{"id":3166,"date":"2018-08-28T08:41:50","date_gmt":"2018-08-28T06:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=3166"},"modified":"2024-05-08T10:22:52","modified_gmt":"2024-05-08T08:22:52","slug":"kitzur-schulchan-aruch-kapitel-128","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kitzur-schulchan-aruch-kapitel-128\/","title":{"rendered":"Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 128"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"140\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Shlomo_Ganzfried.jpg?resize=100%2C140&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3056\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>Die \u00dcbersetzung des Kitzur Schulchan Aruch von Schlomoh Ganzfried auf talmud.de<\/em> <br><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-kitzur-schulchan-aruch\/\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 128. Vorschriften f\u00fcr den Monat Elul<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 16 Paragraphen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71.<\/h2>\n\n\n\n<p>Vom Anfang des Monats Elul an bis nach <em>Jom-Hakipurim<\/em> sind die Tage der Gnade. Und wenn auch der Heilige, gelobt sei Er, w\u00e4hrend des ganzen Jahres die R\u00fcckkehr annimmt von denen, die mit ganzem Herzen zu Ihm zur\u00fcckkehren, so sind dennoch diese Tage f\u00fcr die R\u00fcckkehr besonders erw\u00e4hlt und bestimmt, Tage des Erbarmens und Tage der Gnade zu sein, weil am Rosch Chodesch Elul Mosche zum Berg Sinai hinaufstieg, die zweiten Tafeln zu empfangen, und dort vierzig Tage blieb und am zehnten Tischri, als die S\u00fchne vollendet war, herabkam. Seit damals sind diese Tage als Tage der Gnade geheiligt und der zehnte Tag im Tischri als Tag der Vers\u00f6hnung. An den meisten Orten ist Gebrauch, am R\u00fcsttag des Rosch-Chodesch Elul zu fasten und die Ordnung des \u00bbkleinen Jom kippur\u00ab zu beten, um die Herzen zur R\u00fcckkehr vorzubereiten. Wenn Rosch-Chodesch auf Schabbat f\u00e4llt, h\u00e4lt man Jom-Kippur-katon schon vorher am f\u00fcnften Tag der Woche. Der Ari seligen Angedenkens schreibt (Schemot 21, 13) \u00bbwer es aber nicht beabsichtigt hatte, und Gott f\u00fcgte es in seine Hand, so bestimme ich f\u00fcr Dich\u00ab. \u200f\u05dc\u05d9\u05d3\u05d5 \u05d5\u05e9\u05de\u05ea\u05d9 \u05dc\u05da\u200e \u05d0\u05e0\u05d4, die Anfangsbuchstaben der Worte ergeben \u05d0\u05dc\u05d5\u05dc Elul; um zu sagen, dass dieser Monat die Zeit der Gnade ist, die R\u00fcckkehr anzunehmen von allen S\u00fcnden, die die Menschen im ganzen Jahr begangen haben. Auch ist dies eine Andeutung, dass man in diesem Monat auch f\u00fcr Versehen R\u00fcckkehr \u00fcben muss. Ferner haben die Erkl\u00e4rer von Andeutungen gesagt, (Dwarim 30, 6) \u201cDer Ewige, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, \u05d0\u05b6\u05ea \u05dc\u05b0\u05d1\u05b8\u05d1\u05b0\u05da\u05b8 \u05d5\u05b0\u05d0\u05b6\u05ea \u05dc\u05b0\u05d1\u05b7\u05d1 \u05d6\u05b7\u05e8\u05b0\u05e2\u05b6\u05da\u05b8\u200e, die Anfangsbuchstaben der Worte ergeben Elul. Ebenso, (Schir Haschirim 6, 3) \u00bbich geh\u00f6re meinem Trauten an und mein Trauter mir\u00ab \u05d0\u05e0\u05d9 \u05dc\u05d3\u05d5\u05d3\u05d9 \u05d5\u05d3\u05d5\u05d3\u05d9 \u05dc\u05d9, ergeben die Anfangsbuchstaben der Worte Elul. Ebenso, (Esther 9, 22) \u00bbein jeder seinem n\u00e4chsten und Gaben den Armen\u00ab \u05d0\u05b4\u05d9\u05e9\u05c1 \u05dc\u05b0\u05e8\u05b5\u05e2\u05b5\u05d4\u05d5\u05bc \u05d5\u05bc\u05de\u05b7\u05ea\u05bc\u05b8\u05e0\u05d5\u05b9\u05ea \u05dc\u05b8\u05d0\u05b6\u05d1\u05b0\u05d9\u05d5\u05b9\u05e0\u05b4\u05d9\u05dd, ergeben die Anfangsbuchstaben der Worte Elul.<br>Das ist eine Andeutung f\u00fcr die drei Dinge:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>R\u00fcckkehr,<\/li>\n\n\n\n<li>Gebet<\/li>\n\n\n\n<li>und Wohlt\u00e4tigkeit,<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>deren man sich in diesem Monat beflei\u00dfigen soll. \u00bbDer Ewige wird beschneiden\u00ab weist auf R\u00fcckkehr hin; \u00bbich geh\u00f6re meinem Trauten an\u00ab ist ein Hinweis auf das Gebet, das ein Gesang der Liebe; und \u00bbein Jeder seinem N\u00e4chsten und Gaben den Armen\u00ab soll zu Wohlt\u00e4tigkeit veranlassen. (Das hei\u00dft, dass man zuerst seinem N\u00e4chsten erstattet, was ihm geb\u00fchrt, und dann mit seinem eigenen Verm\u00f6gen Wohlt\u00e4tigkeit \u00fcbt.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man pflegt in diesem Monat Schofar zu blasen; man f\u00e4ngt am zweiten Tag Rosch-Chodesch an und bl\u00e4st jeden Tag nach dem Schacharit-Gebet \u200f\u05ea\u05e9\u05e8\u201d\u05ea\u200e (Tekia, Sch\u2019warim-Terua, Tekia); nur am <em>Erew-Rosch-Haschana<\/em> unterbricht man, um zwischen dem freiwilligen Blasen der Pflicht zu unterbrechen. Der Grund des Blasens in diesem Monat ist, um das Volk zur R\u00fcckkehr zu erwecken; denn so ist die Natur des Schofars, zu erwecken und erschrecken. Wie der Schriftvers sagt (Amos 3, 6): \u00bbWird wohl in der Stadt ins Schofar gesto\u00dfen, und das Volk erschrickt nicht!?\u00ab Ferner pflegt man in diesen L\u00e4ndern vom zweiten Tag Rosch-Chodesch Elul an bis Schemini-Azeret morgens und abends nach dem Gebet den Psalm 27 von David, \u201cder Ewige ist mein Licht und mein Heil\u201d zu sagen; das ist auf Grund des Midrasch: der Ewige ist mein Licht am Rosch Haschana und mein Heil am <em>Jom Hakippurim<\/em>, denn Er birgt mich in seiner H\u00fctte, das weist auf Sukkot hin.Ferner pflegt man in der Gemeinde Tehillim zu sagen, an jedem Ort seinem Gebrauch entsprechend.Wenn der Elul angefangen, bis <em>Jom Hakippurim<\/em>, wenn jemand seinem N\u00e4chsten einen Brief schreibt, muss er darin am Anfang oder am Ende andeuten, dass er f\u00fcr ihn betet und ihn segnet, er m\u00f6ge das Gl\u00fcck haben, an den Tagen, die kommen. im Buche gl\u00fccklichen Lebens eingeschrieben und besiegelt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73.<\/h2>\n\n\n\n<p>M\u00e4nner von frommen Werken pflegen in diesem Monat ihre Tefillin und ihre Mesusot nachzusehen, und alles, woran etwas Unbrauchbares.\u201a auch an den anderen Geboten, gefunden wird, bessern sie aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74.<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Schabbat nach Tischa beAw und weiter, an sieben Schabbatot, sagt man sieben Haftarot des Trostes.<br>Wenn der erste Tag Rosch Chodesch Elul auf Schabbat f\u00e4llt, verdr\u00e4ngt man (die Haftarah) <em>Anijah Soarah<\/em> und sagt als Haftarah <em>Haschamajim kise<\/em>, weil in ihr die Tr\u00f6stungen Jeruschalajims vorkommen; und am Schabbat des Wochenabschnittes <em>Ki Teze<\/em> an dem man <em>Roni akarah<\/em> als Haftarah sagt, f\u00fcgt man als Erg\u00e4nzung auch <em>Anijah Soarah<\/em> hinzu, die in der heiligen Schrift darauf folgt.<br>Wenn man sich am Schabbat Rosch-Chodesch Elul geirrt und <em>Anijah Soarah<\/em> gesagt h\u00e4tte und sich erinnert, bevor man die Nach-Berachot angefangen hat, sage man auch noch <em>Haschamajim kise<\/em> und dann die Nach-Berachot.<br>Wenn Rosch Chodesch Elul auf den ersten Tag der Woche f\u00e4llt, verdr\u00e4ngt man die Haftarah <em>Machar Chodesch<\/em> (morgen ist Neumond), weil in ihr keine Tr\u00f6stungen Jeruschalajims enthalten sind, und sagt als Haftarah <em>Anijah Soarah<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75.<\/h2>\n\n\n\n<p>Vom ersten Tag der Woche vor Rosch-Haschana an und weiter steht man fr\u00fch auf zu den Gebeten um Verzeihung (<em>Selichot<\/em>). Wenn Rosch-Haschana schana auf den zweiten oder dritten Tag der Woche f\u00e4llt, f\u00e4ngt man schon am ersten Tag der Woche vorher an. Wenn man fr\u00fch aufsteht, muss man die H\u00e4nde waschen und die Beracha \u00fcber das H\u00e4ndewaschen und die Berachot \u00fcber die Tora sprechen; und nach den Selichot-Gebeten wasche man seine H\u00e4nde noch einmal ohne Beracha.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a76.<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Vorbeter, der die <em>Selichot<\/em> vertr\u00e4gt, h\u00fclle sich in ein mit Zizit versehenes Talit ein, bevor er \u200f\u05d0\u05e9\u05e8\u05d9\u200e anf\u00e4ngt. Und weil zweifelhaft ist, ob er \u00fcber sein Talit die Beracha sagen soll, wenn er es bei Nacht anzieht, oder ob er die Beracha nicht sagen soll, darum nehme er nicht sein eigenes und auch nicht das Talit der Gemeinde, sondern leihe sich ein Talit von einem anderen. Und wenn \u00fcberhaupt kein Talit vorhanden ist, kann man die Selichot und die \u00bbdreizehn Gnadeneigenschaften\u00ab auch ohne Talit sagen. Manche Orte haben den Gebrauch, dass derjenige, der Selichot vorbetet, auch Schacharit und Mincha und auch Maariw vorher vorbetet; und er hat den Vorrang vor einem Trauernden, dem Mohel oder einem, der Jahrzeit hat. Es ist gut, beim Sprechen der Selichot zu stehen; und wem es schwerf\u00e4llt, stehe wenigstens beim Sprechen von \u200f\u05d0\u2018 \u05de\u05dc\u05da \u05d9\u05d5\u05e9\u05d1\u200e und den dreizehn Gnadeneigenschaften.<br>Die Vorschrift f\u00fcr das S\u00fcndenbekenntnisses siehe weiter unter Kapitel 131, \u00a79.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a77.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man achte sehr darauf, als Vorbeter, der die <em>Selichot <\/em>und an den ehrfurchtbaren Tagen vorbete, einen Mann zu erw\u00e4hlen, der w\u00fcrdig und gross an Tora und guten Werken ist, soweit m\u00f6glich ist, einen solchen zu finden; auch sei er schon drei\u00dfig Jahre alt, weil dann die jugendliche Hitze des Blutes bereits ruhig und das Herz dem\u00fctig geworden ist; auch sei er verheiratet und habe Kinder, weil ein solcher sein Herz ergie\u00dft und die Gebete aus tiefster Seele ausspricht. Ebenso achte man sehr darauf, dass der Tokea, der am Rosch-Haschana Schofar blase, und ebenso derjenige, der dem Tokea vorsagt, M\u00e4nner von Torakenntnis und Gottesfurcht seien, soweit es m\u00f6glich ist, solche zu finden. Jedoch ist jeder Israelit f\u00fcr all dieses geeignet, nur sei er der Gemeinde recht; wer aber sieht, dass durch die Sache Streit entstehen w\u00fcrde, halte sich davon zur\u00fcck, obwohl es dann ein Unw\u00fcrdiger sein wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a78.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Trauernder w\u00e4hrend der ganzen zw\u00f6lf Monate nach dem Tode seines Vaters oder seiner Mutter sei nicht Vorbeter am Rosch-Haschana und am Jom Hakipurim und nicht Tokea am Rosch-Haschana, au\u00dfer, wenn kein anderer so w\u00fcrdig ist wie er. Wenn er sich in den drei\u00dfig Trauertagen ob anderer Verwandten befindet, wenn er schon vorher das Gewohnheitsrecht besa\u00df, vorzubeten oder Schofar zu blasen, darf er es, weil Rosch-Haschana oder Jom Hakipurim die Bestimmungen der drei\u00dfig Trauertage aufhebt. Wenn er aber nicht das Gewohnheitsrecht besa\u00df und ein anderer da ist, der ebenso w\u00fcrdig ist wie er, erschwere man. W\u00e4hrend der ganzen Selichot-Tage jedoch, selbst am Erew-Rosch-Haschana, darf jeder Trauernde Vorbeter sein, nur nicht in den sieben Trauertagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a79.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn ein Einzelner <em>Selichot <\/em>sagt, darf er die dreizehn Gnadeneigenschaften nicht als Gebet oder Bitte aussprechen, sondern nur als Lesen in der Tora mit der entsprechenden Melodie und den Tonzeichen. Und ebenso an einer Stelle, wo die dreizehn Gnadeneigenschaften erw\u00e4hnt sind, wie: \u00bbund gedenke uns heute des Bundes der dreizehn Gnadeneigenschaften\u2026\u00ab und \u00e4hnlich, lasse er aus; ebenso die Bitten in aram\u00e4ischer Sprache wie: Er, der schlug, heilt\u2026 unser Herr im Himmel \u2026 sage man nur mit zehn Erwachsenen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a710.<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Trauernder darf sein Haus nicht verlassen, um in die Synagoge zu gehen, die Selichot zu sagen, au\u00dfer am Erew-Rosch-Haschana, weil man da viele <em>Selichot <\/em>sagt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a711.<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Vorbeter, der an den ehrfurchtbaren Tagen vorbeten, und ebenso, der Schofar blasen wird, m\u00fcssen sich drei Tage vor Rosch-Haschana von allem fernhalten, was zur Unreinheit f\u00fchrt. Sie sollen, soweit sie k\u00f6nnen, die Erkl\u00e4rungen der Gebete und Festgedichte und die Vorschriften f\u00fcr das Schofar-Blasen lernen. Auch sollen sie in Moralb\u00fcchern lernen, die das Herz des Menschen erwecken, dass es sich f\u00fcrchte vor der Ehrfurchtbarkeit des Ewigen und dem Glanze Seiner Majest\u00e4t, wenn Er kommt, die Erde zu richten. Wenn sich in der Gemeinde kein Tokea findet, der ein Torakundiger ist, soll sie wenigstens darauf sehen, dass derjenige, der vorsagt, ein Torakundiger und in den Vorschriften f\u00fcr das Schofar-Blasen erfahren ist, damit er, wenn beim Blasen irgendein Fehler vorkommen sollte, wei\u00df, was zu tun ist, und dass er auch versteht, das Schofar zu untersuchen, ob es koscher ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a712.<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele pflegen an den zehn Tagen der R\u00fcckkehr zu fasten; und weil vier Tage fehlen, an denen sie nicht tasten, das ist an den zwei Tagen Rosch-Haschana, am Schabbat und am Erew-Jom-Hakipurim, darum fasten sie daf\u00fcr vier Tage in den <em>Selichot<\/em>-Tagen vor Rosch-Haschana, das ist am ersten <em>Selichot<\/em>-Tag, am Erews-Rosch-Haschana und an noch zwei Tagen dazwischen; f\u00fcr diese w\u00e4hlen sie den zweiten und f\u00fcnften Tag der Woche. Wenn ihnen auf diese ein Festmahl zu Ehren einer Mizwa f\u00e4llt, k\u00f6nnen sie essen und einen anderen Tag daf\u00fcr fasten; oder wenn man wei\u00df, dass man ein Festmahl zu Ehren einer Mizwa haben wird, faste man vorher einen Tag daf\u00fcr.<br>Siehe oben, Kapitel 127 \u00a73 und \u00a714.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a713.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man pflegt am Erew-Rosch-Haschana nach dem Morgengebet auf den Begr\u00e4bnisplatz zu geben, sich auf den Gr\u00e4bern der Frommen niederzuwerfen. und gibt dort den Armen Almosen und mehrt Gebete, die heiligen Frommen, die in der Erde ruhen, zu erwecken, dass sie am Tag des Gerichtes gute F\u00fcrsprecher f\u00fcr uns seien; auch, weil es der Ort ist, wo die Frommen begraben sind, ist dieser Ort heilig und rein, und wird das Gebet dort besonders angenommen, weil es auf heiligem Boden verrichtet wird. Und der Heilige, gelobt sei Er, wird um des Verdienstes der Frommen willen Gnade \u00fcben; aber man richte sein Verlangen nicht an die Toten, die dort ruhen, weil die Bef\u00fcrchtung nahe ist, dass dies zum Verbot von Totenbeschw\u00f6rung geh\u00f6ren k\u00f6nnte, sondern man bitte vor dem Ewigen\u201a gepriesen sei Er, dass Er sich um des Verdienstes der im Staube ruhenden Frommen willen erbarme.<br>\u2013 Wenn man auf den Begr\u00e4bnisplatz kommt und die Gr\u00e4ber drei\u00dfig Tage nicht gesehen hat, muss man die Beracha sprechen: \u00bbDer euch nach dem Recht erschaffen\u2026\u00ab. (siehe Kapitel 60, \u00a711)<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man zum Grab kommt, sage man: \u00bbM\u00f6ge es wohlgef\u00e4llig sein, dass die Ruhe dessen, der hier begraben, in Ehre sei und sein Verdienst mir beistehe.\u00ab Wenn man die Hand aufs Grab legt, lege man nur die linke Hand hin und nicht die rechte und sage den Vers (Jes.58,11): Der Ewige geleite Dich allzeit und s\u00e4ttige mit Klarheit deine Sehnsucht und erquicke dein Gebein; dass du gleich einem wohlgetr\u00e4nkten Garten werdest und einer Quelle gleich, deren Wasser nie versiegt. Ruhe in Frieden und schlummere in Frieden, bis der Tr\u00f6ster kommt, der Frieden k\u00fcndet; und wenn man die Hand hinlegt, denke man beim Vers \u200f\u05d5\u05d1\u05d7\u05df\u200e daran, dass er f\u00fcnfzehn Worte gleich der Zahl der Kn\u00f6chel der Hand enth\u00e4lt (Birke Josef 224).<br>Man gehe nicht zweimal an einem Tag auf dasselbe Grab. Wenn jemand die Schrift auf dem Grabstein liest, wenn es hervor-tretende Schrift ist, schadet es seinem Ged\u00e4chtnis (eigentlich: ist es sch\u00e4dlich wegen Vergessens); ein Heilmittel ist \u00bb<em>Ahawa raba<\/em>\u00ab\u200e bis \u00bb<em>lejachedcha beahawa<\/em>\u00ab zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a714.<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Erew-Rosch-Haschana pflegen alle bis nach Mincha zu fasten; denn dann genie\u00dfen sie etwas, um nicht unter Kasteiungen in den Jom-Tow einzutreten. Und den ganzen Tag besch\u00e4ftige man sich mit Tora, der Erf\u00fcllung von Geboten und R\u00fcckkehr und ganz besonders mit den Verfehlungen zwischen einem Menschen und seinem N\u00e4chsten\u201a und warte nicht bis Erew-Jom-Hakipurim, sondern beeile sich schon heute, seinen N\u00e4chsten um Verzeihung zu bitten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a715.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man w\u00e4scht die Gew\u00e4nder und schneidet das Haar am Erew-Rosch-Haschana zu Ehren des Jom-Tow; man achte darauf, sich vor der Mitte des Tages zu scheren; man nimmt ein Tauchbad und zieht am Rosch-Haschana die Schabbatgew\u00e4nder an, um zu zeigen, da\u00df wir auf die Gnade des Ewigen, gepriesen sei Sein Name, vertrauen, da\u00df Er unser Recht dem Lichte gleich erstrahlen lassen wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a716.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man pflegt am Erew-Rosch-Haschana die Aufhebung der Gel\u00fcbde zu machen, (eine Andeutung ist (Num 30,3): l<strong>o<\/strong> (endet auf Alef) jache<strong>l<\/strong> diwar<strong>o<\/strong> kecho<strong>l<\/strong> d.h. nach allem\u2026 Die Schlussbuchstaben der hebr\u00e4ischen Worte ergeben <em>Elul<\/em>). Wer nicht versteht, was er in der heiligen Sprache sagt, sage es auf Deutsch, wie er es versteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 128 in deutscher \u00dcbersetzung<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[210,133],"tags":[51],"class_list":["post-3166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-creative-commons","category-kitzur-schulchan-aruch","tag-schulchan-aruch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3166"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9986,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3166\/revisions\/9986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}