{"id":311,"date":"2013-11-29T10:48:57","date_gmt":"2013-11-29T08:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=311"},"modified":"2013-11-29T10:55:18","modified_gmt":"2013-11-29T08:55:18","slug":"ueber-die-omerzaehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/ueber-die-omerzaehlung\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Omerz\u00e4hlung"},"content":{"rendered":"<p>In der Fr\u00fchlingsvollmondnacht feiern Israeliten in der ganzen Welt das Pessach-Fest der Befreiung. Denn sie waren in der Sklaverei in \u00c4gypten dazu bestimmt zu sterben. F\u00fcr sie aber wurde das Pessach-Lamm geopfert, und sie wurden von G-tt vom Tod zum Leben ausgel\u00f6st, von der Knechtschaft zur Freiheit befreit, aus dem Zustand dumpfer Verzweiflung auf den Weg zu menschlicher Vervollkommnung gef\u00fchrt. Die k\u00f6rperliche Befreiung war die Grundlage daf\u00fcr, dass das Volk Israel dann auch zu seiner eigentlichen Bestimmung herangef\u00fchrt werden konnte, dem Empfang von G-ttes Weisung, der Thorah.<!--more--><br \/>\nZwischen beiden Ereignissen liegt ein Zeitraum von 7&#215;7 Tagen, also 49 Tagen, beginnend am zweiten Tag nach der Pessach-Nacht. Zur Zeit, als der Tempel noch stand, brachte man an jedem dieser Tage einen Scheffel von der neuen Gersten-Ernte, das ist ein Omer, als Opfer dar. So nennt man diese Zeit die Omerzeit und z\u00e4hlt auch heute diese Tage noch nach den dargebrachten Omer. Es ist eine schwierige Zeit, eine Zeit voller Trauer. In dieser Zeit starben einst tausende der Sch\u00fcler des bedeutenden Lehrers Rabbi Aqiva an einer schrecklichen Seuche, die erst am 33. Tag der Omerzeit ein Ende fand, der so zu einem Freudentag in dieser Zeitperiode wurde. In dieser Zeit auch mussten sp\u00e4ter sehr viele Juden f\u00fcr die Heiligung des Heiligen Namens sterben, im Mittelalter und sp\u00e4ter, als immer wieder b\u00f6swillige Verleumdungen zu t\u00f6dlichem Judenhass f\u00fchrten. In dieser Zeit liegt der Gedenktag an den Beginn des verzweifelten j\u00fcdischen Warschauer Ghettoaufstands, der heute zugleich der Gedenktag an die Opfer des nationalsozialistischen Ausl\u00f6schungsversuchs des Judentums (Schoah) ist. Andererseits erhielt das Volk Israel in dieser Zeit den Schabbath, den w\u00f6chentlichen Ruhetag, als ein erneutes Befreiungsgeschenk G-ttes, das es dem Menschen m\u00f6glich macht am Ende einer Arbeitswoche wieder ein freier Mensch sein zu k\u00f6nnen (Ex 16, 25 &#8211; 30).<br \/>\nAuch die Wiedergeburt eines j\u00fcdischen Staatswesens im Heiligen Land nach fast 2000-j\u00e4hrigem Exil f\u00e4llt in diese Zeit: Der israelische Unabh\u00e4ngigkeitstag.<br \/>\nNach erfolgter Befreiung war es f\u00fcr das aus der Sklaverei herausgef\u00fchrte Volk nicht einfach die Mentalit\u00e4t eines unfreien Menschen zu \u00fcberwinden und abzustreifen. Seit dem Auszug aus \u00c4gypten gab es immer wieder Krisen und R\u00fcckf\u00e4lle. Aber G-tt f\u00fchrte das Volk zu sich heran und legte ihm die Vision eines Bundes zwischen Ihm und dem Volk dar. Es sollte Ihm als ein heiliges Volk geh\u00f6ren. Ihm Partner in Seinem Heilsplan werden.Das Volk nahm dieses Angebot bereitwillig an und erkl\u00e4rte:<\/p>\n<blockquote><p>  Alles, was der Ewige gesprochen hat, wollen wir tun. (Ex 19,8 ; Ex 24,3)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Volk heiligte sich, und am 50. Tag nach dem Auszug aus \u00c4gypten offenbarte Sich G-tt dem Volk Israel in Blitz und Donner, sprach \u00fcber ihm die 10 Gebote und \u00fcbergab ihm Seine Heilige Weisung. Auch wenn das Volk dieser Aufgabe dann tats\u00e4chlich zun\u00e4chst noch nicht gewachsen war und auf einem weiterhin m\u00fchevollen Weg erst noch wachsen und reifen musste um w\u00fcrdiger Partner G-ttes zu werden, so wird doch dieser Tag als der Tag der Thorah-\u00dcbergabe gefeiert. Wie einst heiligen sich Juden auch heute vor diesem Tag. Sie gehen in das rituelle Tauchbad, die Miqwe, und lautem sich. Wer es vermag, bleibt in der Nacht wach. Man liest die Nacht \u00fcber in geselliger Runde eine Kurzfassung der gesamten Thorah.<br \/>\nDem gel\u00e4uterten Zustand entspricht es, dass man an diesem Tag milchige Speisen isst. Wie f\u00fcr eine Hochzeit schm\u00fcckt man die Synagoge mit gr\u00fcnem Laub. Im G-ttesdienst wird zu Beginn der Thorahlesung eine von Rabbi Meir ben Yitzchaq im fr\u00fchen Mittelalter verfasste Hymne gelesen, die mit dem Wort &#8222;Aqdamuth&#8220; beginnt und den Sch\u00f6pfer und das Volk Israel besingt. Jede der Verszeilen endet mit der Silbe ,tha die mit dem letzten und dem ersten Buchstaben des hebr\u00e4ischen Alphabets geschrieben wird und versinnbildlichen soll, dass das Lesen der Thorah zyklisch ist, nach jedem Ende stets der Neuanfang folgt. Dieser Tag, der die 7-Wochen-Periode abschlie\u00dft, hei\u00dft auch Abschlusstag. Sein bekanntester Name aber ist Wochenfest, hebr\u00e4isch Schavuoth.<br \/>\nDa zur Zeit des Tempels an diesem Tag die Erstlingsfr\u00fcchte, vor allem der Weizen, als Opfer dargebracht wurden, hei\u00dft dieses Fest auch Fest der Erstlingsfr\u00fcchte und wird auch Tag des Getreideschnittes genannt.<br \/>\nAn diesem Tag liest man die Geschichte von Ruth, die aus Liebe zu G-tt und dem Volk Israel ihre Heimat verlassen hatte und um ihre Schwiegermutter und sich zu ern\u00e4hren hinter den Schnittern die stehen geblichenen \u00c4hren sammelte. Aufgrund ihrer Treue wurde sie erh\u00f6ht und wurde die Stammmutter Dawids, aus dessen Haus der Gesalbte G-ttes, der Maschiach, am Tag der Erf\u00fcllung der Thorah kommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Fr\u00fchlingsvollmondnacht feiern Israeliten in der ganzen Welt das Pessach-Fest der Befreiung. Denn sie waren in der Sklaverei in \u00c4gypten dazu bestimmt zu sterben. 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