{"id":4580,"date":"2019-06-03T14:39:32","date_gmt":"2019-06-03T12:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=4580"},"modified":"2023-04-18T08:49:39","modified_gmt":"2023-04-18T06:49:39","slug":"more-newuchim-buch-1-kapitel-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-buch-1-kapitel-35\/","title":{"rendered":"More Newuchim \u2013 Buch 1 \u2013 Kapitel 35"},"content":{"rendered":"\n<p>Du darfst aber nicht glauben, dass zu dem, was wir in den vorhergehenden Kapiteln von der Wichtigkeit, Dunkelheit und Schwerverst\u00e4ndlichkeit, sowie davon, dass es der Allgemeinheit vorenthalten sei, vorausgeschickt haben, auch die Lehre geh\u00f6rt, dass man Gott nicht als K\u00f6rper und nicht als ein einem Eindruck unterliegendes Wesen betrachten d\u00fcrfe. Dem ist nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr muss man, ebenso wie man in der Allgemeinheit ver\u00adbreiten und die Kinder dar\u00fcber unterrichten muss, dass Gott nur Einer ist und dass man keinen au\u00dfer ihm anbeten darf, ihnen durch \u00dcberlieferung auch beibringen, dass Gott kein K\u00f6rper ist und dass es zwischen ihm und seinen Gesch\u00f6pfen durchaus keine \u00c4hnlichkeit in irgendeiner Hinsicht gibt, dass sein Dasein nicht so ist wie ihres, sein Leben nicht so wie das eines anderen Lebenden, sein Wissen nicht so wie das eines Menschen, der Wissen hat, und dass der Unterschied zwischen ihm und ihnen nicht blo\u00df in einem Mehr oder Weniger besteht, sondern in der Art der Existenz; n\u00e4mlich es ist notwendig, jedermann zum bleibenden Bewu\u00dftsein zu bringen, dass sich unser Wissen von seinem Wissen oder unsere Macht von seiner Macht nicht durch Mehr oder Weniger und nicht durch St\u00e4rke oder Schw\u00e4che und dergleichen unterscheidet. Denn St\u00e4rke und Schw\u00e4che werden notwendig von Dingen derselben Art ausgesagt, die in dem n\u00e4mlichen Begriffsumfange enthalten sind, und ebenso kann auch irgendein Verh\u00e4ltnis tats\u00e4chlich nur zwischen zwei Dingen stattfinden, welche derselben Art unterstehen, wie bereits in der Physik auseinandergesetzt wurde. Alles aber, was sich auf Gott bezieht, ist in jeder Be\u00adziehung von unseren Attributen verschieden, so dass es nicht von demselben Begriffe umfasst werden kann. Und ebenso wird das Wort \u00bbExistenz\u00ab von dem Dasein Gottes und dem Dasein anderer Wesen, wie ich zeigen werde, nur homonym gebraucht. F\u00fcr die Kinder und Laien gen\u00fcgt es jedoch bei der Konsolidierung ihrer Glaubensansichten, dass sie wissen: Es gibt ein vollkommenes Seiendes, das kein K\u00f6rper und keine Kraft in einem K\u00f6rper ist ; dieses ist Gott, der von keiner Art Mangel behaftet ist und somit nicht einer Einwirkung unter\u00adworfen sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen sind die Er\u00f6rterungen \u00fcber die Eigenschaften Gottes, n\u00e4mlich welche von ihm nicht ausgesagt werden k\u00f6nnen, und die Bedeutung derjenigen, die ihm zuge\u00adsprochen werden, ferner \u00fcber die Erschaffung dessen, was er erschaffen hat \u00fcber die Art seiner Weltregierung und seiner Vorsehung f\u00fcr die Dinge au\u00dfer ihm, dann die Begriffe von seinem Willen, seiner Erkenntnis und seinem Wissen dessen, was er wei\u00df, ebenso der Begriff der Prophetie und ihrer Abstufungen und endlich die Bedeutung der Gottes\u00adnamen, die, wenn sie auch zahlreiche sind, dennoch nur den Einzigen bezeichnen, lauter sehr dunkle Gegenst\u00e4nde. Sie sind in Wahrheit die Geheimnisse der Tora, die geheimen Lehren, die allenthalben in den Prophetenb\u00fcchern und in den Worten unserer Weisen erw\u00e4hnt werden. Und dies sind die Dinge, die, wie wir sagten, nur in den Hauptsachen und zwar nur dem schon oben geschilderten vorz\u00fcglichen Menschen beigebracht werden d\u00fcrfen. Aber die Unk\u00f6rperlich\u00adkeit Gottes und die Unzul\u00e4ssigkeit der Vorstellung, dass Gott mit einem Dinge vergleichbar oder einer Einwirkung unter\u00adworfen sei, sind Dinge, die man jedem Menschen ihrer wahren Bedeutung gem\u00e4\u00df erl\u00e4utern, und die man Kindern, Frauen, Unwissenden und Denkunf\u00e4higen \u00fcberliefern soll, so wie man ihnen \u00fcberliefert, dass Gott einzig und ewig ist und dass man keinen anderen au\u00dfer ihm anbeten darf. Denn es gibt keine Einheit au\u00dfer mit Ausschlu\u00df der K\u00f6rperlichkeit. Denn das K\u00f6rperliche ist keine Einheit, es ist vielmehr aus Materie und Form zusammengesetzt, die begrifflich zweierlei sind, somit auch teilbar und der Teilung f\u00e4hig. Wenn sie dies in sich aufgenommen haben und in dieser Lehre erzogen, aber durch einzelne Ausspr\u00fcche der Prophetenb\u00fccher irre gemacht sind, erkl\u00e4re man ihnen deren Bedeutung, setze sie ihnen nach und nach auseinander und mache sie auf die Mehrdeutigkeit der W\u00f6rter, die in diesem Buch enthalten sind, und auf deren fig\u00fcrlichen Sinn aufmerksam, so dass der wahre Glaube an die Einheit Gottes und an die Wahrhaftigkeit der Prophetenb\u00fccher vollkommen in ihrem Besitze sei. Wer aber nicht genug Urteils\u00adkraft hat, um die Auslegung der Bibelverse und die Identit\u00e4t der Namen ungeachtet der Verschiedenheit ihrer Bedeutungen zu verstehen, dem sage man: Der betreffende Bibelvers ist den Gelehrten verst\u00e4ndlich, du aber m\u00f6gest wissen, dass Gott un\u00adk\u00f6rperlich und keiner Einwirkung unterworfen ist. Denn die Passivit\u00e4t bedeutet eine Ver\u00e4nderung, Gott aber wird von keinerlei Ver\u00e4nderung betroffen. Mit Gott l\u00e4sst sich ferner nichts au\u00dfer ihm vergleichen, und Gott kann mit keinem Dinge in einem und demselben Begriffe zusammengefasst werden. Die Worte der Prophetie sind wahr, bed\u00fcrfen aber einer Erkl\u00e4rung. An dieser Grenze bleibe man mit ihm stehen. Es darf aber kein Mensch dauernd bei dem Glauben beharren, dass Gott k\u00f6rper\u00adlich sei, oder dass Gott etwas betreffen k\u00f6nne, was einen K\u00f6rper betrifft, so wie er auch nicht bei dem Glauben verharren darf, dass es keinen Gott gebe, oder dass es in ihm etwas mit ihm Verbundenes gebe, oder dass man einen anderen au\u00dfer ihm verehren d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-678cc482\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns alignfull has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-reverse-columns-mobile has-vertical-bottom ticss-c00aadba\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-4d412c51\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\">\n<h2 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fb3c7a39\">More Newuchim<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#fefefe\">Der \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/more-newuchim-fuehrer-der-unschluessigen\/\"><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/p\/zero\/1.0\/88x31.png?w=840\" alt=\"CC0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/\" rel=\"license\"><br><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 35 aus dem \u00bbF\u00fchrer der Unschl\u00fcssigen\u00ab, dem More Newuchim, in deutscher \u00dcbersetzung. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4000,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[262],"tags":[151],"class_list":["post-4580","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fuehrer-der-unschluessigen","tag-maimonides"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/mor_new_titelblatt.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4580"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4580\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9510,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4580\/revisions\/9510"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}