{"id":2722,"date":"2018-05-25T10:44:52","date_gmt":"2018-05-25T08:44:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=2722"},"modified":"2018-05-25T10:44:52","modified_gmt":"2018-05-25T08:44:52","slug":"der-sinn-der-sukkah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-sinn-der-sukkah\/","title":{"rendered":"Der Sinn der Sukkah"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In H\u00fctten sollt ihr sieben Tage wohnen,<br \/>\nDenn in H\u00fctten habe Ich  eure V\u00e4ter wohnen lassen,<br \/>\nAls Ich sie aus \u00c4gypten herausf\u00fchrte.<br \/>\n3. B.M. 23, 42. 43.<\/p><\/blockquote>\n<h2>I.<\/h2>\n<p>Als unsere V\u00e4ter aus \u00c4gypten zogen, mussten sie vierzig Jahre lang durch eine Ein\u00f6de dahinziehen, mussten im Sonnenbrand den weiten W\u00fcstensand durchwandern und in leichtgebauten H\u00fctten wohnen. Da gr\u00fcnte kein Halm, reifte keine Frucht, sprudelte kein Quell. Und Gott gab ihnen das Manna zur Speise, und aus Fels und Kiesel lie\u00df Er das Wasser hervorrieseln, ihren Durst zu stillen. Durch diesen Leidensweg und diese Kette von Pr\u00fcfungen sollte nach dem Willen des Allm\u00e4chtigen sich dem Herzen des j\u00fcdischen Volkes der Gedanke unausl\u00f6schlich und unverlierbar f\u00fcr alle Zeiten einpr\u00e4gen, dass der Mensch sein Gl\u00fcck nicht allein zu begr\u00fcnden vermag, dass vielmehr Gott es ist, der uns den Tisch des Lebens deckt, Gott, der uns n\u00e4hrt und speist, der uns erh\u00e4lt und vor allen Gefahren besch\u00fctzt, Er allein! Gott ist unser Schutz, das ist die erste und wichtigste Lehre der Sukkah. Spiegelt nicht den gleichen Gedanken tausendf\u00e4ltig die ganze j\u00fcdische Geschichte wieder? Durch eine Menschenw\u00fcste hat Gott uns gef\u00fchrt, in welcher feindliche Gewalten uns von allem ausgeschlossen, was das menschliche Leben versch\u00f6nt und genussreich gestaltet, in welcher das Streben unserer Verfolger best\u00e4ndig auf das eine Ziel gerichtet war \u00bbder Namen Israels soll nicht mehr genannt werden.\u00ab Aber Gott war unser Schutz und Beistand, Er war der Fels unseres Heils, und die Wogen des Hasses brachen sich, ohne uns vernichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unsere heilige Religion liebt den Anschauungsunterricht. Darum gebietet sie, dass wir allj\u00e4hrlich f\u00fcr sieben Tage unser festes Haus verlassen und in einer schwachen H\u00fctte unsern Wohnsitz aufschlagen, in welcher nur ein wenig Laub \u00fcber unserem Haupte die Decke bildet. Nicht auf dein Haus vertraue, so lehrt uns die Sukkah, sondern auf Gott. Er kann dich auch in einer gebrechlichen H\u00fctte sch\u00fctzen; und entzieht Er dir seinen Beistand, so hilft dir kein Haus und kein Palast, auch wenn sie noch so fest gebaut und herrlich eingerichtet sind. Warum bist du so stolz auf deinen Besitz und verg\u00f6tterst deinen Reichtum, glaubst, er sei gesichert \u00bbfest wie der Erde Grund\u00ab. Ach, die j\u00fcngste Zeit mit ihren traurigen Erfahrungen hat es wieder gelehrt \u00bbnichts n\u00fctzt der Reichtum am Tage des g\u00f6ttlichen Zornes.\u00ab Grosse Verm\u00f6gen, gewonnen in jahrzehntelanger Arbeit, sind in wenigen Augenblicken verloren gegangen, in kurzer Zeit v\u00f6llig entwertet worden, und wie viele mussten ihr Haus verlassen, um einer Ungewissen Zukunft entgegen zu gehen! Und bliebe auch dein Verm\u00f6gen unangetastet, kann dich Gott nicht hinwegnehmen von deinem Besitze, ist unsere Gesundheit und unser Leben nicht t\u00e4glich und st\u00fcndlich in seiner Hand?<\/p>\n<p>Sieh dir die Sukkah an, welche unsere Thora allj\u00e4hrlich uns zu errichten befiehlt! F\u00fcr die Beschaffenheit der W\u00e4nde gibt es keine Vorschrift. Sie k\u00f6nnen aus einfachen Latten bestehen oder aus Holz, sie k\u00f6nnen aus festem Stein gebaut sein oder sogar aus Metall. Aber in einem sind sie alle gleich: ein leichtes Laubdach w\u00f6lbt sich \u00fcber allen. So sind wir Menschen verschieden nach Reichtum und Stellung und Ansehen. Aber in einem sind wir alle gleich, Reich und Arm, Hoch und Niedrig: wir alle bed\u00fcrfen des Schutzes des Allm\u00e4chtigen, und ohne Ihn k\u00f6nnen wir nicht bestehen. Ist aber Gott unser einziger Schutz, so m\u00fcssen wir uns fragen: Verdienen wir seinen Beistand, sind wir seiner Hilfe wert? Durch das Bl\u00e4tterdach sehen wir die Sterne schimmern, wie Augen des Himmels. Gott sieht uns, Gott h\u00f6rt uns. Sei fromm und diene Gott, dann und nur dann kannst du getrost vertrauen auf den Allm\u00e4chtigen, der deine Geschicke leitet.<\/p>\n<h2>II.<\/h2>\n<p>Die H\u00fctte darf keine feste Wohnung sein, sonst verliert sie den Charakter der Sukkah, sie muss vielmehr einen nur vor\u00fcbergehenden Aufenthalt vorstellen. Ist so die Sukkah nicht ein Bild des Lebens? Nur sieben Jahrzehnte sind nach dem bekannten Worte des Psalmisten unserem Erdenleben zugemessen. Fl\u00fcchtigen Fu\u00dfes gehen wir durch das Dasein. Dann aber winkt uns der Tod, und wir ziehen ein in ein h\u00f6heres Leben. Diese Welt ist nur eine Halle vor der k\u00fcnftigen Welt. Hier sollen wir uns als gut und fromm bew\u00e4hren, dann winkt uns der Lohn in der Ewigkeit. Wie wenig wird diese Lehre der Sukkah beherzigt! Wir bauen uns die H\u00fctte unseres Lebens, als w\u00fcrden wir ewig auf Erden weilen. Wohl wissen wir, dass dies nicht der Fall ist \u00bbAlle wissen und sprechen mit dem Munde,\u00ab dass sie sterben werden. Kann man denn auch mit einem anderen Organe reden, als mit dem Munde? Aber wir sprechen es eben nur mit dem Munde, unser Tun jedoch entspricht nicht unseren Worten. Wir suchen Geld und Gut zu h\u00e4ufen, als w\u00fcrden wir ewig auf Erden leben, sorgen mit allem Eifer f\u00fcr Jahrzehnte voraus, als w\u00fcssten wir gewiss, dass wir sie erleben werden. Aber die Hauptsache vergessen wir v\u00f6llig, dass dieses Leben nur ein vor\u00fcbergehendes ist, und dass wir nach dem Tode werden Rechenschaft ablegen m\u00fcssen \u00fcber unser Wirken auf Erden. Dieses Leben wird h\u00e4ufig mit einem Traum verglichen. Aber dem Traum folgt das Erwachen, und f\u00fcr dieses Erwachen zu sorgen durch Erf\u00fcllung der g\u00f6ttlichen Gebote, durch fromme Werke, durch edle gute Taten, die uns einst vor den Thron Gottes begleiten sollen, daran denken wir nicht oder doch nicht genug. Sieh dir deine Sukkah an, nur einen vor\u00fcbergehenden Aufenthalt stellt sie dar. So ist dein Dasein. Lebe nach Gottes Willen und tue den Menschen Gutes, so lange dir die Sonne des Lebens scheint, damit du einst geschm\u00fcckt mit einem guten Namen hin\u00fcbergehst in das ewige Leben.<\/p>\n<h2>III.<\/h2>\n<p>Die H\u00fctte darf nicht niedriger sein als zehn Tefach und nicht h\u00f6her als zwanzig Ellen. Eine wichtige Lebensregel liegt in dieser Vorschrift. Der Jude soll nicht auf alle Gen\u00fcsse der Welt verzichten, er soll seine Lebensh\u00fctte nicht zu niedrig, er soll sie menschenw\u00fcrdig bauen. Aber auch nicht allzu hoch darfst du deine H\u00fctte aufrichten wollen. Schaue nicht neidisch auf das Haus des Nachbars, das sch\u00f6ner als das deine ist. Blicke auf diejenigen, die vom Gl\u00fccke minder beg\u00fcnstigt sind als du, und sei zufrieden mit deinem Lose. Nicht Glanz und Flitter sichern dir dein Gl\u00fcck. Je bescheidener deine Anspr\u00fcche an das Leben sind, um so mehr Aussicht hast du, dass sie Erf\u00fcllung finden. Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn wir zu der einfachen Lebensart unserer V\u00e4ter zur\u00fcckkehren m\u00f6chten. Sie machten keinen Aufwand und waren dennoch gl\u00fccklich, gl\u00fccklicher als ihre verw\u00f6hnten Kinder.<\/p>\n<p>Ein vornehmer R\u00f6mer, so erz\u00e4hlen uns die Weisen im Midrasch, kam einst zu Rabbi Elieser und erkl\u00e4rte ihm, er wolle zum Judentum \u00fcbertreten. Nur st\u00f6re ihn in der heiligen Schrift, die ihm im \u00fcbrigen ausgezeichnet gefalle, der Satz: \u00bbGott liebt den Fremdling, ihm Brot und Gewand zu geben.\u00ab Brot und Gewand, sprach der R\u00f6mer, hat auch der Geringste von meinen Sklaven. Das Versprechen von Brot und Gewand kann mich gewiss nicht verlocken, das Judentum anzunehmen. Da sprach Rabbi Elieser zu ihm: Wenn dir dasjenige nicht gen\u00fcgt, um das unser Vater Jakob so herzinnig gebetet hat \u00bbGib mir Brot zu essen und ein Gewand anzuziehen,\u00ab wenn du nicht bescheiden bist in deinen Anspr\u00fcchen an das Leben, so w\u00e4re es besser, du w\u00fcrdest dem Judentum fern bleiben. Jakob, unser Stammvater, sei, wie in allem, so auch in seiner Bescheidenheit unser Vorbild. Wie bald w\u00fcrde die Hast und Ruhelosigkeit, mit der wir durch das Leben jagen und uns selbst um die h\u00f6chsten G\u00fcter des Daseins bringen, aufh\u00f6ren, wenn wir anspruchsloser w\u00e4ren und nicht einer dem andern in Reichtum und Luxus es gleich und zuvortun wollte! Einst, so sagen unsere Weisen, wird der Prophet Elia das Fl\u00e4schchen mit dem Manna zur\u00fcckbringen, das verloren gegangen ist. Das Manna ist das Bild der Einfachheit und Gen\u00fcgsamkeit. Eine Vorbedingung der Erl\u00f6sung und des wahren Gl\u00fcckes ist Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit!<\/p>\n<h2>IV.<\/h2>\n<p>Die H\u00fctte muss so beschaffen sein, dass in ihr mehr Schatten ist als Licht, sonst ist sie zur Benutzung ungeeignet. Eine tiefe Lehre der Erziehung liegt in dieser Bestimmung. Die meisten Eltern sind gegen ihre Kinder schwach. Sie suchen ihnen jeden Wunsch zu erf\u00fcllen und jeden Stein des Ansto\u00dfes aus ihrem Lebenswege zu entfernen. Mein Kind soll es einmal gut haben, besser als ich es hatte, so sprechen der Vater und die Mutter. Ob sie ihren Kindern damit wirklich etwas Gutes tun? Von einem missratenen Sohn des K\u00f6nigs David heisst es: \u00bbSein Vater hatte ihn nie betr\u00fcbt und nie zu ihm gesprochen: Warum tust du so?\u00ab Der K\u00f6nig David hat mit seinen Erziehungsgrunds\u00e4tzen kein Gl\u00fcck gehabt, und an diesem Sohne wenig Freude erlebt. Im Gegensatz hierzu lehrt die Heilige Schrift: \u00bbWer die Rute zur\u00fcckh\u00e4lt, hasst sein Kind,\u00ab und \u00bbGut ist es f\u00fcr den Mann, wenn er ein Joch tr\u00e4gt in seiner Jugend.\u00ab<\/p>\n<p>Mehr Schatten als Licht, das ist die Mahnung der Sukkah. Nicht jeder Wunsch, kaum ausgesprochen, werde den Kindern gew\u00e4hrt. Sonst treten sie verweichlicht und verw\u00f6hnt ein in das Leben, das den Menschen manchesmal hart anpackt, und in welchem diejenigen am besten bestehen, die von vern\u00fcnftigen Erziehern von Jugend auf gelehrt worden sind, auf so manches zu verzichten, manches Begehren als unerf\u00fcllbar aufzugeben und trotzdem froh und zufrieden zu sein.<\/p>\n<p>Welch vortreffliches Mittel zur Erziehung bietet die Gew\u00f6hnung an die Erf\u00fcllung der Vorschriften unserer heiligen Religion! Kinder, die gew\u00f6hnt sind, des Morgens zu beten, bevor sie ihren Hunger stillen, des Abends das Nachtgebet nicht zu vergessen, ehe sie m\u00fcde ihre Ruhest\u00e4tte aufsuchen, die nach Fleischspeisen mehrere Stunden warten, bevor sie Milch geniessen, die es gelernt haben, auf so manche lockende Speise zu verzichten, weil Gott sie uns verboten hat, werden sp\u00e4ter im Leben nicht leicht nach Unerlaubtem die Hand ausstrecken, denn es ist ihnen zur zweiten Natur geworden, sich zu beherrschen und zu bezwingen und ihre Begierden dem Diktate der Pflicht unterzuordnen.<\/p>\n<p>Machen wir doch unsere Kinder auf die Schattenseiten des Lebens aufmerksam. Lehren wir sie, dass unter den Gen\u00fcssen und den scheinbar unschuldigen Vergn\u00fcgungen die Schlange der Versuchung und der Verf\u00fchrung lauert. Lehren wir unsere Kinder, die S\u00fcnde zu scheuen und Gott zu f\u00fcrchten. Sch\u00e4rfen wir es ihnen ein, dass vor Gott nichts verborgen ist, und dass Er nichts vergisst, dass Er wohl ein Gott der G\u00fcte und der Barmherzigkeit ist, dass Er aber auch die Missetat straft und die Untreue ahndet, und dass jede Schuld sich r\u00e4cht auf Erden!<\/p>\n<h2>V.<\/h2>\n<p>Die H\u00fctte darf nicht mit Gegenst\u00e4nden bedeckt sein, die f\u00fcr Unreinheit empf\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>Nach Reinheit m\u00fcssen wir Juden streben, mehr als andere V\u00f6lker.  Hat uns doch Gott ein hohes Ideal vorgezeichnet \u00bbIhr sollt mir sein ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk.\u00ab Wir wissen ja auch, dass man uns Juden mit besonders strengem Ma\u00dfstab misst. Wenn ein Jude s\u00fcndigt, so z\u00fcrnt man der ganzen Gemeinde, und die Fehler des Einzelnen werden der Gesamtheit zur Last gelegt. Ja, noch mehr, Gott, Israel und seine Lehre bilden, nach einem bekannten Ausspruch im Sohar, eine Einheit. So wird auch, nach dem Verhalten Israels unter den V\u00f6lkern, Gott und seine Lehre gewertet und beurteilt. Gibt es z. B. j\u00fcdische Wucherer, so f\u00fchrt das zu einer Entweihung des g\u00f6ttlichen Namens. Dann wird f\u00fcr die Vergehungen Einzelner die j\u00fcdische Religion verantwortlich gemacht, dann ist der Talmud schuld, dann taugt das j\u00fcdische Gesetzbuch, der Schulchan Aruch, nichts, und der Gott der Juden ist ein Gott der Rache! Sind wir Juden aber gewissenhaft, treu und ehrlich, edel und gut, so ist das eine Heiligung Gottes, und Gottes Namen wird durch uns ger\u00fchmt und zu Ehren gebracht.<\/p>\n<h2>VI.<\/h2>\n<p>Das Laub auf der Sukkah darf nicht mit dem Baume verbunden, es muss vielmehr abgepfl\u00fcckt sein.<\/p>\n<p>Was ist unser? Worin besteht unser Besitz, auch wenn wir einmal von hinnen gehen? Auf diese Frage gibt das abgeschnittene Laub auf der Sukkah die Antwort. Was irdisch ist, verbunden mit der Erde, bleibt auf Erden zur\u00fcck, und wer viel Geld zusammen scharrt, hat nach dem alten wahren Wort eines j\u00fcdischen K\u00f6nigs f\u00fcr Andere gesammelt. Aber was wir abgepfl\u00fcckt und f\u00fcr H\u00f6heres verwendet haben, die Stunden, die wir im Gotteshaus zugebracht, die Zeiten, die wir der Thora geweiht, die Mizwot, die wir vollbracht, die Wohltaten, die wir ge\u00fcbt haben, sie geh\u00f6ren uns in Wahrheit, sie bleiben unser Besitz, und sie gehen einst mit uns, wenn Gott uns ruft.<\/p>\n<h2>VII.<\/h2>\n<p>Eine T\u00fcre soll an der Sukkah nicht fehlen. Die T\u00fcre stellt die Verbindung dar zwischen dem Bewohner der Sukkah und der Au\u00dfenwelt. Sei kein Egoist, so lehrt uns diese Vorschrift. Arbeite nicht bloss f\u00fcr dich und deine Familie, wirke auch f\u00fcr deine Nebenmenschen und bet\u00e4tige dich als ein n\u00fctzliches Glied der menschlichen Gesamtheit. Denke an das sch\u00f6ne Wort des Hillel \u00bbWenn ich nur f\u00fcr mich lebe, was bin ich dann?\u00ab Das h\u00f6chste Gl\u00fcck ist, andere zu begl\u00fccken, die wahrste Freude, andere zu erfreuen. Gib den Armen, gib ihnen wieder und wieder und werde nicht m\u00fcde zu geben, und das Streben, Anderen Gutes zu tun, werde dir zur zweiten Natur. Unser gro\u00dfer Lehrer Maimonides wirft einmal die Frage auf, was besser sei, einmal eine grosse Summe f\u00fcr gute Zwecke zu geben, oder die gleiche Summe in vielen kleinen Teilen. Ist es verdienstlicher und empfehlenswerter, einmal tausend Franken zu verschenken, oder tausendmal je einen Franken? Er antwortet, das letztere sei vorzuziehen, denn wer einmal sich zu einer gro\u00dfen Gabe aufschwingt, dessen Herz kann leicht wieder hart werden, so dass er sein Ohr ein anderes Mal dem Ruf der Not verschlie\u00dft.   Aber wer tausend mal gegeben hat, der wird nicht mehr aufh\u00f6ren zu geben, und das Wohltun wird ihm zu einer sch\u00f6nen Gewohnheit. Vielleicht ist dies der Sinn des Torawortes \u00bbGeben, geben sollst du, und es verdrie\u00dfe dich nicht, ihm zu geben,\u00ab wie die Alten es erkl\u00e4ren: hundertmal sollst du geben, dann wird es dir nicht mehr schwer fallen, deinem armen Bruder zu helfen.<\/p>\n<p>Sukkot ist ein Fest der Freude und die Thora ermahnt uns: \u00bbDu sollst dich freuen an deinem Feste, du, dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, der Levite und der Fremdling, die Witwe und die Waise, die in deinen Toren sind.\u00ab Unsere Weisen bemerken aber hierzu so sch\u00f6n und sinnig, Gott spricht zu uns: \u00bbMeine Vier entsprechen deinen Vier; wenn du die Meinen erfreust, erfreue ich die Deinen.\u00ab<br \/>\nSo wird durch das Gute, das wir Anderen erweisen, Sukkot, das Fest der H\u00fctten, wahrhaft werden eine Zeit unserer  Freude.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rabbiner Arthur Cohen erkl\u00e4rt, in sieben kurzen Abschnitten, den Sinn der Sukkah. 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