{"id":3563,"date":"2018-09-27T00:32:50","date_gmt":"2018-09-26T22:32:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=3563"},"modified":"2023-04-18T08:35:00","modified_gmt":"2023-04-18T06:35:00","slug":"melachim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/melachim\/","title":{"rendered":"K\u00f6nige und ihre Kriege \u2014 \u05de\u05dc\u05db\u05d9\u05dd \u05d5\u05de\u05dc\u05d7\u05de\u05d5\u05ea"},"content":{"rendered":"\n<p>[Kurze Vorbemerkung: Es gibt f\u00fcnf digitalisierte Ausgaben von Leon Mandelstamms \u00dcbersetzung der Mischne Tora. Keine von ihnen enth\u00e4lt dieses Kapitel \u00fcber K\u00f6nige und Kriege, obwohl das Titelblatt es nennt. Michael Stanislawski hat in den 80ern danach gesucht und es gefunden. Er vermutet, dass dieses Kapitel erst nach der Drucklegung von den Zensoren als unbrauchbar befunden wurde (siehe seinen Artikel \u00bb<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/pdf\/3622695.pdf\" target=\"_blank\">The Tsarist Mishneh Torah<\/a>\u00ab). Die einzige Ausgabe, die dieses Kapitel enth\u00e4lt, ist die private Ausgabe von Mandelstamm selbst, aus seinem Nachlass, der sich in der New York Public Library befindet. Ich danke meinem Freund aus New York, Ben Kohanim, der sich die M\u00fche gemacht, mir eine Kopie dieses Kapitels zu erstellen. Ich habe dieses Kapitel mit dem unzensierten hebr\u00e4ischen Original der jemenitischen Ausgabe verglichen (\u05de\u05e4\u05e2\u05dc \u05de\u05e9\u05e0\u05d4 \u05ea\u05d5\u05e8\u05d4) und hier und da einige \u00c4nderungen vorgenommen. Textpassagen, die Mandelstamm als anst\u00f6\u00dfig empfand und un\u00fcbersetzt lie\u00df, habe ich \u00fcbersetzt. \u2014 Igor Itkin]<br><\/p>\n\n\n\n\n\n\n<p>Abhandlung \u00fcber die K\u00f6nige und ihre Kriege<br>enthaltend dreiundzwanzig Gesetze von denen zehn Gebote und dreizehn Verbote sind, n\u00e4mlich:<br>1) einen K\u00f6nig in Israel einzusetzen;<br>2) Dass er nicht aus den Proselyten (Ger) gew\u00e4hlt werde;<br>3) Dass er nicht zu viele Frauen nehme;<br>4) Dass er zu seinem eigenen Gebrauche nicht zu viele Pferde halte;<br>5) Dass er zu seinem eignen Gebrauche nicht zu viel Silber und Gold anschaffe;<br>6) Dass er die sieben kanaanitischen V\u00f6lker vernichte;<br>7) Von diesen Niemand am Leben zu lassen;<br>8) Die Nachkommenschaft Amaleks auszurotten;<br>9) Stets dessen eingedenk zu sein, was Amalek Israel getan;<br>10) Seine b\u00f6sen Taten und seinen Hinterhalt auf dem Wege nicht zu vergessen.<br>11) Im Lande \u00c4gypten nicht zu wohnen;<br>12) In eine Stadt, die man belagern will, vorher Friedensherolde zu entsenden und dabei nach den von der Tora aufgestellten Gesetzen: \u00bbWenn sie Frieden schlie\u00dfen wird, und wenn sie nicht Frieden schlie\u00dfen wird\u00ab (Deut. 20:10-15) zu verfahren;<br>13) Den Frieden keineswegs Ammon und Moab anzubieten, wenn man ihre St\u00e4dte belagert;<br>14) Keine Fruchtb\u00e4ume bei einer Belagerung zu vernichten;<br>15) Das Lager mit Kloaken umgeben;<br>16) Unter den Waffen auch einen Spaten zum Graben zu haben<br>17) Dass der gesalbte Priester vor der Schlacht eine Anrede an die Armee halte;<br>18) Dass ein junger Ehemann und ein solcher, der vor Kurzem ein Geb\u00e4ude gebaut oder einen Weinberg gepflanzt, ein ganzes Jahr sich ihres Erwerbes erfreuen sollen, so dass sie sogar vom Kriegsdienst befreit werden m\u00fcssen;<br>19) Dass man solchen auch keinen Frondienst auferlege und sie sogar von der Arbeit f\u00fcr die Stadtbed\u00fcrfnisse befreie;<br>20) Dass man w\u00e4hrend des Krieges keine Furcht habe und in der Schlacht nicht die Flucht ergreife;<br>21) Die R\u00fccksicht in der Behandlung der Gefangenen sch\u00f6nen Frauen;<br>22) Dass man eine gefangene sch\u00f6ne Frau nicht zur Sklavin verkaufe;<br>23) Dass man sie nicht zur Sklavin mache, wenn man ihr beigewohnt;<br>Die Erkl\u00e4rungen dieser Gebote sind in folgenden Kapiteln enthalten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ERSTES KAPITEL \u2014 Das Einsetzen eines K\u00f6nigs<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Als Israel in das gelobte Land kam, wurden ihm drei Gebote zu Teil: <br>a) Sich einen K\u00f6nig zu erw\u00e4hlen, denn es hei\u00dft: \u00bbSo sollst du \u00fcber dich einen K\u00f6nig setzen\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel17\">Deut. 17:16<\/a>); <br>b) Die Nachkommenschaft des Amalek zu vertilgen, denn es hei\u00dft: \u00bbWegl\u00f6schen sollst du das Andenken Amaleks\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel25\">Deut. 25:19<\/a>); <br>c) Sich einen Tempel zu erbauen, denn es hei\u00dft: \u00bbNach seiner Ruhestatt sollt ihr streben und dahin sollt ihr kommen\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel12\">Deut. 12:5<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>2) Die Einsetzung eines K\u00f6nigs geht dem Vernichtungskriege des Amalek voran, denn es hei\u00dft (1. Sam. 16:1-3) \u00bbMich hat Gott gesandt, dich zum K\u00f6nig zu salben, jetzt gehe und schlage Amalek\u00ab; der Vernichtungskrieg Amaleks geht dem Tempelbau voran, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/das-buch-schmuel-2-bet\/#Kapitel7\">2. Sam. 7:1-2<\/a>) \u00bbUnd es geschah, als der K\u00f6nig in seinem Hause sa\u00df, nachdem der Ewige ihm ringsum, von allen seinen Feinden Ruhe gelassen, \u2014 sagte der K\u00f6nig zu Nathan, dem Propheten: Ich sitze in einem Hause von Zedern\u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn aber die Einsetzung eines K\u00f6nigs ein Gebot der Schrift ist, warum war der Ewige, gelobt sei Er, unzufrieden, als das Volk von Samuel einen K\u00f6nig verlangte? Weil es seinen Wunsch mit Murren \u00e4u\u00dferte und zwar keineswegs um das Gebot zu erf\u00fcllen, sondern blo\u00df, weil es des Propheten Samuel \u00fcberdr\u00fcssig war, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/das-buch-schmuel-1-alef\/#Kapitel8\">1. Sam 8:7<\/a>) \u201cDenn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Ein K\u00f6nig darf nur von dem gro\u00dfen Gericht der siebzig \u00c4ltesten und einem Propheten \u2014 wie Joschua, von unserem Lehrer Moses mit seinem Gericht wie Saul und David von Samuel aus Rama mit seinem Gericht \u2014 eingesetzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Man darf keinen K\u00f6nig aus den Proselyten (<em>Ger<\/em>) w\u00e4hlen, selbst wenn er ein sp\u00e4ter Nachkomme eines Proselyten ist, au\u00dfer etwa, wenn seine Mutter eine echte J\u00fcdin ist, denn es hei\u00dft: \u00bbDu darfst \u00fcber dich keinen fremden Mann stellen, keinen, der nicht dein Bruder ist\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel17\">Deut. 17:15<\/a>). Das gilt nicht nur f\u00fcr das K\u00f6nigtum, sondern f\u00fcr alle \u00c4mter in Israel. Ein Proselyt darf nicht eingesetzt werden als Heeresf\u00fchrer, F\u00fchrer \u00fcber F\u00fcnfzig oder F\u00fchrer \u00fcber Zehn, sogar nicht als Aufseher \u00fcber die Verteilung des Wassers von der Quelle auf die Felder. Selbstverst\u00e4ndlich auch nicht als Richter oder F\u00fcrst, denn diese alle m\u00fcssen geborene Israeliten sein, denn es hei\u00dft (ebenda): \u00bbVon deinen Br\u00fcdern ernenne einen K\u00f6nig\u00ab. \u2014 Alles was du \u00fcber dich ernennst, darf nur von deinen Br\u00fcdern ernannt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Eben so wenig darf ein Weib zur Herrschaft gelassen werden, denn es hei\u00dft \u00bb\u00dcber dich einen K\u00f6nig\u00ab \u2014 also nicht eine K\u00f6nigin; \u2014 ebenso m\u00fcssen zu allen \u00c4mtern in Israel nur M\u00e4nner gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Auch darf zum K\u00f6nig und Hohepriester weder ein Fleischer, noch ein Barbier, noch ein B\u00e4cker oder Gerber gew\u00e4hlt werden, \u2014 nicht etwa, weil sie selbst unzul\u00e4ssig sind, sondern weil ihr Handwerk ein verachtetes ist, und sie deswegen vom Volke geringsch\u00e4tzig behandelt werden k\u00f6nnten; \u2014 hat nun Jemand eins von diesen Handwerken nur einen einzigen Tag getrieben, so ist er zu diesen W\u00fcrden unzul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Der K\u00f6nig wird bei seiner Einsetzung mit dem Salbungs\u00f6l gesalbt, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/das-buch-schmuel-1-alef\/#Kapitel10\">1 Sam. 10:1<\/a>): \u00bbUnd Samuel nahm das Kr\u00fcglein \u00d6l, goss es auf sein Haupt und k\u00fcsste ihn\u00ab; \u2014mit der Salbung nimmt der K\u00f6nig von seinem Recht f\u00fcr sich und seine Nachkommenschaft auf ewig Besitz, denn das K\u00f6nigtum ist erblich, indem es hei\u00dft: \u00bbDamit er lange Tage sein K\u00f6nigtum verwalte, er und seine Kinder inmitten Israels (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel17\">Deut. 17:20<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Hinterl\u00e4sst der K\u00f6nig einen unm\u00fcndigen Sohn, so muss man das K\u00f6nigtum f\u00fcr letzteren aufbewahren, bis er m\u00fcndig wird, ganz wie es Jehojada f\u00fcr Joasch getan, \u2014 mit der Thronfolge verh\u00e4lt es sich in Hinsicht des Vorzugs \u2014 wie mit der Erbfolge, \u2014 unter S\u00f6hnen hat der \u00e4ltere den Vorzug vor dem j\u00fcngeren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht blo\u00df das K\u00f6nigtum ist erblich, sondern auch alle \u00c4mter in Israel sind es, \u2014 der Sohn folgt jedoch seinem Vater im Amte nur in dem Falle, wenn er ihm an Fr\u00f6mmigkeit und Gelehrsamkeit gleichkommt; steht er dem Vater aber an Gelehrsamkeit nach, so wird er provisorisch an des Vaters Stelle eingesetzt und es wird sein Unterricht fortgesetzt; wer aber nicht genug Fr\u00f6mmigkeit besitzt, darf, selbst wenn er sehr gelehrt is, zu keinem Amte in Israel zugelassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun David gesalbt wurde, nahm er von der K\u00f6nigskrone Besitz, und hiermit wurde ihm und seinen m\u00e4nnlichen Nachkommen das K\u00f6nigtum auf ewige Zeiten \u00fcbertragen, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/das-buch-schmuel-2-bet\/#Kapitel7\">2 Sam. 7:16<\/a>): \u00bbDein Thron wird fest stehen f\u00fcr ewig\u00ab, die Besitznahme der Krone hat indessen nur f\u00fcr die W\u00fcrdigen seiner Nachkommen G\u00fcltigkeit, denn es hei\u00dft: \u00bbWenn deine Kinder meinen Bund beobachten werden\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/tehillim-psalmen\/tehillim-buch-5-psalmen-107-bis-150\/#Psalm132\">Ps. 132:12<\/a>) jedoch wissen wir es, dass das K\u00f6nigtum nie von der Nachkommenschaft Davids zu einem anderen Hause \u00fcbergehen sollte, indem der Heilige, gelobt sei Er, ihm dies verhie\u00dfen, wie es auch hei\u00dft: \u00bbWenn seine Kinder meine Tora verlassen, und in meinen Gesetzen nicht wandeln, so werde ich mit der Zuchtrute ihre S\u00fcnden ahnden und mit Plagen ihr Vergehen bestrafen, meine Gnade werde ich nicht von ihm abtun\u00ab. (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/tehillim-psalmen\/tehillim-buch-3-psalmen-73-bis-89\/#Psalm89\">Ps. 89:31-34<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>8) Ist ein K\u00f6nig von einem Propheten aus einem anderen Stamme eingesetzt, und wandelt er auf dem Wege der Tora und der Fr\u00f6mmigkeit, und f\u00fchrt tapfer die Kriege Gottes, \u2014 so ist er ein vollkommener K\u00f6nig, und alle Gebote, die sich auf das K\u00f6nigtum beziehen, finden bei ihm volle Anwendung, obgleich das Grundrecht des K\u00f6nigtums dem Stamme Davids zukommt und gleichzeitig von seinen Nachkommen ein K\u00f6nig existiert; \u2014 hat ja Achija der Schelonite den Jerobeam eingesetzt und ihm dabei verhei\u00dfen: \u00bbUnd wenn du gehorchen wirst Allem, was ich dir gebieten werde, so werde ich dir ein festes Haus, wie ich meinem Knechte David erbaut\u2026\u00ab; wobei er ihm indessen sagt: \u00bbUnd seinem (Davids) Sohne werde ich einen Stamm lassen, damit ein Andenken bleibe, David, meinem Knechte, f\u00fcr immer vor meinem Angesichte in Jerusalem.\u00ab (1 K\u00f6n. 11:36-38).<\/p>\n\n\n\n<p>9) Die K\u00f6nige aus dem Hause Davids werden also ewig bestehen, denn es hei\u00dft: \u00bbDein Thron wird fest sein auf ewig\u00ab (2 Sam. 7:26); das K\u00f6nigtum in dem Hause eines K\u00f6nigs aus dem \u00fcbrigen Israel wird einst erl\u00f6schen; hei\u00dft es doch auch von Jerobeam: \u00bbNur nicht f\u00fcr alle Zeiten\u00ab (2 K\u00f6n. 11:39).<\/p>\n\n\n\n<p>10) Die K\u00f6nige aus dem \u00fcbrigen Israel werden nicht mit dem Salbungs\u00f6l sondern mit Balsam\u00f6l gesalbt; auch werden sie nie in Jerusalem eingesetzt, da muss immer einer aus dem Stamme Davids sein; K\u00f6nige aus den anderen St\u00e4mmen werden gar nicht gesalbt, \u2014 was blo\u00df mit den Kindern Davids geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Die Salbung der K\u00f6nige aus dem Hause Davids durfte nur an einer Quelle stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Einen K\u00f6nigssohn darf man nur in dem Falle salben, wenn ein Streit wegen der Thronfolge obwaltet, oder wenn ein Krieg in Folge dessen entsteht \u2014 alsdann dient die Salbung als letzte Sanktion; \u2014 so wurde Salomo wegen der Anspr\u00fcche des Adonia gesalbt, Joasch wegen Athalia und Jeochas wegen seines Bruders Jehojakim.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ZWEITES KAPITEL \u2014 Die Ehre des K\u00f6nigs und seine Demut<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Dem K\u00f6nige muss man besondere Ehre erweisen und in den Herzen der Untertanen Ehrfurcht und Scheu f\u00fcr ihn zu erregen suchen; denn es hei\u00dft: \u00bbSollst du \u00fcber dich setzen\u00ab (Deut. 17:15), also auch, dass seine Ehrfurcht \u00fcber dich erhaben sei. Demzufolge darf man weder auf seinem Pferde reiten, noch auf seinem Throne sitzen, noch sich seines Zepters, seine Krone oder irgend einer der k\u00f6niglichen Insignien bedienen; stirbt er, so werden alle seine Insignien seiner Leiche zu Ehren verbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch darf nur ein anderer K\u00f6nig sich seiner Sklaven, Sklavinnen und Diener bedienen, daher war auch die Abischach wohl f\u00fcr Salomo erlaubt, nicht aber f\u00fcr Adonia.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Die Frau eines K\u00f6nigs darf nie einen anderen heiraten; sogar ein K\u00f6nig darf nicht die Witwe oder die geschiedene Frau eines anderen K\u00f6nigs heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Es ist verboten den K\u00f6nig, w\u00e4hrend er sich ankleidet, sich das Haar schneidet, badet, oder den K\u00f6rper mit Schwamm w\u00e4scht, zu sehen; er unterzieht sich nicht der Zeremonie des Schuhausziehens bei der Leviratsehe, indem es hei\u00dft: \u00bbUnd sie spucke vor ihm aus\u00ab (Deut. 25:9), was als eine Beleidigung anzusehen ist; sogar wenn der K\u00f6nig dies erlauben wollte, darf man es doch nicht tun, da die Ehre des K\u00f6nigs, selbst wenn er auf diese Verzicht leisten sollte, immer unantastbar bleibt; \u2014 da nun der K\u00f6nig sich dem Schuhausziehen nicht unterwerfen darf, so kann er auch nicht die Leviratsehen vollziehen; stirbt der K\u00f6nig, so darf seine Frau wiederum die Zeremonien des Schuhausziehens nicht mitmachen, weil sie zur Leviratsehe unzul\u00e4ssig ist, \u2014 sondern sie muss immer im Witwenstande bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Stirbt Jemand im k\u00f6niglichen Hause, so darf er den Toten nicht weiter als bis zum Tore des Palastes begleiten; w\u00e4hrend man ihm das Trostbrot darreicht, muss das ganze Volk auf der Erde sitzen und er auf einer Stufe des Thrones; kommt der K\u00f6nig in dem Tempelhof, so kann er sich da niedersetzen, wenn er vom Hause Davids abstammt, indem nur den K\u00f6nigen aus dem Hause Davids das Sitzen im Tempelhof erlaubt ist, wie es auch hei\u00dft: \u00bbUnd der K\u00f6nig David kam und setzte sich vor dem Angesichte des Ewigen nieder.\u00ab (2 Sam. 7:18).<\/p>\n\n\n\n<p>5) Der K\u00f6nig soll sich jeden Tag das Haar frisieren, sich putzen und sich mit sch\u00f6nen und zierlichen Kleidern schm\u00fccken, denn es hei\u00dft: \u00bbDeine Augen werden den K\u00f6nig in seiner Sch\u00f6nheit sehen\u00ab (Jes. 33:17); dann nehme er Platz auf dem K\u00f6nigsthrone in seinem Palaste, und setze die Krone auf das Haupt; das Volk komme aber nur wenn er es erlaubt, stelle sich hin und b\u00fccke sich vor ihm nieder zur Erde.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst ein Prophet muss, wenn er vor einem K\u00f6nige steht, sich niederb\u00fccken, denn es hei\u00dft, (1 K\u00f6n. 1:23): \u00bbDa ist der Prophet Nathan und er kam vor den K\u00f6nig und b\u00fcckte sich zum K\u00f6nige\u00ab; \u2014 blo\u00df der Hohepriester hat vor den K\u00f6nig dann zu erscheinen, wann er es will, auch stehe er nicht, sondern hat der K\u00f6nig vor ihm zu stehen, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd vor Eliazar, dem Priester, soll er stehen\u00ab (Num. 27:21); jedoch ist es die Pflicht des Hohepriester den K\u00f6nig zu ehren und ihn zum Sitzen zu bewegen und sich vor ihm, wenn der K\u00f6nig ihn besucht, zu erheben; der K\u00f6nig stehe vor dem Hohepriester auch nur dann, wenn er ihn um den Ausspruch des Urim und Tumim befragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist aber auch Pflicht des K\u00f6nigs Gelehrte zu ehren, so dass, wenn das Sanhedrin und die Weisen Israels vor ihn treten, er sich<br>zu erheben und sie neben sich sitzen zu lassen hat; so pflegte sich Jehoschafat, der K\u00f6nig von Juda, zu f\u00fchren, er pflegte sich sogar vor einem gelehrten Sch\u00fcler vom Throne zu erheben, ihn zu k\u00fcssen und ihn: \u00bbmein Herr und Lehrer\u00ab zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Ehrenbezeugungen des K\u00f6nigs fanden nur blo\u00df dann statt, wenn er allein mit seinen Dienern zu Hause war, \u00f6ffentlich aber, im Angesichte des Volkes, durfte er es nicht tun, vor Niemand aufstehen, an Niemand zu sanfte Worte richten, keinen anders als bei seinem Namen nennen, damit die Ehrfurcht vor ihm sich in Aller Herzen erhalte.<\/p>\n\n\n\n<p>6) So wie die Schrift ihm ausgezeichnete Ehrenbezeugungen zuerteilte und Alle zur Ehrfurcht vor ihm verpflichtete, \u2014 so hat sie auch dem K\u00f6nige zur Pflicht gemacht in seinem Innern dem\u00fctig und niedergeschlagen zu sein, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd mein Herz ist immer gebrochen\u00ab. (Ps. 109:22). Er m\u00f6ge auch nicht zu gro\u00dfen \u00dcbermut gegen Israel an den Tag legen, denn es hei\u00dft (Deut. 17:20): \u00bbDamit sein Herz sich nicht \u00fcber seine Br\u00fcder erhebe\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sei leutselig und barmherzig f\u00fcr Klein und Gro\u00df; er besch\u00e4ftige sich stets mit der Verwirklichung der W\u00fcnsche und Vorteile des Volkes, sch\u00e4tze die Ehre des Kleinsten unter den Kleinen hoch, und spreche besonders sanft, wenn er mit der Masse des Volkes spricht, wie es hei\u00dft: \u00bbH\u00f6rt mich, meine Br\u00fcder und mein Volk\u00ab (1 Chron. 28:2). Wiederum hei\u00dft es: \u00bbWenn du heute ein Knecht sein wirst diesem Volke\u2026\u00ab (1 K\u00f6n. 12:7).<\/p>\n\n\n\n<p>Er f\u00fchre sich stets mit besonderer Demut gegen die Gemeinde; kennen wir doch keinen gr\u00f6\u00dferen Mann als unseren Lehrer Moses, und er sprach: \u00bbWir aber bedeuten ja nichts, nicht uns trifft euer Murren\u00ab (Ex. 16:7,8). Der K\u00f6nig dulde M\u00fche, Last, das Murren und den Zorn des Volkes: \u00bbWie der Erzieher den S\u00e4ugling tr\u00e4gt\u00ab (Num. 11:12). Die Schrift nennt den K\u00f6nig: Hirten (Ps. 78:71), \u00bbZu weiden Jakob sein Volk\u00ab. Die Art des Hirten aber ist in der Tradition erkl\u00e4rt: \u00bbWie der Hirt seine Herde weidet, in seine Arme die L\u00e4mmlein sammelt, und sie in seinem Scho\u00dfe tr\u00e4gt\u2026\u00ab (Jes. 40:11).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">DRITTES KAPITEL \u2014 Die Pflichten des K\u00f6nigs und seine Befugnisse<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Der K\u00f6nig hat bei seiner Thronbesteigung f\u00fcr sich eine Gesetzesrolle schreiben zu lassen, au\u00dfer denen, die seine Eltern ihm hinterlie\u00dfen, und hat er sie auch nach der Rolle, die sich in der Tempelhalle befindet, von dem Gerichtstribunal der 71 revidieren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinterlie\u00dfen ihm seine Eltern keine Gesetzesrolle, oder ging die Hinterlassene verlogen, so hat er zwei schreiben zu lassen, von denen er eine in seine Privatschatzkammer niederlegt, \u2014 wozu er n\u00e4mlich gleich jedem andern Israeliten verpflichtet ist \u2014 die andere aber muss er stets bei sich haben, au\u00dfer etwa, wenn er unreinliche Orte besucht, wie die Toilette oder sonst Pl\u00e4tze, an denen das Lesen der Tora nicht stattfinden darf. Wenn der K\u00f6nig in den Krieg zog, von diesem zur\u00fcckkehrte, zu Gericht sa\u00df, so blieb die Tora stets bei ihm, auch wenn er zu Tische sa\u00df, war sie ihm gegen\u00fcber, wie es auch hei\u00dft: \u00bbUnd ist sei bei ihm, und er lese darin alle Tage seines Lebens\u00ab (Deut. 17:19).<\/p>\n\n\n\n<p>2) Er schaffe sich nicht viele Frauen an. Durch die Tradition unserer Weisen ist uns \u00fcberkommen, dass der K\u00f6nig bis achtzehn Frauen \u2014 eheliche und Kebsweiber zusammengerechnet \u2014 nehmen durfte, nahm er aber eine \u00fcber die Zahl und wohnte ihr bei, so hatte er die Strafe der Gei\u00dfelung verwirkt; es war ihm aber erlaubt, sich von einer scheiden zu lassen und statt ihrer eine andere zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Und er h\u00e4ufe sich keine Pferde an; er halte blo\u00df so viele, als es seine Parade-Wagen erfordern; es war ihm sogar verboten, sich ein einziges Pferd, das m\u00fc\u00dfig vor ihm einherlief, was zwar bei anderen K\u00f6nigen vorkam \u2014 anzuschaffen; wenn er es dennoch tut, so verwirkt er die Strafe der Gei\u00dfelung.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Und er h\u00e4ufe sich kein Silber und Gold an, um es in seinen Privatschatz niederzulegen, und darauf stolz zu sein oder sich damit zu br\u00fcsten; er helfe damit vielmehr den Armen, seinen Knechten und Dienern; alles Geld und Silber aber, das der K\u00f6nig entweder f\u00fcr den Tempelschatz, f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Gemeinde, oder f\u00fcr ihre Kriege anh\u00e4uft, ist eine gottgef\u00e4llige Tat, \u2014 das Verbot bezieht sich nur auf seinen Privatschatz, indem es hei\u00dft: \u00bbUnd er h\u00e4ufe sich nicht an\u00ab (Deut. 17:17); wenn er es aber doch tut, so verwirkt er die Strafe der Gei\u00dfelung.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Es ist dem K\u00f6nige verboten auf Art der S\u00e4ufer zu trinken, denn es hei\u00dft (Mischlei 31:4): \u00bbNicht den K\u00f6nigen ist&#8217;s, sich in Wein zu betrinken\u00ab, sondern er besch\u00e4ftige sich stets, Tag und Nacht, mit der Tora und den Bed\u00fcrfnissen Israels, wie es auch hei\u00dft (Deut. 17:19): \u00bbUnd sie sei ihm, und er lese darin alle Tage seines Lebens\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Ebenso sei er nicht sehr dem weiblichen Geschlechte ergeben; selbst wenn er auch nur eine einzige Frau hat, so sei er nicht, wie die anderen Toren, stets bei ihr, denn es hei\u00dft (Mischlei 31:3): \u00bbNicht den Weibern verschwende deine Kraft\u00ab; besonders hat die Tora ber\u00fccksichtigt, dass des K\u00f6nigs Herz nicht abwendig gemacht werde, denn es hei\u00dft (Deut. 17:17): \u00bbAuf dass sein Herz sich nicht abwende\u00ab, da n\u00e4mlich sein Herz gleichsam das Herz der ganzen Gemeinde Israels ist; \u2014 daher hat die Tora ihn mehr, als das gew\u00f6hnliche Volk, zum Studium der Schrift angehalten, wie es auch hei\u00dft: \u00bbAlle Tage seines Lebens\u00ab (ebenda).<\/p>\n\n\n\n<p>7) Wir haben bereits gesagt, dass die K\u00f6nige aus dem Hause Davids gerichtet werden d\u00fcrfen, und auch gegen sie Zeugenverh\u00f6r vorgenommen werden kann; die K\u00f6nige aus dem \u00fcbrigen Israel aber d\u00fcrfen, nach einer Bestimmung der Weisen, weder als Richter dasitzen, noch gerichtet werden, weder als Zeugen auftreten, noch von Zeugen angeklagt werden, denn sie sind stolz auf ihre Macht, und es k\u00f6nnte in einem oben angef\u00fchrten Falle ein Zusammensto\u00df zwischen ihnen und den Beteiligten vorkommen und hierdurch eine Zerr\u00fcttung des Gesetzes hervorgerufen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Wenn Jemand gegen den K\u00f6nig widerspenstig ist, so kann dieser ihn mit Recht t\u00f6ten lassen; auch hat der K\u00f6nig das Recht auf das Leben eines solchen aus dem Volke, dem er den Auftrag gegeben, irgendwo hinzugehen, er es aber nicht getan, oder dem er verboten aus dem Hause zu gehen, und er es doch getan, \u2014 denn es hei\u00dft: \u00bbJedermann, der deinem Befehle zuwiderhandelt, wird\u2026\u00ab (Jos. 1:18).<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso darf der K\u00f6nig denjenigen t\u00f6ten lassen, der ihn beleidigt oder beschimpft, wie Schimi der Sohn Geras; der K\u00f6nig darf aber nur mit dem Schwerte hinrichten lassen; auch steht ihm das Recht zu, Jemand wegen beleidigter Majest\u00e4t einsperren, oder mit Ruthen peitschen zu lassen; das Verm\u00f6gen eines Untertanen f\u00fcr Freigut erkl\u00e4ren, darf er nicht, und tat er es, so war es als geraubtes Gut zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Wenn Jemand das Gebot des K\u00f6nigs nicht beobachtete, weil er in der Erf\u00fcllung g\u00f6ttlicher Gebote begriffen war, selbst wenn diese leichte waren \u2014 so war er doch von der Todesstrafe frei, indem der Befehl des Herrn (n\u00e4mlich Gottes), neben dem des Knechtes, das Vorrecht hat; aus diesem geht hervor, dass man dem K\u00f6nige nicht zu gehorchen hatte, wenn er g\u00f6ttliche Gebote aufzuheben befahl.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Alle M\u00f6rder, gegen welche keine klare gerichtliche Beweise vorhanden sind, oder die nicht gewarnt wurden \u2014 k\u00f6nnen auf des K\u00f6nigs Befehl, selbst wenn nur ein Zeuge die Tat best\u00e4tigt, oder wenn man seinen Feind unwillk\u00fcrlich get\u00f6tet, \u2014 hingerichtet werden; dies geschieht, um die Ordnung der Welt, je nach den Erfordernissen der Zeit, zu erhalten; es steht dem K\u00f6nige auch das Recht zu, Mehrere an einem Tage hinrichten zu lassen, Verbrecher h\u00e4ngen und an dem Galgen mehrere Tage bleiben zu lassen, damit das Volk Furcht bekomme und die Macht der Frevler gebrochen werde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">VIERTES KAPITEL \u2014 Die Befugnisse des K\u00f6nigs<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Es steht dem K\u00f6nige frei, eine Auflage aufs Volk zu seinen Bed\u00fcrfnissen oder zu Kriegsausgaben zu machen; auch darf er Z\u00f6lle einf\u00fchren, so dass es verboten ist, sie zu umgehen, zumal da es dem K\u00f6nige zugestanden ist, den Befehl zu erlassen, dass der Schmuggler seiner ganzen Habe verlustig, oder gar get\u00f6tet werde; wie es auch hei\u00dft: \u00bbUnd ihr werdet ihm Knechte sein\u00ab (1 Sam. 8:17),<br>und ferner: \u00bbSie werden dir zinsbar sein und dir dienen\u00ab (Deut. 20:11), woraus zu ersehen ist, dass der K\u00f6nig seinem Knechte Zins auflegen, bei ihm Z\u00f6lle einf\u00fchren darf \u2014 und alle seine Befehle in dieser Hinsicht haben vollkommene Gesetzeskraft, denn alle Bedingungen, die in dem Abschnitte \u00fcber den K\u00f6nig (1 Sam. 7:11-17), aufgez\u00e4hlt sind, bilden die Rechte des K\u00f6nigs.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Auch steht es ihm zu, durch das ganze Land Israel seine Leute zu schicken, um aus dem Volke die starken und heldenm\u00fctigen M\u00e4nner aufzusuchen, und aus ihnen eine Heeresmacht f\u00fcr seine Streitwagen und seine Reiterei zu bilden; er kann auch aus ihnen welche zu seiner Bedienung nehmen, und solche, die ihm als Vorl\u00e4ufer dienen sollen, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd er wird sie bei seinem Reitwagen und bei seiner Reiterei anstellen, und sie werden vor seinem Reitwagen einherlaufen\u00ab, auch kann er aus den sch\u00f6neren unter ihnen sich Leibdiener w\u00e4hlen, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd eure besten J\u00fcnglinge und eure Esel wird er nehmen und sie zu seiner Arbeit verwenden\u00ab (ebenda).<\/p>\n\n\n\n<p>3) Eben so steht es ihm frei, von den Handwerkern alle ihm n\u00f6tigen Leistungen zu verlangen, f\u00fcr die er aber zu bezahlen hat; er kann auch Vieh, Knechte und Sklavinnen von seinen Untertanen zu seinem Bedarf abnehmen, muss aber f\u00fcr sie Lohngeld oder eine Entsch\u00e4digung geben, denn es hei\u00dft: \u00bbSeine \u00c4cker zu bestellen, seine Ernte einzusammeln, sein Kriegsger\u00e4t und sein Wagengeschirr zu verfertigen; eure Knechte, eure M\u00e4gde, eure besten J\u00fcnglinge und eure Esel wird er nehmen zu seiner Arbeit\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Er durfte gleichfalls aus ganz Israel Frauen und Kebsweiber w\u00e4hlen, erstere mit Ehepakt (Ketuba) und Trauung (Keduschin), letztere<br>ohne beides, indem er blo\u00df durch Vereinigung in ihren Besitz trat; der gew\u00f6hnliche Israelit aber darf gar keine Kebsweiber haben, au\u00dfer etwa, wenn sie eine j\u00fcdische Sklavin ist, und das auch erst nach vorhergegangener Verlobung; es stand dem K\u00f6nige auch das Recht zu, aus den Kebsweibern seines Harems, K\u00f6chinnen, B\u00e4ckerinnen und Konditorinnen zu w\u00e4hlen, denn es hei\u00dft: \u00bbEure T\u00f6chter wird er nehmen zu Konditorinnen, K\u00f6chinnen, B\u00e4ckerinnen\u00ab (ebenda).<\/p>\n\n\n\n<p>5) Er konnte auch die W\u00fcrdigeren des Volkes zwingen, Beamte zu werden und sie als Tausendschaften und F\u00fcnfzigschaften einzusetzen, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd sie f\u00fcr dich zu Tausenschaften und F\u00fcnzigschaften zu machen\u00ab (ebenda).<\/p>\n\n\n\n<p>6) Ferner konnte er zu Kriegszeiten Felder, Olivenb\u00e4ume und Weing\u00e4rten f\u00fcr seine Leute wegnehmen und dieses fremde Eigentum, wenn letztere ohne diese Hilfsquellen nichts zur Nahrung h\u00e4tten, ohne Weiteres verbrauchen, in welchem Falle aber der K\u00f6nig f\u00fcr Alles bezahlen muss, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd eure Felder und Oliven und Weinberge, wird er wegnehmen und sie seinen Knechten geben\u00ab; auch geh\u00f6rt ihm der zehnte Teil aller Saaten, Baumfr\u00fcchte und Viehe seiner Untertanen, denn es hei\u00dft: \u00bbEure Saaten und eure Weinberge wird er verzehnten, \u2014 auch von euren Schafen wird er den zehnten Teil nehmen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Der gesalbte K\u00f6nig (Messias) wird den 13ten Teil von allen L\u00e4ndern, die Israel erobern wird, bekommen und dies ist ein Erbteil f\u00fcr ihn und seine Kinder auf ewige Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Die G\u00fcte der auf Befehl des K\u00f6nigs Hingerichteten fallen dem K\u00f6nige zu, und alle k\u00f6niglichen Schatzkammern der eroberten L\u00e4nder geh\u00f6ren ebenfalls dem K\u00f6nige, die \u00fcbrige Beute aber wird vor ihn hingelegt, damit er zuerst seine H\u00e4lfte davon nehme; die andere H\u00e4lfte derselben wird aber unter die ganze Armee gleichm\u00e4\u00dfig verteilt; die Truppen, die im Lage zur\u00fcckbleiben, um das Kriegsger\u00e4t zu bewachen, werden auch zur Armee gez\u00e4hlt, denn es hei\u00dft: \u00bbWie der Teil des in die Schlacht Ziehenden, so auch der f\u00fcr die im Lager Zur\u00fcckbleibenden, soll gleichm\u00e4\u00dfig sein\u00ab (1 Sam. 30:24).<\/p>\n\n\n\n<p>10) Der ganze eroberte Boden geh\u00f6rt dem K\u00f6nige, er kann jedoch davon auch seinen Knechten und Kriegsleuten nach Belieben zuteilen. In allen diesen F\u00e4llen ist des K\u00f6nigs Urteilsspruch als Gesetz zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Handlungen m\u00f6gen auch zum Wohlgefallen Gottes sein; sein ganzes Sinnen und Trachten sei, den wahren Glauben zu erheben, in der Welt Gerechtigkeit zu verbreiten, die Gewaltt\u00e4tigkeit der Frevler zu brechen, die Kriege des Ewigen durchzuk\u00e4mpfen, indem von vornherein der Zweck des K\u00f6nigtums lediglich darin besteht, Recht zu sprechen und Krieg zu f\u00fchren, wie es auch hei\u00dft: \u00bbUnd unser K\u00f6nig wird uns richten und uns vorangehen und ausk\u00e4mpfen unsere Kriege\u00ab (1 Sam. 8:20).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">F\u00dcNFTES KAPITEL \u2014 Die Kriege, das Wohnen ins \u00c4gypten und Israel<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Die ersten Kriege des K\u00f6nigs d\u00fcrfen nur die von Gott gebotenen sein, n\u00e4mlich der Krieg mit den sieben V\u00f6lkern, der mit Amalek und der, um Israel von fremden Feinden zu befreien; neben diesen Kriegen ist es dem K\u00f6nige auch erlaubt, freiwillige Kriege zu f\u00fchren, n\u00e4mlich solche, durch welche die Grenzen Israels erweitert und seine Gr\u00f6\u00dfe und sein Ruhm verherrlicht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Zu den gebotenen Kriegen braucht er nicht die Einwilligung des Sanhedrins zu erfragen, sondern er kann<br>sie allein zu jeder beliebigen Zeit beginnen und das Volk zum Aufbruche zwingen; zu einem freiwilligen Kriege darf er das Volk zum Aufbruche nicht anders, als mit Zustimmung des Sanhedrins der Einundsiebzig zwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Er kann auch \u00fcber Felder sich einen Weg bahnen, woran ihn Niemand hindern darf; die Breite der k\u00f6niglichen Heeresstra\u00dfe hat kein bestimmtes Ma\u00df, sondern er kann sie so einrichten, wie er es f\u00fcr gut findet; er hat auch nicht n\u00f6tig, wegen eines Privatleuten angeh\u00f6rigen Weinberges oder Feldes, Umwege zu machen, sondern er gehe in gerader Linie zum Kriegsschauplatze.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Es ist ein Gebot der Schrift, die sieben V\u00f6lker zu vernichten, denn es hei\u00dft: \u00bbVernichten, vernichten sollst du sie\u00ab (Deut. 20:17). Und jeder, dem ein Individuum dieser V\u00f6lker in die H\u00e4nde f\u00e4llt \u00fcbertritt ein Verbot, wenn er ihn nicht t\u00f6tet, denn es hei\u00dft: \u00bbDu sollst keine Seele am Leben lassen\u00ab (Deut. 20:16); bereits ist aber ihr Andenken g\u00e4nzlich vernichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Ebenso ist es ein Gebot der Schrift, das Andenken des Amalek zu vernichten, denn es hei\u00dft: \u00bbSo sollst du vernichten das Andenken Amaleks\u00ab (Deut. 25:19); es ist auch ein Gebot der Schrift, seiner b\u00f6sen Taten und seines Auflauerns (der Israeliten bei ihrem Auszuge aus \u00c4gypten) stets eingedenk zu sein, um auf diese Weise den Hass gegen ihn immer frisch zu erhalten, denn es hei\u00dft: \u00bbGedenke dessen, was dir Amalek getan \u2026 vergiss es nicht\u00ab, \u2014 was die Tradition dahin erkl\u00e4rt: \u00bbGedenke mit den Lippen und vergiss es nicht im Herzen; da es verboten ist, die Feindschaft und den Hass gegen ihn zu vergessen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Alle L\u00e4nder, welche auf den Ausspruch des Sanhedrins von Israel unter seinen K\u00f6nigen erobert wurden, sind als Gemeingut angesehen und ganz wie das von Joschua eroberte Land Israel betrachtet; dies gilt aber nur von solchen Eroberungen , die das Volk nach geschehener Besitznahme des von der Tora verhei\u00dfenen Territoriums macht.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Es ist den Israeliten erlaubt, auf der ganzen Oberfl\u00e4che der Erde zu wohnen, ausgenommen hiervon ist das Land \u00c4gypten, vom mittell\u00e4ndischen Meere nach dem Wesen zu, auf eine Strecke von 400 Meilen (1600 km), gegen\u00fcber \u00c4thiopien und der W\u00fcste.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser ganze Fl\u00e4chenraum darf von den Israeliten nicht bewohnt werden, indem die Tora an drei Stellen gewarnt, nach \u00c4gypten zur\u00fcckzukehren, denn es hei\u00dft: \u00bbIhr werdet nie mehr diesen Weg zur\u00fccklegen\u00ab (Deut 17:16); ferner: \u00bbDu wirst sie nicht mehr wiedersehen\u00ab (Deut. 28:69); endlich: \u00bbIhr werdet sie nie und nimmer wiedersehen\u00ab (Ex. 14:13); die Stadt Alexandrien geh\u00f6rt zu dem verbotenen Distrikt.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Es ist aber gestattet, nach dem Lande \u00c4gypten Handels und Eink\u00e4ufe wegen zu kommen, wie auch um andere L\u00e4nder, zu denen man durch \u00c4gypten kommt, zu erobern; Das Verbot bezieht sich blo\u00df auf den best\u00e4ndigen Verbleib daselbst; auf die \u00dcbertretung dieses Gebotes steht die Gei\u00dfelung nicht, denn der Einzug in dieses Land ist ja erlaubt, der blo\u00dfe Gedanke aber, daselbst zu verbleiben, wird nicht durch eine besondere T\u00e4tigkeit ge\u00e4u\u00dfert (die Gei\u00dfelung steht nur auf eine ge\u00e4u\u00dferte T\u00e4tigkeit).<\/p>\n\n\n\n<p>Mir scheint es, dass, wenn der israelitische K\u00f6nig das Land auf den Ausspruch des Sanhedrins erobert h\u00e4tte, der Verbleib daselbst auch erlaubt w\u00e4re, da die Warnung dort zu wohnen, sich nur auf einzelne Privatleute bezieht, und dies auch nur f\u00fcr die Zeit gilt, so lange die Nichtjuden das Land inne haben; eine solche Strenge findet hier statt, weil die Sittenlosigkeit in diesem Landstrich gr\u00f6\u00dfer ist als in allen anderen L\u00e4ndern, wie es auch hei\u00dft: \u00bbWie die Taten des Landes \u00c4gypten, sollt Ihr nicht tun\u00ab (Lev. 18:3).<\/p>\n\n\n\n<p>9) \u00dcberhaupt ist es verboten, aus dem Lande Israel nach dem Auslande auszuwandern, au\u00dfer etwa, um die Tora zu studieren, um eine Frau zu nehmen, oder um Etwas von einem Nichtjuden zu retten; \u2014 nach erreichtem Ziele muss man aber ins gelobte Land zur\u00fcckkehren; man darf auch Gesch\u00e4fte halber ins Ausland ziehen, aber daselbst wohnen zu bleiben, ist verboten, \u2014 ausgenommen hiervon ist der Fall, wenn im Inlande die Hungersnot so gro\u00df ist, dass Weizen von einem Dinar wert, nicht unter zwei Dinare gekauft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ausnahme gilt aber auch blo\u00df dann, wenn im Lande genug Geld vorhanden war und wenig Getreide; sind jedoch Fr\u00fcchte billig, und es mangelt Jemand an Geld oder Arbeit, so dass er keinen Lebensunterhalt hat, so steht es ihm frei, \u00fcberall hinzuziehen, wo er einen Erwerb in Aussicht hat. \u2014 Wiewohl es erlaubt war, unter gewissen Bedingungen aus dem gelobten Lande zu ziehen, so war es doch nicht Art der Frommen, diese zu benutzen; denn Machlon und Kilion, die beiden ausgezeichnetsten M\u00e4nner ihres Zeitalters, waren nur wegen gro\u00dfer Drangsale ausgewandert \u2014 und haben dessen ungeachtet dennoch vor dem Ewigen dadurch die Strafe der Vertilgung verwirkt.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Die gr\u00f6\u00dften gelehrten Israels pflegten die Grenzpf\u00e4hle und Steine des Landes zu k\u00fcssen, sich in seinem Staube zu w\u00e4lzen; so hei\u00dft es auch (Ps. 102:15): \u00bbDenn deine Knechte herzten ihre Steine und ihren Staub liebkosten sie\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Die Weisen sagten: Wer im Lande Israel wohnt, dessen S\u00fcnden werden verziehen, denn es hei\u00dft (Jes. 33:24): \u00bbUnd der Einwohner wird nicht sprechen, ich bin krankt: deinem Volke, das da wohnt, werden alle S\u00fcnden verziehen\u00ab. Wer auf dem Lande nur vier Ellen zur\u00fccklegt, wird bestimmt zum Leben der k\u00fcnftigen Welt gelangen; ebenso werden alle S\u00fcnden demjenigen verziehen, der in dem Lande beerdigt wird, gleich als w\u00e4re seine Ruhest\u00e4tte ein vers\u00f6hnender Altar f\u00fcr ihn, indem es einerseits hei\u00dft (Deut. 32:43): \u00bbUnd seine Erde soll seinem Volke Verzeihung erwirken\u00ab; andererseits bei den Strafpredigten hingegen: \u00bb Auf einer unreinen Erde wirst du sterben\u00ab (Amos 7:17). \u2014 Es ist wohl nicht einerlei, ob die heilige Erde den Israeliten noch als Lebendigen empf\u00e4ngt, oder erst nach seinem Tode; indes pflegten die Weisen auch ihre Toten dahin zu bringen, wovon auch unser Vater Jakob und der fromme Joseph Beweise geben.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Stets suche jeder Israelit im Lande Israel zu wohnen, selbst wenn in einer Stadt die meisten Einwohner Nichtjuden sind; ebenso suche man im Auslande den Verbleib zu vermeiden, selbst dann, wenn in einer Stadt die meisten Einwohner Israeliten sind; denn wer aus dem Inlande ins Ausland zieht, ist einem solchen gleich zu achten, der G\u00f6tzendienst treibt; wie es auch hei\u00dft: \u00bbSie haben mich heute fortgetrieben vom Verbleiben auf dem Erbteil des Ewigen, sprechend: Gehe, diene fremden G\u00f6ttern\u00ab (1 Sam. 26:19). Auch hei\u00dft es in den Strafpredigten: \u201cNach dem Lande Israel werden sie nicht kommen\u00ab (Hezek. 13:9).<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz so wie es verboten ist, aus dem gelobten Lande ins Ausland zu gehen, so ist es auch nicht erlaubt, aus Babylon nach anderen L\u00e4ndern zu ziehen, denn es hei\u00dft (Jer. 27:22): \u00bbNach Babylon werden sie gebracht werden und dort sollen sie sein\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">SECHSTES KAPITEL \u2014 Die F\u00fchrung des Krieges<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Man darf mit Niemand in der Welt Krieg anfangen, bevor man nicht der feindlichen Partei ein Friedensangebot angeboten, der zu unternehmende Krieg sei ein gebotener oder freiwilliger; denn es hei\u00dft (Deut. 20:10): \u00bbWenn du gegen eine Stadt gehst, um sie zu bekriegen, so sollst du an sie vorher den Friedensruf ergehen lassen\u00ab. \u2014 Willigt sie in die Vorschl\u00e4ge und nimmt sie es auf sich, die sieben Gebote der Noachiden zu beobachten, so darf man Niemand in derselben t\u00f6ten, sie wird aber zinsbar; denn es hei\u00dft: \u00bbUnd sie werden dir zinsbar sein und dir dienen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nahm sie blo\u00df die Zinsbarkeit an, ohne die Knechtschaft einzuwilligen, oder willigte sie in die Knechtschaft, nicht aber in die Zinsbarkeit, so ist man nicht gehalten, ihr Geh\u00f6rt zu geben. \u2014 Unter Knechtschaft verstehen wir, dass die Besiegen die unterste Klasse des Volkes bilden, und dass sie nie ihr Haupt in Israel erheben, vielmehr ihm untert\u00e4nig seien; ferner dass sie zu keinem Amte in Israel zugelassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Zinsbarkeit verstehen wir, dass die Besiegten sich verpflichteten, dem K\u00f6nige mit Leib und Gut zu dienen, wie z.B. beim Ausf\u00fchren von Mauern, bei Befestigungen, bei der Ausf\u00fchrung von Pal\u00e4sten f\u00fcr den K\u00f6nig usw., denn es hei\u00dft: \u00bbUnd dies war der Inhalt des Zinses, den der K\u00f6nig Salomo erhob, um den Tempel des Ewigen, sein eigenes Haus, die Zitadellen, die Mauern Jerusalems und alle Festungen, die er hatte, auszuf\u00fchren. Das ganze Volk, welches von den Emoriten nachblieb, erhob Salomo zu Zinsknechten bis zum heutigen Tag; von den Kindern Israels aber machte Salomo keinen einzigen zum Knechte, sondern bildete aus ihnen Kriegsleute, Minister, Beamte, Befehlshaber im Krieg und Kommandanten der Streitwagen und der Reiterei\u00ab (1 K\u00f6n. 9:15-22).<\/p>\n\n\n\n<p>2) Dem K\u00f6nige steht das Recht zu, mit dem Feinde Unterhandlungen anzukn\u00fcpfen, er kann die Bedingungen stellen, dass er die H\u00e4lfte des ganzen Verm\u00f6gens nehme, oder dass er das unbewegliche Verm\u00f6gen bekomme und dem Feinde das bewegliche lasse, oder dass er das bewegliche nehme und der Feind den eroberten Boden behalte \u2014 ganz nach seinem Belieben.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Es ist aber verboten, mit dem Feinde falsch und tr\u00fcgerisch zu sein, nachdem man ihm den Frieden geschlossen und er die sieben noachidischen Gebote zu halten \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Will der Feind sich nicht zum Friedensschluss verstehen, oder will er es, ohne die sieben noachidischen Gebote anzuerkennen, so f\u00fchre man mit ihm den Krieg fort und t\u00f6te alle erwachsenen M\u00e4nner und mache zur Beute alle ihre Habe und ihr Hausgesinde, keineswegs aber t\u00f6te man Frauen noch Kinder \u2014 denn es hei\u00dft: \u00bbUnd die Frauen und die Kinder \u2026 nehme zur Beute\u00ab (Deut. 20:14), folglich auch nicht Kinder m\u00e4nnlichen Geschlechts.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt nur von einem freiwilligen Krieg mit irgendeinem anderen Volk der Welt; wurde aber mit den sieben kanaanitischen V\u00f6lkern und mit Amalek gekriegt, die den Frieden nicht schlie\u00dfen wollen, so lie\u00df man keinen von ihnen am Leben, denn es hei\u00dft: \u00bbSo sollst du mit allen V\u00f6lkern verfahren, in den St\u00e4dten dieser V\u00f6lker aber sollst du keine Seele am Leben lassen\u00ab (Deut. 20:15-16). Dasselbe hei\u00dft auch von Amalek: \u00bbVerwischen sollst du das Andenken Amaleks\u00ab (Deut. 25:19).<\/p>\n\n\n\n<p>Woher wissen wir es, dass die Schrift von dem Falle spricht, wenn sie (die Kanaaniter und Amalek) keinen Frieden<br>schlie\u00dfen? Es hei\u00dft n\u00e4mlich (Jos. 11:19-20): \u00bbEs war keine Stadt, die Frieden geschlossen mit Israel, ausgenommen der Chiviten, der Bewohner der Stadt Gibeon; alle Andere nahmen sie im Krieg, denn der Ewige hat sie hartn\u00e4ckig gemacht im Kriege mit Israel, damit sie vernichtet w\u00fcrden\u00ab; woraus zu ersehen ist, dass man ihnen den Frieden angeboten, sie ihn aber verwarfen.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Drei Sendschreiben erlie\u00df Joschua, bevor er das gelobte Land betreten; im ersten erkl\u00e4rte er, dass Jeder, der sich aus dem Lande entfernen wolle, es tun k\u00f6nne; im zweiten schrieb er, wer Frieden machen will, der m\u00f6ge es tun, endlich im dritten: wer Krieg f\u00fchren woll, m\u00f6ge Krieg f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dem aber so war, wozu hatten es die Bewohner Gibeons n\u00f6tig, die bekannte List zu gebrauchen? Weil ihnen anfangs der Frieden im Allgemeinen angeboten wurde, den sie aber nicht annahmen (Jos. 9). Das Gesetz Israels nicht kennend, dachten sie, dass man ihnen den Frieden nicht mehr schenken werde. Warum aber tat es den Volksf\u00fcrsten so sehr Leid, da sie nur der Schwur abhalten konnte, die Gibeoniten zu t\u00f6ten? Weil sie mit jenen ein B\u00fcndnis geschlossen, und es doch hei\u00dft: \u00bbDu sollst mit ihnen kein B\u00fcndnis schlie\u00dfen\u00ab (Deut. 7:2); sie sollten also Zinsknechte werden; da sie nun Ursache waren, dass die Israeliten einen ungerechten Schwur leisteten, so h\u00e4tten sie es verdient, get\u00f6tet zu werden, wenn in diesem Falle nicht die Entweihung des g\u00f6ttlichen Namens stattgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Ammon und Moab braucht man nicht den Frieden anzubieten, denn es hei\u00dft (Deut. 23:7): \u00bbDu sollst weder ihren Frieden, noch ihr Wohl dein ganzes Leben lang suchen\u00ab. Die Weisen sagten, da es hei\u00dft: \u00bbUnd du sollst an sie den Friedensruf ergehen lassen\u00ab, so k\u00f6nnte man denken, dass man mit Ammon und Moab auch so zu verfahren habe \u2014 daher hei\u00dft es: \u00bbDu sollst ihren Frieden nicht suchen\u00ab. Da es wiederum hei\u00dft: \u00bbMit dir in deiner Mitte soll er wohnen, wo es ihm wohlgef\u00e4llt; du sollst ihn nicht betr\u00fcgen\u00ab (Deut. 23:17), so k\u00f6nnte man denken, dass man so auch mit Ammon und Moab zu verfahren habe, daher hei\u00dft es: \u00bbNoch ihr Wohl\u00ab. Wenngleich man ihren Frieden nicht suchen darf, so muss man doch mit ihnen Frieden schlie\u00dfen, sobald sie ihn verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Wenn man eine Stadt belagert, so darf man sie nicht von allen vier Seiten umzingeln, sondern blo\u00df von drei Seiten, damit f\u00fcr Diejenigen, die fl\u00fcchten und sich retten wollen, eine Ausflucht gelassen werde, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd sie \u00fcberzogen das Land Midjan, wie es der Ewige Moses befohlen\u00ab (Num. 31:7), wobei den Weisen durch die Tradition \u00fcberkommen, dass das g\u00f6ttliche Gebot f\u00fcr die Belagerung in der eben angef\u00fchrten Art bestand.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Man darf nicht die Fruchtb\u00e4ume, die sich au\u00dferhalb der Stadt befinden, f\u00e4llen, auch nicht das Wasser von ihnen abhalten, um sie vertrocknen zu lassen, denn es hei\u00dft (Deut. 20:19): \u00bbDu sollst nicht ihre B\u00e4ume verderben\u00ab. Wer einen Baum f\u00e4llt, bekommt die Gei\u00dfelung; dies Gebot gilt nicht nur f\u00fcr die Zeit der Belagerung, sondern auch \u00fcberhaupt f\u00fcr den Fall, wenn Jemand einen Fruchtbaum vernichtend f\u00e4llt; man darf aber wohl einen Baum umhauen, wenn er anderen B\u00e4umen schadet oder in dem Nachbarfelde Schaden anrichtet oder wenn sein Holz teuer verkauft werden kann; denn die Tora hat blo\u00df das F\u00e4llen der B\u00e4ume auf eine vernichtende Weise verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Es ist erlaubt, alle nicht fruchttragenden B\u00e4ume umzuhauen, selbst wenn man ihrer nicht bedarf; auch kann man<br>es mit einem bereits gealterten Fruchtbaum tun, der nur noch eine solche Kleinigkeit einbringt, dass es der Pflege nicht mehr lohnt; so lange aber der Olivenbaum noch ein Viertel Kaab Oliven, und der Dattelbaum ein ganzes Kaab Datteln bringt, d\u00fcrfen sie nicht umgehauen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Aber nicht nur f\u00fcr Vernichtung von B\u00e4umen, sondern auch wenn man Geschirre zerbricht, Kleider zerrei\u00dft, Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt, Quellen versch\u00fcttet oder Essen auf vernichtende Weise verdirbt, \u00fcbertritt man das Verbot: \u00bbDu sollst nicht verderben\u00ab, jedoch verschuldet man dadurch, nach Vorschrift der Weisen, nur die Mardut Schl\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Die Belagerung einer feindlichen Stadt beginne drei Tage vor Schabbat und werde ununterbrochen, selbst am Schabbat, fortgesetzt; denn es hei\u00dft: \u00bbBis sie \u00fcberw\u00e4ltigt wird\u00ab (Deut. 20:20), also selbst am Schabbat. Dies gilt sowohl von einem freiwilligen als gebotenen Kriege.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Das Kriegslager kann \u00fcberall aufgeschlagen werden und der in der Schlacht Gefallene wird da begraben, wo er f\u00e4llt; der gefallene Krieger nimmt seinen Ort ganz wie ein vorgefundener Toter in Besitz.<\/p>\n\n\n\n<p>13) Die Beobachtung von vier Geboten, wird im Lager erlassen: \u00bbMan darf das Demai essen, man braucht nicht vor dem Essen die H\u00e4nde zu waschen, man darf Holz von jeglichem Orte nehmen, selbst wenn man bereits entwurzeltes und getrocknetes vorfindet, hat man sich im Lager dessen nicht zu bek\u00fcmmern; man ist auch befreit, im Lager den Eruv zu machen, es steht vielmehr frei, am Schabbat Beliebiges von Zelt zu Zelt, von H\u00fctte zu H\u00fctte zu tragen, jedoch muss um das ganze Lager eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand aufgef\u00fchrt werden, damit es als ein Privatort betrachtet werde, wie wir es in der Abhandlung \u00fcber den Schabbat erkl\u00e4rt; eine Wand niedriger als zehn Handbreiten ist als unzureichend zu betrachten; und wie das Kriegsheer von diesen Geboten auf dem Zuge in den Krieg und w\u00e4hrend der Kriegszeit befreit ist, so genie\u00dft es auch dieser Ausnahmerechte auf seinem R\u00fcckzuge aus dem Kriege.<\/p>\n\n\n\n<p>14) Es ist verboten, im Lager oder offen auf dem Felde, seine Notdurft zu verrichten, ein Gebot der Schrift schreibt aber vor, dazu eine Kloake zu machen, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd einen Ort sollst du haben au\u00dferhalb des Lagers\u00ab (Deut. 23:13).<\/p>\n\n\n\n<p>15) Ebenso ist es ein Gebot der Schrift, dass jeder Krieger au\u00dfer seinen Waffen noch einen Spaten habe, damit er im Notfalle auf dem Wege eine \u00d6ffnung f\u00fcr seine Exkremente grabe und sie dann versch\u00fctte, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd einen Spaten sollst du haben neben deinen Waffen usw.\u00ab (Deut. 23:14). \u2014 Diese Bestimmung bleibt immerhin im Lager zu beobachten, ganz gleich, ob die Bundeslade mit ist oder nicht, denn es hei\u00dft: \u00bbUnd dein Lager sei heilig\u00ab (ebenda).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">SIEBENTES KAPITEL \u2014 Der Kriegsgesalbte und wer vom Krieg freigestellt ist<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Im Falle eines Krieges, gleichviel eines gebotenen oder freiwilligen, hat man einen Priester zu beordern, dem Volke eine Anrede zu halten; er wird zuvor mit dem Slabungs\u00f6l gesalbt und in Folge dessen der Kriegsgesalbte genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Zweimal muss der Kriegsgesalbte dem Heere eine Anrede halten; eine bei der \u00dcberschreitung der Grenze an derselben, bevor noch die Schlachtordnung aufgestellt ist, bei welcher Gelegenheit er zu sprechen hat: \u00bbJedermann, der einen Weinberg gepflanzt, ohne sich dessen erfreut zu haben usw., m\u00f6ge, nach Anh\u00f6rung dieser Worte, vom Kriegsschauplatz zur\u00fcckkehren\u00ab; die andere vor den Kriegern \u00fcber das Thema \u00bbF\u00fcrchtet nicht und seid nicht best\u00fcrzt\u00ab (Deut. 20:3)<\/p>\n\n\n\n<p>3) Nach aufgestellter Schlachtordnung, wenn das Volk zum Kampf sich anschickt, stelle sich der Kriegsgesalbte auf eine Anh\u00f6he vor allen Schlachtreihen und spreche zu ihnen in der heiligen Sprache: \u00bbH\u00f6ret Israel, ihr ziehet heut in den Kampf gegen euren Feind, m\u00f6gen eure Herzen nicht zaghaft werden, habet keine Furcht, seid nicht best\u00fcrzt und entmutigt vor ihnen, denn der Ewige, euer Gott, ist es, welcher mit euch geht, um f\u00fcr euch mit euren Feinden zu k\u00e4mpfen, euch zu helfen\u00ab; \u2014 hier h\u00e4lt der Kriegsgesalbte an, und ein Unterpriester wiederholt seine Worte mit lauter Stimme vor dem ganzen Volke.<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf spricht der Kriegsgesalbte wieder: \u00bbJedermann, der ein neues Haus gebaut \u2026; Jedermann, der einen Weinberg gepflanzt, Jedermann, der eine Frau geehelicht usw. soll heimkehren\u00ab; der Kriegsgesalbte h\u00e4lt dann wieder an, und ein Beamter wiederholt dasselbe mit lauter Stimme vor dem ganzen Volke; und spricht dann von selbst: \u00bbJeder Furchtsame und Weichherzige \u2026\u00ab \u2014 dies wiederholt ein anderer Beamter vor dem Volke.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Sobald Alle, die das Recht haben, sich dem Kriegsdienste zu entziehen, zur\u00fcckkehren, wird die Schlachtordnung aufgestellt, werden Heerf\u00fchrer aus dem Volke ernannt und hinter jede Heeres Kolonne kr\u00e4ftige und hartherzige Polizeibeamte mit eisernen \u00c4xten in den H\u00e4nden gestellt, um den etwas Fl\u00fcchtenden die Beine herunterzuhauen, denn die Flucht ist der Anfang des Falls.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erlaubnis, Manche aus dem Kriege umkehren zu lassen, gilt blo\u00df f\u00fcr einen freiwilligen Krieg; in einem gebotenen m\u00fcssen Alle mitziehen; selbst der Br\u00e4utigam muss aus seinem Hause und die Braut von unter ihrem Brauthimmel (Chuppa) mit.<\/p>\n\n\n\n<p>5) F\u00fcr die Befreiung vom Kriegsdienste bleibt es sich ganz gleich, ob Jemand ein Haus zum Wohnorte, einen Stall, eine Holz oder Getreidescheune gebaut \u2014 da doch alle diese Geb\u00e4ude im Notfalle als Wohnungen dienen k\u00f6nnen; eben so wenig kann es hier in Betracht gezogen werden, ob Jemand ein Haus selbst gebaut, es fertig gekauft, als Geschenk bekommen, oder geerbt, jedenfalls hat er das Recht umzukehren; wer aber eine Strohscheune, ein Torh\u00e4uschen, einen Dachschirm oder einen Viehhof, oder ein H\u00e4uschen, das nicht vier Quadrat Ellen gro\u00df ist, \u2014 baut, der hat nicht das Recht, sich vom Kriegsschauplatz zu entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Eben so ist es einerlei, ob Jemand einen ganzen Weinberg gepflanzt, oder blo\u00df f\u00fcnf fruchttragende B\u00e4ume \u2014 w\u00e4ren diese auch von f\u00fcnf verschiedenen Fruchtgattungen, \u2014 ob er neue B\u00e4ume oder Ableger gepflanzt oder sie gepfropft, wenn nur diese Setzlinge und gepfropften \u00c4ste vorreifepflichtig sind (Orla); ob er sie gekauft oder geerbt, oder als Geschenk erhalten; \u2014 wer aber blo\u00df vier Fruchtb\u00e4ume oder f\u00fcnf nicht fruchttragende B\u00e4ume gepflanzt, hat nicht das Recht, sich deshalb aus dem Kriege zu entfernen; ebenso wenig gibt ein Weinberg, der Zweien Besitzern geh\u00f6rt, beiden das Recht, sich aus dem Kriege zu entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Es bleibt sich f\u00fcr die Befreiung vom Kriegsdienste ganz gleich, ob Jemand sich mit einem M\u00e4dchen oder einer<br>Witwe verlobt, oder ob ihm seine Schw\u00e4gerin in der Leviratsehe zuf\u00e4llt; selbst wenn unter f\u00fcnf Br\u00fcdern einer starb, so k\u00f6nnen alle \u00fcbrigen Br\u00fcder deswegen aus dem Kriege zur\u00fcckkehren; ehelicht Jemand eine Frau mit der Bedingung, dass sie erst nach zw\u00f6lf Monaten die Seinige werden soll, und diese Zeit verflie\u00dft im Kriege, so kann er, von der festgesetzten Frist der Heirat an, aus dem Kriege zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Nimmt Jemand seine geschiedene Frau wieder, oder heiratet er eine Frau, die f\u00fcr ihn nicht erlaubt ist, \u2014 wie es eine Witwe f\u00fcr den Hohepriester, eine geschiedene oder eine im Levirat stehende Frau f\u00fcr einen einfachen Priester, ein Bastard oder Findling f\u00fcr jeden Israeliten ist, oder verheiratet sich eine eheliche Israelitentochter mit einem Bastard oder Findling, \u2014 so darf er deswegen aus den Kriege nicht zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Alle, die aus den Schlachtreihen zur\u00fcckkehren, m\u00fcssen es tun, sobald der Priester sie dazu auffordert, und alsdann Wasser und Speise ihren streitenden Br\u00fcdern liefern, wie auch die Wege reparieren.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Folgende gehen aber von vornherein gar nicht hin zum Kriege und werden auch bei jeder anderen Gemeindeangelegenheit verschont: Wer ein Haus gebaut und es eben bezog; wer seine Braut heiratet oder die Leviratsehe vollzieht; wer seinen Weinberg einweiht \u2014 Alle diese ziehen vor Ablauf eines Jahres nicht f\u00fcr die Gemeinde hinaus, denn es hei\u00dft (Deut. 24:5): \u00bbRein soll er f\u00fcr sein Haus ein Jahr sein und soll seine Frau, die er geheiratet, erfreuen\u00ab, wobei uns durch die Tradition \u00fcberkommen, dass man ein Jahr von allen \u00f6ffentlichen Funktionen frei bleibe, ganz gleich ob man ein Haus kauft, oder eine Frau nimmt, oder einen Weinberg zu benutzen beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Das ganze Jahr hindurch zwinge man ihn weder Wasser noch Speise zu liefern, noch die Wege zu reparieren, noch an den Mauern Wache zu halten, noch zu den Stadtkontributionen beizutragen, noch irgendeine Sache mitzuleiden, denn es hei\u00dft: \u00bbEr gehe nicht hinaus mit dem Kriegsheer und trage zu keiner Sache bei\u00ab (ebenda); also zwei Verbote, von denen eins sich auf Stadt, das andere auf Armenbed\u00fcrfnisse bezieht.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Baut Jemand ein Haus und vermietet es einem Anderen, von dem er das Mietsgeld im Voraus bekommt, so ist der Fall anzusehen, als wenn er das Haus bewohnte; bekommt er aber das Mietsgeld erst nach einem Jahr, so wird er betrachtet, als h\u00e4tte er das Haus bis dahin nicht bewohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>13) Baut Jemand ein Haus, legt seine Ger\u00e4tschaften hinein und verschlie\u00dft es, so kommt es darauf an, ob er sonst um die Ger\u00e4tschaften zu h\u00fcten, Zeit verlieren m\u00fcsste, oder nicht; im ersten Fall wird er betrachtet, als h\u00e4tte er bereits begonnen, das Haus zu bewohnen, im letzteren, als h\u00e4tte er es noch gar nicht bewohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>14) Wer aber im Auslande ein Haus baut oder einen Weinberg pflanzt, kann sich deshalb nicht aus dem Kriege entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p>15) \u00bbWelcher Mann furchtsam und weichherzig ist\u00ab, diese Worte sind einfach zu verstehen, n\u00e4mlich Derjenige, welcher in seinem Herzen nicht Kraft genug hat, in den Schlachtreihen zu stehen, \u2014 denn sobald man in die Schlachtreihen getreten ist, muss man auf die Hoffnung Israels und seinen Retter zu Zeiten des Drangsals vertrauen; man muss es bedenken, dass man f\u00fcr die Einheit des g\u00f6ttlichen Namens Krieg f\u00fchrt, und setze demzufolge sein Leben ohne Furcht und ohne Schrecken der Gefahr aus; man denke weder an Weib noch an Kind, sondern suche ihr Andenken aus dem Herzen zu verwischen und man wende auch seine Gedanken von allen anderen Gegenst\u00e4nden ab und der Schlacht zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aber w\u00e4hrend der Schlacht verschiedenen Gedanken und Besorgnissen Raum gibt und sich selbst entmutigt, \u00fcbertritt ein Verbot, denn es hei\u00dft (Deut. 20:3): \u00bbEure Herzen erweichet nicht, habet keine Furcht, seid nicht best\u00fcrzt und erschreckt nicht vor ihnen\u00ab, \u2014 ja sogar das ganze Blut Israels haftet am Halse eines jeden Kriegers, sodass wenn er nicht gesiegt und nicht gek\u00e4mpft von ganzer Seele, er Demjenigen gleicht, der Gemeindeblut vergossen; dass es hei\u00dft (Deut. 20:8): \u00bbUnd er mag nicht das Herz seiner Br\u00fcder, wie das seinige, zerschmelzen lassen\u00ab. Auch ist es den Propheten ausdr\u00fccklich gesagt (Jer. 48:10): \u00bbVerflucht sei Derjenige, der das Handwerk des Ewigen falsch treibt und verflucht sei der, welcher sein Schwert vom Blute abh\u00e4lt\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aber mit ganzem Herzen und ohne Furcht in der Schlacht steht und die reine Absicht hat, den Namen des Ewigen zu heiligen, der kann versichert sein, dass ihm weder Schaden noch Ungl\u00fcck zusto\u00dfen, sondern im Gegenteil er sich ein festes Haus in Israel errichten, eine gute Tat f\u00fcr sich und seine Kinder auf ewig getan haben wird, durch welche er zum Leben der k\u00fcnftigen Welt gelangen kann, denn es hei\u00dft (1 Sam. 25:28-29): \u00bbDenn der Ewige wird wohl errichten f\u00fcr meinen Herrn ein festes Haus, da die Kriege des Ewigen mein Herr f\u00fchrt, Ungl\u00fcck traf dich nicht und die Seele meines Herrn war stets in den Bund es Lebens geflochten, bei dem Ewigen, deinem Gotte\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ACHTES KAPITEL \u2014 Die sch\u00f6ne Gefangene und der ans\u00e4ssige Proselyt (Ger Toschaw)<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Dringt das Kriegsheer in die Grenzen anderer V\u00f6lker, besiegt diese und nimmt von ihnen Gefangene, so darf der j\u00fcdische Soldat Fleisch von Gefallenem, Zerrissenem, von Schweinen und dergleichen essen, wenn er, um seinen Hunger zu stillen, nicht anderes vorfindet; ebenso darf er Libationswein trinken; es ist uns durch die Tradition \u00fcberkommen, dass die Worte: \u00bbUnd H\u00e4user voll von allem Guten\u00ab (Deut. 6:10-11), sich auf Speck und dergleichen beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Wenn ein Soldat ein sch\u00f6nes Weib gefangen nimmt, darf er ihr beiwohnen, wenn sein Trieb ihn \u00fcberkommt, solange sie eine Nichtj\u00fcdin ist. Er darf ihr nicht beiwohnen und seines Weges gehen, sondern muss sie heimf\u00fchren, denn es hei\u00dft (Deut. 21:11): \u00bbUnd du erblickst in der Gefangenschaft ein sch\u00f6nes Weib\u2026 f\u00fchre sie in dein Haus\u00ab. Ein zweites Mal darf er ihr nicht beiwohnen, bis er sie geehelicht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Der Umgang und die Heimf\u00fchrung eines sch\u00f6nen Weibes ist nur w\u00e4hrend der Gefangenschaft gestattet, denn es hei\u00dft (ebenda): \u00bbUnd du wirst erblicken in der Gefangenschaft ein sch\u00f6nes Weib, gewinnest sie lieb, so kannst du es zur Frau nehmen\u00ab. Es ist erlaubt, gleich ob sie eine Jungfrau oder eine verheiratete Frau ist, denn die Heirat der Nichtjuden ist ung\u00fcltig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDu gewinnest sie lieb\u00ab, auch wenn sie nicht sch\u00f6n ist; \u00bbsie\u00ab und nicht eine Andere, damit er nicht zweien beiwohne; \u00bbso kannst du sie zur Frau nehmen\u00ab, damit er nicht zwei nehme, eine f\u00fcr sich und eine f\u00fcr einen Vater oder seinen Freund. \u00bbF\u00fchre sie in dein Haus\u00ab lehrt, dass er ihr nicht w\u00e4hrend des Kriegsgeschehens beiwohnen darf; er bringe sie an einen menschenfreien Ort und wohne ihr dort bei.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Ein Priester darf der sch\u00f6nen Gefangenen beiwohnen, denn die Tora erlaubte es aus Ber\u00fccksichtigung des Triebes. Er darf sie aber nicht ehelichen, weil sie eine Proselytin ist.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Wie muss sich der Israelit mit einer solchen sch\u00f6nen Gefangenen benehmen? Wenn sie, nach dem ersten Beiwohnen, \u00fcber sich nimm, zum wahren Glauben \u00fcberzugehen, so muss er sie sogleich der Proselytentauchung (in der Mikwe zum Gijur) unterziehen; willigt sie aber nicht ein, so sitze sie bei ihm drei\u00dfig Tage, denn es hei\u00dft: \u00bbSie mag ihren Vater und ihre Mutter einen Monat lang beweinen\u00ab (Deut. 21:13); ebenso kann sie ihre vorige Religion beweinen, ohne dass er sie davon abhalten darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei muss sie aber ihre N\u00e4gel wachsen, ihr Haar rasieren lassen, damit sie in seinen Augen an Liebensw\u00fcrdigkeit verliere; auch muss sie immer im Hause sein, dass er sie jedes Mal beim Ein und Ausgehen sehen k\u00f6nne und ihrer \u00fcberdr\u00fcssig werde; er gebe sich aber immer M\u00fche, sie zum wahren Glauben zu bekehren, willigt sie endlich ein und er liebt sie noch, so nehme man ihr die gew\u00f6hnliche Proselytentauchung vor.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Demnach also hat sie drei Monate zu warten, n\u00e4mlich einen Monat zum Beweinen der Eltern und zwei nachher; \u2014 alsdann kann er sie mit Ehepakten (Ketuba) und Verlobung (Kidduschin) ehelichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Will er sie aber dann nicht mehr heiraten, so muss er sie freilassen und er \u00fcbertritt ein Verbot, wenn er sie als Gefangene verkauft, denn es hei\u00dft (ebenda): \u00bbUnd verkaufen darfst du sie nicht f\u00fcr Geld\u00ab; dieser Verkauf gilt auch gar nicht und er muss das Kaufgeld zur\u00fcckerstatten; ebenso \u00fcbertritt er ein Verbot, wenn er sie als Sklavin zwingt, nachdem er ihr schon beigewohnt, sogar durch jede Dienstleistung, die er von ihr verlangt, denn es hei\u00dft (ebenda): \u00bbDu sollst sie nicht tyrannisieren\u00ab, was so viel sagen will, dass man sich ihrer nicht als Sklavin bediene.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Wollte sie aber keineswegs Proselytin werden, so dulde man sie zw\u00f6lf Monate lang; besinnt sie sich auch dann nicht eines Besseren, so hat sie, um freigelassen zu werden, blo\u00df die sieben noachidischen Gesetze \u00fcber sich zu nehmen; sie wird dann freigelassen und wie alle ans\u00e4ssigen Proselyten betrachtet; heiraten darf man sie nicht, da es verboten ist, eine Frau zu nehmen, die sich nicht zum j\u00fcdischen Glauben bekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Wird sie schwanger, ist das Kind ein Proselyt; das Kind gilt nicht als sein Kind, weil es von einer Nichtj\u00fcdin stammt, sondern das Gericht nimmt die Proselytentauchung vor und \u00fcbernimmt die Verantwortung. Tamar wurde durch Davids Beiwohnen einer sch\u00f6nen Gefangenen geboren aber Awschalom wurde nach ihrer Heirat geboren. Deshalb war Tamar Awschaloms Schwester nur durch die Mutter und sie w\u00e4re Amon zur Frau erlaubt, deshalb sagte sie (2 Sam. 13:13): \u00bbSprich mit dem K\u00f6nig, er wird mich dir nicht verweigern\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Will die sch\u00f6ne Gefangene nach zw\u00f6lf Monaten ihren G\u00f6tzendienst aufgeben, wird sie get\u00f6tet. Ebenso macht man kein B\u00fcndnis mit einer Stadt, die Friedensvertr\u00e4ge annimmt, bis sie den G\u00f6tzendienst aufgeben, ihre G\u00f6tzentempel zerst\u00f6ren und die noachidischen Gebote annehmen. Denn Jeder, der die noachidischen Gebote nicht annimmt, wird get\u00f6tet, wenn er sich in unserer Machtbefugnis befindet.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Unser Lehrer Moses hat die Tora und die Gebote blo\u00df den Israeliten auferlegt, denn es hei\u00dft (Deut. 33:4): \u00bbEin Erbst\u00fcck der Gemeinde Jakobs\u00ab, ebenso aber existieren sie f\u00fcr Jeglichen aus den anderen V\u00f6lkern, der sich zum wahren Glauben bekehren will, denn es hei\u00dft (Num. 15:15): \u00bbSo ihr, wie Bekehrte (Fremdlinge)\u00ab. Will aber ein Fremdling sich nicht bekehren, so kann man ihn nicht zwingen, die Tora und alle Gebote \u00fcber sich zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso aber hat es unser Lehrer Moses im Namen der Allmacht geboten, alle Menschen wo m\u00f6glich zu zwingen, die sieben noachidischen Gebote \u00fcber sich zu nehmen, so dass, wenn Jemand sie nicht anerkennen wollte, er get\u00f6tet werde, wenn er sie aber anerkannt, er \u00fcberall als ans\u00e4ssiger Proselyt betrachtet werde. Diese Anerkennung muss in Gegenwart dreier Gelehrten stattfinden; wer es \u00fcber sich nimmt, sich beschneiden zu lassen und es dennoch binnen zw\u00f6lf Monaten unterl\u00e4sst, ist noch als Einer aus den anderen V\u00f6lkern zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Erkennt nun Jemand die sieben noachidischen Gebote an und beobachtet sie auch streng, so ist er zu den Frommen unter den V\u00f6lkern zu rechnen und hat Anteil am k\u00fcnftigen Leben; jedoch muss er diese sieben Gebote so anerkennen und beobachten, als weil der Heilige, gelobt sei Er, dies in der Tora geboten und uns durch unsern Lehrer Moses hat wissen lassen, dass die Noachiden noch lange vor dem dazu verpflichtet worden; beobachtet sie aber Jemand, weil es seiner Privatansicht nach recht ist, so ist er nicht als anst\u00e4ndiger Proselyt zu betrachten und geh\u00f6rt weder zu den Frommen unter den V\u00f6lkern, sondern zu ihren Weisen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">NEUNTES KAPITEL \u2014 Die sieben noachidischen Gebote<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Sechs Gesetze wurden Adam mitgeteilt: a) Das Verbot des G\u00f6tzendienstes, b) das Verbot Gott zu l\u00e4stern, c) das Verbot Blut zu vergie\u00dfen, d) das Verbot der Blutschande (Inzest) e) das Verbot des Raubes, f) das Gebot der Gerichtsbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich nun alle diese Gegenst\u00e4nde uns durch unseren Lehrer Moses \u00fcberkommen, und auch mit unserer Vernunft \u00fcbereinstimmend sind, so ist dennoch aus den allgemeinen Ausdr\u00fccken der Tora zu ersehen, dass bereits dem Adam diese Gesetze mitgeteilt waren; denn Noach wurde noch das Verbot, Glieder von lebendigen Tieren zum Essen wegzuschneiden, hinzugesetzt, denn es hei\u00dft (Gen. 9:4): \u00bbAber Fleisch in dessen Blute noch Leben ist, sollt ihr nicht essen\u00ab, folglich sind es zusammen sieben Gebote.<\/p>\n\n\n\n<p>So verhielten sich die Sachen in gesetzlicher Beziehung in der ganzen Welt bis zu Abraham; diesen wurde noch au\u00dferdem das Gebot \u00fcber die Beschneidung erlassen, auch f\u00fchrte er das Morgengebet ein; Isaak nun f\u00fchrte den Zehnten und noch ein zweites Gebet gegen Abend ein; Jakob setzte noch das Verbot des Genusses der H\u00fcftadern hinzu und f\u00fchrte das Abendgebet ein; in \u00c4gypten erhielt Amram noch verschiedene andere Gebote, bis endlich unser Lehrer Moses kam, durch den die Tora vollkommen gegeben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Ein Noachide nun, der G\u00f6tzen dient, ist straff\u00e4llig; jedoch nur dann, wenn er nach herk\u00f6mmlichen Brauche den G\u00f6tzendienst aus\u00fcbt; jeder G\u00f6tzendienst nun, auf den ein israelitisches Gericht die Todesstrafe folgen l\u00e4sst, kann f\u00fcr den Noachiden eine Hinrichtung herbeif\u00fchren; wor\u00fcber aber ein israelitisches Gericht nicht die Todesstrafe verh\u00e4ngt, das kann f\u00fcr den Noachiden nicht die Todesstrafe nach sich ziehen; obgleich f\u00fcr gewisse F\u00e4lle die Todesstrafe nicht steht, so bleibt doch das Verbot als solches f\u00fcr ihn in<br>voller Kraft, so dass man ihn nicht zulassen darf, Standbilder zu errichten, G\u00f6tzenhaine zu pflanzen, G\u00f6tzenstatuen und dergleichen selbst zur Zierde aufzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Wenn ein Noachide Gott l\u00e4stert, wobei es sich gleichbleibt, ob er den geeinigten Namen oder ein Attribut Gottes in irgendwelcher Sprache l\u00e4stert, \u2014 so ist er strafbar, was nicht der Fall bei einem Israeliten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Ein Noachide, der irgend einen Menschen get\u00f6tet, und w\u00e4re es auch ein Kind im Mutterleibe, wird hingerichtet; ebenso wenn er einen auf den Tod Kranken gemordet, oder wenn er einen gebunden und ihn vor L\u00f6wen geworfen, oder Einen so lange hungern gelassen, bis er starb; wenn er nun die Ursache eines Menschenmordes gewesen, wird er selbst hingerichtet. Ebenso wenn er einen Verfolger t\u00f6tet, obwohl er den Verfolgten ohne T\u00f6tung befreien konnte, so wird er hingerichtet, was nicht der Fall bei einem Israeliten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Sechs Arten Blutschande (Inzest) gibt es f\u00fcr Noachiden: die Gemeinschaft mit der Mutter, Stiefmutter, einer verheirateten Frau, der Schwester von Seiten der Mutter, ein Mann mit einem Mann und Vermischung mit Tieren; denn es hei\u00dft (Gen. 2:24): \u00bbDaher verl\u00e4sst der Mann seinen Vater und seine Mutter und haftet an seinem Weibe und sie werden zu einem Fleische \u00ab; \u00bbDaher verl\u00e4sst der Mann seinen Vater\u00ab, das ist das Verbot von der Frau des Vaters \u00bbund seine Mutter\u00ab, das ist seine Mutter, \u00bbhaftet an seinem Weibe\u00ab, und nicht an der Frau seines Freundes, \u00bbhaftet an seinem Weibe\u00ab, und nicht an einem Mann; \u00bbund sie werden zu einem Fleische\u00ab, das schlie\u00df aus das Vieh, Wild und Gefl\u00fcgel, denn er und sie sind nicht ein Fleisch. Dass aber eine Schwester von einem Vater dem Noachiden zur Heirat nicht verboten war, ist daraus zu ersehen, dass Abraham \u00fcber Sara sich ausspricht: \u00bbSie ist meine Schwester, Tochter meines Vaters aber nicht Tochter meiner Mutter und so ward sie mir zur Frau\u00ab (Gen. 20:12).<\/p>\n\n\n\n<p>6) Ein Noachide ist strafbar f\u00fcr den Beischlaf mit seiner Mutter, auch wenn sie von seinem Vater verf\u00fchrt oder vergewaltigt und er mit ihr nie verheiratet war, dennoch ist sie seine Mutter. Er ist auch strafbar f\u00fcr den Beischlaf mit der Frau seines Vaters, auch nach dem Tode seines Vaters. Er ist strafbar f\u00fcr den Beischlaf mit einem Mann, gleich ob er Minderj\u00e4hrig oder Erwachsen ist; auch f\u00fcr den Beischlaf mit einem Tier, gleich ob es klein oder gro\u00df ist. Der Noachide allein wird hingerichtet, das Tier wird nicht hingerichtet. Das Tier wird nur nach dem Verkehr mit einem Israel hingerichtet (auch der Israel wird wird get\u00f6tet).<\/p>\n\n\n\n<p>7) Der Noachide ist nicht strafbar f\u00fcr den Beischlaf mit der Ehefrau seines Freundes, bis er ihr auf den normalen Weg beischl\u00e4ft und sie mit ihrem Ehemanne bereits davor Verkehr hatte. War die Frau verlobt oder befand sich kurz nach der Heirat und hatte bis jetzt keinen Verkehr mit ihrem Ehemann, ist er straffrei, denn es hei\u00dft (Gen. 20:3): \u00bbSie ist eine Verheiratete (\u05d1\u05bc\u05b0\u05e2\u05bb\u05dc\u05b7\u05ea \u05d1\u05bc\u05b8\u05e2\u05b7\u05dc) Frau\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt jedoch nur dann, wenn der Noachide einer Noachidin beischl\u00e4ft. Dagegen ist ein Nichtjude strafbar f\u00fcr den Beischlaf einer J\u00fcdin, gleich ob auf dem gew\u00f6hnlichen oder ungew\u00f6hnlichen Wege. War sie eine Jungfrau und verlobt, wird er nach Israelitischem Recht gesteinigt (denn nach dem Recht der Noachiden gibt es keine Strafe f\u00fcr eine Jungfrau). Beschlief er sie nach der Hochzeitszeremonie, bevor sie mit ihrem Ehemann verkehrte, wird er mit der Erdrosselung bestraft, nach dem Recht von Israel. Dagegen wird er nach dem Recht der Noachiden mit dem Schwerte hingerichtet, wenn sie eine verheiratete und beschlafene Frau war, so als ob er mit der nichtj\u00fcdischen Ehefrau seines Freundes verkehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Ein Noachide, der eine Sklavin seinem Sklaven zuf\u00fchrt (sie heiraten) und selbst ihr sp\u00e4ter beischl\u00e4ft, ist strafbar wie f\u00fcr die Ehefrau seines Freundes. Er ist nur dann strafbar, wenn die Sache \u00f6ffentlich wird und die Volksmenge sagt \u00bbdas ist die Frau von jenem Sklaven\u00ab Ab wann ist sie ihm erlaubt? Wenn er sie von seinem Sklaven trennt und ihr Haar auf dem Markt aufdeckt (das Zeichen unverheirateter Frauen).<\/p>\n\n\n\n<p>Ab wann gilt eine Nichtj\u00fcdische Frau als geschieden? Wenn ihr Ehemann sie aus seinem Haus wegschickt und sie f\u00fcr sich selbst sorgt oder wenn sie sein Haus verl\u00e4sst und weggeht, denn Nichtjuden haben keine schriftlichen Scheidungsurkunden (Gittin); auch ist die Scheidung nicht von dem Willen des Mannes abh\u00e4ngig, sondern, zur jeder Zeit, wenn er oder sie sich trennen wollen, gelten sie als getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Ferner ist ein Noachide strafbar wegen des Raubes, ganz gleich, ob er einen Nichtjuden oder Israeliten beraubt, auch<br>gilt es ganz gleich, ob er raubt oder stiehlt, ob er Geld oder Menschen raubt, oder ob er einen Arbeiter den Lohn vorenth\u00e4lt und dergleichen. Sogar ein Arbeiter, der au\u00dferhalb der Arbeitszeit isst (von dem was er sammelt) \u2014 f\u00fcr das alles ist er strafbar (mit dem Tod) und gilt als R\u00e4uber, was beim Israel nicht der Fall ist. Ebenso ist er strafbar f\u00fcr den Raub eines Gegenstandes, der weniger als eine Peruta wert ist. Stiehl ein Noachide weniger als den Wert einer Peruta und es kommt ein Anderer und stiehlt von ihm \u2014 werden beide get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Ebenso ist der Noachide strafbar, wenn er ein Glied von einem lebendigen Tier zum Essen abschneidet; dieselbe Strafe verwirkt er auch, wenn er noch so wenig Fleisch von einem lebendigen Tier zum Essen wegschneidet; denn die Quantit\u00e4tsangaben werden nur f\u00fcr den Israeliten ber\u00fccksichtigt; hingegen ist dem Noachiden Blut von lebendigen Tieren zu essen erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Es bleibt sich ganz gleich, ob er ein Glied oder Fleisch von einem lebendigen Hausvieh oder Wild, zum Essen abschneidet; verzehrt er aber Teile eines lebendigen Vogels, so scheint es mir, dass man ihn deswegen nicht hinrichten d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Wenn man ein Vieh schlachtet und sogar die beiden Hals Arterien durchschneidet, so sind doch die Glieder und das Fleisch, die vom geschlachteten Vieh abgetrennt werden, so lange es sich noch bewegt, f\u00fcr den Noachiden als Glied eines lebendigen Tieres verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>13) Alles, was einem Israeliten als Glied eines lebendigen Tieres verboten ist, bleibt es auch f\u00fcr den Noachiden; hingegen gibt es F\u00e4lle, bei welchen der Noachide straff\u00e4llig wird, der Israelit aber nicht; f\u00fcr den Noachiden n\u00e4mlich bleibt es sich ganz gleich, ob es ein Hausvieh oder wildes Tier, ob es ein unreines oder reines ist, immer bleibt die Strafe wegen der Gliedes und Fleisches von einem lebendigen Tiere in voller Kraft; ebenso sind die Glieder eines geschlachteten aber noch zappelnden Tieres, selbst wenn ein Israelit die beiden Hals Arterien durchschnitten, f\u00fcr den Noachiden, als Glied eines lebendigen Tieres, verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>14) Das Gebot wegen der Gerichtsbarkeit besteht nur darin, dass die Noachiden f\u00fcr jeden Bezirk Richter und Beamte ernennen, damit diese in den vorigen sechs Geboten entscheiden und das Volk warnen; wenn nun ein Noachide eins dieser sieben Gebote \u00fcbertrat, wird er mit dem Schwert hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Noachide, der das Verbot von G\u00f6tzendienst \u00fcbertritt oder Gott l\u00e4stert oder Blut vergie\u00dft oder eine der sechs Arten von Blutschande begeht oder etwas stiehlt, sogar weniger als einer Peruta, oder ein wenig vom lebendigen Tier isst oder Jemanden sieht, der eines von diesen Verboten \u00fcbertritt und ihn nicht vor Gericht bringt, das ihn nicht t\u00f6tet, wird durch das Schwert hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>So wurden auch alle Einwohner Sichems (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel34\">Gen. 34<\/a>), mit dem Schwerte get\u00f6tet, weil Sichem einen Menschenraub beging, die Stadteinwohner dies gesehen und gewusst, ihn aber nicht gerichtet. Ein Noachide wird durch einen Richter und durch die Zeugenaussage eines Zeugen get\u00f6tet; er braucht keine Vorwarnung. Die Zeugenaussage von Verwandten ist zul\u00e4ssig aber nicht die Zeugenaussage einer Frau. Auch darf eine Frau nicht richten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ZEHNTES KAPITEL \u2014 Die Strafe der Noachiden und ihre Beziehung zu den Geboten<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Hat ein Noachide aus Versehen eines seiner Gebote \u00fcbertreten, so ist er ganz freizusprechen; ausgenommen hiervon ist, wenn Jemand einen Mord aus Versehen begeht, in welchem Falle der Blutr\u00e4cher, der ihn wiederum t\u00f6tet, nicht hingerichtet werden darf; auch existiert f\u00fcr den Noachiden nicht die Zufluchtsstadt, das Gericht der Noachiden aber darf einen solchen M\u00f6rder aus Versehen nicht hinrichten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt jedoch nur dann, wenn er wirklich das Verbot aus Versehen \u00fcbertreten, wenn er z.B. ein verheiratetes Weib sieht und es f\u00fcr ein M\u00e4dchen nimmt; wusste er aber, dass es ein verheiratetes Weib ist und gibt blo\u00df seine Unwissenheit des Verbotes vor oder wenn er mordete und vorgibt, nicht gewusst zu haben, dass es zu morden verboten sei, so ist er einem absichtlich Frevelnden gleichzustellen und wird hingerichtet; eine solche Unwissenheit wird nicht als Versehen f\u00fcr den Noachiden gerechnet, weil er seine wenigen Gesetze doch lernen konnte und es zu tun unterlie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Wird ein Noachide von einem Gewaltt\u00e4tigen gezwungen, eines seiner Gebote zu \u00fcbertreten, so ist ihm dies nachzusehen, selbst wenn man ihn zum G\u00f6tzendienst zwingen sollte, weil f\u00fcr die Noachiden nicht die Heiligung des g\u00f6ttlichen Namens existiert; auch darf man unter ihnen niemals einen Unm\u00fcndigen, Taubstummen und Bl\u00f6dsinnigen bestrafen, weil diese nicht gebotspflichtig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Ein Noachide, der zum Judentum konvertiert, beschnitten und in der Mikwe untergetaucht wird und danach seinen Sinn \u00e4ndert und verlangt ein Ger Toschaw zu werden, wie vorher, so h\u00f6rt man nicht auf ihn. Er bleibt f\u00fcr immer Jude oder wird hingerichtet. War er noch ein Minderj\u00e4hriger als das Gericht ihn in der Mikwe untertauchte, kann er bei Vollj\u00e4hrigkeit Einspruch erheben und wird nur ein Ger Toschaw. Hat er bei Vollj\u00e4hrigkeit keinen Einspruch erhoben, steht ihm diese M\u00f6glichkeit nicht mehr zu und er bleibt ein Proselyt.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb, wenn ein Israel mit einer Minderj\u00e4hrigen, die ein Gericht in der Mikwe untertauchte, verkehrt, bleibt das Geld f\u00fcr ihre Ketuba oder das Ordnungsgeld f\u00fcr Vergewaltigung oder Verf\u00fchrung, in der Hand des Gerichts, bis sie die Vollj\u00e4hrigkeit erreicht und keinen Einspruch gegen das Untertauchen erhebt (somit J\u00fcdin bleibt). Sonst w\u00fcrde sie das Geld w\u00e4hrend ihre Minderj\u00e4hrigkeit bekommen, Einspruch erheben, Nichtj\u00fcdisch werden und das Geld nutzen, auf das sie nur nach israelitischen Recht Anspruch h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Ein Noachide, der Gott l\u00e4sterte, oder G\u00f6tzen diente oder Blutschande beging oder Jemanden t\u00f6tete und danach konvertierte \u2014 ist straffrei. T\u00f6tete er einen Israel oder beschlief er die Frau eines Israel und konvertierte danach \u2014 ist strafbar. Er wird hingerichtet f\u00fcr den Mord von einem Israel und stranguliert f\u00fcr den Beischlaf mit einer verheirateten Frau, weil das Gesetz sich f\u00fcr ihn ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Wir haben bereits erkl\u00e4rt, dass alle Hinrichtungen des Noachiden durch das Schwert ausgef\u00fchrt werden, jedoch wird er f\u00fcr den Beischlaf einer j\u00fcdischen Ehefrau oder einer verlobten Jungfrau durch Steinigung hingerichtet und wenn er sie beschl\u00e4ft nach der Hochzeitzeremonie, bevor sie mit ihrem Ehemann verkehrte, wird er stranguliert.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Die Tradition lehrt, dass dem Noachiden nur das Kreuzen von Tieren und Pfropfen von B\u00e4umen verboten sei und er wird deswegen nicht hingerichtet. Ein Nichtjude, der einen Juden schl\u00e4gt und ihm eine Verletzung zuf\u00fcgt, obwohl er Todesschuldig ist, wird er nicht hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Das Gebot der Beschneidung wurde blo\u00df Abraham und seinen Kindern gegeben, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel17\">Gen. 17:9<\/a>): \u00bbDu und deine Kinder nach dir\u00ab, selbst die Kinder Ischmaels sind hiervon auszunehmen, denn es hei\u00dft sp\u00e4ter (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel21\">Gen. 21:12<\/a>): \u00bbDenn in Isaak soll deine Nachkommenschaft sein\u00ab; ferner ist das Geschlecht Esau auszunehmen, weil Isaak sp\u00e4ter dem Jakob sagte: \u00bbUnd Er m\u00f6ge dir den Segen Abrahams f\u00fcr dich und deine Kinder geben\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/bereschit-das-buch-genesis\/#Kapitel28\">Gen. 28:4<\/a>), woraus zu ersehen ist, dass blo\u00df Derjenige die wahre Nachkommenschaft Abrahams bildet, der sich auch an sein Gesetz und seinen rechten Wandel hielt, dessen Nachkommen nun sind zur Beschneidung verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Die Weisen sagten, dass die Kinder Keturas, n\u00e4mlich die Abraham mit ihr gezeugt, nachdem Ischmael und Isaak geboren waren, zur Beschneidung verpflichtet seien; und da nun heut zu Tage die Ischmaeliten mit den Keturiden sich vermischten, so m\u00fcssten Alle zur Beschneidung am achten Tage verpflichtet sein, ohne jedoch, dass die Todesstrafe auf die Unterlassung derselben folgte.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Ein Nichtjude, der Tora lernt, ist todesschuldig; er darf nur seine sieben noachidischen Gebote studieren. Ebenso, ein Nichtjude, der Schabbat h\u00e4lt, sogar w\u00e4hrend der Woche, hat er diesen Tag zum Schabbat bestimmt, ist der Todesschuldig (durch den Himmel), ebenso wenn er einen Festtag f\u00fcr sich bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist die Regel: Es ist ihnen nicht erlaubt eine neue Religion oder neue Gebote f\u00fcr sich selbst zu erschaffen, nach ihrem Gutd\u00fcnken. Entweder werden sie Proselyten und nehmen alle Gebote an oder behalten ihren Status als Noachiden und f\u00fcgen nichts hinzu und nehmen nichts davon weg. Besch\u00e4ftigt sich ein Noachide mit der Tora oder h\u00e4lt Schabbat oder f\u00fchrt eine Neuerung ein, dann schl\u00e4gt man ihn und straft ihn daf\u00fcr und man verk\u00fcndet ihm, dass er todesschuldig ist aber nicht hingerichtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Ein Noachide, der eins der anderen Gebote der Tora befolgen will, um daf\u00fcr in der zuk\u00fcnftigen Welt belohnt zu werden, darf von der geh\u00f6rigen Aus\u00fcbung desselben nicht abgehalten werden; bringt er ein Ganzopfer, so kann man solche von ihm entgegennehmen, gibt er Almosen, so kann man solche von ihm annehmen und mir scheint es, dass man sie auch unter arme Israeliten verteilen k\u00f6nne, weil ein Noachide auch von Israeliten ern\u00e4hrt werden muss und seine Erhaltung ihnen geboten ist. Dagegen nimmt man Almosen von Nichtjuden an und gibt sie an arme Nichtjuden.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Das israelitische Gericht ist verpflichtet f\u00fcr diese ans\u00e4ssigen Fremdlinge (Halbproselyten, <em>Ger Toschaw<\/em>) Richter einzusetzen, die, damit die Ordnung der Welt nicht leide, ihnen nach den gedachten Gesetzen Recht zu sprechen haben; findet nun die israelitische Regierung es f\u00fcr gut, dass man aus der Mitte der Noachiden selbst f\u00fcr sie Richter w\u00e4hle, so tue man es; geht dies aber nicht, so gebe man ihnen israelitische Richter.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Kommen zwei Nichtjuden vor den israelitischen Richter, und verlangen nach den Gesetzen der Tora gerichtet zu werden, so kann der Richter dies nur zugeben, wenn beide es freiwillig tun; will es der eine aber nicht, so kann man ihn nur zwingen, sich vor ein nichtj\u00fcdisches Gericht zu stellen; kommt ein Nichtjude und ein Israel, hat der Israel bessere Aussichten im nichtj\u00fcdischen Gericht, richtet man ihn nach ihren Gesetzen und die Richte sagten ihm: so und so ist euer Recht. Hat er bessere Aussichten im israelitischen Gericht, richtet man ihn nach der Tora und die Richter sagen ihm: so und so ist unser Recht; und es scheint mir, dass man so nicht mehr den Halbproselyten (<em>Ger Toschaw<\/em>) verf\u00e4hrt, sondern man richtet ihn immer nach ihren Gesetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ist es mir einleuchtend, dass man sich gegen Halbproselyten (<em>Ger Toschaw<\/em>) mit aller Sittlichkeit und Wohlt\u00e4tigkeit, wie es Israeliten untereinander tun, betrage; umso mehr da es die Schrift gebietet, sie zu ern\u00e4hren, denn es hei\u00dft (<a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/tanach\/dewarim-das-buch-deuteronomium\/#Kapitel14\">Deut 14:21<\/a>): \u00bbDem Fremdling, der in deinen Toren wohnt, sollst du sie (die Nachlese und dergleichen) abgeben, dass er sie esse\u00ab. Was den Ausspruch der Weisen betrifft, dass man den Nichtjuden nicht zweifach den Friedensgru\u00df biete, so sind darunter nicht die ans\u00e4ssigen Fremdlinge zu verstehen, welche die sieben noachidischen Gebote anerkennen; aber auch hinsichtlich der Nichtjuden haben die Weisen uns befohlen, ihre Kranken zu besuchen, ihre Toten zusammen mit den israelitischen Toten zu beerdigen, ihre Armen unter allen israelitischen Armen zu ern\u00e4hren, weil dies die Wege des Friedens erheischen; auch hei\u00dft es (Ps. 145:9): \u00bbGut ist der Ewige f\u00fcr Alle, und sein Erbarmen gilt allen seinen Gesch\u00f6pfen\u00ab; ferner hei\u00dft es (Mischlei 3:17): \u00bbIhre Wege sind Wege der Huld, und alle ihre Pfade sind Frieden\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ELFTES KAPITEL \u2014 Der K\u00f6nig Messias<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Der gesalbte K\u00f6nig, der Messias, wird einst erstehen und das Reich Davids zu seinem vorigen Glanze und seiner fr\u00fcheren Herrschaft erheben, den Tempel erbauen und die Versto\u00dfenen Israels sammeln; in seinen Tagen werden alle Gesetze wieder wie vor alten Zeiten hergestellt, Opfer dargebracht, Schmitta und Jubeljahr, ganz wie sie in der Tora angeordnet sind, gefeiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer an ihn nicht glaubt und auf seine Ankunft nicht wartet, leugnet nicht allein die anderen Propheten, sondern auch die Tora und unseren Lehrer Moses ab, denn die Schrift hat ausdr\u00fccklich Zeugnis \u00fcber ihn abgelegt, indem es hei\u00dft (Deut. 30:3-5): \u00bbUnd<br>wiederbringen wird der Ewige, dein Gott, deine Gefangenschaft, sich dein erbarmen, dich abermals versammeln\u2026 Wenn deine Versto\u00dfenen sich am Ende des Himmels befinden, wird dich doch der Ewige bringen\u00ab. Diese Worte, die in der Tora so klar ausgesprochen wurden, enthalten im Allgemeinen alle jene Prophezeiungen, die uns s\u00e4mtliche Propheten verk\u00fcndeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja sogar im Abschnitte Bileams wird vom Messias gesprochen, indem er dort zweier gesalbter K\u00f6nige erw\u00e4hnt; unter dem ersten ist David gemeint, der Israel aus der Hand seiner Bedr\u00e4nger gerettet, unter dem zweiten derjenige Gesalbte unter seinen Kindern, der Israel aus der Hand der Kinder Esaus zuletzt erretten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hei\u00dft dort n\u00e4mlich (Num. 24:17-18): \u00bbIch sehe ihn, aber nicht jetzt\u00ab. Darunter ist David zu verstehen. \u00bbIch erblicke ihn, aber nicht nahe\u00ab; dies deutet auf den Messias. \u00bbEin Stern tritt hervor aus Jakob\u00ab, das ist David. \u00bbEin Zepter entsteht aus Israel\u00ab \u2014 das ist der Messias. \u00bbEr wird verwunden die Schl\u00e4fen Moabs\u00ab \u2014 dies ist David. So hei\u00dft es auch (2 Sam. 8:2): \u00bbUnd er schlug Moab und ma\u00df sie mit dem Stricke\u00ab. \u00bbUnd niederst\u00fcrzen wird er alle Kinder Schets\u00ab, dies ist der Messias, von dem es hei\u00dft (Zach. 9:10): \u00bbUnd seine Herrschaft wird sein von See bis zur See\u00ab. \u00bbEdom wird Erbteil werden\u00ab \u2014 dies deutet auf die Zeiten Davids, wie es auch hei\u00dft (2 Sam. 8:6): \u00bbUnd Edom wurde dem David knechtbar\u00ab. \u00bbUnd ein Erbst\u00fcck wird Seir, sein Feind, werden\u00ab \u2014 dies deutet auf die Ankunft des gesalbten K\u00f6nigs, wie es auch hei\u00dft (Ovadia 1:21): \u00bbUnd Erretter werden auf den Berg Zion steigen, zu richten den Berg Seir\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Auch bei Gelegenheit der Erw\u00e4hnung der Zufluchtsorte hei\u00dft es (Deut. 19:8-9): \u00bbWenn der Ewige, dein Gott, deine Grenzen erweitern wird, so sollst du dir noch drei St\u00e4dte zunehmen\u00ab \u2014 was noch bis jetzt nicht geschehen ist; der Ewige, gelobt sei Er, wird aber doch nicht umsonst gesprochen haben? Bei den Propheten aber sind keine weiteren Beweise n\u00f6tig, da alle B\u00fccher von diesem Gegenstande voll sind.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Denke aber nicht, dass der gesalbte K\u00f6nig Zeichen oder Wunder machen und eine neue Ordnung der Dinge in die Welt einf\u00fchren oder die Toten auferstehen lassen wird und dergleichen Dinge mehr, wie die Dummen behaupten; \u2014 nein, mit der Sache verh\u00e4lt es sich nicht so, denn, bereits Rabbi Akiva, ein gro\u00dfer Gelehrter unter den Weisen der Mischna, behauptete, dass der K\u00f6nig Ben Kosiba, bei dem er Waffentr\u00e4ger war, der Messias w\u00e4re und nicht nur er, sondern auch sein ganzes Zeitalter war so lange davon \u00fcberzeugt, bis der K\u00f6nig durch seine S\u00fcnde get\u00f6tet wurde \u2014 dann wurde man erst durch den Tod des letzteren gewahr, dass er nicht Messias war. Die Weisen aber verlangten von ihm bei seinen Lebzeiten weder Zeichen noch Wunder.<\/p>\n\n\n\n<p>Es verh\u00e4lt sich aber in Wirklichkeit mit der Sache wie folgt: Dass unsere Tora mit ihren Geboten und Gesetzen f\u00fcr immer und in aller Ewigkeit unver\u00e4nderlich bleibt, dass man weder was zusetzt noch abnehmen d\u00fcrfe; wer aber was zusetzt oder abnimmt oder sich falsche Deutungen in der Schrift erlaubt, und den einfachen Sinn der Gebote verdreht, der ist gewiss ein L\u00fcgner, S\u00fcnder, Gottesleugner.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Wenn hingegen ein K\u00f6nig aus dem Hause Davids erstehen wird, der in der Tora studieren und mit den Geboten, wie sein Urahn David sich besch\u00e4ftigen und der laut der schriftlichen und m\u00fcndlichen Lehre ganz Israel dahin bringen wird, nach der Tora zu wandeln und deren Risse auszubessern, der auch die Kriege Gottes f\u00fchren wird \u2014 so steht er in der Wahrscheinlichkeit der Messias zu sein; und wenn er in seinen Taten so erfolgreich ist, alle ringsum liegenden V\u00f6lker zu besiegen, den Tempel an seiner heiligen St\u00e4tte zu erbauen, und die Versto\u00dfenen Israels zu versammeln, so ist er der wirkliche Messias.<\/p>\n\n\n\n<p>War er aber nicht so erfolgreich oder wurde er get\u00f6tet, so ist es bestimmt, dass er nicht Derjenige ist, von dem die Tora gesprochen, sondern er ist blo\u00df als K\u00f6nig wie alle frommen und guten K\u00f6nige aus dem Stamme Davids, die da sterben, zu betrachten; der Heilige, gelobt sei Er, hat diesen dann gewiss blo\u00df deswegen gesandt, um Vielen durch ihn eine Pr\u00fcfung aufzulegen, wie es auch hei\u00dft (Dan. 11:35): \u00bbUnd von den Vern\u00fcnftigen werden Viele straucheln, so dass unter ihnen gel\u00e4utert, ges\u00e4ubert und rein gebrannt werden muss, bis zur Zeit des Endes, denn es ist noch langer zur Frist\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch \u00fcber Jesus Christus, der beabsichtigte der Messias zu werden und vom Gericht hingerichtet wurde, \u00fcber ihn prophezeite Daniel: \u00bbaus deinem Volke werden sich Gewaltt\u00e4tige erhebe, um die Prophezeiung wahr zu machen, sie aber werden zu Fall gebracht\u00ab (Dan. 11:14). Denn kann es eine gr\u00f6\u00dfere Pr\u00fcfung geben? Alle Propheten sagten, dass der Messias ein Erl\u00f6ser und Retter f\u00fcr Israel sei, seine Versto\u00dfenen versammeln, seine Gebote befestigen werde, nicht aber, dass er Ursache der Vernichtung Israels durch das Schwert oder der Zerstreuung seines letzten Restes oder einer Erniedrigung oder Abschaffung der Tora sein werde, oder gar, dass sie verleiten werde, G\u00f6ttern au\u00dfer dem Ewigen zu dienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Gedanken des Sch\u00f6pfers der Welt zu erfassen, hat kein Mensch Kraft genug, denn nicht wie die Wege der Menschen sind die g\u00f6ttlichen, und nicht die Gedanken der Menschen sind die Gottes. So dienten alle dergleichen F\u00e4lle, wie die des Jesus Christus und die des Ischmael (Mohammed), der nach ihm kam, nur, um den Weg f\u00fcr den wirklichen Messias zu bahnen, um die ganze Welt zum wahren,<br>allgemeinen Gottesdienste vorzubereiten, wie es auch hei\u00dft (Zeph. 3:9): \u00bbDenn alsdann werde ich den V\u00f6lkern eine reine Sprache zuwenden, auf dass sie Alle anrufen den Namen des Ewigen und ihm dienen allesamt\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise wurde schon die ganze Welt voll von dem Gedanken eines Messias, von den Worten der Tora und der Gebote, so dass diese hohen Gegenst\u00e4nde selbst in fernen L\u00e4ndern und bei vielen V\u00f6lkern, die unbeschnittenen Herzens und Fleisches waren, Anklang gefunden und dass diese V\u00f6lker diejenigen Gegenst\u00e4nde, die der Tora zuwiderlaufen, untersuchten. Die Einen behaupteten, die Gebote der Schrift w\u00e4ren wohl wahr gewesen, h\u00e4tten aber gar keine G\u00fcltigkeit f\u00fcr die jetzige Zeit oder w\u00e4ren nie zur Ausf\u00fchrung gekommen. Andere wiederum behaupteten, es bef\u00e4nden sich Mysterien darunter, man m\u00fcsse die Gebote nicht im w\u00f6rtlichen Sinne nehmen und auch w\u00e4re der K\u00f6nig Messias schon gekommen und h\u00e4tte jene Mysterien enth\u00fcllt usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Da aber der wirkliche gesalbte K\u00f6nig erstehen und gl\u00fccklich erh\u00f6ht und erhoben werden wird, so werden sie sich Alle zur Wahrheit bekehren, indem sie es einsehen werden, dass ihre V\u00e4ter ihnen eine L\u00fcge vererbten und dass sich ihre Propheten und Vorv\u00e4ter sie irreleiteten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading body\">ZW\u00d6LFTES KAPITEL \u2014 Die messianische Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p>1) Es komme Niemanden der Gedanke auf, dass in der messianischen Zeit irgend Etwas in der Weltordnung aufh\u00f6ren oder dass etwas Neues in der Sch\u00f6pfung vorgehen werde; die Welt wird vielmehr im alten Gleise bleiben. Wenn es bei Jesaja hei\u00dft (Jes. 11:6): \u00bbDer Wolf wird mit dem Lamme und der Tiger mit dem Zicklein lagern\u00ab, so ist dies blo\u00df als prophetische Ausdrucksweise und Symbol zu nehmen; darunter wird n\u00e4mlich verstanden, dass Israel dann mit den schlechtesten unter den V\u00f6lkern, die doch sonst zu W\u00f6lfen und Tigern verglichen wurden, wie es auch hei\u00dft (Jer. 5:6): \u00bbDer Wolf aus den Steppen wird sie berauben und der Tiger wird lauern an ihren St\u00e4dten\u00ab, friedlich zusammenwohnen wird. Zu jener Zeit werden denn Alle sich zum wahren Glauben bekehren, werden weder rauben noch verderben, sondern gem\u00fctlich wie Israel blo\u00df des Erlaubten genie\u00dfen, wie es auch hei\u00dft (Jes. 11:7): \u00bbUnd der L\u00f6we wird wie das Rind Stroh essen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>So m\u00fcssen auch alle dergleichen Ausdr\u00fccke, die in Bezug auf den Messias ausgesprochen wurden, nur als Symbole betrachtet werden und in der messianischen Zeit wird es Allen bekannt werden, was eigentlich unter solchen prophetischen Gesichtern verstanden wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Die Weisen sagten, der Unterschied zwischen der jetzigen und messianischen Zeit bestehe nur in der Untert\u00e4nigkeit Israels zu den anderen V\u00f6lkern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den einfachen Worten der Propheten ist zu ersehen, dass zu Anfange der messianischen Zeit der Gog-Magogische Krieg stattfinden, vor diesem Kriege aber ein Prophet erstehen wird, der Israel auf den rechten Weg f\u00fchren und sein Herz befestigen werde, denn es hei\u00dft (Mel. 3:22): \u00bbSeht, ich werde euch schicken den Propheten Elias\u00ab; er wird aber nicht kommen, um das als rein Anerkannte f\u00fcr unrein zu erkl\u00e4ren, oder das als unrein Anerkannte f\u00fcr rein, nicht Menschen zu entw\u00fcrdigen, die als Ehrenm\u00e4nner gelten, noch solche, die als unehrliche gelten f\u00fcr ehrenwerte zu erkl\u00e4ren; sondern blo\u00df um Frieden in der Welt zu stiften, denn es hei\u00dft (ebenda 24): \u00bbUnd er wird das Herz der Eltern zu ihren Kindern wieder zukehren\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche unter den Weisen behaupten, der Prophet Elijahu werde erst unmittelbar vor der Ankunft des Messias erscheinen, aber alle diese und dergleichen Einzelheiten kann kein Mensch mit Bestimmtheit wissen, bis sie sich realisieren. Sie sind sogar bei den Propheten dunkel, auch die Gelehrten haben keine Tradition dar\u00fcber, sondern halten sich blo\u00df an die Deutung der Verse; daher gibt es auch viele Streitigkeiten dar\u00fcber; jedenfalls aber ist weder die Art und Weise, noch die Umst\u00e4nde f\u00fcr die Ankunft des Messias ein wesentliches Dogma.<\/p>\n\n\n\n<p>Es m\u00f6ge sich Niemand viel mit den Legenden in dieser Hinsicht, noch mit deren Er\u00f6rterungen, besch\u00e4ftigen; man betrachte diese Besch\u00e4ftigung \u00fcberhaupt nicht als etwas Wesentliches im Glauben, da sie weder zur Gottesfurcht noch zur Liebe zu Gott f\u00fchrt; eben so wenig rechne man den Zeitpunkt seines Erscheinens aus; die Weisen sagten sogar: \u00bbM\u00f6gen diejenigen, welche diese Zeit berechnen, ihren Geist aushauchen\u00ab. Man warte also und glaube an diesen Gegenstand, wie wir es bereits erkl\u00e4rt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Zu der Zeit des Messias, da sein K\u00f6nigreich beruhigt und ganz Israel um ihn versammelt sein wird, werden die St\u00e4mme nach seinem Ausspruche ihren Adel bekommen, was durch den heiligen Geist, der auf ihn ruhen wird, sich kundtun wird, denn es hei\u00dft (Mal. 3:3): \u00bbUnd er wird sitzen als L\u00e4utender und Reiniger\u00ab; zuerst wird er die Leviten heraussuchen, indem er sagen wird: Dieser ist nach seinem Register ein Kohen, dieser ein Levit; ebenso wird er Diejenigen ausscheiden, die gar nicht zu den Leviten geh\u00f6ren und sie den Israeliten zuz\u00e4hlen; so hei\u00dft es auch (Ezra 2:63): \u00bbUnd der Terschata sagte zu ihnen \u2026 bis der Priester nebst den Urim und Tumim dastehen wird\u00ab; daraus k\u00f6nnen wir ersehen, dass durch den heiligen Geist das Geschlechtsregister, sowohl der als Kohen und Leviten Bekannten, als der nicht Bekannten, ver\u00f6ffentlicht werden wird; die \u00fcbrigen Israeliten aber werden nur nach den St\u00e4mmen eingeteilt werden, indem er ank\u00fcndigen wird, zu welchem Stamme ein Jeder geh\u00f6rt; von den Leuten aber, die dem Rufe der ehrlichen Abkunft stehen, wir er nicht sagen: \u00bbDieser ist Bastard oder Jener stamme von Sklaven ab\u00ab, denn nach den Gesetzen ist eine Familie, die sich bereits mit dem Volke vermischt, als zu ihm geh\u00f6rig zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Die Gelehrten und Propheten w\u00fcnschten das messianische Zeitalter zu erleben, nicht deswegen, um die ganze Welt zu beherrschen oder um \u00fcber V\u00f6lker zu befehlen, auch nicht, um von den V\u00f6lkern gepriesen zu werden oder um zu essen, zu trinken und zu jubeln, sondern blo\u00df um sich sorglos mit der heiligen Schrift und den Wissenschaften besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen, auf dass \u00fcber sie kein Gewaltt\u00e4tiger noch St\u00f6rer Etwas zu sagen h\u00e4tte, sodass sie durch ihren frommen Wandel zum Leben der k\u00fcnftigen Welt gelangen k\u00f6nnten, wie wir bereits in der Abhandlung \u00fcber die Bu\u00dfe erkl\u00e4rt haben (Teschuwa 9:2).<\/p>\n\n\n\n<p>5) Zu jener Zeit wird weder Hunger noch Krieg, noch Neid oder Unzufriedenheit stattfinden, denn viel des Guten wird gespendet werden und alle K\u00f6stlichkeiten werden wie einfache Erde \u00fcberall zu haben sein. Die Lust der Welt wird aber blo\u00df darin bestehen, den ewigen Gott zu erkennen, daher werden in Israel auch viele gro\u00dfe Gelehrte sein, die alle Geheimnisse der Sch\u00f6pfung ergr\u00fcnden und den Willen des Sch\u00f6pfers, wie es nur die menschliche Kraft fassen kann, erkennen werden, denn es hei\u00dft (Jes. 11:9): \u00bbDenn voll wird das Land von g\u00f6ttlichem Wissen sein, wie das Wasser die See bedeckt\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mischne-tora\/\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"198\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=200%2C198&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3324\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?w=200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/mischt.png?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/mischne-tora\/\">Eine \u00dcbersicht aller Kapitel der Mischne Torah (und der verf\u00fcgbaren \u00dcbersetzungen) findet man hier.<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enth\u00e4lt Gesetze \u00fcber K\u00f6nige, Kriege, Noachiden und \u00fcber den Messias. 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