{"id":513,"date":"2013-11-11T23:34:40","date_gmt":"2013-11-11T21:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/?p=513"},"modified":"2014-05-26T11:48:30","modified_gmt":"2014-05-26T09:48:30","slug":"die-suche-geht-weiter-das-buch-judentum-von-hans-kueng","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/die-suche-geht-weiter-das-buch-judentum-von-hans-kueng\/","title":{"rendered":"Die Suche geht weiter&#8230; Das Buch \u201eJudentum\u201d von Hans K\u00fcng"},"content":{"rendered":"<p><em>Eine kleine Rezension des Buches \u201eDas Judentum- Die religi\u00f6se Situation der Zeit&#8220; von Hans K\u00fcng.<\/em><\/p>\n<p>Diesmal hat unser kleiner Goi auf einer Etappe seiner Suche nach einem guten Buch \u00fcber das Judentum ein wenig l\u00e4nger gebraucht.<!--more--> Nachdem ihn die Binnensicht (<a href=\"http:\/\/www.talmud.de\/tlmd\/hat-das-judentum-viele-gesichter\/\" title=\"Hat das Judentum viele Gesichter?\">siehe letzter Bericht \u00fcber den kleinen Goi<\/a>) nicht die befriedigende Darstellung gebracht hatte, wagte er sich diesmal an ein Werk aus nichtj\u00fcdischer Feder. Immerhin k\u00f6nnte es ja sein, da\u00df ein anderer Goi mit den gleichen Fragen dasteht, wie unser kleiner Goi und die n\u00f6tigen Antworten gefunden hat. <\/p>\n<p>Wie bereits gesagt, diese Etappe war etwas l\u00e4nger, um genau zu sein, knapp 900 Seiten lang: Hans K\u00fcng, Das Judentum &#8211; Die religi\u00f6se Situation der Zeit. Das Buch macht sich also so richtig breit im B\u00fccherregal, mehr aber leider auch nicht. Unser kleiner Goi m\u00f6chte gerne vern\u00fcnftig dargestellte Hinweise auf seiner Suche haben &#8211; das ist uns ja mittlerweile bekannt. Naiv wie er ist, dachte er: viele Seiten, viele Hinweise, viel Brauchbares vielleicht. Leider war diese \u00dcberlegung sehr naiv. Er wollte ein Buch \u00fcber das Judentum und warum es heute so ist wie es ist. Eine ausf\u00fchrliche Geschichte Israels (so nennen es die Theologen), und das in besserer Form, hat er schon in seinem B\u00fccherschrank. H\u00e4tte er etwas \u00fcber Abraham als Stammvater der Juden, Christen und Moslems lesen wollen, er h\u00e4tte sich ein Buch dar\u00fcber gekauft; h\u00e4tte er etwas \u00fcber das Verhalten der Kirche und des Papstes w\u00e4hrend der Shoa lesen wollen, er h\u00e4tte sich doch dar\u00fcber auch ein Buch gekauft und wenn er \u00fcber die politische Situation in Nahost unterrichtet sein will, hat unser Goi doch andere M\u00f6glichkeiten als ein Buch \u00fcber das Judentum. Das alles und noch viel mehr bietet K\u00fcng, aber keine neutrale Darstellung des heutigen Judentum. Beim lesen kann man immer mehr den Eindruck gewinnen, da\u00df es K\u00fcng im Endeffekt dann doch um eine Rechtfertigung des Christentum gegen\u00fcber des Judentum geht. Das darf man K\u00fcng wahrscheinlich nicht einmal als b\u00f6se Absicht unterstellen, doch wohl manchmal als Gedankenlosigkeit. Wenn er mit einer merkw\u00fcrdigen Begr\u00fcndung in einem Buch \u00fcber das Judentum, das sich selber als Beitrag zum Dialog versteht, die volle Nennung des Gottesnamen rechtfertigt und dabei seine j\u00fcdischen LeserInnen um Verst\u00e4ndnis bittet, wirkt das doch, selbst in den Augen unseres unbedarften Gois, sehr befremdlich. <\/p>\n<p>Auch die Frage nach der theologischen Bedeutung des, f\u00fcr das Christentum, gekreuzigten Christus in einem j\u00fcdische-christlichen Gottesverst\u00e4ndnisses nach Auschwitz wirkt v\u00f6llig deplaziert. Des weiteren auch seine \u00c4u\u00dferung gegen die verkrusteten Strukturen der katholischen Kirche, wobei er dann auch gerne mal die j\u00fcdischen Orthodoxen mit den katholischen Orthodoxen vergleicht. Irgendwie hat das Buch unserem kleinen Goi also viel Stirnrunzeln gebracht, aber irgendwann wu\u00dfte er auch nicht mehr so genau, was K\u00fcng eigentlich wollte. Mal ganz davon abgesehen, das er merkte, das seine Suche wohl noch l\u00e4nger dauern wird. <\/p>\n<p>Eines ist ihm dann aber doch noch auf den letzten Seiten klar geworden: Was K\u00fcng will. Er m\u00f6chte das Judentum ganz im Sinne seines Projektes Weltethos darstellen. So lobenswert diese Projekt in seinen Ans\u00e4tzen ist, wird es doch dort problematisch, wenn alle \u00dcberlegungen diesem Ziel untergeordnet werden. Mal ganz davon abgesehen, in wie weit dieses Buch wirklich ein lohnender und h\u00f6renswerter Beitrag zum interreligi\u00f6sen Dialog ist. <\/p>\n<p>Hans K\u00fcng, Das Judentum-Die religi\u00f6se Situation der Zeit, 2. Aufl., M\u00fcnchen 2001.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kleine Rezension des Buches \u201eDas Judentum- Die religi\u00f6se Situation der Zeit&#8220; von Hans K\u00fcng. 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