{"id":3081,"date":"2018-06-05T10:40:49","date_gmt":"2018-06-05T08:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=3081"},"modified":"2024-05-08T10:16:23","modified_gmt":"2024-05-08T08:16:23","slug":"kitzur-schulchan-aruch-kapitel-12-bis-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kitzur-schulchan-aruch-kapitel-12-bis-13\/","title":{"rendered":"Kitzur Schulchan Aruch &#8211; Kapitel 12 bis 13"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"140\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Shlomo_Ganzfried.jpg?resize=100%2C140&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3056\"\/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>Die \u00dcbersetzung des Kitzur Schulchan Aruch von Schlomoh Ganzfried auf talmud.de<\/em> <br><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-kitzur-schulchan-aruch\/\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 12 &#8211; Die Vorbereitung des K\u00f6rpers zum Gebet und die Orte, an denen man beten darf.<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 15 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71<\/h2>\n\n\n\n<p>Es steht (Amos 4,12), r\u00fcste dich deinem Gotte entgegen, Israel! Das hei\u00dft, man bereite sich vor, um zum Ewigen, gepriesen sei Er, hinzutreten; man bekleide sich mit ehrenden Gew\u00e4ndern, wenn man zum Gebet geht, wie wenn man zu einem vornehmen F\u00fcrsten gehe. Und sogar, wenn man allein zu Hause betet, ziehe man sich w\u00fcrdiger an. An Orten, wo man mit einem Gurt zu gehen pflegt, darf man nicht beten, bis man sich umg\u00fcrtet hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist gut, vor dem Gebet Wohlt\u00e4tigkeit zu \u00fcben; so hei\u00dft es (Ps. 17,15), mit Liebe erscheine ich vor Deinem Angesicht; auch nehme man vor jedem Gebet das Gebot auf sich (Lev. 19,18), liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst, und denke dabei, jeden von Israel wie sich selbst zu lieben; denn wenn, was fern sein m\u00f6ge, die Herzen Israels auf Erden getrennt w\u00e4ren, dann w\u00e4ren sie auch im Himmel nicht einig. Aber ihre k\u00f6rperliche Einigkeit auf Erden verursacht Einigkeit und Zusammenschluss ihrer Seelen im Himmel; und dadurch vereinigen sich auch ihre Gebete; und dann, wenn ihre Gebete sich zusammenschlie\u00dfen, sind sie wohlgef\u00e4llig vor Ihm, gepriesen sei Sein Name!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73<\/h2>\n\n\n\n<p>Es steht (Koh. 4,17), achte auf deinen Fu\u00df, wenn du ins Haus Gottes gehst; und unsere Lehrer sel. And. erkl\u00e4ren, unter den F\u00fc\u00dfen sind die \u00d6ffnungen neben den F\u00fc\u00dfen zu verstehen. Darum soll man sich vor dem Gebet pr\u00fcfen, ob man nicht seine Bed\u00fcrfnisse verrichten muss; und wenn man auch nur etwas von Notdurft empfindet, darf man nicht beten; auch Worte der Thora sind verboten, solange der K\u00f6rper unrein ist, bis man sich gereinigt hat. Geschehenenfalls, wenn man gebetet h\u00e4tte, w\u00e4hrend man die Bed\u00fcrfnisse verrichten musste, wenn man sich absch\u00e4tzen kann, dass man sich das Ma\u00df des Weges einer Parsa (eine und ein f\u00fcnftel Stunde) h\u00e4tte zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen, gilt das Gebet, und wenn nicht, w\u00e4re sogar geschehenenfalls, wenn man gebetet h\u00e4tte, das Gebet ein Gr\u00e4uel, und man m\u00fcsste noch einmal beten; manche sagen, wenn man sich (das Ma\u00df einer Parsa) zur\u00fcckhalten kann, darf man sogar von vornherein beten. Darauf darf man sich verlassen, wenn die Sache so ist, dass, w\u00e4hrend man die Notdurft verrichtete, die Zeit des Gebetes vor\u00fcbergehen w\u00fcrde. (Siehe weiter Kap. 18 \u00a7 16.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn einer bestimmt von sich wei\u00df, dass er sich bis nach der Vollendung des Schmalesens und des Gebetes nicht von Bl\u00e4hungen zur\u00fcckhalten kann, ist besser, dass die Zeit des Schmalesens vor\u00fcbergeht, als dass er ohne reinen K\u00f6rper betet; wenn die Zeit des Gebetes vor\u00fcbergeht, so war er verhindert (und er erg\u00e4nzt das Gebet sp\u00e4ter, wie weiter Kap. 21). Wenn ihm aber scheint, dass er sich w\u00e4hrend des Schmalesens zur\u00fcckhalten kann, lege er zwischen \u05d4\u05d1\u05d5\u05d7\u05e8 \u05d1\u05e2\u05de\u05d5 \u05d9\u05e9\u05e8\u05d0\u05dc \u05d1\u05d0\u05d4\u05d1\u05d4 und dem Schmalesen Tefillin und sage Beracha dar\u00fcber (siehe Peri Meg. 80).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75<\/h2>\n\n\n\n<p>Man soll vor dem Gebet die H\u00e4nde bis zum Gelenk mit Wasser waschen (Rambam). Darum, wenn man auch seine H\u00e4nde am Morgen gewaschen hat (wie oben Kap. 2), wenn man nachher mit den H\u00e4nden irgendeine unsaubere Stelle ber\u00fchrt hat, das sind die Stellen, die beim Menschen bedeckt sind, an denen sich Schwei\u00dfk\u00fcgelchen vorfinden, oder wenn man den Kopf gerieben oder wenn man sie am Morgen nicht bis zum Gelenk gewaschen hat, muss man sie vor dem Gebet nochmals waschen. Wenn man kein Wasser hat, muss man sich danach bem\u00fchen, vier Mil (18 Minuten gleich ein Mil) weiter zu gehen (wohin man doch gehen wollte) oder ein Mil zur\u00fcck. Wenn man aber f\u00fcrchtet, inzwischen k\u00f6nnte die Zeit des Gebetes vor\u00fcbergehen, reinige man seine H\u00e4nde an einer Erdscholle oder mit Staub oder jeder Sache, die reinigt, und bete; denn es hei\u00dft (Ps. 26,6), ich wasche in Reinheit meine H\u00e4nde .. ich wasche mit Wasser, wenn es m\u00f6glich ist, und wenn nicht, in Reinheit, mit jeder Sache, die reinigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a76<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man seine H\u00e4nde am Morgen, wie vorgeschrieben, gewaschen und auch nicht wei\u00df, dass die H\u00e4nde durch irgend etwas unrein geworden, dennoch, da man inzwischen seinen Sinn von ihnen abgewandt, selbst wenn man inzwischen gelernt hat, ist dies auch ein Abwenden des Sinnes, muss man sie ebenfalls f\u00fcr das Gebet mit Wasser waschen. Jedoch, braucht man sich in diesem Fall nicht gerade nach Wasser zu bem\u00fchen; sondern, wenn man nicht Wasser bereit hat, und w\u00e4hrend man sich danach umsehen w\u00fcrde, w\u00fcrde man das Gebet mit der Gemeinde zusammen vers\u00e4umen, bem\u00fche man sich nicht danach, sondern reinige seine H\u00e4nde mit jeder Sache, die reinigt, und bete mit der Gemeinde (siehe Beer het. 233,7).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a77<\/h2>\n\n\n\n<p>Man bem\u00fche sich und strenge sich an, um mit der Gemeinde zusammen zu beten; so steht (Ps. 69,14), ich bete zu dir, Ewiger, zur Zeit des Wohlgefallens; wann ist die Zeit des Wohlgefallens? Zu der Stunde, da die Gemeinde betet. Ferner hei\u00dft es (Jes. 49,8), so spricht der Ewige, zur Zeit des Wohlgefallens erh\u00f6re ich dich. Der Heilige, gelobt sei Er, verwirft nicht das Gebet der Gemeinde, selbst wenn S\u00fcnder in ihrer Mitte, wie geschrieben (Job 36,5), siehe, Gott verwirft nicht die vielen (die Gemeinde), und ferner (Ps. 55,19), Er befreit in Frieden meine Seele aus dem Kampfe gegen mich, weil viele mit mir sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a78<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn sich jemand auf dem Wege befindet und nach einem Ort kommt, wo er \u00fcbernachten will, wenn vor ihm innerhalb vier Mil ein Ort ist, wo die Gemeinde gemeinsam betet, und er, solange es noch Tag ist, dahin kommen kann, dass er nicht n\u00f6tig hat, allein bei Nacht zu gehen, muss er vier Mil weiter gehen, um mit der Gemeinde zu beten, und zur\u00fcck muss er ein Mil, um mit der Gemeinde zu beten. Und um so weniger darf man von einem Ort, wo die Gemeinde gemeinsam betet, weggehen, wenn man, solange es noch Tag ist, zum Ort seines Zieles gelangen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a79<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist eine gro\u00dfe Pflicht, in der Synagoge oder im Lehrhaus, welches heilige Orte sind, zu beten, und selbst wenn zuweilen dort eine Unterbrechung sein sollte, dass die Anzahl von zehn nicht zugegen, ist es doch eine Pflicht, auch allein dort zu beten, weil es heilige Orte sind. Wer im Lehrhaus zu lernen pflegt, bete auch dort mit zehn zusammen, wenn auch in seiner Stadt au\u00dferdem eine Synagoge ist; wer aber nicht im Lehrhause zu lernen pflegt, bete in der Synagoge, wo eine gr\u00f6\u00dfere Versammlung ist, (Spr. 14,28) und durch eine gro\u00dfe Versammlung wird der K\u00f6nig geehrt. \u2014 Wenn in der Stadt zwei Synagogen sind, gehe man nach der ferneren; daf\u00fcr wird man den Lohn f\u00fcr seine Schritte erhalten. R. Joschua b. Levi sagte, man gehe stets fr\u00fch in die Synagoge, um zu den zehn ersten gez\u00e4hlt zu werden; denn selbst, wenn hundert sp\u00e4ter kommen, erh\u00e4lt man den Lohn gleich allen zusammen. Ferner haben unsere Lehrer sel. And. gesagt, wer morgens und abends zur rechten Zeit in die Synagoge geht, dort, wie vorgeschrieben, verweilt und sich dort, wie vorgeschrieben, in Heiligkeit f\u00fchrt, erwirkt langes Leben; so hei\u00dft es (Spr. 8,34), Heil dem Menschen, der auf mich h\u00f6rt, an meinen T\u00fcren zu verweilen Tag f\u00fcr Tag, die Pfosten meiner Eing\u00e4nge zu h\u00fcten; und darauf folgt, denn, wer mich gefunden, hat Leben gefunden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a710<\/h2>\n\n\n\n<p>Man soll sich eine Synagoge oder ein Lehrhaus bestimmen, um dort regelm\u00e4\u00dfig zu beten, auch setze man sich dort einen bestimmten Platz f\u00fcr sein Gebet fest; alles, was sich innerhalb von vier Ellen befindet, wird als ein Platz betrachtet. Es ist gut, wenn man sich einen Platz an der Wand festsetzen kann, wie wir beim K\u00f6nig Chiskijahu finden; so hei\u00dft es (Jes. 38,2) da wandte Chiskijahu sein Angesicht zur Mauer . . . Man stehe und sitze beim Gebet nicht neben einem B\u00f6sewicht. Wenn man zu Hause betet, setze man sich ebenfalls einen Ort fest, dass einem die Leute des Hauses nicht st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a711<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist verdienstlich, zu eilen, wenn man in die Synagoge oder ins Lehrhaus oder zu sonstigen Geboten geht; so hei\u00dft es (Hosch. 6,3), wir wollen eilen, den Ewigen zu erkennen; ferner (Ps. 119,32), auf dem Wege Deiner Gebote eile ich. Darum darf man auch am Sabbat zur Sache eines Gebotes eilen; aber in der Synagoge und im Lehrhaus selbst darf man nicht eilen, und wenn man vor den Eingang kommt, warte man ein bisschen, um nicht pl\u00f6tzlich einzutreten. Man zittre und f\u00fcrchte sich vor dem Glanze Seiner Majest\u00e4t, gepriesen sei Sein Name, und spreche den Vers (Ps. 5,8), und ich durch die F\u00fclle Deiner Gnade . . . das ist wie eine Bitte um Erlaubnis; dann trete man ein und gehe mit Zagen und Furcht, als gehe man zu einem K\u00f6nig. \u2014 In Gemeinden, wo die Jehudim Gassen f\u00fcr sich haben, ist es verdienstlich, sich zu Hause mit den Zizit zu umh\u00fcllen und Tefillin zu legen und so in die Synagoge zu gehen; da, wo sie unter den V\u00f6lkern wohnen oder wo man durch unsaubere Gassen gehen muss, soll man sich im Vorraum der Synagoge mit Zizit umh\u00fcllen und Tefillin legen; denn es ist eine gro\u00dfe Sache, mit Zizit umh\u00fcllt und Tefillin gekr\u00f6nt in die Synagoge einzutreten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a712<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man infolge einer Verhinderung weder in die Synagoge, noch ins Lehrhaus gehen kann, und auch sonst zu einem feststehenden Minjan zu gehen hat man irgendwie eine Abhaltung, gebe man sich M\u00fche, zehn M\u00e4nner zu versammeln, um jedenfalls zu Hause mit der Gemeinde zu beten. Und wenn das nicht m\u00f6glich ist, bete man jedenfalls in der Zeit, in der die Gemeinde betet, da ist die Zeit des Wohlgefallens. Ebenso, wer an einem Ort wohnt, an dem kein Minjan ist, bete zur Zeit, in der die Gemeinden in den St\u00e4dten beten. Wenn man aber lernen oder eine dringende Arbeit verrichten muss, und oben Kap. 8 ist erkl\u00e4rt, dass man vor dem Beten nicht damit anfangen darf, kann man schon fr\u00fcher, gleich nach Sonnenaufgang beten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a713<\/h2>\n\n\n\n<p>Ebenso, wenn sich einer schwach f\u00fchlt und ihm schwer f\u00e4llt, mit dem Essen zu warten, bis das Gebet der Gemeinde zu Ende ist, darf er vorher zu Hause beten, um gleich zu essen (wie oben Kap. 8 \u00a7 2); aber nur zu Hause darf man in dieser Weise vorher beten; wenn man aber in die Synagoge kommt, wo sich die Gemeinde befindet, darf man sein Gebet nicht vor dem Gebet der Gemeinde verrichten; und selbst, wenn man die Synagoge verlassen will, darf man doch nicht vor der Gemeinde beten. Au\u00dfer wenn man sieht, dass die Gemeinde zu sp\u00e4t betet, bete man f\u00fcr sich, um nicht die Zeit zu \u00fcberschreiten; ebenso, wenn jemand krank ist oder eine andere Verhinderung hat, darf er selbst in der Synagoge fr\u00fcher beten; besser ist aber, wenn er nach Hause geht, um zu beten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a714<\/h2>\n\n\n\n<p>Manche sagen, wenn eine Gemeinde in der Synagoge gebetet hat und dann eine andere Gemeinde kommt, da zu beten, solle sich der zweite Vorbeter nicht an den Ort stellen, wo der erste gestanden, weil das eine Schande f\u00fcr die ersten sei, wenn nicht die ersten die Synagoge schon verlassen haben; und wenn die ersten eine Sefer Thora herausgenommen und darin gelesen haben, sollen die letzten nicht abermals eine Sefer Thora herausnehmen, um in derselben Synagoge zu lesen. In vielen Gemeinden aber legt man darauf keinen Wert; all dies richtet sich nach dem Gebrauch der Gemeinde. (Siehe Mag. Abr. Ende Kap. 69 und Birke Jos. dort und Kap. 144.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a715<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Leute einer Stadt k\u00f6nnen einander zwingen, eine Synagoge oder ein Lehrhaus zu bauen und heilige B\u00fccher zu kaufen, um darin zu lernen; an einem Ort, wo nicht regelm\u00e4\u00dfig Minjan ist, zwingen sie einander durch Geldstrafen, regelm\u00e4\u00dfig zum Minjan zu kommen, damit das best\u00e4ndige Gebet der Gemeinde nicht unterbrochen werde; und selbst die Thoralernenden, die dadurch von ihrem Lernen etwas vers\u00e4umen, zwinge man, zum Minjan zu kommen; denn die Zeit der Thora ist f\u00fcr sich und die Zeit des Gebetes f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 13. &#8211; Vorschriften \u00fcber die Heiligkeit der Synagoge und des Lehrhauses.<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 5 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Heiligkeit der Synagoge und des Lehrhauses ist sehr gro\u00df, und f\u00fcr sie ist uns geboten, uns vor Ihm zu f\u00fcrchten, der in ihnen wohnt, gepriesen sei Sein Name, wie es hei\u00dft (Lev. 19,30), und mein Heiligtum sollt ihr f\u00fcrchten; und die Synagoge und das Lehrhaus werden ebenfalls ein Heiligtum genannt; so steht (Jech. 11,16), ich werde ihnen ein kleines Heiligtum sein, und das erkl\u00e4ren wir, das sind die Synagogen und die Lehrh\u00e4user. Darum ist verboten, in ihnen gleichg\u00fcltige Worte zu sprechen, man darf in ihnen nur Berechnungen f\u00fcr ein Gebot wie f\u00fcr die Armenkasse und dergleichen machen; man erweist ihnen Ehre, indem man sie kehrt und mit Wasser sprengt, und z\u00fcndet in ihnen zur Ehre Lichter an. Man soll in ihnen nicht seine kleinen Kinder k\u00fcssen; denn es geb\u00fchrt sich nicht, dort eine andere Liebe zu bekunden als die Liebe zum Ewigen, gepriesen sei Er.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72<\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor man hineingeht, wische man den Lehm von den F\u00fc\u00dfen und achte darauf, dass weder an einem selbst noch an den Kleidern irgendeine Unsauberkeit sei. Ausspeien, wenn man es gleich mit den F\u00fc\u00dfen austritt, w\u00e4re erlaubt; (tue man aber nur in die dazu aufgestellten Spuckn\u00e4pfe).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73<\/h2>\n\n\n\n<p>Man trete nicht in sie ein, um sich, wenn die Sonne scheint, vor der Sonne, und wenn es regnet, vor dem Regen zu sch\u00fctzen. Wenn man eintreten muss, um einen anderen zu rufen, gehe man hinein und lese daselbst einige Verse oder eine Mischna oder verrichte ein Gebet, oder man h\u00f6re von anderen etwas Thora lernen, oder wenigstens setze man sich ein bisschen hin; denn auch das Sitzen in ihnen ist verdienstlich, und dann rufe man den anderen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74<\/h2>\n\n\n\n<p>Man darf in ihnen weder essen noch trinken noch schlafen, selbst fl\u00fcchtigen Schlaf. Wenn es f\u00fcr ein Gebot n\u00f6tig ist, wie in der Nacht von Jom hakipurim, ist erlaubt zu schlafen, nur entferne man sich von der heiligen Lade. Auch darf man dort essen, wenn es f\u00fcr ein Gebot n\u00f6tig ist und bei der Mahlzeit keine Trunkenheit und keine Leichtfertigkeit zu bef\u00fcrchten sind. Ebenso jene M\u00e4nner, die best\u00e4ndig dort lernen, d\u00fcrfen dort essen und schlafen, selbst festen Schlaf, um nichts von ihrem Lernen zu vers\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man eine Synagoge baut, muss man die Entscheidung eines Thoragelehrten einholen, wie und in welcher Weise man sie bauen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzur Schulchan Aruch &#8211; Kapitel 12 und 13 in deutscher \u00dcbersetzung.<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,133],"tags":[],"class_list":["post-3081","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-kitzur-schulchan-aruch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3081"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9978,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3081\/revisions\/9978"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}