{"id":4357,"date":"2019-04-24T10:59:09","date_gmt":"2019-04-24T08:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=4357"},"modified":"2024-05-08T09:44:17","modified_gmt":"2024-05-08T07:44:17","slug":"kitzur-schulchan-aruch-kapitel-119-die-ordnung-fuer-die-pessach-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/kitzur-schulchan-aruch-kapitel-119-die-ordnung-fuer-die-pessach-nacht\/","title":{"rendered":"Kitzur Schulchan Aruch \u2013 Kapitel 119 \u2013 die Ordnung f\u00fcr die Pessach-Nacht"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Aus dem Kizzur Schulchan Aruch von Rabbiner Schlomoh Ganzfried, in der \u00dcbersetzung von Rabbiner Dr. Selig Bamberger<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"140\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Shlomo_Ganzfried.jpg?resize=100%2C140&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3056\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>Die \u00dcbersetzung des Kitzur Schulchan Aruch von Schlomoh Ganzfried auf talmud.de<\/em> <br><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"25\" height=\"15\" class=\"wp-image-3543\" style=\"width: 25px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/hand_talmudde_klein.png?resize=25%2C15&#038;ssl=1\" alt=\"\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/der-kitzur-schulchan-aruch\/\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n<p><em>Enth\u00e4lt 12 Paragrafen<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a71<\/h2>\n\n\n\n<p>Obschon man an jedem Schabbat und Jom-Tow schon am Tag Kiddusch machen und essen kann, um vom Unheiligen zum Heiligen, hinzuzuf\u00fcgen, so ist es am Pessach nicht so, weil die Pflicht, Mazza zu essen wie beim Pessachopfer erst bei Nacht ist; denn dabei hei\u00dft es (Schemot 12, 8): sie sollen das Fleisch in dieser Nacht essen!<br>\nEbenso ist die Pflicht der vier Becher erst bei Nacht; und da auch der Becher beim Kiddusch einer von den vier Bechern ist, darum macht man erst Kiddusch, wenn bestimmt Nacht ist. Man ziehe den Kittel an und setze sich auf seinen Sitz, um den Seder zu geben. Es ist verdienstlich, unter die Kinder Mandeln und N\u00fcsse und dergl. zu verteilen, damit sie eine \u00c4nderung sehen und fragen und dadurch aufmerksam werden und auch wegen der Mazza und des Bitterkrautes und des Anlehnens Fragen stellen.<br>\nEinem Knaben und einem M\u00e4dchen, die bereits an die Gebote gew\u00f6hnt werden m\u00fcssen, d. h., die bereits etwas von der Heiligkeit des Jom-Tow wissen und verstehen, was man vom Auszug aus \u00c4gypten erz\u00e4hlt, gibt man ebenfalls einen Becher, dass sie davon trinken.<br>\nMan pflegt einen Becher mehr einzuschenken, als Angelehnte da sind, und nennt ihn den Becher des Propheten <em>Elijahu<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a72<\/h2>\n\n\n\n<p>Sein Diener oder einer von den Leuten des Hauses schenke die Becher ein; und so jedes mal, wenn man einschenkt, sollen sie einschenken und nicht der Hausherr selbst, um die Eigenschaft der Freiheit zu bekunden. Man mache die Leute seines Hauses darauf aufmerksam, dass sie von jedem Becher wenigstens den gr\u00f6\u00dften Teil auf einmal trinken; und vom vierten Becher sollen sie ein Viertel Log <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_4357\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_4357-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_4357-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">(etwa 1\/7 Liter)<\/span> auf einmal trinken; sie sollen alle die Absicht haben, das Gebot der vier Becher und der Erz\u00e4hlung vom Auszug aus \u00c4gypten und des Essens von Mazza und Bitterkraut zu erf\u00fcllen, weil auch die Frauen zu diesen Geboten verpflichtet sind: nur sich anzulehnen, haben sie nicht den Gebrauch.<br>\nMan mache Kiddusch, wie in der Haggada steht, und trinke, auf die linke Seite angelehnt; gut ist, wenn es m\u00f6glich, gleich der Meinung derjenigen Gesetzeslehrer zu tun, dass man bei allen vier Bechern den ganzen Becher trinke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a73<\/h2>\n\n\n\n<p>Dann wasche man die H\u00e4nde, sage aber keine Brachah dar\u00fcber und trockne sie ab, man schneide von den Kr\u00e4utern f\u00fcr sich und alle Hausgenossen ab, f\u00fcr jeden weniger als eine Olive, tunke es in Salzwasser ein, sage dar\u00fcber die Brachah \u00bbder die Fr\u00fcchte der Erde erschaffen\u00ab und habe dabei die Absicht, mit dieser Brachah auch das Bitterkraut frei zu machen, und esse es ebenfalls linksangelehnt. \u2013 Dann nehme man die mittlere Mazza, teile sie in zwei Teile und lege den gr\u00f6\u00dferen Teil als Afikoman neben seinen Sitz; man pflegt ihn in eine Decke einzuwickeln zur Erinnerung an das, was geschrieben (Schemot 12, 34): ihre Teige in ihre T\u00fccher eingewickelt. Manche legen ihn so auf ihre Schulter zur Erinnerung an den Auszug aus \u00c4gypten. Und weil der Afikoman an Stelle des Pessachopfers ist, darum ist er angesehen und sei der gr\u00f6\u00dfere Teil. Den kleineren Teil legt man an seine Stelle auf die Sch\u00fcssel zur\u00fcck; man deckt die Mazzot etwas auf, hebt die Sch\u00fcssel auf und sagt: Das ist das Brot des Elendes\u2026 bis: im n\u00e4chsten Jahre Befreite.- Diejenigen, die sagen: Gleich diesem Brot des Elendes\u2026 sprechen nicht das Wort: welches.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a74<\/h2>\n\n\n\n<p> Dann schenkt man den zweiten Becher ein, und das Kind fragt: Warum unterscheidet sich\u2026 Wenn kein Kind da ist, frage ein anderer Sohn oder eine Tochter, ein Freund oder die Frau. Hierauf spricht man: Wir waren Sklaven\u2026 Es geb\u00fchrt sich, den Hausgenossen die Worte der Haggada in der Sprache, die sie verstehen, zu erkl\u00e4ren; und wenn der Hausherr selbst die heilige Sprache auch nicht versteht, trage er aus einer Haggada vor, in der sich eine deutsche (oder sonst ihm verst\u00e4ndliche) \u00dcbersetzung befindet, und nach jedem Abschnitt sage er ihn auf deutsch (oder in der ihm verst\u00e4ndlichen Sprache.) Und um so mehr bei dem Abschnitt: Rabban Gamliel pflegte zu sagen\u2026 m\u00fcssen alle die Begr\u00fcndung von Pessachopfer, Mazza und Bitterkraut verstehen.<br>\nWenn man zu der Stelle kommt: \u00bbUnd sie half\u2026\u00ab bedecke man die Mazzot, (damit das Brot seine Besch\u00e4mung nicht sehe, dass man es liegen l\u00e4sst und den Becher in die Hand nimmt;)und nehme den Becher in die Hand und spreche: \u00bbUnd sie half\u2026\u00ab bis: aus ihrer Hand.<br>\nDann deckt man die Mazzot wieder auf und, wenn man zur Stelle kommt: \u00bbDiese Mazza\u2026\u00ab nehme man die halbe Mazza auf der Sch\u00fcssel, zeige sie den Hausgenossen und spreche: \u00bbDiese Mazza\u2026\u00ab<br>\nEbenso bei: \u00bbdieses Bitterkraut\u2026\u00ab hebe man das Bitterkraut auf.<br>\nAber, wenn man spricht: das Pessachopfer, das unsere V\u00e4ter gegessen haben, \u2026 hebe man den Knochen, der zur Erinnerung an das Pessachopfer da ist, nicht auf, damit es nicht aussehe, als habe man ihn dazu f\u00fcr heilig erkl\u00e4rt.<br>\nWenn man zur Stelle kommt: \u00bbDarum sind wir verpflichtet\u2026\u00ab decke man die Mazzot zu und nehme jeder den Becher in die Hand und halte ihn aufgehoben, bis man schlie\u00dft: der Israel erl\u00f6st hat. Hierauf sagt man \u00fcber den Becher die Bracha: der die Frucht des Weinstocks erschaffen, und trinkt links angelehnt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a75<\/h2>\n\n\n\n<p>Dann waschen alle die H\u00e4nde und sprechen dar\u00fcber die Brachah: die H\u00e4nde zu waschen; und man sagt die Brachah <em>haMotzi<\/em> \u00fcber die Mazzot. Weil man aber am Jom-Tow \u00fcber zwei ganze Brote <em>haMotzi<\/em> machen muss und das Gebot, Mazza zu essen, mit der zerbrochenen erf\u00fcllt wird, weil die Mazza Brot des Elendes genannt wird und der Arme gew\u00f6hnlich nur zerbrochenes Brot hat, darum nehme man, w\u00e4hrend man die Bracha <em>haMotzi<\/em> spricht, die beiden ganzen Mazzot in die H\u00e4nde und die zerbrochene dazwischen und spreche die Brachah <em>haMotzi<\/em>; dann lege man die untere Mazza aus der Hand und halte nur die obere und die zerbrochene fest und sage dar\u00fcber die Brachah: Mazza zu essen. Man bricht von der oberen und auch von der zerbrochenen ab, von jeder soviel wie eine Olive gro\u00df, und soviel gibt man auch jedem Einzelnen von den Hausgenossen und isst beides zusammen, links angelehnt.<br>\nWem es schwerf\u00e4llt, beides auf einmal zu essen, esse zuerst die Olive gro\u00df von <em>haMotzi<\/em>, dann die Olive gro\u00df von der zerbrochenen Mazza, nur mache er keinerlei Pause dazwischen und esse beide angelehnt.<br>\nIn diesen L\u00e4ndern pflegt man, an den Sederabenden die Mazza nicht in Salz einzutauchen, weder die von <em>haMotzi<\/em> noch die von der zerbrochenen Mazza.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a76<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer die Mazza nicht kauen kann, darf sie in Wasser eintauchen, um sie zu erweichen, nur darf sie nicht ganz zergehen. Ein Greis oder ein Kranker, die in Wasser geweichte Mazza nicht essen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen sie in Wein oder sonst einem Getr\u00e4nk eintauchen.<br>\nWenn man die Mazza eintaucht, mit der man das Gebot erf\u00fcllen will, muss man darauf achten, sie nicht vierundzwanzig Stunden einzuweichen, weil sie dann wie gekocht angesehen w\u00fcrde und man die Pflicht nicht damit erf\u00fcllen k\u00f6nnte. Auch muss man auf die anderen Dinge achten, dass nicht die Eigenschaft des Brotes verloren gehe. (siehe Kapitel 48,5 und folgende)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a77<\/h2>\n\n\n\n<p>Dann nimmt man eine Olive gro\u00df Bitterkraut, und ebensoviel gibt man jedem Einzelnen von den Hausgenossen, taucht es in das Charoset, sch\u00fcttelt aber das Charoset wieder davon ab, damit der Geschmack des Bitterkrautes nicht verloren gehe; spricht dar\u00fcber die Bracha: Bitterkraut zu essen; und isst es, ohne sich dabei anzulehnen.<br>\nHierauf nimmt man von der unteren Mazza ebenfalls eine Olive gro\u00df und auch eine Olive gro\u00df Bitterkraut; es geb\u00fchrt sich, dieses ebenfalls in das Charoset einzutauchen und wieder abzusch\u00fctteln; dann lege man das Bitterkraut zwischen die Mazza und sage: \u00bbSo tat Hillel\u2026\u00ab und esse es angelehnt.<br>\n\u00dcber die Gr\u00f6\u00dfe von Olive gro\u00df schreiben wir in den Regeln (am Ende des Buches,) dass sie gleich einem halben Ei. Manche sagen jedoch, sie sei etwas weniger als ein Drittel Ei; und da Bitterkraut zu essen in heutiger Zeit, (wo wir kein Pessachopfer haben,) ein Gebot der Weisen s. A. ist, darum, wem schwer f\u00e4llt, Bitterkraut zu essen, kann sich auf diese Meinung st\u00fctzen, nur etwas weniger als ein Drittel Ei zu essen und dar\u00fcber die Brachah zu sprechen, (siehe Schulchan Aruch des Tanja.) Wer krank ist, so dass er Bitterkraut \u00fcberhaupt nicht essen kann, kaue wenigstens etwas von den Arten, mit denen man die Pflicht erf\u00fcllen kann, oder sonst ein bitteres Kraut, dass er einen bitteren Geschmack im Munde f\u00fchlt, nur zur Erinnerung, ohne dar\u00fcber die Brachah zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a78<\/h2>\n\n\n\n<p>Hierauf isst man die Mahlzeit. Man esse die ganze Mahlzeit angelehnt; man pflegt Eier zu essen; aber der Weise hat seine Augen im Kopf (Kohelet 2, 14), dass er seinen Magen nicht anf\u00fcllt, damit er den Afikoman nach Vorschrift essen kann und nicht als \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Essen. Man i\u00dft in beiden N\u00e4chten kein gebratenes Fleisch, nicht einmal von Gefl\u00fcgel; selbst, wenn man es zuerst gekocht und erst dann in einem Topf gebraten hat, isst man es nicht. Manche pflegen in diesen N\u00e4chten au\u00dfer den zwei, des Gebotes wegen eingetauchten Speisen (Kr\u00e4utern und Bitterkraut) nichts Eingeweichtes zu essen, damit zu erkennen ist, dass jene zur Erf\u00fcllung des Gebotes bestimmt sind. Nach der Vollendung der Mahlzeit isst man den Afikoman zur Erinnerung an das Pessachopfer, das am Ende der Mahlzeit gegessen wurde, dass es die Vollendung der ganzen S\u00e4ttigung sei; man esse ungef\u00e4hr soviel wie zwei Oliven gro\u00df, eine zur Erinnerung an das Pessachopfer und eine zur Erinnerung an die Mazza, die zum Pessachopfer gegessen wurde; auf jeden Fall nehme man nicht weniger als eine Olive gro\u00df und esse sie angelehnt. Nach dem Afikoman\u201a darf man nichts mehr essen. Hierauf schenkt man den dritten Becher f\u00fcr das Tischgebet ein; man muss darauf achten, dass er rein von \u00dcberresten der Becher sei, d. h. dass nicht \u00dcberreste von Wein, in dem man w\u00e4hrend der Mahlzeit Mazza eingeweicht hat, darin sind; denn wenn er nicht rein ist, muss man ihn begie\u00dfen und aussp\u00fclen; Es ist verdienstlich, sich M\u00fche zu geben, dass drei zusammen (<em>Mesuman<\/em>) benschen; man gehe aber nicht wegen <em>Mesuman-Benschens<\/em> von einem Haus ins andere, sondern jeder muss da benschen, wo er gegessen hat. Es ist Gebrauch, dass der Hausherr bei Mesuman vorbenscht; so hei\u00dft es (Mischlej 22,9): Der Wohlwollende spreche den Segen: und er wird wohlwollend genannt, weil er gesagt hat: Jeder, der hungrig ist, komme und esse; \u2026 dann <em>benscht<\/em> man \u00fcber den Becher und trinkt ihn angelehnt.<br>\nZwischen diesem Becher und dem vierten Becher darf man nicht trinken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a79<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Tischgebet schenkt man den vierten Becher ein. Man pflegt die T\u00fcr aufzumachen zur Erinnerung daran, dass es die Nacht der Obhut ist und wir uns vor nichts f\u00fcrchten. Und durch das Verdienst des Vertrauens wird unser frommer Gesalbter kommen und der Heilige, gel. sei Er, Seinen Zorn \u00fcber die G\u00f6tzenanbeter ausgie\u00dfen; und darum sagt man (Tehillim 79, 6): Gie\u00dfe Deinen Zorn\u2026 Hierauf beginnt man <em>lo lanu<\/em> und sagt der Ordnung gem\u00e4\u00df. Wenn man dann zu <em>Hodu<\/em> kommt und Drei zugegen sind, selbst mit seiner Frau und seinen Kindern, die schon zur Gew\u00f6hnung an die Gebote herangereift sind, sagt man <em>Hodu<\/em> und die beiden anderen antworten, wie man es in der Gemeinde macht. Vom vierten Becher mu\u00df man ein ganzes Viertel Log <sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--expands-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"00000000000005fa0000000000000000_4357\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_4357-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000005fa0000000000000000_4357-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">(etwa 1\/7 Liter)<\/span> trinken und spricht hierauf die Nach-Bracha. Dann vollendet man der Ordnung gem\u00e4\u00df die Haggada. Nach den vier Bechern darf man au\u00dfer Wasser kein Getr\u00e4nk trinken.<br>\nWen der Schlaf nicht \u00fcbermannt, sage nach der Haggada das Lied der Lieder. \u2013 Man pflegt das Nachtgebet vor dem Schlafengehen nicht zu, sprechen, au\u00dferdem Abschnitt <em>Schma<\/em> und der Bracha <em>hamapil<\/em>, um zu bekunden, dass es die Nacht ist, in der wir vor sch\u00e4dlichen Einfl\u00fcssen bewahrt sind und keine H\u00fctung n\u00f6tig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a710<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer das ganze Jahr keinen Wein trinkt, weil er ihm schadet, mu\u00df sich dennoch n\u00f6tigen, die vier Becher zu trinken, wie unsere Weisen s. A. von R. Juda ben R. Ilai gesagt (Nedarim 49), dass er die vier Becher am Pessach trank und seine Schl\u00e4fen bis Schawuot umwinden musste; doch kann er den Wein mit Wasser mischen oder Rosinenwein trinken, oder er trinke Met, wenn es der Wein des Landes ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a711<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn der Afikoman verloren gegangen ist und man noch Mazza von derjenigen hat, die zum Zweck von Mazza zur Erf\u00fcllung des Gebotes hergestellt sind, esse man eine Olive gro\u00df davon; und wenn nicht, esse man eine Olive gro\u00df von anderer Mazza.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00a712<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn jemand vergessen hat, den Afikoman zu essen, wenn er sich vor dem Tischgebet erinnert\u201a esse er ihn, obschon er sich bereits mit dem Wasser nach der Mahlzeit gewaschen oder bereits gesprochen: Wohlan, wir wollen benschen! \u2013 und braucht die Bracha <em>haMotzi<\/em> nicht dar\u00fcber zu sprechen; obschon er den Sinn vom Essen abgewandt hatte, hei\u00dft dies kein Abwenden des Sinnes, weil er verpflichtet ist, noch zu essen, und wir vom Tisch des Allg\u00fctigen gespeist werden; dennoch wasche man die H\u00e4nde, sage aber nicht die Bracha \u00fcber das H\u00e4ndewaschen. Wenn man sich erst nachdem Tischgebet erinnert, bevor man \u00fcber den dritten Becher die Bracha gesprochen: der die Frucht des Weinstockes erschaffen! \u2013 wasche man die H\u00e4nde, sage aber ebenfalls nicht die Bracha \u00fcber das H\u00e4ndewaschen, spreche die Bracha <em>haMotzi<\/em>,esse soviel wie eine Olive und bete hierauf das Tischgebet; dann sage man die Bracha \u00fcber den dritten Becher und trinke. Wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man \u00fcber den dritten Becher die Bracha gesagt: der die Frucht des Weinstockes erschaffen! \u2013 trinke man den Becher; und wenn man sonst das Tischgebet ohne Becher Wein zu sprechen pflegt, wasche man die H\u00e4nde, esse den Afikoman und bete das Tischgebet ohne Becher Wein. Wenn man aber immer darauf achtet, das Tischgebet\u201a \u00fcber seinen Becher Wein zu sprechen, jetzt kann man aber nicht \u00fcber einen Becher Wein das Tischgebet sprechen, weil man dann zu den vier Bechern hinzuf\u00fcgen w\u00fcrde, darum esse man keinen Afikoman und verlasse sich auf die Mazza, die man zuerst gegessen hat.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\n<a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/mark\/1.0\/\"><br>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/p\/mark\/1.0\/88x31.png?w=840\" style=\"border-style: none;\" alt=\"Public Domain Mark\"><br>\n<\/a><br>\n<br>\nDieses Werk (<span property=\"dct:title\">Kitzur Schulchan Aruch<\/span>, von <span resource=\"[_:creator]\" rel=\"dct:creator\"><span property=\"dct:title\">Rabbiner Selig Pinchas Bamberger<\/span><\/span>), das durch <a href=\"http:\/\/www.talmud.de\" rel=\"dct:publisher\"><span property=\"dct:title\">talmud.de<\/span><\/a> gekennzeichnet wurde, unterliegt keinen bekannten urheberrechtlichen Beschr\u00e4nkungen.\n<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n<ul class=\"modern-footnotes-list \"><li><span>1<\/span><div>(etwa 1\/7 Liter)<\/div><\/li><li><span>2<\/span><div>(etwa 1\/7 Liter)<\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kitzur Schulchan Aruch in deutscher \u00dcbersetzung &#8211; Kapitel 119 \u2013 die Ordnung f\u00fcr die Pessach-Nacht<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[133],"tags":[52,123,87,122],"class_list":["post-4357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kitzur-schulchan-aruch","tag-erew-pessach","tag-haggadah","tag-kiddusch","tag-pessach"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4357"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9973,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4357\/revisions\/9973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}