{"id":3132,"date":"2018-06-19T10:17:48","date_gmt":"2018-06-19T08:17:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=3132"},"modified":"2024-05-08T10:19:01","modified_gmt":"2024-05-08T08:19:01","slug":"kitzur-schulchan-aruch-kapitel-25-bis-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kitzur-schulchan-aruch-kapitel-25-bis-27\/","title":{"rendered":"Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 25 bis 27"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"140\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Shlomo_Ganzfried.jpg?resize=100%2C140&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3056\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>Die \u00dcbersetzung des Kitzur Schulchan Aruch von Schlomoh Ganzfried auf talmud.de<\/em> <br><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-kitzur-schulchan-aruch\/\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 25. Die Vorschriften f\u00fcr \u05d0\u05e9\u05e8\u05d9 \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df bis zum Schluss des Gebetes.<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 8 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man sagt \u05d0\u05e9\u05e8\u05d9 und . . . \u05ea\u05d4\u05dc\u05d4 \u05dc\u05d3\u05d5\u05d3 und soll dabei gute Andacht haben; besonders beherzige man sehr den Vers: \u05f4Du \u00f6ffnest Deine Hand . . .\u201c (wie oben steht, Kap. 14, \u00a7 2, siehe dort nach).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72.<\/h2>\n\n\n\n<p>Dann sagt man .\u05dc\u05de\u05e0\u05e6\u05d7 An folgenden Tagen sagt man den Psalm nicht: Am Neumondstag, Chanuka, Purim, ebenso auch nicht in einem Schaltjahr am 14. u. 15. des ersten Adar, Erew Pessach, Erew Jom-hakipurim, am neunten Aw; auch sagt man ihn nicht im Hause eines Trauernden (in der Trauerwoche). An einem Tag, an dem man \u05dc\u05de\u05e0\u05e6\u05d7 nicht sagt, sagt man auch nicht \u05d0\u05f3 \u05d0\u05e8\u05da \u05d0\u05e4\u05d9\u05dd<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man spricht die Keduscha von \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df mit der aram\u00e4ischen Wiedergabe; man soll sehr darauf achten, sie and\u00e4chtig zu sprechen; die aram\u00e4ische Wiedergabe sage man leise.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man darf vor dieser Keduscha die Synagoge nicht verlassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man bem\u00fche sich, sie mit der Gemeinde zusammen zu sagen. Wenn jemand darum in die Synagoge kommt, w\u00e4hrend die Gemeinde sie spricht, sage er sie mit ihr auch vor seinem Gebet; ebenso kann man sie vor den beiden Versen, \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df und \u05d5\u05d0\u05e0\u05d9 \u05d6\u05d0\u05ea \u05d1\u05e8\u05d9\u05ea\u05d9 n\u00e4mlich, sagen, und spreche diese Verse nachher; und um so mehr kann man \u05d0\u05e9\u05e8\u05d9 und \u05dc\u05de\u05e0\u05e6\u05d7 \u00fcberspringen, um diese Keduscha mit der Gemeinde zusammen zu sagen, und spreche nachher, was man \u00fcbersprungen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a76.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man spricht . . . \u05e2\u05dc\u05d9\u05e0\u05d5 \u05dc\u05e9\u05d1\u05d7 und soll es mit Beben und Furcht sagen; Jehoschua hat es eingerichtet, zur Zeit, da er Jericho einnahm. Dann spricht man den Psalm des Tages und die anderen Psalmen, an jedem Ort nach seinem Gebrauch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a77.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man die Synagoge verl\u00e4sst, sagt man den Vers (Ps. 5,9), Ewiger, leite mich . . ., und verneige sich zur heiligen Lade hin wie ein Sch\u00fcler, der sich von seinem Lehrer verabschiedet. Wenn man zur Synagoge hinausgeht, gehe man nicht mit dem R\u00fccken der heiligen Lade zu hinaus, sondern gehe an den Seiten; ebenso, wenn man von der heiligen Lade heruntergeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a78.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man die Synagoge verl\u00e4sst, darf man nicht laufen oder gro\u00dfe Schritte machen, weil man von sich zeigen w\u00fcrde, der Aufenthalt in der Synagoge erscheine einem als Last; wann ist das gesagt? Wenn man zu seinen Gesch\u00e4ften geht; wenn man aber von der Synagoge ins Lehrhaus geht, ist es ein Gebot zu eilen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 26. Die Vorschriften f\u00fcr Kaddisch der Waisen.<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 22 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71.<\/h2>\n\n\n\n<p>Es finden sich in Midraschim viele Begebenheiten, dass dadurch, dass der Sohn f\u00fcr seinen Vater oder seine Mutter Kaddisch sagte, diese von der Strafe befreit wurden; darum hat man den Gebrauch, Kaddisch zu sagen; ebenso zu Maftir aufgerufen zu werden und vor der heiligen Lade vorzubeten, besonders an den Schabbat-Ausg\u00e4ngen, das ist die Zeit, da die Seelen ins Gehinnom zur\u00fcckkehren; ebenso bei jedem Maariw-Gebet, denn da ist die Strafe stark. Bez\u00fcglich der Kaddeschim gibt es auf Grund der Minhagim verschiedene Vorschriften.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72.<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Trauerwoche hat der Betreffende alle Kaddeschim, ob es ein Kind oder ein Erwachsener, ein Ans\u00e4ssiger oder ein Fremder ist, und verdr\u00e4ngt alle sonstigen Trauernden, selbst wenn in die Trauerwoche ein Fest fiel, das die Vorschrift der Trauerwoche aufhebt. Ebenso, wenn das Fest nach der Trauerwoche die Vorschrift der drei\u00dfig Tage aufhebt, hat es keinen Einfloss auf die Kaddeschim; auch sagt man nicht bez\u00fcglich Kaddisch, dass ein Teil des Tages gleich dem ganzen Tag sei, und selbst zu Mincha des siebten Tages hat der betreffende Trauernde alle Kaddeschim. Man z\u00e4hlt die sieben und die drei\u00dfig Tage vom Tage der Beerdigung an (diesen als ersten); auch wenn der Trauernde nicht gleich davon wusste und die sieben Trauertage erst nachher h\u00e4lt, so hat er bez\u00fcglich Kaddisch nicht mehr die Vorschrift der Trauerwoche. Ebenso, wenn jemand am Fest gestorben ist, z\u00e4hlt man bez\u00fcglich Kaddisch vom Tag der Beerdigung an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn auch eine Jahrzeit in der Synagoge ist, wenn der in der Trauerwoche Befindliche ein Kind ist, das alle sieben Tage in die Synagoge kommt, dann erh\u00e4lt Jahrzeit einen Kaddisch; wenn viele Jahrzeiten sind, erh\u00e4lt jeder einen Kaddisch, selbst wenn dadurch das in der Trauerwoche befindliche Kind ganz verdr\u00e4ngt wird. Wenn ein in den drei\u00dfig Tagen Befindlicher zugegen ist, erh\u00e4lt er ebenfalls einen Kaddisch; wenn aber viele in den drei\u00dfig Tagen Befindliche zugegen sind, wird das in der Trauerwoche befindliche Kind nicht ganz von ihnen verdr\u00e4ngt. Wenn es ein Erwachsener ist, der nicht die ganzen sieben Tage in die Synagoge kommt, so sagt er, wenn er auch zu Hause mit Minjan betet, wenn er am Schabbat in die Synagoge kommt, dennoch alle Kaddeschim. Auch wenn Jahrzeit da ist, sagt der in der Trauerwoche Befindliche dennoch alle Kaddeschim au\u00dfer einem Kaddisch, \u00fcber den sie losen sollen. Wenn jedoch die Trauerwoche durch ein Fest f\u00fcr ihn aufgehoben worden oder sein Vater (oder seine Mutter) am Fest gestorben ist, dann hat er die Vorschrift eines Kindes, da er jeden Tag in die Synagoge kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Kind in der Trauerwoche und ein Erwachsener in der Trauerwoche am Schabbat, wenn er in die Synagoge kommt, sind gleich an Kaddeschim; wenn auch Jahrzeit da ist, wird er von dem Erwachsenen verdr\u00e4ngt; darum hat der Erwachsene in diesem Fall einen Kaddisch mehr als das Kind, den Kaddisch n\u00e4mlich, den das Kind an Jahrzeit h\u00e4tte abgeben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75.<\/h2>\n\n\n\n<p>Jahrzeit und ebenso ein in den drei\u00dfig Tagen Befindlicher kommen vor den anderen im Trauerjahr Befindlichen. Dennoch soll man auch ihnen einige Kaddeschim \u00fcberlassen und soll einf\u00fchren, dass der Kaddisch f\u00fcr unsere Lehrer (nach dem Lernen) und auch der Kaddisch nach \u05e2\u05dc\u05d9\u05e0\u05d5 an Jahrzeit oder dem in den drei\u00dfig Tagen Befindlichen geh\u00f6re und die anderen Kaddeschim den \u00fcbrigen Trauernden, wenn sie gleich der Anzahl der Kaddeschim sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a76.<\/h2>\n\n\n\n<p>Jahrzeit und ein in den drei\u00dfig Tagen Befindlicher, wenn keine Beschr\u00e4nkung da ist, hat der in den drei\u00dfig Tagen Befindliche den Vorrang, und Jahrzeit hat nur einen Kaddisch. Wenn viele Jahrzeiten da sind, hat jeder einzelne einen Kaddisch, wenn auch der in den drei\u00dfig Tagen Befindliche ganz verdr\u00e4ngt wird, da er morgen Kaddisch sagen wird, f\u00fcr Jahrzeit aber morgen die Zeit vor\u00fcber ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a77.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn zwei Trauernde gleich sind, sollen sie unter sich losen; wenn dann der eine durch das Los Maariw erhalten, hat der andere daf\u00fcr Schacharit einen Kaddisch ohne Los, und den dritten Kaddisch sollen sie wieder verlosen. Ebenso, wenn viele da sind, sollen sie auch losen; und wer einmal im Los gewonnen hat, kommt nicht ins Los, bis alle Kaddisch gesagt haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a78.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Ans\u00e4ssiger kommt vor einem Fremden (wenn dieser nicht in der Trauerwoche befindlich ist). Wenn ein Ans\u00e4ssiger Jahrzeit und ein Fremder Jahrzeit hat, erh\u00e4lt der Fremde keinen Kaddisch. Ein Ans\u00e4ssiger in den drei\u00dfig Trauertagen oder ein Ans\u00e4ssiger im Trauerjahr und eine fremde Jahrzeit, erh\u00e4lt der Fremde einen Kaddisch. Hat ein Ans\u00e4ssiger Jahrzeit und ist ein Ans\u00e4ssiger in den drei\u00dfig Trauertagen und eine fremde Jahrzeit zugegen, hat der Fremde ebenfalls einen Kaddisch, und der Ans\u00e4ssige, der Jahrzeit hat, kann nicht zu ihm sagen: Ich habe das Vorrecht. Denn jener kann ihm antworten: Ich nehme nicht von Dir, sondern von dem in den drei\u00dfig Trauertagen. Und der Ans\u00e4ssige Jahrzeithabende sage den ersten Kaddisch, der fremde Jahrzeithabende den zweiten Kaddisch und der in den drei\u00dfig Trauertagen den dritten Kaddisch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a79.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Fremder in den drei\u00dfig Trauertagen und ein Ans\u00e4ssiger im Trauerjahr sind gleich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a710.<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine ans\u00e4ssige Jahrzeit und ein Fremder in den drei\u00dfig Trauertagen, sage der Ans\u00e4ssige den ersten und den zweiten Kaddisch und der Fremde den dritten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a711.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Fremder im Trauerjahr hat inmitten der ans\u00e4ssigen Trauernden im Trauerjahr einen Kaddisch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a712.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ans\u00e4ssig hei\u00dft in dieser Beziehung jeder, der eine feste Wohnung am Orte hat, wenn er auch keine Steuer bezahlt, oder er zahlt hier Steuer, wenn er auch nicht hier wohnt. Wer von ausw\u00e4rts hierher kommt, um nach seinem Vater oder seiner Mutter, die hier wohnten, Kaddisch zu sagen, obschon diese hier ans\u00e4ssig waren, so hat doch dieser Sohn, da er weder hier wohnt noch hier Steuer bezahlt, nicht das Recht eines Ans\u00e4ssigen. Wenn ein Hausherr einen Lehrer oder einen Diener h\u00e4lt, die ledig sind, so hei\u00dfen diese hier ans\u00e4ssig; wenn sie aber ausw\u00e4rts Frauen haben, sind sie hier wie Fremde. Wer in der Jeschiva (Talmudschule) lernt, und ebenso ein Lehrer, der von mehreren Hausherrn angestellt ist, diese haben, wenn sie auch ausw\u00e4rts verheiratet sind, hier das Recht wie Ans\u00e4ssige. Wer einen Waisen Knaben, der weder Vater noch Mutter hat, in seinem Haus, wenn auch f\u00fcr Geld, erzieht, so hat dieser hier das Recht eines Ans\u00e4ssigen; wenn er aber ausw\u00e4rts einen Vater oder eine Mutter hat, so gilt er als Fremder, auch wenn man ihn aus Wohlt\u00e4tigkeit erzieht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a713.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn jemand regelm\u00e4\u00dfig, in einer Synagoge oder einem Lehrhaus betet, und er geht nach einer anderen Synagoge, um dort Kaddisch zu sagen, k\u00f6nnen die Traueraden dort ihn verdr\u00e4ngen, selbst wenn er in der Trauerwoche ist; denn er ist weniger als ein Fremder, weil der Fremde sonst keinen Ort zum Beten und zum Kaddischsagen hat, dieser aber ja.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a714.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer vor der heiligen Lade vorbeten kann und dazu w\u00fcrdig ist, bete daselbst, und dies hat mehr Bedeutung als das Kaddisch der Waisen, das nur f\u00fcr Kinder angeordnet ist; wer nicht das ganze Gebet vorbeten kann, bete von \u05d0\u05e9\u05e8\u05d9 \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df an und weiter vor. Wer mehr Rechte an den Kaddeschim hat, wie einer in der Trauerwoche oder in den drei\u00dfig Trauertagen, hat auch mehr Rechte bez\u00fcglich des Gebetes. Es ist Gebrauch, dass ein Trauernder am Schabbat und an Feiertagen nicht vor der heiligen Lade vorbetet. Wenn er aber auch vor der Trauerzeit am Schabbat und an den Feiertagen vorzubeten pflegte, kann er auch in der Trauerzeit vorbeten. (<em>Schaare Teschuva<\/em> im Namen von Teschub. Meir Netibim 80, und siehe weiter Kap. 128 \u00a7 8).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a715.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn zwei gleiche Rechte am Kaddisch haben und beide vor der heiligen Lade vorbeten k\u00f6nnen und gleichm\u00e4\u00dfig der Gemeinde recht sind, sollen sie losen, dass der eine bis \u05d0\u05e9\u05e8 \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df und der andere\u05d0\u05e9\u05e8\u05d9 \u05d5\u05d1\u05d0 \u05dc\u05e6\u05d9\u05d5\u05df &nbsp;bete. Wenn der eine nicht vor der heiligen Lade vorbeten kann oder er ist der Gemeinde nicht recht, und der andere hat vorgebetet, so hat derjenige, der vorgebetet hat, sein Recht an den Kaddeschim nicht verloren; doch soll er nachgiebig sein und dem, der nicht vorgebetet hat, den Kaddisch \u00fcberlassen und besonders Kindern gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a716.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer \u00fcber seinen Vater und auch \u00fcber seine Mutter trauert, hat doch nicht mehr Anrecht an den Gebeten und Kaddeschim als ein anderer Trauernder, weil dasselbe Gedenken beiden gilt. (<em>Knes. Jechesk.<\/em> und siehe <em>Nod. bej. II 5<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a717.<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist Gebrauch, Kaddisch nur elf Monate zu sagen, um seinen Vater oder seine Mutter nicht wie B\u00f6sewichte zu betrachten; denn die Strafe der B\u00f6sewichte dauert zw\u00f6lf Monate. Ist zum Beispiel jemand am zehnten Schwat gestorben, h\u00f6rt er am neunten Tewes auf, Kaddisch zu sagen; am zehnten Tewet sage er nicht mehr; denn das w\u00e4re ein Tag im zw\u00f6lften Monat, und ein Tag im Monat gilt als Monat; dann w\u00e4re es, als h\u00e4tte er zw\u00f6lf Monate Kaddisch gesagt. In dieser Beziehung z\u00e4hlt man vom Tag des Begr\u00e4bnisses und nicht vom Todestag an, so dass, wenn jemand am elften Schewat begraben worden ist, man dann am zehnten Tewet aufh\u00f6rt; denn die Strafe f\u00e4ngt erst nach dem Begr\u00e4bnis an (Peri Megad. im Buch Noam Megad.). War ein Schaltjahr, h\u00f6rt er am neunten (oder zehnten) Kislew auf. An dem Tag, an dem er aufh\u00f6rt, hat er alle Kaddeschim, nur einer Jahrzeit geh\u00f6rt ein Kaddisch und ebenso einem in den drei\u00dfig Trauertagen. Wenn einige Jahrzeiten oder solche in den drei\u00dfig Trauertagen da sind, wird er durch sie ganz verdr\u00e4ngt. Wenn einer von seinem Vater oder seiner Mutter wei\u00df, dass sie zu jenen B\u00f6sewichten geh\u00f6rten, die zw\u00f6lf Monate gestraft werden, geh\u00f6rt es sich und ist er verpflichtet, zw\u00f6lf Monate Kaddisch zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a718.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn, der Ewige verh\u00fcte es, viele Trauernde da sind, dann hat man an vielen Orten, auf dass sie nicht zu Streit und Hader kommen, den Gebrauch, dass zwei oder drei gleichzeitig sagen (Pitche Teschub. im Namen von Chomot Jerusch.).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a719.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn kein um seinen Vater oder seine Mutter Trauernder in der Synagoge ist, so sage jenen Kaddisch einer, der keinen Vater und keine Mutter mehr hat, f\u00fcr alle Toten Israels. Es gibt Orte, an denen andere Verwandte f\u00fcr ihre Verwandten Kaddisch zu sagen pflegen, wenn keine f\u00fcr ihren Vater oder ihre Mutter Trauernden da sind, wenn jemand f\u00fcr seinen Gro\u00dfvater oder seine Gro\u00dfmutter, die ohne S\u00f6hne gestorben sind, oder f\u00fcr seinen Sohn oder seine Tochter, die ohne S\u00f6hne gestorben sind, Kaddisch sagen will, m\u00f6gen ihn die Trauernden einen Kaddisch sagen lassen, wenn sie selbst alle schon Kaddisch gesagt haben. Es gibt auch Orte, an denen auch andere Verwandte Kaddisch zu sagen pflegen, selbst wenn um Vater oder Mutter Trauernde da sind, nur einigen sie sich miteinander in der Weise, dass sie nicht so viel Kaddeschim sagen wie die um Vater oder Mutter Trauernden. In all diesen Fragen richtet man sich nach dem Ortsgebrauch, nur muss es ein am Ort feststehender Gebrauch sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a720.<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine Tochter sage in der Synagoge keinen Kaddisch. Jedoch sagen manche, wenn man in ihrem Hause Minjan machen wolle, dass sie dort Kaddisch sage, d\u00fcrfe man es tun (Knes. Jech.), manche sagen, auch das tue man nicht (Chaw. Jair 222).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a721.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn einer Jahrzeit hatte und nicht Kaddisch sagen konnte, er war zum Beispiel auf einer Reise, oder es kam kein Kaddisch auf ihn, kann er beim Maariw-Gebet nach der Jahrzeit noch Kaddisch sagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a722.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn auch das Kaddischsagen und das Vorbeten zum Seelenheil der Eltern beitr\u00e4gt, so sind sie doch nicht die Hauptsache. Vielmehr ist die Hauptsache, dass die Kinder einen frommen Lebenswandel f\u00fchren, damit machen sie ihre Eltern selig. So hei\u00dft es im heiligen Buche Sohar (Ende Levitikus): Ein Kind ehre den Vater (Mal. 1, 6), wie geboten (Exod. 20, 12), ehre deinen Vater und deine Mutter, und das deutet man durch Speise und Trank, und zu all dem ist man zu ihren Lebzeiten verpflichtet; nach ihrem Tode aber, meinst du vielleicht, sei man frei, so ist es aber nicht; auch wenn sie gestorben sind, ist man, und zwar noch mehr, zu ihrer Ehrung verpflichtet; denn es hei\u00dft, mache deinem Vater Ehre; wenn ein Sohn aber einen unfrommen Lebenswandel f\u00fchrt, so sch\u00e4tzt er bestimmt seinen Vater gering und bereitet ihm bestimmt Unehre. Geht aber ein Sohn den guten Weg und bessert seine Handlungen, so ehrt er ganz gewiss damit seinen Vater, er ehrt ihn in dieser Welt bei den Menschen und ehrt ihn in der anderen Welt bei dem Heiligen, gelobt sei Er; der Heilige, gelobt sei Er, erbarmt sich \u00fcber ihn und l\u00e4sst ihn gewiss bei dem Throne Seiner Herrlichkeit verweilen\u2026 Der Mensch verf\u00fcge letztwillig seinen Kindern, irgendein Gebot ganz besonders eifrig zu erf\u00fcllen; und wenn sie dies halten, wird es h\u00f6her als das Kaddisch-Gebet angerechnet. Das ist eine gute Anordnung auch f\u00fcr solche, die keine S\u00f6hne, sondern T\u00f6chter haben.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 27. Vorschriften f\u00fcr das Thora-Lernen.<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 5 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71.<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Gebet bestimme man eine Zeit zum Thora-Lernen; diese Zeit soll fest sein, dass man sie nicht vers\u00e4ume, auch wenn man glaubt, viel verdienen zu k\u00f6nnen. Wenn man etwas sehr dringendes besorgen muss, lerne man zuerst wenigstens einen Vers oder eine Halacha, besorge, was einem dringend ist, und vollende dann sein Pensum. In manchen heiligen Gemeinden sind heilige Vereine gegr\u00fcndet, um gleich nach dem Gebet gemeinsam \u00f6ffentlich Thora zu lernen; jeder Gottesf\u00fcrchtige schlie\u00dfe sich ihnen an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72.<\/h2>\n\n\n\n<p>Jedermann in Israel ist verpflichtet, Thora zu lernen, sei er arm oder reich, gesund oder von Schmerzen heimgesucht, jung oder sogar hochbetagt; selbst ein Armer, der an den T\u00fcren umhergeht, ist verpflichtet, sowohl am Tag als auch in der Nacht sich eine Zeit zum Thora-Lernen zu bestimmen; denn es hei\u00dft (Jos. 1, 8): Forsche darin am Tag und in der Nacht. Wer gar nicht zu lernen versteht oder durch seine vielseitige Besch\u00e4ftigung daran verhindert ist, erhalte andere, die lernen; und das wird ihm angerechnet, als ob er selbst lerne, wie unsere Lehrer sel. And. den Vers erkl\u00e4rt haben (Deut. 33,18): Freue Dich, Sebulun; mit Deinem Auszug und, Jissachar, mit Deinen Zelten; Sebulun und Jissachar verbanden sich, Sebulun besch\u00e4ftigte sich mit Handel und gab Jissachar, was er zur Erhaltung brauchte, dass er Zeit habe, sich mit Thora zu besch\u00e4ftigen; darum nennt der Vers Sebulun vor Jissachar, weil die Thorakenntnis Jissachars durch Sebulun kam. Und so finden wir auch in der Mischna (Sebachim I): Schimeon, der Bruder von Asarja, sagte .. . . Schimeon wurde nach seinem Bruder Asarja genannt, weil Asarja, der sich mit Handel besch\u00e4ftigte, alles, was sein Bruder Schimeon brauchte, ihm gab, weil er sich mit Thora besch\u00e4ftigte; und sie machten miteinander ab, dass Asarja an dem Lohn f\u00fcr das Lernen Schimeons Anteil erhalte. Jedenfalls strenge sich jedermann an, an jedem Tage und in jeder Nacht wenn auch nur etwas zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer sein Thora-Lernen nicht zu seiner stetigen Besch\u00e4ftigung machen kann, sondern nur bestimmte Zeiten zum Lernen festsetzt, besch\u00e4ftige sich in diesen bestimmten Zeiten, die er festgesetzt hat, damit, die viel vorkommenden Vorschriften, die einem jeden in Israel zu wissen n\u00f6tig sind, zu lernen; auch Agadot und Midraschim und Sammlungen erziehender Ausspr\u00fcche, die auf den heiligen Bergen der Midraschim unserer Lehrer sel. And. ihre Begr\u00fcndung haben und die dazu beitragen, die Kraft des b\u00f6sen Triebes zu beugen. Heil dem, der ein festes Gesetz hat, das er nie \u00fcbertritt, im Werk \u05d7\u05e7 \u05dc\u05d9\u05e9\u05e8\u05d0\u05dc das f\u00fcr jeden Tag vorgeschriebene Pensum zu lernen; und wer noch dazu hinzuf\u00fcgt, dem f\u00fcgt man auch vom Himmel aus Gutes hinzu.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn jemand lernt, und muss hinausgehen, lasse er das Buch nicht offen liegen, denn dadurch vergisst er das Gelernte (<em>Sift. Koh. Jor. Dea 277<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man muss bei allem, was man lernt, darauf achten, es mit den Lippen auszusprechen und es seine Ohren h\u00f6ren zu lassen; denn es hei\u00dft (Jos. 1,8), es weiche dies Buch der Lehre nicht aus Deinem Munde und forsche darin. &#8230; Wer mit seinen Lippen ausspricht, erf\u00fcllt, wenn er auch nicht vollkommen versteht, das Gebot (Deut. 5,1), lernet sie. Darum sagt auch jeder Unkundige am Morgen die Berachot \u00fcber die Thora vor den Versen und ebenso, wenn er zur Sefer-Thora aufgerufen wird. Wer sich mit Thora besch\u00e4ftigt und wegen mangelnder Erkenntnis nicht alles verstehen kann, wird einst das Gl\u00fcck haben, es in der zuk\u00fcnftigen Welt zu verstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 25 bis 27 in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,133],"tags":[],"class_list":["post-3132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-kitzur-schulchan-aruch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3132"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9981,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3132\/revisions\/9981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}