{"id":288,"date":"2013-11-29T10:01:42","date_gmt":"2013-11-29T08:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=288"},"modified":"2026-03-10T11:29:29","modified_gmt":"2026-03-10T09:29:29","slug":"die-vier-besonderen-schabbatot-vor-pessach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-vier-besonderen-schabbatot-vor-pessach\/","title":{"rendered":"Die vier besonderen Schabbatot vor Pessach"},"content":{"rendered":"\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zeit vor Pessach<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchlingsmonat Nissan, wenn die in der Winterk\u00e4lte erstarrte Natur zu neuem Leben erwacht, feiern wir das Fest Pessach in Erinnerung an G&#8217;ttes Befreiungstat, der uns in der Nacht vom 14. zum 15. Nissan vom Tod zum Leben, von der Sklaverei in die Freiheit f\u00fchrte. Pharao, der Herrscher \u00fcber \u00c4gypten, der uns versklavt hatte und der unseren Tod beschlossen hatte, musste uns schlie\u00dflich in die Freiheit ziehen lassen nachdem er durch G&#8217;ttes machtvolles eingreifen in dieser Nacht, in der Pharao selbst sich dem Tod gegen\u00fcbersah, zum Nachgeben gezwungen worden war. Unsere H\u00e4user hatte der Todesengel \u00fcbersprungen da wir ihre T\u00fcrpfosten mit dem Blut des Pessachlammes bestrichen hatten, das wir als \u00dcberschreitungsopfer (=<em>Pessach<\/em>) dargebracht hatten. Wir hatten uns auf unsere Befreiung vorbereitet, hatten die Wanderschuhe bereits angezogen, den Wanderstab in die Hand genommen. Dennoch \u00fcberst\u00fcrzte sich alles, als wir schlie\u00dflich gehen durften. Der Teig f\u00fcr unsere Brote hatte nicht mehr Zeit zu s\u00e4uern, wir a\u00dfen das Brot unges\u00e4uert, wie es unserem eigenen Zustand, dem neuen, freiheitlichen, unverbrauchten, entsprach. Aber erst als wir auch das Schilfmeer lebend durchschritten hatten, in dem unsere \u00e4gyptischen Verfolger dann hinter uns ertranken, hatten wir \u00c4gypten wirklich hinter uns gelassen, waren jetzt freie Menschen, die einen gro\u00dfen Weg vor sich hatten. Dies war das Ereignis, mit dem alles begann, und das wir darum jedes Jahr erneut feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gen\u00fcgt jedoch nicht, von diesem Ereignis nur zu h\u00f6ren. Es ist wichtig f\u00fcr uns, dieses Ereignis vollst\u00e4ndig nachzuerleben mit unserem Verstand, mit unserem Empfinden und mit unserem K\u00f6rper, &#8211; alle Tage unseres Lebens -, und diese Erfahrung an unsere Kinder weiterzugeben. Daher ist es wichtig, da\u00df wir uns auf dieses Ereignis in geeigneter Weise vorbereiten. So liegen in den 6 Wochen vor dem Fest 4 Schabbatot, die durch besondere Maftir-Abschnitte gekennzeichnet sind (wie man den achten Torahabschnitt nennt, der am Schabbat vorgelesen wird), und von denen jeder einen besonderen Vorbereitungsschritt bedeutet:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schabbat Scheqalim<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/zum-schabbat-schekalim\/\" data-type=\"page\" data-id=\"8310\">Schabbat Scheqalim<\/a><\/strong> (Scheqel = M\u00fcnzeinheit in Israel); Das ist der Schabbat vor dem, bzw. am 1. Adar: Dies ist die Zeit der pers\u00f6nlichen S\u00fchne, die Zeit f\u00fcr die Entrichtung des halben Scheqel S\u00fchnegeld f\u00fcr jeden einzelnen, nicht mehr, nicht weniger, ohne Ansehung der Person, f\u00fcr den Dienst am Heiligtum, zu dessen Entrichtung einst am 1. Adar aufgerufen wurde: &#8222;Das soll die Kinder Israels dem Ewigen in Erinnerung bringen, um f\u00fcr eure Seelen S\u00fchne zu erwirken.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/schabbat_schekalim.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"582\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/schabbat_schekalim.jpg?resize=600%2C582&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-8312\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/schabbat_schekalim.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/schabbat_schekalim.jpg?resize=300%2C291&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption>Schabbat Schekalim &#8211; aus einem Minhagim-Buch<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schabbat Sachor<\/h2>\n\n\n\n<p>(\u00bbGedenke!\u00ab) Das ist der <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/zum-schabbat-sachor\/\" data-type=\"page\" data-id=\"8426\">Schabbat vor Purim<\/a>. An ihm gedenken wir der t\u00f6dlichen Bedrohungen, aus denen uns G&#8217;tt immer wieder befreit hat. G&#8217;tt hat uns zum Partner Seines Heilsplanes gemacht. Doch immer wieder versuchte der Widersacher G&#8217;ttes Heilsplan zu vereiteln und uns auszul\u00f6schen. Pharao hatte versucht uns zu vernichten, doch G&#8217;tt befreite uns\u00bb Danach, als wir noch schwach, matt und m\u00fcde waren, \u00fcberfiel uns Amaleq, der G&#8217;tt nicht f\u00fcrchtete und der sich zum Widersacher von G&#8217;ttes Heilsplan machte, und versuchte uns auszurotten. G&#8217;tt rettete uns und gab uns den ewigen Auftrag daran zu denken, was Amaleq uns angetan hat, und deshalb sein Andenken auszul\u00f6schen\u00bb Israels erster K\u00f6nig Schaul hatte darin gefehlt, hatte Amaleqs K\u00f6nig am Leben gelassen. Seither versucht der Widersacher immer und immer wieder uns zu vernichten, so wie er es an Purim und auch danach immer wieder versucht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir auch dem Tod entrinnen und \u00fcber unsere Hasser siegen konnten, so haben wir uns doch durch den Tod unserer Feinde verunreinigt. Kein Unreiner darf das Pessachopfer darbringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"471\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?resize=840%2C471&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-8427\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?resize=1024%2C574&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?resize=300%2C168&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?resize=768%2C431&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?w=1100&amp;ssl=1 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><figcaption>Schabbat Sachor &#8211; aus einem Minhagim-Buch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schabbat Parah<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Schabbat nach Purim (oder, wenn der 15. oder 16. Adar auf Schabbat f\u00e4llt, dann der zweite Schabbat nach Purim) ist darum der <strong>Schabbat Parah<\/strong> (= &#8222;rote Kuh&#8220;), an dem uns von der roten Kuh berichtet wird, die fehlerlos sein musste und nicht unterjocht sein durfte, die geopfert und verbrannt wurde und von deren Asch\u00bb das Reinigungswasser gewonnen wurde, mit dem der durch Todesber\u00fchrung Verunreinigte durch Besprengung am 5. und 7. Tag rituell gereinigt und gel\u00e4utert werden konnte. Auch wenn dieser L\u00e4uterungs\u2014 weg uns seit der Zerst\u00f6rung des Tempels nicht mehr direkt zug\u00e4nglich ist, so bewahren wir ihn wenigstens in unseren Gedanken, in unserer Meditation, und nehmen auf diese Weise Anteil daran.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schabbat haChodesch<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Schabbat vor dem 1. Nissan, oder am 1. Nissan, dem Fr\u00fchlingsmonat, ist schlie\u00dflich der <strong>Schabbat haChodesch<\/strong> (= &#8222;des Monats&#8220;),n\u00e4mlich des Fr\u00fchlingsmonats , der in der Torah als der vorz\u00fcglichste und der Erste der Monate gekennzeichnet wird. An diesem Schabbat h\u00f6ren wir nun in einem langen Maftir-Abschnitt die Vorschriften f\u00fcr das bevorstehende Pessach-Fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sind die 4 besonderen Schabbatot. Der letzte Schabbat vor Pessach aber wird <em>Schabbat haGadol<\/em>, der Gro\u00dfe Schabbat, genannt\u00bb Er ist nicht durch einen besonderen Maftir-Abschnitt ausgezeichnet, verk\u00fcndet uns aber in seiner Haftarah, dem vorgetragenen Propheten-Abschnitt, dass G&#8217;tt uns den Propheten Eliah senden wird bevor der Tag des Ewigen kommt, an dem aller Tod und alles Leid ihr Ende gefunden haben werden. Und somit gewinnt das Pessach-Fest f\u00fcr uns auch eine in die Zukunft reichende Dimension, an die wir sehr bewusst denken, wenn wir in der Pessach-Nacht den Propheten Eliah in unser Haus einladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Michael Rosenkranz \u00fcber die vier besonderen Schabbatot vor Pessach: Schekalim, Sachor, Parah und haChodesch.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8427,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[50],"tags":[231,122],"class_list":["post-288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pessach","tag-featured","tag-pessach"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/minhogim_sachor.jpg?fit=1100%2C617&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=288"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8473,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288\/revisions\/8473"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}