{"id":309,"date":"2013-11-29T10:57:21","date_gmt":"2013-11-29T08:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=309"},"modified":"2013-11-29T10:57:21","modified_gmt":"2013-11-29T08:57:21","slug":"die-omerzaehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-omerzaehlung\/","title":{"rendered":"Die Omerz\u00e4hlung"},"content":{"rendered":"<p>Unmittelbar nach Ma&#8217;ariv des zweiten Tages Pessach oder noch w\u00e4hrend des Seder-Abends beginnt man Omer zu z\u00e4hlen&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Ab dem zweiten Sederabend beginnt man Omer zu z\u00e4hlen, dies tut man bis Schawuot, dies sind genau 49 Tage bis zum Vorabend von Schawuot. Die Torah selbst gebietet uns dies zu tun:<\/p>\n<blockquote><p> &#8222;&#8230;und ihr sollt z\u00e4hlen vom anderen Tage nach der Feier (Pessach) an, von dem Tage, als ihr dargebracht habt, die Omer-Schwingung (Speiseopfer), sieben volle Wochen. Bis zum anderen Tag nach der siebenten Woche sollt ihr f\u00fcnfzig Tage z\u00e4hlen, und ihr sollt dann HaSchem ein neues Speiseopfer darbringen&#8220; [Leviticus 15-16]<\/p><\/blockquote>\n<p>Unmittelbar nach Ma\u2019ariv oder w\u00e4hrend des Sederabends beginnt man mit dem Z\u00e4hlen des Omers. Vor dem eigentlichen Z\u00e4hlen sagt man folgende Brachah:<\/p>\n<p><em>&#8222;Baruch Atah Adonaj Elohejnu melech Ha\u2019olam ascher kideschanu be\u2019mitzvotav vetzivanu al sefirat ha\u2019omer&#8220; \u2013<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Gelobt seist Du, HaSchem, unser G\u2019tt, K\u00f6nig der Welt, der uns geheiligt hat mit seinen Geboten und uns geboten hat Omer zu z\u00e4hlen.&#8220;<\/p>\n<p>Dann z\u00e4hlt man. F\u00fcr den ersten Tag sagt man folgendes:<\/p>\n<p>&#8222;Hajom jom echad le\u2019omer&#8220; \u2013 &#8222;Heute ist der erste Tag seit dem Omer&#8220;. Die Grundform lautet also : &#8222;Hajom jom [Zahl des Tages] le\u2019omer&#8220;. Ab dem siebenten Tag, wird auch die Zahl der Woche hinzugef\u00fcgt: &#8222;Hajom sche\u2019vah jamim, sche\u2019hem scha\u2019vua echad, le\u2019omer&#8220; \u2013 &#8222;Heute sind es sieben Tage, welche eine Woche sind, seit dem Omer.&#8220; (Siddur Sefat Emet Seite 305; Siddur Schma Kolenu Seite 202; Siddur Kol Ya\u2019akov Seite 284)<\/p>\n<p>Schawuot als Fest hat also kein &#8222;eigenes&#8220; Kalenderdatum, sondern ist kalendarisch gebunden an Pessach, durch die Omer-Z\u00e4hlung. Der Charakter des Schawuot Festes wird dadurch unterstrichen: An Pessach erh\u00e4lt das j\u00fcdische Volk die Freiheit aus der Sklaverei und an Schawuot die Torah am Sinai aus den H\u00e4nden HaSchems durch Mosche Rabbenu. Die Freiheit von Pessach ist Voraussetzung f\u00fcr den Erhalt der Torah. Man z\u00e4hlt erst am zweiten Tag von Pessach Omer, weil man sich am ersten Abend ganz und vollst\u00e4ndig auf den Auszug aus Mitzrajim (\u00c4gypten) konzentrieren soll.<\/p>\n<p>Die Zeit des Omer-Z\u00e4hlens war zun\u00e4chst eine Zeit mit freudigem Charakter, denn es war auch die Zeit der Getreideernte und der Darbringung der vorgeschriebenen Opfer der Ernte (Leviticus 23,11). Nach der Zerst\u00f6rung des Tempels in Jeruschalajim wurde die Zeit allerdings zur Zeit der Trauer in der man keine Feiern und freudigen Anl\u00e4sse begeht.<\/p>\n<p>Im Jahre 132 allgemeiner Zeitrechnug war Israel durch Rom besetzt und der bekannte Aufstand unter Bar Kochba brach aus. Bar Kochba wurde durch den an der Sch\u00f6pfung des Talmud beteiligten Rabbi Akiva unterst\u00fctzt. Der Bar Kochba Aufstand wurde jedoch 135 d.Z. von R\u00f6mern niedergeschlagen und letztlich wurde auch Rabbi Akiva von den R\u00f6mern get\u00f6tet. W\u00e4hrend der Omer-Zeit brach dann eine Pest unter den Sch\u00fclern Rabbi Akivas aus, die erst am 33. Tag der Omer-Zeit aufh\u00f6rte, an diesem Tag verstarb auch der Begr\u00fcnder der Kabbalah Schimon bar Jochaj. Dieser 33. Tag Omer (der 18. Ijjar) wird deshalb als Halbfeiertag begangen und wir Lag ba\u2019Omer genannt; in Deutschland wurde dieser Tag &#8222;Sch\u00fclerfest&#8220; genannt, wegen der Plage unter den Sch\u00fclern Akivas. An Lag ba\u2019Omer d\u00fcrfen Feierlichkeiten begangen werden, deshalb ist Lag ba\u2019Omer ein beliebtes Datum f\u00fcr Hochzeiten geworden.<br \/>\nW\u00e4hrend der Omer-Zeit wurden auch die deutschen Juden Opfer der nach Israel ziehenden Kreuzfahrer w\u00e4hrend der Zeit der Kreuzz\u00fcge 1096 d.Z. bis 1099 d.Z.. Auch der Aufstand im Ghetto von Warschau und dessen Niederschlagung f\u00e4llt in die Zeit des Omer-Z\u00e4hlens.<br \/>\nDie Omer-Zeit lehrt uns in erster Linie, da\u00df die uns geschenkte Freiheit und das durch G\u2019tt gegebene Gesetz in einem tiefen und untrennbaren Zusammenhang stehen. Leo Trepp bringt diese Botschaft in seinem Buch &#8222;Die Juden \u2013 Volk, Geschichte, Religion&#8220; auf den Punkt: &#8222;Freiheit ohne Verpflichtung f\u00fchrt zum Nihilismus. Das k\u00fcndet uns die Z\u00e4hlung&#8220; (Seite 371).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unmittelbar nach Ma&#8217;ariv des zweiten Tages Pessach oder noch w\u00e4hrend des Seder-Abends beginnt man Omer zu z\u00e4hlen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-309","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-omerzeit"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=309"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":310,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309\/revisions\/310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}