{"id":269,"date":"2013-11-29T09:19:05","date_gmt":"2013-11-29T07:19:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=269"},"modified":"2013-12-10T00:41:48","modified_gmt":"2013-12-09T22:41:48","slug":"schemini-atzereth-fest-des-achten-tages-und-der-torah-freude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/schemini-atzereth-fest-des-achten-tages-und-der-torah-freude\/","title":{"rendered":"Schemini Atzereth &#8211; Fest des achten Tages und der Torah-Freude"},"content":{"rendered":"<p>G\u2019tt hat uns mit der Torahh 8 Feste gegeben, durch die unser Leben gegliedert wird. Diese stellen vier Paare dar, da immer zwei Feste eine engere Beziehung zueinander haben.<!--more--><\/p>\n<p>Zwei Feste, die unser Leben in der Zeit in feste Abschnitte unterteilen:<br \/>\nDer Schabbat, der am Ende einer jeden Woche steht, und der Neumondstag (Rosch haChodesch), mit dem der neue Monat beginnt.<\/p>\n<p>Zwei Feste, die uns zu Besinnung, Umkehr vom falschen Weg und Neuorientierung aufrufen: Rosch haSchanah, der Tag des Posaunenschalls, der Tag des Sichebesinnens und Gedenkens, der Umkehr, und Yom Kippur, der Tag der R\u00fcckkehr auf G\u2019ttes Weg und der Auss\u00f6hnung.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich vier Wallfahrtsfeste, &#8211; Feste, an denen man zur Zeit des Tempels dorthin pilgerte, Feste, die einerseits den Jahreskreislauf der Natur, andererseits auch den Lauf unseres Lebens, den Weg des Volkes Israel und letztlich auch den der ganzen Menschheit widergeben:<\/p>\n<p><em><strong>Zwei Feste im Fr\u00fchjahr<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Pessach, das Fest des Auszugs aus \u00c4gypten, das lest der unges\u00e4uerten Brote, der Neugeburt, und Schavuot, das Fest der ersten Reife, an dem die Torah in unsere H\u00e4nde gelegt wurde, sie zu lernen und zu befolgen.<\/p>\n<p><em><em>Und zwei Feste im Sp\u00e4tjahr:<\/em><\/em><\/p>\n<p>Schemini Atzereth wird von unseren Weisen als eigenst\u00e4ndiges Wallfahrtsfest bezeichnet, als viertes der Pilgerfeste. Es h\u00e4tte, so wie Schavuoth nach Pessach, eigentlich sieben Wochen nach Sukkoth liegen sollen, also nach Beginn der Regenzeit, im Winter wenn das landwirtschaftliche Jahr zu Ende gegangen ist und die Natur ihren Schlaf begonnen hat. Aber eine Wallfahrt in der kalten Jahreszeit w\u00e4re \u00e4u\u00dferst beschwerlich und gef\u00e4hrlich gewesen, weshalb G\u2019tt in Seinem Erbarmen dieses Fest vorverlegt hat und es seinen Platz direkt im Anschlu\u00df an das siebent\u00e4gige Sukkoth- Fest bekam und somit zum Fest des Achten Tages wurde.<\/p>\n<p>Die Welt, in der wir leben, wurde in sieben Tagen erschaffen. Der 8. Tag ist der Tag, der danach kommt, der nach Beendigung des Jetzigen Daseins kommt und der der erste Tag des danach kommenden neuen Zustands ist.<br \/>\nDie Torah ist der Weg, den zu gehen uns G\u2019tt gewiesen hat,- nicht nur das Volk Israel, sondern jeden einzelnen Menschen. Und das Ziel dieses Weges ist das Erreichen des verheissenen Landes in seiner idealen Form, des Zustands der Vollendung. Auch wenn das Volk Israel in seiner irdischen Geschichte die Wanderung durch die W\u00fcste schon einmal beendet und jenes Land erreicht hat, es hat es dieses Land durch eigene Schuld doch wieder verloren und mu\u00df diesen Weg zusammen mit der ganzen Menschheit noch einmal gehen, jeder einzelne mu\u00df diesen Weg in seinem Leben gehen, und wir alle haben das verhei\u00dfene Land der Vollkommenheit noch nicht erreicht.<\/p>\n<p>Es liegt jenseits des Endes unseres Weges, und auch die Torahh endet mit dem Weg. Das Fest des Achten Tages, das dem Erreichen des Zieles gewidmet ist, k\u00f6nnen wir eigentlich noch gar nicht feiern, da dieses Ereignis jenseits unserer Zeit liegt, &#8211; aber wie G\u2019tt Mosche, der selbst das Ziel nicht mehr hat erreichen k\u00f6nnen, jenes Land vor dessen Tod wenigstens hat schauen lassen, so erm\u00f6glichte Er uns, durch Vorverlegung des Restes in unsere Zeit, Jenen Tag im Voraus schon zu feiern. Und so beenden wir den Zustand unserer Wanderschaft, als w\u00e4ren wir schon so weit, indem wir an Schemini Atzereth die Laubh\u00fctten, die zerbrechlichen Wohnungen, die in den vergangenen Tagen unsere Behausungen waren, verlassen und in unsere festgebauten H\u00e4user zur\u00fcckkehren, deren Annehmlichkeiten wir genie\u00dfen.<br \/>\nMit dem Ende der Wanderschaft endet auch unser Lebensweg. Wir wissen nicht wie das Ende sein wird, wissen nicht ob wir das Ziel erreichen werden, noch wie es hernach mit uns weitergehen wird. Es wird gesagt, da\u00df in den fr\u00fchen Morgenstunden des Achten Tages unser Schicksal endg\u00fcltig besiegelt wird, so wie auch am Ende der Zeit das gro\u00dfe Weltgericht stattfinden wird. Wir bitten G\u2019tt darum an diesem Tag uns Gnade zu erweisen, Sein Wort, das Er uns gegeben hat, zur Erf\u00fcllung zu bringen, und uns unter der Decke Seines Friedens zu bergen.<\/p>\n<p>Da kein Leben ohne Wasser m\u00f6glich ist, ist Wasser das Sinnbild G\u2019ttes Segens. In einem gro\u00dfen Gebet bitten wir an Schemini Atzereth um Regen, und ab dem Mussafgebet im G\u2019ttesdienst dieses Tages wird bis Pessach in das die Lobpreisung G\u2019ttes eingef\u00fcgt, der den Wind zur\u00fcckbringt und den Regen fallen l\u00e4sst. Dem Ende des Weges entspricht auch das Ende der Torah. Und so beendet man an Schemini Atzereth die j\u00e4hrliche Torahlesung. Da au\u00dferhalb des Landes Israel der Feiertag an zwei Tagen gefeiert wird, verlegte dieses Ereignis in der Diaspora auf den zweiten Tag, der den Namen ,\u201eTag der Torahhfreude\u201d, Simchat Torah, erhielt. Bis zur Erreichung des Ewigen Friedens wird die Torah f\u00fcr uns G\u00fcltigkeit besitzen und Grundlage unseres Lebens sein, und nur indem wir sie immer neu studieren werden wir den rechten Weg gehen k\u00f6nnen. An Simchath Torah freuen wir uns ob dieses Besitzes.<\/p>\n<p>Beim Abendgebet und erneut im Morgeng\u2019ttesdienst werden alle Torahrollen aus dem Schrein geholt und mit ihnen das Lesepult, der Almemor, tanzend und singend in gro\u00dfer Fr\u00f6hlichkeit siebenmal umkreist (Hakkafot). Die Kinder, denen Bonbons zugeworfen werden, tanzen mit und tragen bunte Simchath -Torah F\u00e4hnchen, auf deren St\u00e4be \u00c4pfel und in diese Kerzen gesteckt sind. An diesem Tag werden alle zum Abschluss der Torahlesung aufgerufen und die Verse des letzten Torahhabschnitts (Wesoth haBerachah) werden so oft wiederholt bis jeder dran gewesen war und jeder, gemeinsam mit allen, das Ende dieses Weges erreicht hat. Der Vorletzte, der hierf\u00fcr aufgerufen wird, wird im Namen aller Kinder zur Torah aufgerufen. Gemeinsam mit ihnen kommt er zum Lesepult, es wird ein Gebetsmantel (Tallith) wie ein Baldachin \u00fcber sie gehalten, und gemeinsam sprechen sie die Segensspr\u00fcche zur Torahhlesung. Der letzte, der zum Abschlu\u00df der Torahlesung aufgerufen wird, wird Br\u00e4utigam der Torah genannt (Chathan Torah), &#8211; dies ist eine ganz besondere Ehre. Da die Torahlesung nun zwar beendet ist, die Torah selbst aber ihre Erf\u00fcllung noch nicht gefunden hat und weiterhin die; Richtschnur f\u00fcr unser Leben ist, so beginnt man sofort im Anschlu\u00df mit der neuen Torahlesung (aus einer zweiten Torahrolle), und derjenige, der hierf\u00fcr aufgerufen wird wird der Br\u00e4utigam des Anfangs, Chathan Bereschith, genannt. Der Maftir-Abschnitt mit der Opferordnung des Tages wird dann aus einer dritten Torahrolle vorgelesen.<\/p>\n<p>Die nun vorgetragene Haftarah, die das erste Kapitel aus dem sich an die Torah anschlie\u00dfenden Buch Jehoschua (Josua) ist, beginnt mit den Worten, die die Grundbedeutung dieses Tages aussprechen:<\/p>\n<p>    \u201eEs war nach dem Tode Mosches &#8230; da sprach der Ewige zu Yehoschua<br \/>\n    Mein Knecht Mosche ist gestorben, und nun mache dieh auf und ziehe \u00fcber diesen Jarden (Jordan), du und dies ganze Volk, in das Land, das ich den Kindern Israels gebe.\u201d<\/p>\n<p>So beschlie\u00dfen wir dieses Fest voller Hoffnung und Zuversicht mit einer freudigen Festmahlzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u2019tt hat uns mit der Torahh 8 Feste gegeben, durch die unser Leben gegliedert wird. 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