Gen. 22,14), Sem nannte sie (Gen. 14, 18) Schalem. Da sagte Gott: Nenne ich die Stadt Jerae, wie Abraham sie nannte, so wird Sem murren, nenne ich sie Salem, wie Sem sie nannte, so wird mir Abraham z\u00fcrnen; so verbinde ich also beider Namen und nenne sie Jerusalem. Jerusalem galt als der geographische und moralische Mittelpunkt der Welt, voll fr\u00fchester geschichtlicher Erinnerungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"Eintrag\">Jakobs Leiter stand in Jerusalem an der Pforte des Himmels an der Stelle des k\u00fcnftigen Heiligtums (Berschit Rabbah 69, 7).<br>\nDer Schetija-Felsen (Ewen schetija) war der Ausgangspunkt der Weltsch\u00f6pfung; wie die Welt von Zion aus erschaffen worden ist, so wird auch ihre dereinstige Zerst\u00f6rung, ebenso aber auch die zuk\u00fcnftige Erneuerung der Welt von Zion ausgehen (Joma 54b; Tanchuma Waj. zu 16, 1 ed. Buber, S. 59, und XIX, 23, S. 78; Midr. Ps. 50, S. 279).<br>\nDer Tempelberg und damit auch Jerusalem selbst ist h\u00f6her gelegen als die ganze \u00fcbrige Erde (b. Kidd. 69a; Sifre Deut. XVII, 8).<br>\nDem irdischen Jerusalem liegt genau gegen\u00fcber und entspricht das ewige Jerusalem im Himmel (Ta&#8217;anit 5 a), dessen Pracht der Talmud r\u00fchmt (Sukka 51b).<br>\nZehn Ma\u00df Sch\u00f6nheit kamen in die Welt, neun davon hatte Jerusalem (b. Kidd. 49b). Alles, was dieser Sch\u00f6nheit Eintrag tun konnte, war verboten. So z. B. war die Errichtung von Kalkbrennereien und T\u00f6pfereien, wegen der daraus entstehenden Rauchentwicklung, oder das Anlegen von D\u00fcngerstellen, wegen des \u00fcblen Geruches, untersagt (Baba Kamma 82b).<br>\nDie Stra\u00dfen Jerusalems wurden t\u00e4glich gefegt (Baba Metzia 26a); ebenso erfuhren die M\u00e4rkte eine besondere F\u00f6rderung (b. Beza 5 a).<br>\nZehn Wunder geschahen in der Stadt (A. d. R. N. 35,1, S. 105), die die Wonne der ganzen Welt, die hervorragend durch ihre Weisheit (Echa Rabbah zu I, 4) und Gelehrsamkeit war; waren doch 480 Beth\u00e4user mit Schulen darin (Talmud Jeruschalmi Megillah 3,1).<br>\nBesonders ausgezeichnet aber war Jerusalem durch seinen Charakter als Heiligtum, der selbst mit der Zerst\u00f6rung des Tempels nicht aufgeh\u00f6rt hat (b. Schew. 16 a.).<br>\nIn Jerusalem Beten ist so viel als vor dem Throne der g\u00f6ttlichen Herrlichkeit Stehen (Midrasch Ps. 91, S. 400).<br>\nGott hatte alle St\u00e4dte gepr\u00fcft, aber nur Jerusalem f\u00fcr geeignet befunden, die St\u00e4tte des Tempels zu werden (Waj. R. 13, 2).<br>\nNicht minder farbig und trostreich wird im Midrasch die k\u00fcnftige Gr\u00f6\u00dfe Jerusalems geschildert, die die fr\u00fchere Herrlichkeit der Stadt noch weit \u00fcbertreffen soll. Sie wird einst eine unermessliche Ausdehnung erhalten, alle V\u00f6lker der Welt beherbergen k\u00f6nnen und die Hauptstadt der ganzen Erde werden (Schemot Rabbah 23, 10; Schir haschiriin Rabbah zu 1, 5).<br>\nSowohl Jerusalem als auch der Messias werden einst mit dem Namen des Ewigen benannt werden (Baba Batra 75 b).<br>\nEine alte \u00dcberlieferung besagte, dass Jerusalem nicht eher aufgebaut werden werde, als bis das zerstreute Israel aus allen L\u00e4ndern wieder dort vereint sein wird (Tanchuma Bereschit. 9, ed. Buber, S. 44).<br>\nWer \u00fcber Jerusalem trauert, der wird sich am Wiederaufbl\u00fchen der Stadt erfreuen d\u00fcrfen (Taanit 30b).<br>\nBeim Anblick der zerst\u00f6rten Stadt aber soll der Jude sprechen: \u00bbZion ist zur W\u00fcste geworden, Jerusalem zur Ein\u00f6de\u00ab (Jes. 64, 9) und sein Gewand einrei\u00dfen (M. K. 26a). Der Stadt Jerusalem geh\u00f6rt nicht blo\u00df derjenige an, der dort geboren ist, sondern auch wer die Hoffnung hegt, die Wiederherstellung der Stadt zu sehen (Kettubot 75 a).  <\/p>\n\n\n<p>[widgets_on_pages id=&#8220;Midrasch&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jerusalem im Midrasch.<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[99],"tags":[241,131],"class_list":["post-2648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-midrasch","tag-jerusalem","tag-midrasch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/28"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2648"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8159,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2648\/revisions\/8159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}