{"id":324,"date":"2013-11-29T11:03:21","date_gmt":"2013-11-29T09:03:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=324"},"modified":"2019-06-04T08:49:35","modified_gmt":"2019-06-04T06:49:35","slug":"schawuot-fest-der-torahgebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/schawuot-fest-der-torahgebung\/","title":{"rendered":"Schawuot &#8211; Fest der Torahgebung"},"content":{"rendered":"<p>Schavuoth, das Wochenfest, ist das zweite der drei Wallfahrtsfeste, an dem die Menschen zur Zeit des Tempels in Jeruschalajim dorthin pilgerten um die erste Ernte zu opfern. W\u00e4hrend an Pessach die erste Gerstenernte und an Sukkoth die erste Fr\u00fcchteernte dargebracht wurde, handelte es sich an Schavuoth um die erste Weizenernte, die in Form zweier Brote als neue Gabe mittels einer schwingenden Geb\u00e4rde hingegeben wurde. So ist denn der andere Name des Festes Yom haBikkurim, der Tag der Erstlinge, auch Yom haOatzir, der Tag des Getreideschnittes.<!--more--> Zwischen Pessach und Schavuoth werden 7 x 7 Tage, also 7 Wochen gez\u00e4hlt, woher der Name Wochenfest stammt. Nach Rabbi Chayim Ben Atar kann man den Namen statt Schavuoth auch Schevuoth lesen, &#8211; das Fest der Schw\u00fcre, die G&#8217;tt und Israel einander taten, als sie sich zueinander verpflichteten. Sieben Wochen waren vergangen seitdem G&#8217;tt Israel, das aus den Nachkommen der 12 S\u00f6hne Yaakovs entstandene Volk, aus \u00c4gypten, dem Zustand tiefster -Erniedrigung, in die Freiheit gef\u00fchrt hatte. Er hatte Israel zu sich an den Berg Sinai herangef\u00fchrt um ihm die Torah, G&#8217;ttes Weisung und Gesetz zu geben. Allen V\u00f6lkern hatte Er sie angeboten, &#8211; nachdem jene aber geh\u00f6rt hatten, was ihr Inhalt ist, hatten sie sie abgelehnt. Als G&#8217;tt Israel nun den Bund antrug sprach es &#8222;Wir werden tun und werden h\u00f6ren&#8220;, zeigte sich bereit zu tun, noch bevor es geh\u00f6rt hatte. So offenbarte G&#8217;tt Israel am Berg Sinai die Torah, am 50. Tag nach Pessach, weshalb wir diesen Tag auch Zman Mattan Torah, Zeit der Torahgebung, nennen.<\/p>\n<p>So, wie sich Israel damals vorbereitete und reinigte um w\u00fcrdig zu sein f\u00fcr das gro\u00dfe Geschenk, so bereiten auch wir uns auf diesen Tag vor, an dem wir des Empfangs der Torah gedenken, und reinigen uns in der Miqwe, dem Tauchbad. Milch und Honig sind die Speisen der Reinheit, die im Hohen Lied an der Braut in der Hochzeitsnacht besungen wird. So sind dies auch unsere Speisen am Vorabend dieses Tages. Rabbi Schimschon von Ostropol wies darauf hin, da\u00df das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr Milch, Chalav, den gleichen Zahlenwert hat wie die 40 Tage, die Mosche f\u00fcr den Empfang der Torah auf dem Berg Sinai verbrachte. Wer es vermag, wacht in dieser Nacht und liest in der Offenbarung G&#8217;ttes, \u00fcblicherweise nach einer Tiqqun Leyl Schavuoth genannten Ordnung, die alle Teile der Bibel umfasst. Wie bei der Hochzeit schm\u00fccken wir an diesem Tag die Synagoge mit Gr\u00fcn. Einige schm\u00fccken den erh\u00f6hten Platz vor dem Torahschrein mit B\u00e4umchen da es hei\u00dft, da\u00df G&#8217;tt an Schavuoth das Urteil \u00fcber die Baumfr\u00fcchte f\u00e4llt. Andere schm\u00fccken die Torahrollen mit Rosen, denn so wie der K\u00f6nig in der Legende um einer Rose willen den mit Unkraut \u00fcberwucherten Garten zu retten bereit war, so wird gesagt, da\u00df um der Torah willen die ganze Welt gerettet wird. Schavuoth, das eigentlich nur einen Tag dauert und nur au\u00dferhalb des Landes Israel zwei Tage lang gefeiert wird, wird in seiner zeitlichen Beziehung zu Pessach als dessen 8. Tag angesehen und deshalb auch Atzereth, Abschlusstag, genannt. Es soll damit angedeutet werden, da\u00df das Heilsgeschehen, das mit Pessach begann, an Schavuoth mit der Offenbarung der Torah an Israel sein vorl\u00e4ufiges Ziel erreicht hat. Es zeigte sich aber, da\u00df Israel zwar bereit war die Torah zu empfangen und auf sich zu nehmen, da\u00df diese Aufgabe das Verm\u00f6gen des Volkes zun\u00e4chst jedoch noch erheblich \u00fcberforderte. Die kurze Zeit seit dem Auszug aus \u00c4gypten hatte zur Erstarkung und Reifung des Volkes noch nicht gen\u00fcgt. Zwischen Erhalten der Torah und ihrer Erf\u00fcllung liegt noch ein gro\u00dfer, beschwerlicher Weg. Diesen Weg hin zur Erf\u00fcllung der Torah ging Israel seither, getreulich an ihr festhaltend, gedenkend des Auftrags G&#8217;ttes:<\/p>\n<blockquote><p>    &#8222;Wenn ihr nun auf meine Stimme h\u00f6ret und meinen Bund haltet, so sollt ihr mir ein Kleinod unter den V\u00f6lkern sein; denn mein ist die ganze Erde. Ihr sollt mir ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk sein&#8220;<br \/>\n    (2. Mosche 19, 5-6)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Weg dahin aber ist voller Gefahren und Erschwernisse und schwerer Pr\u00fcfungen, und erst dann, wenn die Zeit des Einsammelns der Fr\u00fcchte gekommen ist (Sukkot), schlie\u00dft sich ein erneutes Abschlussfest an, Chag Schemini haAtzereth, an dem wir dann die Erf\u00fcllung der Torah in voller Freude werden feiern d\u00fcrfen. Dann werden wir aus Freude \u00fcber die Torah (Simchath Torah) mit ihr jubeln und tanzen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bis zur Offenbarung der Torah nur die 7 Gebote galten, die G&#8217;tt Noach nach der Sintflut gegeben hatte, empfingen wir mit der Torah 606 weitere Gebote und Verbote f\u00fcr unseren weiteren Weg. 606 entspricht dem Zahlenwert der Buchstaben, mit denen im Hebr\u00e4ischen der Name Ruth geschrieben wird. An Schavuoth lesen wir die <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/megillat-ruth\/\">Geschichte von Ruth<\/a>, der Moabiterin, die um der N\u00e4chstenliebe willen alles hinter sich lie\u00df und M\u00fche und Leid auf sich nahm, und die erh\u00f6ht wurde die Stammmutter Davids zu werden, aus dessen Haus der Gesalbte G&#8217;ttes, der Maschiach, am Tag der Erf\u00fcllung der Torah kommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schavuoth, das Wochenfest, ist das zweite der drei Wallfahrtsfeste, an dem die Menschen zur Zeit des Tempels in Jeruschalajim dorthin pilgerten um die erste Ernte zu opfern. W\u00e4hrend an Pessach die erste Gerstenernte und an Sukkoth die erste Fr\u00fcchteernte dargebracht wurde, handelte es sich an Schavuoth um die erste Weizenernte, die in Form zweier Brote als neue Gabe mittels einer schwingenden Geb\u00e4rde hingegeben wurde. 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