{"id":328,"date":"2013-11-29T11:07:19","date_gmt":"2013-11-29T09:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=328"},"modified":"2020-04-17T11:23:50","modified_gmt":"2020-04-17T09:23:50","slug":"jom-kippur-katan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/jom-kippur-katan\/","title":{"rendered":"Jom Kippur Katan"},"content":{"rendered":"<p>Jom Kippur Katan geh\u00f6rt zu den Festen, denen auch in der orthodoxen Welt recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Der spezielle Ritus und der eigene Charakter des Tages vor Rosch Chodesch geraten langsam in Vergessenheit. Der kleine Vers\u00f6hnungstag wurde erst im 16. Jahrhundert von den Kabbalisten in Safed eingef\u00fchrt (die \u00fcbrigens auch Kabbalat Schabbat einf\u00fchrten). Dies fusste auf den S\u00fcndenopfern, die an Rosch Chodesch im Tempel dargebracht wurden<!--more-->:<\/p>\n<blockquote><p>Und an euren Neumondstagen sollt ihr HaSchem Ganzopfer darbringen: zwei junge Stiere, einen Widder und sieben im ersten Jahre stehende Schafe ohne Fehler. Und als Speiseopfer f\u00fcr jeden Stier drei Zehntel feinstes mit \u00d6l gemengtes Mehl und als Speiseopfer f\u00fcr jeden Widder zwei Zehntel feinstes mit \u00d6l gemengtes Mehl. Als Speiseopfer f\u00fcr jedes Schaf ein Zehntel feinstes mit \u00d6l gemengtes Mehl &#8211; ein Ganzopfer von lieblichem Geruch, ein Feueropfer f\u00fcr HaSchem. Und die dazu geh\u00f6rigen Gussopfer sind: ein halbes Hin Wein f\u00fcr den Stier, ein drittel Hin f\u00fcr den Widder und ein Viertel Hin f\u00fcr das Schaf; dies ist das Neumonds-Ganzopfer, das an jedem Neumondstage f\u00fcr die Monate des Jahres darzubringen ist, dazu ein Ziegenbock als S\u00fcndopfer f\u00fcr HaSchem&#8230;<em>Viertes Buch Mosche 28:11-15<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie fasteten an diesem Tag und f\u00fcgten ein spezielles Gebet vor das Minchah-Gebet ein. Anders als Kabbalat Schabbat wurde Jom Kippur Katan jedoch zu keinem Zeitpunkt von einem Gro\u00dfteil der Gemeinden beachtet.<\/p>\n<p>Selbst der Kitzur Schulchan Aruch bringt nur einen knappen Verweis auf Jom Kippur Katan:<\/p>\n<blockquote><p>Manche pflegen an Erew-Rosch-Chodesch zu fasten und die Ordnung von Jom Kippur Katan zu beten, weil an ihm alle S\u00fcnden de ganzen Monats ges\u00fchnt werden, \u00e4hnlich wir durch den Ziegenbock am Rosch-Chodesch, und wie wir im Mussafgebet sprechen: &#8222;eine Zeit der S\u00fchne f\u00fcr alle ihre Geschlechter.&#8220; Jeder Ort richte sich nach seinem Gebrauch. &#8211; Kitzur Schulchan Aruch 97:1<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Der Brauch<\/strong><\/p>\n<p>Jom Kippur Katan wird am 29. Tag der meisten Monate begangen, mit Ausnahme des 29. Nissan und des 29. Tischri. Am 29. Nissan deshalb nicht, weil fasten w\u00e4hrend des gesamten Monats Nissan nicht erlaubt ist und am 29. Tischri nicht, weil er direkt auf Jom Kippur selbst folgt und an anderen Tagen des Monats au\u00dfer Jom Kippur nicht gefastet wird. Auch w\u00e4hrend Chanukkah (also am 29. Kislev) darf nicht gefastet werden, weshalb auch an diesem Tag Jom Kippur Katan nicht beachtet wird. Auch wenn die meisten Gemeinden Jom Kippur Katan w\u00e4hrend des gesamten Jahres nicht begehen, so tun dies doch einige zu Rosch Chodesch Elul, um sich auf Rosch haSchanah und Jom Kippur einzustimmen.<\/p>\n<p>F\u00e4llt Rosch Chodesch auf Schabbat oder den ersten Tag der Woche (Sonntag), dann wir Jom Kippur Katan am vorhergehenden Donnerstag begangen.<\/p>\n<p>Die speziellen Gebete f\u00fcr diese Gelegenheit bestehen aus Teilen der Gebete f\u00fcr Jom Kippur, sowie einer Torahlesung (2.B. Mosche 32:11-14; 34:1-10) und einer Haftarah-Lesung (Jeschijahu 55:6 -13; 56:1-8). Zur Torahlesung werden 3 Olim aufgerufen, wobei der Dritte auch die Haftarah liest. Dreimal macht derjenige, der aus der Torah liest, eine kurze Pause in der die Gemeinden den kommenden Vers gemeinsam sagt, erst dann setzt der &#8222;Torah-Leser&#8220; wieder ein.<\/p>\n<p>Im Siddur Sefat Emet finden sich die Gebete f\u00fcr Jom Kippur Katan auf den Seiten 319 bis 334.<\/p>\n<blockquote><p> M\u00f6ge an diesem Tag die Last all meiner S\u00fcnden dem Bild des Mondes gleich dahinschwinden, doch meiner frommen Werke Zahl m\u00f6ge sich mehren, aufbl\u00fchen und wachsen.<\/p>\n<p>        Wirklich, meines Herzens Frevel ist mir bewu\u00dft, meiner S\u00fcnden F\u00e4den, meiner Bosheit Gewebe, ich kenne mein Urteil, das dem Feuer mich hingibt, weil ich Schlechtigkeit h\u00e4ufte auf meine Schuld, t\u00e4glich nur nachging dem Erdengewinn, doch wie ein Kind vor der Schule der Lehre entfloh.<\/p>\n<p>        M\u00f6ge an diesem Tag die Last all meiner S\u00fcnden dem Bild des Mondes gleich dahinschwinden, doch meiner frommen Werke Zahl m\u00f6ge sich mehren, aufbl\u00fchen und wachsen.<\/p>\n<p>        Wirklich, mit der Eitelkeit Banden zog ich die S\u00fcnde herbei, wich r\u00fccklings, mein G-tt, der ich heute vor dich hintrete, Heiliung erflehend f\u00fcr der bei\u00dfenden Schlange bitteres Gift, klagend voll Schmerz und Kummer, kasteiend den der Erde entstammenden Leib, Hand, Mund und Augen versagen, Begr\u00fcndung und Anmut.<\/p>\n<p>        M\u00f6ge an diesem Tag die Last all meiner S\u00fcnden dem Bild des Mondes gleich dahinschwinden, doch meiner frommen Werke Zahl m\u00f6ge sich mehren, aufbl\u00fchen und wachsen.<\/p>\n<p>        Der Monate Anfang gabst Du Deinem Volke, eine Zeit der S\u00fchne f\u00fcr alle ihre Nachkommen, von deinen Geliebten scheuchst du den Kl\u00e4ger, darum nahe ich mit ihrem Flehen schon am Vortage, dass ich mich l\u00e4utere, zur Ruhe einkehre und nicht mehr irre.<\/p>\n<p>        M\u00f6ge an diesem Tag die Last all meiner S\u00fcnden dem Bild des Mondes gleich dahinschwinden, doch meiner frommen Werke Zahl m\u00f6ge sich mehren, aufbl\u00fchen und wachsen.<\/p>\n<p>        In der F\u00fclle deiner Gnade du, oh K\u00f6nig, erhebe dich, dich Zions zu erbarmen, unseres Heiligtums, Ehre verleihe deiner Ruhest\u00e4tte, dass in ihr wir darbringen unser Neumondstage Ganzopfer, oh G-tt, schicke ihn, der unseres Hauptes Krone tr\u00e4gt, dass unser sehnsuchtsvolles Herz erstrahle.<\/p>\n<p>        M\u00f6ge an diesem Tag die Last all meiner S\u00fcnden dem Bild des Mondes gleich dahinschwinden, doch meiner frommen Werke Zahl m\u00f6ge sich mehren, aufbl\u00fchen und wachsen.<\/p>\n<p>        &#8212; Jom Zeh&#8230; aus dem Gebet f\u00fcr &#8222;Jom Kippur Katan&#8220;. Dieser Pijut wurde von Rabbi Jehudah Arjeh ben Jitzchak de Modena (16. oder 17. Jahrhundert in Venedig) gedichtet. <\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/gebet-fuer-jom-kippur-katan\/\">Eine \u00dcbersetzung aller Gebete f\u00fcr Jom Kippur Katan findet man hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jom Kippur Katan geh\u00f6rt zu den Festen, denen auch in der orthodoxen Welt recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Der spezielle Ritus und der eigene Charakter des Tages vor Rosch Chodesch geraten langsam in Vergessenheit. Der kleine Vers\u00f6hnungstag wurde erst im 16. Jahrhundert von den Kabbalisten in Safed eingef\u00fchrt (die \u00fcbrigens auch Kabbalat Schabbat einf\u00fchrten). Dies fusste auf den S\u00fcndenopfern, die an Rosch Chodesch im Tempel dargebracht wurden<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-328","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rosch-chodesch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=328"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5405,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/328\/revisions\/5405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}